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#NYCoco: Film-Revolution Made in Mainz

Mainzerin wird Schauspielerin in New York. Trotz Hindernisse möchte sie die Welt verändern und inspirieren.

#NYCoco: Film-Revolution Made in Mainz

Coco de Bruycker (Bildquelle: Heike Rost Photographie)

Mainzerin wird Schauspielerin in New York: Trotz Hindernisse möchte Coco den Amerikanischen Traum leben – und inspirieren

Coco de Bruycker hat einen Traum: Sie möchte Schauspielerin werden, inspirieren – und die Filmwelt revolutionieren.

Der Traum am Anfang

„Am Anfang steht immer ein Traum“, haben sie damals in der allerersten Vorstellung gesungen. Dort, in der Theater-AG, hat die damals elf-jährige Coco sie gefunden: Die Freude am Schauspiel. Bald nahm sie Unterricht und wurde mit 17 Jahren Mitglied des Jugendensembles am Staatstheater Mainz. Da stand für sie fest: Sie möchte Schauspielerin werden. – Aber hätte sie damals ahnen können, dass sie eines Tages ein Stipendium in New York bekommen würde?

Hindernis seit Geburt

Sie und ihre Eltern waren sich bei diesem Berufswunsch unsicher. Vor allem deshalb, weil Coco eine Auffälligkeit hat: Seit ihrer Geburt läuft sie anders, hat eine Spastik. Die hält die nun 21-Jährige aber von nichts ab – auch nicht von ihrem Traum.Nach dem Abitur spricht sie bei der New York Film Academy vor. Dort fragt sie, ob sie eine Chance hätte als Schauspielerin mit Gehbehinderung. Die Antwort: „Du hast so viel Energie, du kannst Drehbuchautoren zu Rollen inspirieren.“ Eine Woche später dann die Zusage plus Stipendium für einen achtmonatigen Schauspielkurs mitten in Manhattan.

Crowdfunding-Projekt: Der Weg zum großen Ziel

Coco ist ab September 2017 nach New York eingeladen. Damit sie ihren Kurs in den USA beginnen kann, fehlt ihr aber das Geld. Denn Leben und Lernen hat dort seinen Preis: Eine Summe von 50.000 US-Dollar beinhaltet verbleibende Studiengebühren und Miete.

Die sammelt Coco nun durch Crowdfunding: #NYCoco heißt ihr Weltveränderer-Projekt. „Mein Studium ist der Weg zu einem größeren Ziel“, sagt sie. Ihr Traum sei, dass Schauspieler mit Behinderung selbstverständlich wären und so genommen werden würden, wie sie sind: Menschen. „Behinderung sollte gar keine Rolle mehr spielen“, findet sie.

Teil des Traumes werden – die Welt verändern

Auf dem Weg zu diesem Ziel hat sie schon Mitstreiter gefunden: Musiker Oliver Mager aus Mainz findet #NYCoco „total cool“ und auch Schauspieler Samuel Koch ruft zur Mithilfe auf: „Werdet Teil ihres Traums, so wie es auch meiner ist!“

Da ist sie nun, Coco de Bruycker aus Mainz. Mit der Chance, trotz Spastik ihren Traum zu leben und noch dazu die Filmwelt zu revolutionieren. Insgesamt 10.000 US-Dollar sind auf diesem Weg durch #NYCoco schon zusammengekommen. Auf Facebook hat das Projekt viele Fans. Jetzt sucht die Mainzerin weitere unterstützende Filmrevoluzzer. Denn Einem ist sie sich sicher: „Zusammen können wir die Welt verändern!“

410 Wörter, 2.630 Zeichen

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Cocos Weltveränderer-Projekt #NYCoco: Die Filme verändern, die wir jeden Tag schauen.

