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HF-Therapie bei Darmbeschwerden und Verdauungsstörungen

Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness
Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness

Darmprobleme sollte man nie verharmlosen, weil sich schnell ernsthafte Erkrankungen daraus entwickeln können. Eine gesunde Verdauung ist für eine optimale Nährstoffverwertung unerlässlich – und spielt damit eine große Rolle für die Gesundheit sämtlicher Organe und ganz besonders auch für das Immunsystem.

HF-Stab für die Verdauung
Die Lösung von Verdauungsproblemen liegt in einer gesunden Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ballaststoffreichen Vollkornprodukten, zuckerfreien Getränken wie Mineralwasser und Tee. Und stressfreies, genussvolles Essen tut der Verdauung ebenfalls sehr gut. Wer häufiger unter Verdauungsbeschwerden leidet, der kann seinem Darm auch mit der Hochfrequenz-Therapie etwas Gutes tun.

Hochfrequenz hilft heilen
Die Hochfrequenz-Behandlung von Darmbeschwerden: Man streicht etwas Bodylotion auf den gesamten Bauch oder zumindest den Bereich, der spürbar Probleme bereitet. Dann bestrahlt man in langsam kreisender Massage mit der Flächenelektrode bei mittelerer bis hoher Stromstärke für 5 Minuten den Bauch. Dadurch wird der Darm spürbar beruhigt. Wenn man unter chronischen Darmproblemen leidet, dann spricht nichts dagegen, wenn man die HF-Behandlung zur Linderung der Beschwerden dauerhaft durchführt. Eine ausführliche Anleitung der Behandlung mit dem HF-Stab bei Darmleiden erklärt Vanessa Halen in ihrem aktuellen BoD-Bestseller DIE OXY WUNDER MEDIZIN.

Eine kostenlose Erklärung über die Wirkung, Anwendung und Heilkraft der HF-Therapie finden Sie auf Philognosie.net
https://www.philognosie.net/heilpraxis/hochfrequenztherapie-erklaerung-wirkung-plasmamedizin

Weitere Informationen über die wundervolle HF-Therapie, kostenlose Leseproben und Gratis eBooks, außergewöhnliche Tipps und Rezepte rund um die Themen Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden stellt die Autorin Vanessa Halen auf ihrer Homepage zur Verfügung:
http://www.wellness-infoseite.de

Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness
Der aktuelle BoD-Bestseller von Vanessa Halen
ISBN 978-3-7357-7809-3
96 Seiten – 12,90 Euro

Verlag:
Books on Demand
In de Tarpen 42
22848 Norderstedt
Telefon: 040-534335-0
Rezensionsexemplar: presse@bod.de
Kontakt und Presseanfragen: vanessa.halen@web.de

Vanessa Halen ist passionierte Expertin in Sachen Gesundheit, Schönheit und Wellness. In den vergangenen 30 Jahren lernte sie zahlreiche Heilmethoden aus der Medizin und Naturheilkunde kennen. In ihren Ratgebern erklärt sie die besten und erfolgreichsten Methoden, die sie persönlich ausführlich getestet und für besonders wirksam befunden hat. Ihre aktuellen Bücher:
Ein neues Leben (ISBN 3-89811-731-6)
BioAging (ISBN 3-8311-4572-5)
Die neuen Schlank-Pusher (ISBN 3-8334-1473-1)
CyberBeauty (ISBN 3-8334-5295-1)
Die neuen Schönmacher (ISBN 978-3-8370-5406-4)
Die Jungmacher (ISBN 978-3-8391-8644-2)
Vorsicht, Arzt! (ISBN 978-3-8448-1910-6)
Die Oxy Wunder Medizin (ISBN 978-3-7357-7809-3)
Die total verrückte Entführung in das Jahr 2256 (ISBN 978-3-7386-2591-2)
Schlank Mixer (ISBN 978-3-7412-2820-9)

Wissenschaft/Forschung

Wound Debridement Products Market Volume Forecast and Value Chain Analysis 2017-2025, Credence Research

Laut dem neuesten Bericht von Credence Research, Inc. „Markt für Wunde-Débridement-Produkte – Wachstum, Zukunftsaussichten und Wettbewerbsanalyse, 2017-2025“ wurde der Markt für Wundheilungsprodukte im Jahr 2017 auf 298,8 Mio. US-Dollar geschätzt. bis 2025 493,1 Millionen US-Dollar erreichen und von 2017 bis 2025 um 6,5% wachsen.

Markt Einblicke

Wunddebridement ist ein medizinisches Verfahren, das verwendet wird, um ungesundes Gewebe von der Wunde zu entfernen, um den Heilungsprozess zu fördern. Bei chronischen Wunden ist ein Wunddebridement weitverbreitet, da diese Wunden oft nekrotisches Gewebe enthalten, das den natürlichen Heilungsprozess der Wunde behindert. Für die natürliche Heilung muss die zelluläre Umgebung der chronischen Wunde mit der einer akuten Wunde übereinstimmen, aber diese nekrotischen Gewebe oder die nicht lebensfähige Zellmasse erzeugen eine Umgebung, die den Heilungsprozess behindert. Das Wunddebridementverfahren eliminiert diese nicht lebensfähige Zellmasse und fördert die Wundheilung. Wunddebridementprodukte werden verwendet, um diese nekrotischen und kontaminierten Gewebe zu entfernen. Wunddebridementprodukte sind von vielen Arten abhängig von der zu verwendenden Methode.

Browse the full report Wound Debridement Products Market – Growth, Future Prospects and Competitive Analysis, 2017-2025 report at http://www.credenceresearch.com/report/wound-debridement-products-market

Der Wunddesbridement-Markt expandiert aufgrund neuer Produktinnovationen und der Anwendung verschiedener Technologien beim Wunddebridement. Zum Beispiel hat Misonix, Inc. eine neue vakuumunterstützte Ultraschall-Wunddébridement-Technologie auf dem Markt eingeführt, die Ultraschalltechnologie verwendet, um Wunden zu entfernen. Die wichtigsten Markttreiber, die das Marktwachstum unterstützen, sind die Zunahme chronischer Krankheiten, die Zunahme von Diabetes und die frühe Einführung innovativer Techniken für das Wunddebridement. Darüber hinaus tragen die Erhöhung der Gesundheitsausgaben und die besseren Erstattungsrichtlinien zur Unterstützung der Patienten zum Wachstum des Marktes für Wunddesbridement bei. Allerdings sind mangelndes Bewusstsein über die chronischen Wunden in der Allgemeinbevölkerung und Preisrückgänge bei den Geräten einige der Einschränkungen für den Markt für Wundabdeckungen. In den Vereinigten Staaten leiden jährlich etwa 6,5 ​​Millionen Patienten an chronischen Wunden, und diese Zahl steigt mit der zunehmenden Häufigkeit chronischer Wunden.

Auf der Grundlage des Debridement-Verfahrens wird der globale Markt für Wunddesbridement in selektive und nicht-selektive Methoden unterteilt. Selektive Verfahren bestehen aus autolytischem Debridement, enzymatischem Debridement, hydrotherapeutischen Debridement-Vorrichtungen, Larventherapie-Debridement, scharfen und chirurgischen Wunddebridement-Vorrichtungen. Nicht-selektive Verfahren bestehen aus mechanischen Debridement-Pads / Monofilament-Faserballen und niederfrequenten Ultraschallgeräten. Unter diesen weisen selektive Verfahren große Marktanteile auf, da diese Verfahren selektiv totes oder nekrotisches Gewebe von der Wunde entfernen und die Heilung unterstützen, und daher weithin bevorzugt. Basierend auf der Art der Wunde wird der globale Markt für Wunddesbridement in chronische Wunden, Verbrennungs- und Traumawunden und chirurgische Wunden eingeteilt. Von diesen wird das Wunddebridement hauptsächlich bei chronischen Wunden angewendet, daher hat dieses Segment einen großen Anteil. Auf der Grundlage des Endnutzers wird der globale Markt für Wunddesbridement in Krankenhäuser, ambulante chirurgische Zentren und andere segmentiert.

Geographisch wird der globale Markt für Wunddesbridement für Nordamerika, Europa, den asiatisch-pazifischen Raum, Lateinamerika, den Mittleren Osten und Afrika untersucht. Nordamerika ist derzeit gemessen am Umsatzanteil weltweit führend und es wird erwartet, dass die Region ihre Dominanz im Prognosezeitraum beibehalten wird. Auf Nordamerika folgt der Markt für Wunddesbridement-Produkte in Europa aufgrund der frühen Einführung innovativer Wunddesbridement-Produkte, einer alternden Bevölkerung und steigender Gesundheitsausgaben. Darüber hinaus konkurrieren viele Unternehmen im Markt für Wundabdeckungen und es gibt keinen klaren Marktführer. Zu den wichtigsten Playern gehören die Advanced Medical Solutions Group, BSN Medical, Inc., die Coloplast A / S, die ConvaTec, Inc., die Misonix, Inc., die Smith & Nephew plc, die Derma Sciences, Inc., die Lohmann & Rauscher International GmbH & Co. KG. Co. KG, MediWound Ltd., Medtronic plc, Soring Gmbh und Zimmer Biomet.

Latest Reports:

Medical Nonwoven Disposables Market: http://www.credenceresearch.com/report/medical-nonwoven-disposables-market

Optical Coherence Tomography Market: http://www.credenceresearch.com/report/optical-coherence-tomography-market

Über:
Credence Research ist ein weltweit tätiges Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das sich mit der Leitung von Organisationen, Regierungen, nichtlegislativen Verbänden und Nicht-Nutzen-Organisationen befasst. Wir bieten unseren Kunden Unterstützung bei der dauerhaften Verbesserung ihrer Ausführung und bei der Umsetzung ihrer wichtigsten Ziele. In fast einem Jahrhundert haben wir eine Firma hergestellt, die außerordentlich auf diese Aufgabe vorbereitet ist.

Medienkontakt
Name: Chris Smith
Adresse: 105 N 1. ST # 429,
SAN JOSE, CA 95103 USA
E-Mail: sales@credenceresearch.com
Ph: 1-800-361-8290

Gesundheit/Medizin Wissenschaft/Forschung

Ein Protein zeigt höhere Brustkrebs-Sterblichkeit

An der Medizinischen Universität Graz wurde, unterstützt vom Wissenschaftsfonds FWF, ein Biomarker für Brustkrebs mit schlechten Heilungschancen gefunden und gleich zwei praktikable Nachweismethoden für Gewebeproben entwickelt. 

 

Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen weltweit. In Österreich erkranken knapp 5.500 Frauen jährlich an dieser Krebsart und 1.500 sterben trotz Früherkennung daran. Wenn ein Knoten in der Brust aufgespürt wird, ist eine Biopsie der nächste Schritt in der klinischen Praxis. Gegen die bangen Stunden bei den betroffenen Frauen gibt es kein Rezept. Die Gewebeprobe gibt weitere Hinweise für Diagnose und Behandlung. Wenn der Brusttumor bösartig ist, wird gleich der Subtyp mitbestimmt. Je nach Tumor-Subtyp kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden infrage. „Mit der Patientin wird nach der Analyse im interdisziplinären Tumor-Board besprochen, welche Therapien zur Verfügung stehen und, wenn gewünscht, die Chance auf Heilung diskutiert“, erklärt Krebsmediziner Thomas Bauernhofer von der Universitätsklinik Graz.

Parallel dazu hat der Onkologe, unterstützt vom Wissenschaftsfonds FWF, an der Medizinischen Universität Graz einen Biomarker untersucht, der auf schlechtere Heilungschancen von Brustkrebs-Patientinnen hinweist. In fünfjähriger Forschungsarbeit gelang in enger Abstimmung mit den Instituten für Biophysik und Pathologie im Haus der Nachweis: Ein höherer Gehalt von GIRK1-Protein zeigt eine höhere Rückfallhäufigkeit und Sterblichkeit von Patientinnen mit dem hormonabhängigen Tumor-Subtyp (ER+) nach der Operation des Brustkrebs an.

Baustein eines Ionenkanals als Biomarker 

Das Protein GIRK1 ist einer von zumindest zwei benötigten Bausteinen, die funktionstüchtige Kalium-Ionenkanäle in der Zellmembran aufbauen. Solche Ionenkanäle sind in Herz, Hirn oder Bauchspeicheldrüse des Menschen unverzichtbar und sorgen etwa dafür, dass das Herz schlägt. Eine wissenschaftliche Publikation mit kleiner Fallzahl, die GIRK1 in Brustkrebs fand, brachte das Team auf die Spur des Proteins als Biomarker. Zunächst wurde eine große Menge Messenger RNA (mRNA), eine Vorstufe zur Herstellung des GIRK1-Proteins, in Brustkrebs-Zelllinien und -Gewebe nachgewiesen. Durch die Korrelation von Gewebeproben und genetischen Profilen von Brust-Tumoren mit den Überlebensdaten der Frauen, können nun besonders gefährdete Patientinnen identifiziert werden: „Brustkrebs-Patientinnen mit einem Östrogenrezeptor-positiven (ER+) Tumor sprechen gewöhnlich gut auf eine Hormonbehandlung an. Wenn der ER+-Tumor jedoch viel GIRK1 erzeugt, haben die Patientinnen eine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit“, erläutert Thomas Bauernhofer. Bei zirka 60 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs wird ein ER+-Tumorsubtyp festgestellt.

Im Rahmen des FWF-Projekts wurden zwei Methoden entwickelt, um die übersteigerte GIRK1-Produktion in Gewebeschnitten nachzuweisen. Viele Monate suchte das Team nach einer geeigneten Färbemethode mittels Immunhistochemie. Von der nun erfolgreich etablierten Methode profitieren auch Forscherinnen und Forscher, die sich mit dem GIRK-Ionenkanal in anderen Kontexten beschäftigen. Die zweite Nachweismethode (Fluoreszenz In-situ-Hybridisierung) ermöglicht es sogar, die Expression der GIRK1-mRNA im Tumorgewebe mit automatischer Bildanalyse zu bestimmen.

Welche Gene arbeiten parallel? 

In einer Gencluster-Untersuchung wies das Grazer Team zudem nach, dass neben dem Gen für GIRK1 drei weitere im Tumor sehr aktiv werden. „Zwei Gene sind mit einem Östrogenrezeptor assoziiert, ein weiteres mit dem Angiotensin II Rezeptor“, beschreibt Thomas Bauernhofer. Die höhere Sterblichkeit der Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem Tumor und hoher GIRK1-Expression könnte mit einer schlechteren Wirkung der Hormontherapie oder einer höheren Metastasierungsfähigkeit zu tun haben. GIRK1 könnte aber auch ein neues Behandlungstarget werden. Die Zusammenhänge möchte Thomas Bauernhofer nun genauer klären: „Es ist noch zu früh, den Biomarker bei jeder Biopsie mitzubestimmen. Unsere Ergebnisse haben noch keine therapeutischen Konsequenzen, aber um den Zusammenhang von GIRK1 mit der schlechten Überlebensrate müssen wir uns kümmern.“

 

Zur Person
Thomas Bauernhofer (https://forschung.medunigraz.at/fodok/suchen.person_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=101&id_in=90673454) ist Facharzt für Innere Medizin und Hämato-Onkologie an der Klinischen Abteilung für Onkologie (http://inneremedizin.uniklinikumgraz.at/onkologie/Seiten/default.aspx) der Universitätsklinik in Graz und stellvertretender  Abteilungsleiter. Er studierte Medizin an der Karl-Franzens-Universität in Graz und forschte am Pittsburgh Cancer Insitute (USA). Der Mediziner leitet gemeinsam mit Wolfgang Schreibmayer die Forschungseinheit zu Ionenkanälen Cancer Biology an der Medizinischen Universität Graz. Bauernhofer ist Mitglied der European Society for Medical Oncology.