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Sonderkündigungsschutz wegen einer Behinderung: Darauf sollten Arbeitnehmer achten

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Sonderkündigungsschutz wegen einer Behinderung: Darauf sollten Arbeitnehmer achten

Arbeitsrecht

Schutz von schwerbehinderten Mitarbeitern

Menschen mit einer Behinderung sollen geschützt werden vor dem Job-Verlust. Die Kündigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters ist deshalb kompliziert, der Arbeitgeber muss insbesondere die Zustimmung des Integrationsamts einholen. Was aber, wenn der Arbeitgeber nichts weiß vom Grad der Behinderung? Was, wenn der Mitarbeiter nur im Laufe der Zeit einen Grad der Behinderung erreicht, der ihn unter den Schutz des Schwerbehindertenrechts stellt?
Experten-Tipp

Wussten Sie schon? Bei einer Kündigung seitens des Arbeitgebers haben Sie nur 3 Wochen Zeit eine Kündigungsschutzklage einzureichen. Prüfen Sie jetzt die Rechtmäßigkeit Ihrer Kündigung

Aktuelles Urteil

Hierzu hat sich das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in einem Urteil vom 17.01.2017 geäußert (Az.: 5 Sa 361/16). Ein Arbeitnehmer mit einem Grad der Behinderung von 50 % hatte gegen seine Kündigung geklagt. Das Problem: Er wies seinem Chef nicht rechtzeitig nach, dass sein Grad der Behinderung auf 50 % gestiegen ist, also auf einen Grad der Behinderung, der den Sonderkündigungsschutz „auslöst“. Deshalb hatte seine Klage letztlich keinen Erfolg.

Voraussetzungen des Sonderkündigungsschutzes: Zwar war der Arbeitnehmer schwer erkrankt und hatte auch einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung gestellt beim Versorgungsamt, und das mit Erfolg. Allerdings: Man muss den Antrag mindestens drei Wochen vor Zugang der Kündigung stellen, nur dann gilt der Sonderkündigungsschutz für Schwerbehinderte. Diese Frist hatte der Arbeitnehmer versäumt.

Offenkundige Schwerbehinderung: Von dieser Regel gibt es eine Ausnahme, wenn nämlich die Schwerbehinderung „offenkundig“ ist: Der Arbeitgeber muss die 50 %ige Behinderung „erkannt haben müssen“. Die Hürden dafür sind jedoch hoch: Der Chef wusste zwar Bescheid über diverse Erkrankungen seines Mitarbeiters. Dass er nun schwerbehindert war, hat er aber nicht erkennen müssen, so die Richter.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer

Wer sich auf den besonderen Schutz aufgrund einer Schwerbehinderung berufen will, muss rechtzeitig an einen entsprechenden Antrag bei Versorgungswerk denken. Ein Grad der Behinderung von 50 % ist gar nicht so selten, beispielsweise wegen einer schweren Erkrankung oder altersbedingt. So manch ein Arbeitgeber wird versuchen, einen erkrankten Mitarbeiter loswerden, bevor der Sonderkündigungsschutz greift. Deshalb gilt es für Arbeitnehmer, rechtzeitig aktiv zu werden und sich beraten zu lassen.

Wo finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung und Aufhebungsvertrag. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de

Was wir für Sie tun können. Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträge, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an und besprechen Sie zunächst telefonisch, kostenlos und unverbindlich die Erfolgsaussichten eines Vorgehens im Zusammenhang mit der Kündigung oder dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages. Wie hoch sind Ihre Chancen? Wie hoch sind Ihre Risiken? Und welche Fristen gibt es zu beachten.

3.7.2017

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com

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state of reality – Kunst in der Wirklichkeit

Workshops für Menschen mit und ohne Behinderung

state of reality - Kunst in der Wirklichkeit

Bei den Workshops „state of reality“ stehen Tanz, Theater und Bewegung im Mittelpunkt (Bildquelle: Uwe E. Nimmrichter)

Helena Fernandino und Wagner Moreira setzen mit den Workshops „state of reality“ ein Zeichen: Sie schaffen in Dresden Zeit und Raum für Menschen mit und ohne Behinderung sowie mit unterschiedlichen sozialen und körperlichen Hintergründen. Die von ihnen initiierten und von der Aktion Mensch geförderten Workshops behandeln inklusive Strategien für künstlerisches Arbeiten. Gemeinsam mit professionellen Künstlern, wie der Theatermacherin Daniela Krabbe und dem gehörlosen Tänzer Dodzi Dougban werden die Teilnehmer durch Bewegung, Tanz und Theater eine Performance im öffentlichen Raum in Dresden präsentieren.

An acht Terminen in zwei Workshop-Blöcken treffen sich in den Räumen des farbwerk e.V. im Zentralwerk Dresden Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten, mit und ohne Behinderung, sowie unterschiedlichen Alters. Die jüngste Teilnehmerin ist acht Jahre, die älteste fast sechzig. Unter Anleitung professioneller Künstler geht es um Bewegung, Tanz und Theater, teilweise spielerisch und mit Freude am gemeinsamen Arbeiten.

„Normalerweise ist man mit der Behinderung allein oder nur mit anderen Behinderten zusammen. Es ist toll, gemeinsam zu arbeiten, zu tanzen und Theater zu spielen“, ist Sabine Flohr, eine der Teilnehmerinnen und gehörlos, begeistert. Und tatsächlich, bis auf wenige Worte, die in die Gebärdensprache übersetzt werden müssen, gibt es keinerlei Verständigungsprobleme zwischen den gehörlosen und den hörenden Teilnehmer*innen. „Durch den langen Kontakt mit gehörlosen Kollegen ist mir bewusst geworden, dass >gehörlos< vielmehr eine Kultur mit einer schönen Sprache als eine Behinderung ist. Durch die vielen Erfahrungen im künstlerischen Bereich mit Menschen mit und ohne Einschränkungen wurde mir klar, dass die Menschen nur anders fähig sind und damit verliert für mich der Begriff Behinderung seine Bedeutung.", ergänzt Wagner Moreira, der sich als Künstler, Performer und Choreograf unter anderem in seiner Wahlheimat Dresden im Bereich der Inklusion engagiert.

Rund 20 Teilnehmer kommen zu jedem der Termine, die sich an einigen Tagen in Theaterworkshops und Performance- / Tanz-Workshops unterteilen. Beide künstlerische Elemente greifen jedoch ineinander. Jeder Teilnehmer kann entscheiden, wann und wie oft er die Workshops besucht. Durch diese Wechsel entsteht innerhalb der Gruppe eine Dynamik, die dem Projekt einen zusätzlichen Impuls verleiht. Träger ist der Stadtverband der Gehörlosen Dresden e.V. Den ersten Workshop-Block haben mehr als 35 Teilnehmer besucht. Für den 2. Block, der vom 14.06. bis zum 18.06.2017 stattfindet, sind noch Restplätze frei. Anmeldungen sind unter wlmoreira@hotmail.com möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Workshoptermine:
14. / 15. / 16. / 17. / 18. Juni 2017, jeweils 13.30 Uhr
farbwerk e.V. im ZENTRALWERK DRESDEN
Riesaer Straße 32, 01127 Dresden

Weitere Auskünfte zu „state of reality“:
Wagner Moreira, Draesekestraße 10, 01277, Dresden, Tel. +49 (0) 176 – 41 97 73 53, wlmoreira@hotmail.com, www.wlmoreira.wordpress.com

Wagner Moreira studierte Tanz in seinem Heimatland Brasilien. Seit 2003 lebt er in Deutschland und arbeitet als Pädagoge, Performer und Choreograf. Als Ensemble-Mitglied und Gasttänzer arbeitete er am Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau-Görlitz und an der Städtischen Bühne Münster. 2012 absolviert er sein Master of Arts in Choreographie an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Er ist tätig als Gastchoreograf an der Palucca Hochschule für Tanz im Rahmen des BA Studiengang Tanzpädagogik, an der Semperoper Dresden und bei Grupo Primeiro Ato – BH Brasilien. Er ist Gasttrainer der Tanzcompany am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz, am Staatstheater Braunschweig, an den Landesbühnen Sachsen und beim TanzNetzDresden. Seine Tätigkeit erstreckt sich über ein breites Spektrum, das Bühnenwerke, Site-Specific-Performances, Performances im öffentlichen Räumen und Tanzvideos umfasst. Im Herbst 2016 war er Kurator „Tag der Einheit 16“ – Brücken bauen – Dresden. Gemeinsam feiern – Dresden.

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Ostern mit dem Rollstuhl auf Reisen

Diese Eier sollten nicht in Ihrem Körbchen liegen

Ostern mit dem Rollstuhl auf Reisen

Rollstuhlgerechte WCs gibt es nicht überall im Urlaub

Über Ostern sind in diesem Jahr wieder zahlreiche Reisende in den Urlaub unterwegs. Auch Rollstuhlfahrer reisen zu Tausenden in das In- und Ausland.

Für Rollstuhlfahrer gibt es dabei häufig deutlich mehr zu beachten, als bei einer Reiseplanung ohne Handicap. Falk Olias, Reservierungsleiter bei RUNA REISEN, einem großen deutschen Reiseveranstalter für Menschen mit Behinderung, kennt die häufigsten Schwierigkeiten am Tag der Anreise nur zu genau. „Achten Sie unbedingt darauf, sich keine faulen Eier in Ihr Osterkörbchen legen zulassen.“, rät der Reiseexperte mit einem Augenzwinkern.