Publikationen
Kammerer, S; Jahn, SW; Winter, E; Eidenhammer, S; Rezania, S; Regitnig, P; Pichler, M; Schreibmayer, W; Bauernhofer, T.: Critical evaluation of KCNJ3 gene product detection in human breast cancer: mRNA in situ hybridisation is superior to immunohistochemistry (http://jcp.bmj.com/content/69/12/1116), in: Journal of Clinical Pathology 2016; doi:10.1136/jclinpath-2016-203798

Kammerer, S; Sokolowski, A; Hackl, H; Platzer, D; Jahn, SW; El-Heliebi, A; Schwarzenbacher, D; Stiegelbauer, V; Pichler, M; Rezania, S; Fiegl, H; Peintinger, F; Regitnig, P; Hoefler, G; Schreibmayer, W; Bauernhofer, T.: KCNJ3 is a new independent prognostic marker for estrogen receptor positive breast cancer patients (https://doi.org/10.18632/oncotarget.13224), in: Oncotarget 2016; doi:10.18632/oncotarget.13224

Rezania, S; Kammerer, S; Li, C; Steinecker-Frohnwieser, B; Gorischek, A; DeVaney, TT; Verheyen, S; Passegger, CA; Tabrizi-Wizsy, NG; Hackl, H; Platzer, D; Zarnani, AH; Malle, E; Jahn, SW; Bauernhofer, T; Schreibmayer, W.: Overexpression of KCNJ3 gene splice variants affects vital parameters of the malignant breast cancer cell line MCF-7 in an opposing manner (https://bmccancer.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12885-016-2664-8), in: BMC Cancer 2016; 16:628-628; doi:10.1186/s12885-016-2664-8

 

Bild und Text ab Montag, 20. November 2017 ab 9.00 Uhr MEZ verfügbar unter: http://scilog.fwf.ac.at 

 

Wissenschaftlicher Kontakt
Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Bauernhofer
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 15
8036 Graz
T +43 / 316 / 385-81307
E thomas.bauernhofer@medunigraz.at
W http://www.onkologie-graz.at

 

Der Wissenschaftsfonds FWF
Ingrid Ladner
Haus der Forschung
Sensengasse 1
1090 Wien
T +43 / 1 / 505 67 40 – 8117
E ingrid.ladner@fwf.ac.at
W http://scilog.fwf.ac.at
W http://www.fwf.ac.at

 

Versand
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Arbeit/Beruf Computer/Internet/IT Energie/Natur/Umwelt Pressemitteilungen Rat und Hilfe Shopping/Handel Telekommunikation Wissenschaft/Forschung

Curvature mit preisgünstigen SATA-SSDs der Enterprise-Klasse

AMSTERDAM, 13. November 2017 – Curvature, der weltweit größte Anbieter von Third-Party Maintenance-, Multivendor-Netzwerk- und Rechenzentums-IT-Lifecycle-Lösungen, kündigt eine neue Serie von Solid-State-Laufwerken (SSDs) mit SATA-Schnittstelle der Enterprise-Klasse an.

Curvatures SSDs mit 2 Mio. Betriebsstunden, lebenslanger Garantie und bis zu 60% Einsparpotenzial (Q: Curvature)

Die Speichermedien sind mit ihrer Firm-ware vollständig kompatibel mit den Servern aller wichtigen Hersteller (HPE, Dell EMC, Cisco, IBM usw.). Die SSD-Laufwerke von Curvature stellen eine Herausforderung für gängige Hersteller dar, da diese bis zu 60% unter deren Listenpreisen erhältlich sind.

 

Mit einer Leistung von 2.000.000 Stunden und 98.000 IOPS mit konstantem Lesedurchsatz bieten die SSDs von Curvature große Vorteile für alle Kunden, die hohe Arbeitslasten mit bestmöglicher Zuverlässigkeit, geringer Latenz und Energieeffizienz bewältigen müssen. Ihre SATA-Schnittstelle ermöglicht eine einfache Integration in herkömmliche Server-Infrastrukturen.

Solid State Disks (SSDs) mit 2 Millionen Betriebsstunden, lebenslanger Garantie und bis zu 60% Einsparpotenzial

Glenn Fassett, General Manager für EMEA bei Curvature, sagt dazu: „Diese Ankündigung ist eine gute Nachricht für alle Einkäufer in der IT, die den Leistungsumfang von SSD schon länger benötigten, aber durch den teuren Preis bisher abgeschreckt wurden. Aus diesem Grund erwarten wir eine entsprechend große Nachfrage. Die SSDs sind ideal geeignet für alle Rechenzentren und Serverräume, in denen leseintensive Workloads anstehen, wie z. B. lese-zentrierte Datenbanken, kundenorientierte Webserver-Apps, Datenanalysen und Reporting. Dazu kommt als Vorteil für den Kunden, dass Curvature eine 24-Stunden-Lieferung bietet, anstelle der meist üblichen mehrwöchigen Wartezeiten.“

Ausgestattet mit einer lebenslangen Garantie und eigener Testsoftware, sind die SSDs von Curvature garantiert kompatibel mit nahezu allen etablierten Serverherstellern. Die SSD-Laufwerke stehen ab Lager zur Verfügung und sind zu einem Bruchteil der gängigen Hardware-Listenpreise erhältlich – oft lassen sich bis zu 60% gegenüber den Herstellerpreisen einsparen. Darüber hinaus bietet das Curvature Support- und Wartungsprogramm NetSure®  Wartungs- und Support-Leistungen.

Leistungsmerkmale:

  • 6,0 Gbit/s SATA-Schnittstelle

  • Kapazitäten: 1920 GB, 960 GB, 480 GB, 240 GB

  • 5 – 0.67 DWPD (Device/Drive Writes Per Day)

  • 98.000 IOPS

  • MTBF (Mean time before failure) von 2.000.000 Stunden

  • Verbrauch unter 4.8 W

  • 2,5-Zoll Industriestandard (Small Form Factor-Design)

Die neuen Curvature SSD-Laufwerke sind ab sofort erhältlich unter europesales@curvature.com oder unter +31 (0) 20 449 6910.

Über Curvature

Als weltweit führender Anbieter von unabhängigem IT-Support, -Produkten und Services verändert Curvature die Art und Weise, wie Unternehmen IT-Equipment und Support für heterogene, multinationale Netzwerke und Rechenzentren managen, warten und erneuern. In einer Zeit konkurrierender IT-Prioritäten und digitaler Transformationen müssen Unternehmen bei der Investition in IT und die Innovation von Geschäftsprozessen schnell, effizient und intelligent handeln. Als strategischer Partner von weltweit über 15.000 Organisationen spezialisiert sich Curvature auf die Bereitstellung von globalem technischem Support rund um die Uhr (24×7), fortschrittlichem Hardware-Austausch und auf ein umfassendes Lifecycle-Management für Netzwerk- und Rechenzentrumsausrüstung unter einem weltweiten Vertrag von Standorten in Amerika, Europa und Asien. Weitere Informationen unter https://www.curvature.com/de

Unternehmenskontakt:

Curvature LLC, Singaporestraat 66, 1175 RA Lijnden

Andrea Arnold, EMEA Marketing Manager,

T: +31 (0) 20 449 6910, AArnold@curvature.com

Pressekontakt:

KONZEPT PR GmbH, Michael Baumann

Tel: +49-(0)821-34300-16,

E-Mail: m.baumann(at)konzept-pr.de

Energie/Natur/Umwelt Wissenschaft/Forschung

Ein neuer Blick auf das Leben im arktischen Meer

Die Wiener Biologin Renate Degen arbeitet daran, erstmalig ein genaues Bild der Biologie des Meeresbodens der Arktis zu erstellen. Mit Unterstützung des FWF führt sie dazu die Daten internationaler Forschungsgruppen in einem neuen Modell zusammen. 

 

Die Arktis ist einer der faszinierendsten und am wenigsten erforschten Lebensräume der Erde. Ihre Größe und ihre Unwirtlichkeit erschweren jede Bemühung, das Ökosystem vollständig abzubilden. Ein genaueres Verständnis wäre wünschenswert: Die Arktis hat große Bedeutung für das Klima des Planeten und für den Wirtschaftszweig Fischerei, insbesondere seit sich durch das Abschmelzen des Eises der Lebensraum rasant ändert. Eine Methode namens „Biological Trait Analysis“ ist in der Lage, ein genaueres Bild der Lebewesen des arktischen Meeresbodens zu liefern. Dabei werden nicht nur Tierarten gesammelt und klassifiziert, sondern auch ihre Funktionen im Ökosystem abgebildet, was einen tiefen Einblick in die Zusammenhänge dieses Lebensraums erlaubt. Die Biologin Renate Degen von der Universität Wien arbeitet im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Hertha-Firnberg-Stipendiums daran, mit dieser Analyse-Methode erstmals ein detailliertes Bild des Ökosystems des arktischen Meeresgrunds zu erstellen.