1. Rechnen Sie bei der Anreise mit dem Pkw mit Staus
Gerade bei Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands sollten Gäste mit Behinderung auf den Notfall vorbereitet sein. „Wir empfehlen unseren Reisegästen die Mitnahme von sogenannten Roadbags, einer Einwegtoilette die im Notfall zum Urinieren genutzt werden kann.“, gibt Falk Olias preis.

2. Sprechen Sie Ihre Ankunftszeit rechtzeitig mit Ihrer Unterkunft ab
Reisen Sie in eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus, sollten Sie in jedem Fall die Mobilfunknummer des Vermieters bzw. des Ansprechpartners vor Ort in Ihr Telefon speichern. Selbst wenn Sie Ihre Ankunftszeit vorher abgestimmt haben, kann es immer zu Verzögerungen bei der Anreise kommen.

Bei Hotelbuchungen sollten Sie Ihren gebuchten Tarif kennen. Einige Hotels halten Ihnen Ihr Zimmer nur bis 18.00 Uhr frei und können dieses dann bei nicht pünktlicher Anreise weitervermieten.

3. Kontrollieren Sie Ihre Flugzeiten
Besonders in den Ferienzeiten kann es zu Änderungen der Flugzeiten kommen. Dies ist besonders für Rollstuhlfahrer nicht unerheblich, da kurzfristige Änderungen eine lange Kette von Unannehmlichkeiten nach sich ziehen können. So müssen die Einsatzzeiten des ambulanten Pflegedienstes neu besprochen, der rollstuhlgerechte Flughafen-Shuttle umgebucht oder das medizinische Reisegepäck neu zusammengestellt werden.

Wir raten Reisenden daher, ca. 48 bis 24 Stunden vor Abflug die Abflugzeiten noch einmal zu überprüfen. „Für unsere Reisegäste übernehmen wir diese Serviceleistung selbstverständlich automatisch.“, betont Olias.

Die runa reisen GmbH ist Marktführer in puncto Urlaubreisen für Gäste mit Behinderungen sowie Pflegebedürftige in jedem Alter. Der 2006 gegründete Spezialveranstalter feierte im Jahr 2016 sein 10-jähriges Jubiläum und bietet barrierefreie individuelle Pauschalreisen zu mehr als 170 Destinationen in 30 Ländern weltweit. Neben Rollstuhl-Urlaub, Pflegehotels, Gruppenunterkünften und betreuten Reisen, beinhalten die alljährlichen Kataloge auch Angebote für Gäste mit Seh- und Hörbehinderungen sowie Allergiker. Bereits im Jahr 2010 erhielt runa reisen den Goldenen Rollstuhl als bester barrierefreier Reiseanbieter.

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Bewerbung um Job: Schwerbehinderung angeben?

Ein Interview von Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter, mit Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin und Essen.

Bewerbung um Job: Schwerbehinderung angeben?

Arbeitsrecht

Maximilian Renger:

Aktuelle Nachfrage eines Zuschauers auf YouTube, der wissen will, ob es sinnvoll ist, seine Schwerbehinderung oder den Grad der Behinderung in einer Bewerbung anzugeben. Was würdest du sagen?

Fachanwalt Bredereck:

So allgemein kann ich das gar nicht beantworten. Natürlich kann es für Arbeitnehmer schon problematisch werden, wenn sie ihre Schwerbehinderung in der Bewerbung angeben, weil sie dann unter Umständen schon gar nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden. So mancher Arbeitgeber wird da in Ansehung der zusätzlichen Rechte von Schwerbehinderten (Zusatzurlaub, Kündigungsschutz etc.) Berührungsängste haben. Zwar gibt es für Arbeitgeber ab einer bestimmten Größe eine Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte verbunden mit einer Ausgleichsabgabe, die zu zahlen ist, wenn sie dem nicht nachkommen. Trotzdem halte ich die Frage der Angabe für ein zweischneidiges Schwert.

Maximilian Renger:

Besteht denn eine Verpflichtung, die Schwerbehinderung anzugeben?