„Die Methode kommt aus dem Süßwasser und aus der terrestrischen Ökologie. Im marinen Bereich ist das relativ neu, im polaren Gebiet ist es überhaupt etwas ganz Neues „, erklärt Renate Degen. Der Begriff „Trait“ steht für eine messbare Eigenschaft eines Organismus: „Es geht darum, was die Organismen mit ihrem Lebensraum machen, und wie sie mit anderen Organismen und der unbelebten Umwelt interagieren. Das betrifft, wie sich Tiere bewegen, ob sie im Sediment graben oder sich darauf fortbewegen, wie sie sich ernähren, ob sie räuberisch tätig sind oder aus dem Wasser filtrieren“, sagt Degen. Diese Daten werden schließlich mit mathematischen Methoden analysiert. „Man erfasst ein funktionelles Spektrum, das man in Zahlen umwandeln kann, um es auszuwerten.“

Das ist in der Arktis deutlich schwieriger als an Land, wo diese Methode üblicherweise eingesetzt wird. „Die meisten Publikationen der terrestrischen Ökologie, die diese Methode verwenden, beschäftigen sich mit Grasländern. Man hat da Organismen, die nicht weglaufen können.“ Für arktische Gewässer gebe es mehrere Ansätze: „Eine Möglichkeit sind Schleppnetze, die über den Boden gezogen werden. Das funktioniert für Lebewesen, die an der Oberfläche des Sediments leben. Diejenigen unter der Oberfläche werden da leicht übersehen, man nimmt also zusätzlich Greifer, die ins Sediment hineingraben“, schildert Degen. Das dritte Element sind Foto- und Videoaufnahmen. „Durch das Auswerten all dieser Datensätze bekommen wir ein umfassendes Bild des Ökosystems und nicht nur einen kleinen Ausschnitt.“

Internationale Kooperationen

Renate Degen, die selbst an verschiedenen Expeditionen in arktische Gewässer teilgenommen hat, konzentriert sich für dieses Projekt auf das Sammeln bereits vorhandener Daten. „Dieser großflächige Ansatz ist nur möglich, weil ich dank internationaler Zusammenarbeit auf Daten zugreifen darf, die schon existieren und zum Teil publiziert sind“, erklärt die Forscherin. „Mittlerweile ist das eine sehr große Kollaboration geworden. Das Interesse, an diesem Projekt mitzuwirken, ist sehr hoch.“ Forschungsgruppen aus Norwegen, Polen, Deutschland und den USA haben ihre Ergebnisse zur Verfügung gestellt.

Die Besonderheit des arktischen Ökosystems ist das jährliche Wachsen und Schmelzen des Eisschilds. „Es ist ein halbes Jahr dunkel, das heißt, es findet keine Photosynthese statt, alle Lebensprozesse sind damit zurückgefahren. Im Frühling, wenn das Eis zu schmelzen beginnt und die Sonne zurückkommt, kommt es zu großen Planktonblüten, das ist wie ein Erntedankfest, allerdings nur, wenn Nährstoffe vorhanden sind. Und dafür sind die benthischen Lebewesen, also die am Meeresgrund, sehr wichtig, weil sie an deren Rückführung in den Nahrungskreislauf beteiligt sind.“ Die Dichteunterschiede zwischen Schmelzwasser und Salzwasser sorgen außerdem für Durchmischung. Der klimatisch bedingte Rückgang des Eises verändert diese Zusammenhänge massiv. Die Veränderung der Arktis sei jetzt schon augenscheinlich, berichtet Degen.

Frühwarnsystem

„Noch sind keine Arten ganz verschwunden, aber wir merken schon, dass sich die Verhältnisse geändert haben. Deshalb ist diese Trait-Methode so interessant. Sie funktioniert wie ein Frühwarn-System. Bevor eine Art verschwindet, ändern sich oft die Verhaltensweisen. Das kann man mit der Trait-Methode schon feststellen.“ Generell zeigt sich, dass Allrounder die besseren Überlebenschancen haben. „Bestimmte Krabben sind aus dem Süden eingewandert, etwa die Schneekrabbe. Das ist eine sehr große Krabbenart, die auch kommerziell befischt wird. Ich war im Sommer in Spitzbergen. Bis vor einigen Jahren waren die nur in Nordnorwegen verbreitet. Mittlerweile findet man die schon in Spitzbergen“, sagt Degen. Mithilfe der „Biological Trait Analysis“ lassen sich solche arktischen Veränderungen nun genauer untersuchen.

 

Zur Person
Renate Degen (http://www.hydrothermalvent.com/php/live/index.php/postdoc/133-dr-renate-degen) ist Biologin an der Universität Wien, in der Abteilung für Limnologie und Bio-Ozeanografie (http://limbo.univie.ac.at/), wo sie im Rahmen eines Hertha-Firnberg-Stipendiums des Wissenschaftsfonds FWF forscht. Ihr Interesse gilt biologischen Zusammenhängen des Meeresbodens, insbesondere in der Arktis.

Publikationen
Stelzenmüller V., Coll M., Mazaris A.D, Giakoumi S., Katsanevakis S., Portman M., Degen R. et al: A risk-based approach to cumulative effect assessments for marine management (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969717323100?via%3Dihub). Science of the Total Environment 612: 1132-1140, 2017

Majaneva S., Peeken I., Choy E., David C., Degen R., Górska B., Jørgensen L., Kirievskaya D., Mazurkiewicz M., Narcy F., Richard J., Rastrick S., Kedra M., Berge J., Bluhm B.: Marine Biodiversity: From Individuals to Pan-Arctic (https://www.researchgate.net/publication/281744017_Arctic_Biodiversity_-_Marine_Biodiversity_From_Individuals_to_Pan-Arctic). ART Priority Sheets, 2015

Degen R., Vedenin A., Gusky M., Boetius A., Brey T.: Patterns and trends of macrobenthic abundance, biomass and production in the deep Arctic Ocean (http://www.tandfonline.com/doi/full/10.3402/polar.v34.24008). Polar Research 34, 24008, 2015

Kedra M., Moritz C., Choy E.S., David C., Degen R. et al.: Status and trends in the structure of Arctic benthic food webs (http://www.tandfonline.com/doi/full/10.3402/polar.v34.23775). Polar Research 2015, 34, 23775, 2015

 

Bild und Text ab Montag, 13. November 2017 ab 9.00 Uhr MEZ verfügbar unter: http://scilog.fwf.ac.at 

 

Wissenschaftlicher Kontakt
Dr. Renate Degen
Department für Limnologie und Bio-Ozeanographie
Universität Wien
Althanstraße 14
1090 Wien
T +43 / 1 / 4277-76437
E renate.degen@univie.ac.at
W www.univie.ac.at

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W http://www.fwf.ac.at

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HF-Therapie gegen Hautleiden wie Neurodermitis und Psoriasis

Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness
Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness

Allergien, Ekzeme & Co äußern sich oft mit Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz. Auch eine Neurodermitis oder Psoriasis können sehr unangenehme Haut­probleme bereiten. Eine Neurodermitis kann viele Beschwerden verursachen. Die Haut entzündet und rötet sich, sie juckt und schuppt. Die Psoriasis bzw. Schuppenflechte ist eine erblich bedingte, nicht ansteckende und entzündliche Hauterkrankung. Gerötete Hautstellen und Abschuppen der Haut gehören zu den klassischen Symptomen.

Natürliche Salben und Hochfrequenz
Salben mit besonderen Wirkstoffen wie z.B. Panthenol, Harnstoff, Nachtkerzenöl usw. beruhigen die Haut und bringen eine spürbare Linderung der bekannten Symptome. Solche Präparate kann man auch zur Hochfrequenz-Behandlung verwenden. Man sollte allerdings keine medizinischen Präparate mit Kortison, Antibiotika oder ähnlichen Wirkstoffen bei der HF-Behandlung verwenden, weil die Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Präparate durch die Hochfrequenz-Strahlung deutlich verstärkt werden.

Die HF-Behandlung bei Hautleiden
Gerötete Hautstellen, Schwellungen oder juckende Hautpartien können sehr gut mit der Flächenelektrode behandelt werden. Die Verwendung einer Panthenol-Salbe ist sehr gut zur HF-Behandlung geeignet. Man trägt diese Salbe auf das entsprechende Hautareal dünn auf und behandelt es anschließend für 3 bis 5 Minuten mit der Flächenelektrode. Zwei bis drei Behandlungen täglich sollten deutliche Linderung verschaffen. Eine genaue Anleitung der Behandlung bei Hautleiden wie Neurodermitis oder Schuppenflechte erklärt Vanessa Halen in ihrem Erfolgs-Ratgeber DIE OXY WUNDER MEDIZIN.

Eine kostenlose Erklärung über die Wirkung, Anwendung und Heilkraft der HF-Therapie finden Sie auf Philognosie.net
https://www.philognosie.net/heilpraxis/hochfrequenztherapie-erklaerung-wirkung-plasmamedizin

Weitere Informationen über die wundervolle HF-Therapie, kostenlose Leseproben und Gratis eBooks, außergewöhnliche Tipps und Rezepte rund um die Themen Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden stellt die Autorin Vanessa Halen auf ihrer Homepage zur Verfügung:
http://www.wellness-infoseite.de

Die OXY WUNDER MEDIZIN – Anwendungen von A-Z in Gesundheit, Schönheit und Wellness
Der Top-Ratgeber von BoD-Bestseller-Autorin Vanessa Halen
ISBN 978-3-7357-7809-3
96 Seiten – 12,90 Euro

Verlag:
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Vanessa Halen ist passionierte Expertin in Sachen Gesundheit, Schönheit und Wellness. In den vergangenen 30 Jahren lernte sie zahlreiche Heilmethoden aus der Medizin und Naturheilkunde kennen. In ihren Ratgebern erklärt sie die besten und erfolgreichsten Methoden, die sie persönlich ausführlich getestet und für besonders wirksam befunden hat. Ihre aktuellen Bücher:
Ein neues Leben (ISBN 3-89811-731-6)
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Schlank Mixer (ISBN 978-3-7412-2820-9)

Wissenschaft/Forschung

Sprachenstreit im Trommelfeuer

Elf Regimentssprachen und unzählige Dialekte: Die Armee der Habsburgermonarchie war ein Sprach-Babylon. Die Historikerin Tamara Scheer untersuchte in einem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt, wie Kaiser, Armee, Soldaten und Heeresbürokratie mit der Vielsprachigkeit umgingen. Ihr Resümee: Phantasievoll und flexibel.

 

Wer Deutsch spricht, steht loyal zu Österreich. Das klingt vertraut. Und ist doch alt. Mehr als 100 Jahre alt, um genau zu sein. “Mit dem Beginn des Krieges 1914 werden Sprachen und ihre Sprecher in loyal und illoyal eingeteilt”, schildert Tamara Scheer. Die Wiener Historikerin untersuchte im Rahmen des vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projektes “Mehrsprachigkeit in der k.u.k. Armee und Zivilgesellschaft”, den Umgang mit der Sprachvielfalt in der alten Armee ab 1868.

Mit dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn wird in der gemeinsamen Armee auch der vielfältigen Sprachenwelt der Monarchie Rechnung getragen. Zwar ist die Kommandosprache Deutsch, so wie auch die Dienstsprache, die Regimentssprachen indes orientieren sich an den jeweiligen Landessprachen. “Elf Sprachen sind es, die in Verwendung sind”, schildert Scheer. Eine zwölfte kommt später hinzu. “Was damit bezweckt wurde, war, dass man den Soldaten die Möglichkeit geben wollte, sich in ihrer Sprache auszudrücken und während ihrer dreijährigen Dienstzeit keine andere oktroyiert zu bekommen”, erläutert Scheer.

Gut gemeint

Und: Es stand auch die Erwartung dahinter, dass dieses Entgegenkommen ein höheres Maß an Loyalität der Soldaten gegenüber Kaiser und König fördert. “In Friedenszeiten funktionierte das ganz gut”, sagt Scheer. Wenngleich es Rivalitäten gab, die eben über die Regimentssprachen ausgetragen wurden. Spricht ein Regiment in Galizien nun Polnisch oder Ruthenisch? Das könne sich von Jahr zu Jahr ändern, stellt die Historikerin fest. Denn Jahr für Jahr wurden die Sprachen erhoben. Und je nachdem, ob ein national gesinnter Pole oder ein national gesinnter Ruthene die Erhebung durchführt, kann sich das Ergebnis Jahr für Jahr anders ausnehmen. “Da wurden dann die Juden, die Jiddisch sprachen – welches nicht als Regimentssprache vorgesehen war – den Polen oder den Ruthenen zugerechnet.”

Nicht ideal

Das System stieß in einem Reich, in dem weite Gebiete zwei-, wenn nicht überhaupt mehrsprachig waren, bald an seine Grenzen (in der Vojvodina wurde neben Ungarisch auch Kroatisch, Serbisch und Deutsch gesprochen). Mehr noch, es förderte entgegen seiner Intention das Denken in nationalen Kategorien. Scheer: “Wer in Mähren, einem weitgehend zweisprachigen Raum, lebte und angab, von beiden Sprachen öfters Tschechisch zu sprechen, der kam in ein tschechisches Regiment.” Und wurde somit gleichsam zum Tschechen gemacht. Während sein Freund, sein Bruder in ein deutsches Regiment kam und zum Deutschen gemacht wurde.

“Das interessante ist”, berichtet Scheer, “dass die Unzulänglichkeiten des Systems wohl erkannt, aber nie behandelt wurden.” Niemand wollte daran rühren. Schon gar nicht der Kaiser, der sämtliche Entscheidungen an die Peripherie seines Beamtenapparates delegierte, an die 15 Korpskommandos –, um nicht angreifbar zu sein. Dadurch wurden sprachliche Unstimmigkeiten immer wieder von Fall zu Fall entschieden. Wodurch die Regeln immer wieder flexibel ausgestaltet wurden, was wiederum zur Resilienz des Konstrukts beitrug.

Misstrauen an der Front

Die große Belastungsprobe kam indes während des Krieges 1914-1918. Hier, berichtet Scheer, mischten sich die Sprachen auf den Schlachtfeldern Galiziens, Serbiens, Italiens und wo die K.-u.-k.-Armee sonst noch kämpfte. Hier fanden sich die Soldaten des Kaisers und Königs in einem Sprach-Babylon wieder. – Im gegenseitigen Un- und Missverständnis, dem tschechische, slowenische und kroatische Soldaten durch die Entwicklung eines “Armee-Slawisch” entgegenwirkten, welches auch viele Deutsche, Ungarn, Italiener und Rumänen beherrschten.

Fataler aber, so die Historikerin, die sich in dem FWF-Projekt durch Archive, Korrespondenzen und Tagebücher aller Sprachen und Regionen der alten Monarchie arbeitete, sei das Misstrauen gewesen, welches während des 1. Weltkrieges um sich griff. “Die deutsch sprechenden Österreicher unterstellten den Tschechen nicht treu zum Kaiser zu stehen”, erzählt Scheer. Schlimmer noch. Die Ruthenen wurden von den Polen verdächtigt und beschuldigt, Spione des Zaren zu sein. Und die Deutschsprachigen nahmen diesen Verdacht auf. Die Folge waren massive Verbrechen und Gräueltaten der Armee an der eigenen Zivilbevölkerung in Galizien. Es blieben nicht die einzigen. Und je länger der Krieg andauerte, desto offener wurden Vorbehalte gegenüber anderen Sprachen demonstriert. “Da gab es Akte der Missachtung, die in Friedenszeiten massiv geahndet worden wären”, sagt Scheer. Im Kriegsgetöse jedoch nicht mehr verfolgt wurden.