Fachanwalt Bredereck:

Nein, verpflichtet ist man nicht. Man kann allerdings Ansprüche wegen einer etwaigen Diskriminierung des Arbeitgebers nur geltend machen, wenn man dem Arbeitgeber gegenüber seine Schwerbehinderung klar angibt. Weiß der Arbeitgeber nichts davon, kann er den Bewerber – eigentlich logisch – auch nicht diskriminieren. Allerdings ist es wiederum ohnehin so, dass Arbeitgeber mittlerweile sehr umsichtig sind, sodass man eher selten erleben dürfte, dass es zu einer nachweisbaren Diskriminierung kommt.

Maximilian Renger:

Wie sieht es denn dann aus, wenn man im sich im Bewerbungsgespräch befindet? Muss man die Schwerbehinderung dann angeben?

Fachanwalt Bredereck:

Hier gehen die Meinungen vielfach auseinander. Ich würde meinen, dass man solange nicht zur Mitteilung verpflichtet ist, wie es keinen Bezug zum Arbeitsverhältnis gibt. Auch wenn der Arbeitgeber nicht nachfragt, ist man nicht verpflichtet, sich von selbst zu äußern. Eine Ausnahme dürfte aber dann bestehen, wenn man aufgrund der Behinderung gar nicht in der Lage ist, den Job überhaupt auszuüben.

Maximilian Renger:

Das würde ja aber auch im Rahmen des Arbeitsverhältnisses schnell deutlich werden.

Fachanwalt Bredereck:

So ist es. Dann dürfte man dem Arbeitgeber regelmäßig zum einen ein Anfechtungsrecht zubilligen. Zum anderen hat der Arbeitnehmer innerhalb des ersten halben Beschäftigungsjahres auch noch keinen Kündigungsschutz, sodass das Arbeitsverhältnis dann auch nicht lange währen wird.

Maximilian Renger:

Also letztlich besser alles offenlegen?

Fachanwalt Bredereck:

Einen generellen Rat halte ich wie gesagt für schwierig. Ich bin aber der Meinung, dass Ehrlichkeit unter Strich am längsten währt. Man will den Job ja nicht nur bekommen, sondern sich auch darin behaupten und wohl fühlen. Die Aussichten dafür werden regelmäßig besser stehen, wenn von Anfang an zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer alles klar ist.

3.4.2017

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„Barrierefrei Reisen“ – Verbraucherinformation der ERV

Tipps für Urlauber mit Handicap

"Barrierefrei Reisen" - Verbraucherinformation der ERV

Auch Bahnreisen sind für Menschen mit Handicap möglich.
Quelle: ERGO Group

Eine Rundreise durch fremde Kulturen, Sonnenbaden an feinsandigen Karibikstränden oder eine Kreuzfahrt im Mittelmeer: Für Menschen mit Handicap keine Selbstverständlichkeit. Aber was als unerfüllbarer Wunschtraum erscheint, kann Wirklichkeit werden – wenn die Vorbereitung stimmt. Was es vor Reiseantritt zu beachten gilt, was für die Buchung wichtig ist und welche Schutzvorkehrungen notwendig sind, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Manche Reiseziele erscheinen für Menschen mit Behinderung unerreichbar. „Es gibt aber immer mehr Angebote, die sich nach den individuellen Bedürfnissen der Reisenden richten – vom Urlaub am Strand über Rundreisen und Kreuzfahrten bis hin zu Wandertouren“, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV. „Zu Beginn der Reiseplanung ist ein Besuch beim behandelnden Arzt empfehlenswert, um dort Möglichkeiten und Grenzen auszuloten.“ Denn auf den Reisenden können körperliche Belastungen wie etwa der erhöhte Kabinendruck während eines Flugs oder ungewohnte Klimaverhältnisse zukommen.

Die Suche nach einem geeigneten Ziel

Hilfreich ist auch eine Checkliste mit den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen. Sie bietet dem Reisebüro eine Orientierung für das Beratungsgespräch. „Je genauer die Angaben sind, desto besser können die Mitarbeiter des Reisebüros auf die Wünsche eingehen und somit die passende Reise zusammenstellen“, weiß die ERV Expertin. Für die Auswahl eines Hotels ist es zum Beispiel entscheidend, ob die Türen breit genug für einen Rollstuhl sind oder ob Riffelbleche auf dem Boden Sehbehinderte auf Stufen hinweisen. Unter in neuem Fenster öffnen www.checkliste-urlaub.net finden Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine umfassende Liste mit relevanten Fragen für die Planung. Ein wesentlicher Anhaltspunkt ist auch, ob der Reisende seinen Urlaub weitestgehend im Hotelbereich verbringen oder zudem aktiv etwas unternehmen möchte. Dann ist es wichtig, frühzeitig abzuklären, mit welchen Transportmöglichkeiten die Ziele erreichbar sind.