“Dabei hatte dieses System dazu geführt, dass man national gesinnter Tscheche und kaisertreu und loyal zur Armee sein konnte”, stellt Tamara Scheer fest. Durchaus im Sinne seiner Schöpfer. “Es gibt eben verschiedene Kategorien der Loyalität. Die Sprache allein ist kein ausreichendes Kriterium.”

Zur Person
Tamara Scheer (https://iog.univie.ac.at/ueber-uns/personal/research-fellows-und-projektmitarbeiter/tamara-scheer/) lehrt seit 2009 an der Universität Wien, seit 2012 war sie am Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft finanziert durch ein Hertha-Firnberg- Stipendium des FWF tätig, und forscht seit Oktober 2017 mit einem Elise-Richter-Stipendium des FWF am Institut für Osteuropäische Geschichte (https://iog.univie.ac.at) der Universität Wien. Darüber hinaus war Scheer als Gastwissenschafterin an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, an der European University in Florenz und am Trinity College Dublin tätig.

Publikationen und Beiträge
Konstruktionen von ethnischer Zugehörigkeit und Loyalität in der k.u.k. Armee der Habsburgermonarchie (1868-1914), in: Alexandra Millner, Katalin Teller (Hrsg.), Gemengelagen. Transdifferenz, Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns, transcript Verlag (Bielefeld) in der Reihe “lettre” 2017

Die k.u.k. Regimentssprachen: Eine Institutionalisierung der Sprachenvielfalt in der Habsburgermonarchie (1867/8-1914) in: Niedhammer, Martina/ Nekula, Marek et al. (Hg.), Sprache, Gesellschaft und Nation in Ostmitteleuropa. Institutionalisierung und Alltagspraxis. Göttingen 2014, 75-92

Habsburg Languages at War: “The linguistic confusion at the tower of Babel couldn´t have been worse”, in: Languages and the First World War (Volume 1: Languages and the First World War: Communicating in a Transnational War), ed. by Christophe Declercq & Julian Walker, Palgrave: Basingstoke 2016, 62-78

Mehr Informationen
https://univie.academia.edu/TamaraScheer

Bild und Text ab Montag, 6. November 2017 ab 9.00 Uhr MEZ verfügbar unter: http://scilog.fwf.ac.at

Wissenschaftlicher Kontakt
Dr. Tamara Scheer
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Aktuelle Nachrichten Pressemitteilungen Veranstaltungen/Events Wissenschaft/Forschung

Innovationswerkstatt im Kraftwerk

Unternehmer, Wissenschaftler, IHK und TechnologyMountains tauschten sich

zum „digitales Zeitalter“ aus.

Am Freitag, 13.10.2017, trafen sich mehr als 80 Entscheidungsträger der Industrie und Wirtschaft im Kraftwerk in Rottweil und diskutierten mit Führungskräften aus der Maschinenbaubranchen, dem IT-Umfeld und Wissenschaftler über den Wandel der Geschäftsmodelle im „digitalen Zeitalter“.

 

Der Appell der Veranstaltung wurde zu Beginn formuliert, die Unternehmen des Südwestens müssen sich mit den Thema Digitalisierung auseinandersetzen und Schritte in diese Richtung gehen.

Für Ralf Kailer, Geschäftsführer des Villinger Softwarehauses Kailer & Sommer GmbH, ist genau dies die Intention für seine Veranstaltung mit dem Titel „Entscheider treffen sich –  The Future of Making Things“.

„Die Veränderungen im digitalen Zeitalter, die sich verändernden Geschäftsmodelle, generell der Wandel in der Arbeitswelt betreffen jeden. Wir müssen uns damit auseinandersetzten um erfolgreich zu bleiben“, berichtete Ralf Kailer.

Gemeinsam mit der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und dem regionalen Technologieverbund Technology Mountains e.V. veranstaltete Kailer & Sommer unterstütz von dem Softwarehersteller Autodesk zum dritten Mal das Treffen namhafter Unternehmer und Führungskräfte aus der Region. Die Veranstaltungsreihe soll Unternehmen, Führungskräfte und Entscheidungsträger darin unterstützen, den Wandel zu bewältigen und das Potential, das die Digitalisierung bietet für sich zu nutzen.

 

Swen Niebann, Business Line Manager bei Autodesk eröffnete die Vortragsreihe und verdeutlichten die Trends und die Veränderungen im Markt mit den Unternehmern konfrontiert sind und auf die es gilt zu reagieren. Die Kunden von morgen erwarten personalisierte Produkte, man muss in der Lage sein immer schneller auf Kundenanforderungen und Veränderungen im Markt zu reagieren.

 

Wie bei TRUMPF GmbH + Co. KG die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei fortschreitender Digitalisierung umgesetzt wird zeigte Dr. Volker Nestle, Head of Corporate Research auf. Flexibilität wird hier klar zum Erfolgsfaktor. Den Teilnehmern gibt Dr. Nestle zudem die Wichtigkeit mit auf den Weg, sich Gedanken darüber zu machen, ob sich durch das IoT Umbrüche in eigenen Geschäftsmodell ergeben und ob das Innovationsmanagement bereit für „digitale Themen“ ist? Der Wandel zu einem agilen Unternehmen muss aber dennoch gut durchdacht und geplant sein. Viele Unternehmen wollen etwas verändern, gehen die Themen aber zu schnell an. Wichtig ist, dass in den Unternehmen eine Grundstruktur geschaffen wird, damit diese Herausforderungen angegangen werden können.

 

Prof. Dr. Joachim Warschat, Institutsdirektor des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sprach in seinem Vortrag über die Möglichkeiten und Chancen die Open Innovation bietet und zeigte anhand einiger Beispiele wie die Öffnung des eigenen Innovationsprozesses und die Nutzung externer Ressourcen das Innovationspotential und den Erfolg eines Unternehmens vergrößern kann.

 

Ein weiteres Beispiel für die Digitalisierung lieferte Dr. Markus Große Böckmann, Managing Director, oculavis GmbH anhand von Smart Glasses im industriellen Einsatz. Virtual und Augmented Reality kann in vielen Bereichen wie der Werksassistenz, der Dokumentation und Planung und auch im Bereich Support die Arbeitsplätze der Zukunft vielseitig unterstützen.

 

Im zweiten Teil der Veranstaltung tauschten die Teilnehmer an sechs Thementischen ihre Erfahrungen aus und nutzten die Gelegenheit ihre konkreten Fragen direkt mit den Experten zu besprechen. In der abschließenden Podiumsdiskussion resümierte Ralf Kailer und Yvonne Glienke, Geschäftsführerin des Technologieverbund Technology Mountains e.V. zusammen mit allen Thementischmoderatoren noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse und Thesen aus den Diskussionsrunden.

 

„Digitalisierung bietet große Chancen, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Das setzt allerdings bestmögliche Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen sowie der unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvollen Handlungsoptionen voraus“, so Marko Gittmann, Geschäftsführer bei gittmann + klein + [ ]. Geschäftsprozessanalysen helfen hierbei Potenziale im eigene Unternehmen zu erkennen. Prof. Dr. Rentrop von BITCO³ GmbH berichtet von fehlender Transparenz, sowie Compliance-, Prozess- und Securityrisiken, aber auch von der Innovationskraft von Schatten-IT. „Die Zusammenarbeit von Fach- und IT-Bereich wird daher für die digitale Transformation immer wichtiger“, so Prof. Dr. Rentrop. Martin Zimmermann, Geschäftsführer der imsimity GmbH verdeutlich nochmals die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten die Virtual und Augmented Reality bietet. „Neben den Technischen Innovation und Prozessinnovation dürfen aber auch die sozialen Innovationen nicht in Vergessenheit geraten“, mahnte Ralf Kailer. Führungskräfte sind völlig neuen Anforderungen ausgesetzt, die Digitalisierung erfordert auch im Bereich „Mensch & Arbeitswelt“ einen Wandel um das Potenzial voll entfalten zu können. Auch von Claudia Serr, Personaltrainerin und Geschäftsführerin der Serr GmbH wird diese Aussage unterstützt. „Themen wie Personalführung, das Miteinander, eine klare und offene Kommunikation sind ebenso wichtig, damit Innovationen umgesetzt werden können. Eine weitere Herausforderung vor denen Unternehmen stehen ist das Recruiting entsprechender Mitarbeiter. „Auf Recruiting in digitalen Kanälen kann kein Unternehmen mehr verzichten“ erklärt Oliver Schmitt, Geschäftsführer der re-lounge GmbH. „Erfolgreiches Recruiting entscheidet in den kommenden Jahren ebenso über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens“.

 

Bilanz aller Referenten und Veranstalters Ralf Kailer ist, sich intensiv mit dem Thema der Digitalisierung und des bevorstehenden Wandels zu beschäftigen und jetzt zu beginnen die ersten kleinen Schritte in diese neue Welt zu gehen.

 

Bildergalerie und weitere Informationen erhalten Sie unter der Veranstaltungshomepage:

http://entscheider-treffen-sich.de/

 

Energie/Natur/Umwelt Veranstaltungen/Events Wissenschaft/Forschung

Get-together internationaler Schutzgebietsforscher – Nationalparks Austria Wissenschaftspreise vergeben

Vom 02. bis 03. November 2017 treffen sich internationale Wissenschafterinnen und Wissenschafter beim 6. Nationalparks Austria Forschungs-Symposium in Salzburg. Bei der zweitägigen Veranstaltung in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg präsentieren rund 230 Autorinnen und Autoren aus 19 Ländern und unterschiedlichen Schutzgebieten ihre wissenschaftlichen Arbeiten. Gleichzeitig werden 32 junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter für ihre Arbeiten mit dem Nationalparks Austria Wissenschaftspreis, der nur alle vier Jahre vergeben wird, ausgezeichnet. 

„Mit dem Wissenschaftspreis möchten wir junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter ermutigen, ihre Forschungsvorhaben gemeinsam mit den Nationalparkverwaltungen anzugehen. Sie können die Nationalparks als ihr Freilandlabor nutzen, spannenden Fragestellungen auf den Grund gehen und somit auch einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung dieser Schutzgebiete leisten“, erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter als Schirmherr des Preises. Eine der diesjährigen Preisträgerinnen ist Verena Gruber, Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz. Sie nutzte diese Anregung um sich in ihrer Master-Thesis mit Definitionen und Umsetzungen des Begriffs „Wildnis“ auseinanderzusetzen. Sie entwickelte auch eine eigene Kategorisierung des Begriffs, anhand dessen dann u.a. der Nationalpark Hohe Tauern analysiert wurde.

Das Forschungs-Symposium ist ein alle vier Jahre wiederkehrendes internationales Fachtreffen zu Wissenschaft und Forschung in Schutzgebieten. Das Forschungs-Symposium hat seinen Ursprung im Jahre 1996 im Nationalpark Hohe Tauern, wobei der Fokus der ersten vier Symposien stark auf den Alpenraum gerichtet war. 2013 übernahm der Dachverband Nationalparks Austria die Veranstalterrolle und öffnete das Symposium auch den wissenschaftlichen Anliegen nicht alpiner Schutzgebiete.

„Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist das Symposium nicht bloß eine Tagung – vielmehr dient es als Plattform für Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus unterschiedlichen Räumen und diversen wissenschaftlichen Disziplinen“, ist Salzburgs LH-Stv. Dr. Astrid Rössler begeistert von der Entwicklung des Symposiums seit dem Jahre 1996. „Das Symposium ist ein Impulsgeber in der Schutzgebietsforschung, bei welchem durch die multidisziplinären Fachvorträge schon der ein oder andere Grundstein für große Projektideen gelegt wurde.“

Tatsächlich stehen zahlreiche topaktuelle Forschungsfragen und Ergebnisse auf dem Programm des Symposiums. Beispielsweise: Wie steht’s um die Biodiversität – und welchen Einfluss hat der Klimawandel darauf? Hat die Klimaerwärmung einen Einfluss auf die Dynamik in den Gewässern in und um Schutzgebiete? Geschütze Naturräume wie Nationalparks und Naturschutzgebiete bieten für die Wissenschaft einmalige Gelegenheiten Daten zu sammeln, zu analysieren und daraus wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

DI Wolfgang Urban, MBA, Direktor Nationalpark Hohe Tauern Salzburg, meint: „Die österreichischen Nationalparks sichern weitestgehend unbeeinflusste und großflächige Gebiete ab, die für die Feldforschung Bedingungen und Voraussetzungen mitbringen, die außerhalb von Schutzgebieten nur selten anzutreffen sind. Die Wissenschaft und Forschung kommt als wesentliches unterstützendes Element für das NP Management ins Spiel. Forschung dient im Nationalpark Managemententscheidungen, besitzt aber keinen Selbstzweck wie an einschlägigen Forschungseinrichtungen.“

Das Langzeit-Monitoring im Nationalpark Hohe Tauern ist dafür ein beeindruckendes Beispiel. Dieses seit kurzem laufende Pionier-Projekt befasst sich mit dem Langzeit-Monitoring zahlreicher biologischer Parameter in Hochalpengebieten wie dem Nationalpark Hohe Tauern. Dabei sollen Veränderungen von Ökosystemen erfasst werden, die dem menschlichen Auge aufgrund ihrer langsamen Entwicklung oftmals verborgen bleiben. Mit-Initiator des Projekts ist Prof. Christian Körner, Ökologe der Universität Basel, der erläutert: „Gutes Monitoring muss immer auch gute Forschung sein. So wie Klimaforschung Datenreihen von dauerhaften Wetterstationen braucht, benötigt die biologische Umweltforschung lange biologische Datenreihen. Der Nationalpark Hohe Tauern garantiert und schützt diese alpinen „Messstationen“ der Biologie. Der wissenschaftliche Mehrwert gegenüber bloßem Dokumentieren entsteht dann aus dem Zusammenwirken von Zoologie, Botanik, Mikrobiologie, Gewässer- und Bodenkunde am gleichen Standort und aus klugen Analysen.“

Mag. Valerie Zacherl-Draxler, Ressortkoordinatorin Nationalparks Austria im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betont die breite Themenfächerung des Symposiums: „Die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirkt regelrecht ansteckend: Die Community aus Wissenschaft und Forschung ist dem Ruf der österreichischen Nationalparks gefolgt und ist an diesen beiden Tagen in Salzburg zusammengekommen, um hier ihre breit gefächerten Arbeiten im Bereich der Schutzgebietsforschung zu diskutieren.“

Weiterführendes Fotomaterial finden Sie unter folgendem Link: https://www.dropbox.com/sh/uk7cd65xslm1vuj/AABI3naF8IACYFS0Jm1A5Or0a?dl=0

 

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Wissenschaft/Forschung

Bessere Einspritzdüsen für Dieselfahrzeuge

Um moderne Dieselfahrzeuge energieeffizient und sauber zu machen, braucht es unter anderem präzise steuerbare Einspritzdüsen, die mit Piezo-Kristallen arbeiten. Wie diese Kristalle im Detail funktionieren, war bisher nicht restlos geklärt. Eine Forschergruppe aus Leoben hat es nun in einem vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekt geschafft, diese Technologie verlässlicher und effizienter zu machen. Das ist auch für medizinische Anwendungen oder Energy Harvesting interessant.

 

Dieselfahrzeuge stehen derzeit wegen ihres Abgases unter heftiger Kritik. Stickoxide und Ruß trüben das verbreitete Bild des „sauberen“ Dieselmotors. Während der Anteil an Stickoxiden nur durch Zusatz von Chemikalien oder durch niedrigere Verbrennungstemperaturen und damit einhergehenden Verlust an Drehmoment reduziert werden kann, hängt die Ruß-Entwicklung von der Qualität des Verbrennungsvorgangs ab. Dafür genügt es schon lange nicht mehr, einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas Kraftstoff einzuspritzen: Meist gibt die Einspritzdüse zuerst kleinere Mengen Diesel ab. Erst wenn diese sich entzündet haben, folgt der Rest des Treibstoffs. All das muss in Sekundenbruchteilen passieren, bei Common-Rail-Dieselmotoren sind dafür hochpräzise steuerbare Einspritzdüsen notwendig. Magnetische Ventile sind hier oft zu träge, zum Einsatz kommen in diesem Fall Piezo-Kristalle, eine Technologie, die wegen ihrer hohen Genauigkeit bisher in Uhren oder in der Elektronenmikroskopie eingesetzt wurde, wo es auf millionstel Millimeter ankommt.

Eine Forschergruppe vom Materials Center Leoben (MCL) um den Werkstoffwissenschaftler Marco Deluca hat es nun geschafft, Grundlagen zu entwickeln, um die in der Autoindustrie verwendeten Piezo-Bauteile effektiver und verlässlicher zu machen. In einem vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekt warf man dafür einen Blick tief ins Innere dieser Kristalle.

Besser als Quarz

Die wesentliche Eigenschaft von Piezo-Kristallen ist, dass sie sich ausdehnen, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Umgekehrt entsteht Spannung, wenn man sie unter Druck setzt. Ein Piezo-Kristall kann also ein Ventil öffnen, wenn er elektrisch angeregt wird. Das bekannteste Material, das diese Eigenschaft besitzt, ist Quarz, der als Taktgeber in Uhren eingesetzt wird. In der Autoindustrie verwendet man keramische Materialien, die „ferroelektrisch“ genannt werden und etwas andere Eigenschaften haben, erklärt Marco Deluca: „Es gibt einen Unterschied zum Quarz. Wenn man Druck ausübt, erzeugt man elektrische Spannung. Beim Quarz lässt sich diese Eigenschaft allerdings nicht verändern. In ferroelektrischen Materialien hingegen kann auch die Richtung der Ausdehnung des Materials beeinflusst werden.“

Während die Atome in einem Quarz-Kristall sehr geordnet sind, bestehen ferroelektrische Keramiken aus winzigen sogenannten „Domänen“, die kleiner als ein Millionstel Millimeter sind. Wird eine genügend hohe Spannung angelegt, so „klappen“ diese Domänen um und richten sich aus. „Durch dieses Klappen der Domänen erreicht man bei gleicher Spannung eine höhere Ausdehnung als bei Materialien wie Quarz, die nur piezoelektrisch sind“, erklärt Deluca. Diese stärkere Ausdehnung ist für Einspritzdüsen wesentlich.

Untersuchung mit Laser- und Röntgenstrahlung

Common-Rail-Einspritzdüsen mit Piezo-Injektoren sind in der Autoindustrie seit einigen Jahren üblich, doch es gibt einige technische Probleme. Man kämpft mit Rissen in den Keramik-Elementen, weshalb diese unter einer gewissen Druck-Vorspannung verbaut werden. „Man hat außerdem beobachtet, dass die Performance besser wird, wenn man die Aktoren mit etwa 50 Megapascal Druck im Motor einbaut. Die Hersteller wussten aber nicht, warum“, sagt Deluca. Eine der Aufgaben des Projekts war, diesen Effekt besser zu verstehen. „Dazu haben wir kommerziell verfügbare Piezo-Aktoren in Aktion mit Laser-Raman-Spektroskopie und Röntgenmethoden untersucht.“ Für derartige Untersuchungen braucht es sehr genau fokussierbare hochenergetische Röntgenstrahlung, wie sie nur bei Teilchenbeschleunigern ähnlich jenen im Kernforschungszentrum CERN entsteht. Damit ließe sich das Material durchleuchten und die Positionen der Atome genau abbilden.

Deluca nutzte hierfür eine Zusammenarbeit mit der North Carolina State University, bei deren Teilchenbeschleuniger (Advanced Photon Source) die Messungen durchgeführt wurden. „Die Raman-Spektroskopie hingegen liefert die durchschnittliche Gitterorientierung, also die Orientierung der Domänen, im Mikrometer-Bereich und ergänzt deshalb die Röntgen-Experimente auf einer unterschiedlichen Längenskala. Ein derartiges Raman-Equipment gibt es bereits in Leoben“, erklärt Deluca.

Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass die mechanische Vorspannung die Orientierung der Domänen verändert: Die Vorspannung ordnet die Domänen in eine bestimmte Richtung senkrecht zur elektrischen Feldachse. Wenn sie nun elektrisch angeregt werden, können mehr Domänen umklappen als ohne vorgelegte mechanische Spannung. „Dadurch erzeugt man eine größere Veränderung in der Länge des Materials“, so Deluca. Mit diesem Wissen habe man nun die optimale Vorspannung für die technische Anwendung bestimmen können.

Risse vermeiden

Ein weiteres Ziel des Projekts war es, die Rissbildung zu verhindern. „Die Rissbildung lässt sich stoppen, wenn man die ursprüngliche Orientierung der ferroelektrischen Domänen steuern kann.“ Dafür ist es nötig, abzubilden, in welche Richtung die Domänen orientiert sind. „Eines der Ziele unseres Projekts war, Methoden zu finden und zu verfeinern, die die Orientierung von ferroelektrischen Domänen messen können.“

Viele Anwendungen möglich

Dieses Wissen werde bereits industriell verwendet, berichtet Deluca. Nicht nur die Automobilindustrie ist an dieser Entwicklung interessiert, auch andere Technologiezweige setzen auf Piezoelektrizität. „Das Problem ist letztlich immer: Welche Orientierung ist die beste für die Anwendung? Wie lässt sich die Orientierung von Domänen verändern? Welche Belastung ist möglich, ohne sie zu zerstören? Das wird vor allem für Energy Harvesting oder für energieautarke Sensoren interessant sein.“ Auch in der Medizin gibt es Anwendungsmöglichkeiten. „In allen diesen Bereichen wird aus Verformung Energie gewonnen. Das Material, das wir analysiert haben, kann dafür verwendet werden“, sagt Deluca.


Zur Person
Marco Deluca (https://www.mcl.at/unternehmen/mitarbeiterinnen/mitarbeiterdetail/marco-deluca/) ist Materialforscher in der Mikroelektronik-Gruppe am Materials Center Leoben (https://www.mcl.at/) (MCL). Er leitet die Forschungsgruppe für funktionale Materialien, die sich besonders für die strukturellen Eigenschaften von Halbleitern und Keramiken sowie für die Abscheidung dünner Oxidschichten mittels kostengünstiger Sprühverfahren interessiert. Deluca leitet aktuell ein weiteres FWF-Projekt über Relaxor-Materialien, welche eine ungeordnete Art von ferroelektrischen Keramiken sind. Im Projekt, das bis Ende 2019 läuft, wird eine Kombination von Raman-Spektroskopie und atomistischer Modellierung angewendet, um Struktur-Eigenschaft-Beziehungen in Relaxoren zu ermitteln, letztlich mit dem Ziel, den atomistischen Grund von Relaxor-Eigenschaften zu enthüllen. Marco Deluca ist auch Privatdozent an der Montanuniversität Leoben.

Publikationen
P. Kaufmann, S. Röhrig, P. Supancic, and M. Deluca: „Influence of ferroelectric domain texture on the performance of multilayer piezoelectric actuators“ (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0955221916306823?via%3Dihub), Journal of the European Ceramic Society 37, 2017

G. Esteves, C. Fancher, S. Röhrig, G. Maier, J. Jones, M. Deluca: „Electric-field-induced structural changes in multilayer piezoelectric actuators during electrical and mechanical loading“ (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1359645417302963), Acta Materialia 132, 2017

S. Röhrig, C. Krautgasser, R. Bermejo, J. L. Jones, P. Supancic, and M. Deluca: „Quantification of crystalline texture in ferroelectric materials by polarized Raman spectroscopy using Reverse Monte Carlo modelling“ (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0955221915300868?via%3Dihub), Journal of the European Ceramic Society 35, 2015

Bild und Text ab Montag, 30. Oktober 2017 ab 9.00 Uhr MEZ verfügbar unter: http://scilog.fwf.ac.at

 

Wissenschaftlicher Kontakt
Priv.-Doz. Dr. Marco Deluca
Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL)
Roseggerstraße 12
8700 Leoben
T +43 / 3842 / 45922 – 530
M +43 / 0664 2604 373
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W www.mcl.at

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