Das passende Transportmittel

Fällt nach der Beratung die Entscheidung auf ein Ziel in Deutschland oder den angrenzenden Ländern, kommen für die Hin- und Rückreise sowohl Bus, privater Pkw als auch die Bahn in Frage. „Die Mobilitätsservicezentrale der Bahn bietet Menschen mit Behinderung eine zusätzliche Anlaufstelle bei ihrer Planung und gibt Auskunft über eventuelle Ein- und Ausstiegshilfen an Bahnhöfen“, so Birgit Dreyer. Für Rollstuhlfahrer ist es ratsam, frühzeitig Plätze zu reservieren, die für sie geeignet sind. Für eine Flugreise ist eine umfangreichere Planung notwendig. Denn nicht alle Fluggesellschaften sind gleichermaßen gut darauf vorbereitet, Reisende mit Handicap ans gewünschte Ziel zu bringen. Für Gehörlose oder Sehbehinderte ist es unter anderem wichtig, dass Flugbegleiter an Bord sind, die ihnen die Sicherheitsvorschriften erläutern können. Informationen über Betreuungsmöglichkeiten im Flugzeug gibt es im Reisebüro oder bei der Fluggesellschaft direkt. „Generell sollte der Reisende seinen Flug frühzeitig buchen und seine Reise bei der Fluggesellschaft anmelden. Dazu gehört auch die Anmeldung von Sondergepäck wie Rollstuhl, Gehhilfen oder Blindenhund“, empfiehlt die Reiseexpertin. Wenn der Urlauber die Reiseunterlagen erhält, sollte er vor allem extra gebuchte Leistungen wie Ausstattung des Hotelzimmers, vorab gebuchte Transporte und Ausflüge genau überprüfen.

Medizinische Versorgung

Häufig sind Menschen mit Handicap auf spezielle Medikamente angewiesen. „Sind die Medikamente überlebenswichtig, sollten sie unbedingt ins Handgepäck“, erklärt Birgit Dreyer. „Da die Einfuhr mancher Arzneimittel in einige Länder verboten oder nur mit Genehmigungen erlaubt ist, empfiehlt es sich, ein Attest vom Arzt im Handgepäck zu haben. Bei bestimmten Medikamenten ist sogar eine Bestätigung vom Landesamt für Gesundheit notwendig. Information darüber erhalten Betroffene bei ihrem behandelnden Arzt.“ Um für den Notfall vorbereitet zu sein, ist es zudem ratsam, sich vor Reiseantritt über die medizinische Versorgung im Reiseland zu informieren. Fremdenverkehrsämter oder Hilfsverbände verfügen oft über Kontaktdaten von deutschsprachigen Ärzten oder Hilfsdiensten am Zielort.

Den richtigen Schutz im Gepäck

Wer den Planungsaufwand auf sich nimmt, sollte den Urlaub sorglos genießen können. Mit einem RundumSorglos-Paket, das Reiserücktritts- (inklusive Reiseabbruch-), Reisekranken- und Reisegepäckversicherung enthält, besteht ein umfassender Schutz, falls den Urlauber beispielsweise vor der Abreise eine schwere Grippe heimsucht.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 4.555

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Werbung & Kommunikation für Werkstätten für Menschen mit Behinderung als wichtiger Bestandteil gelungener Inklusion und wirtschaftlichen Erfolgs

Werbung & Kommunikation für Werkstätten für Menschen mit Behinderung als wichtiger Bestandteil gelungener Inklusion und wirtschaftlichen Erfolgs

Werkstätten für Menschen mit Behinderung legen täglich einen enormen Spagat hin: Zum einen müssen sie Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt integrieren, zum anderen müssen sie sich – genauso wie andere Industriebetriebe – dem Wettbewerb stellen, um ihre Dienst- und Produktionsleistungen „an den Mann“ zu bringen. Die Kölner Agentur Leven betreut seit Jahren erfolgreich solche Werkstatt-Unternehmen werblich und kommunikativ. Dabei steht die Marke „Werkstatt“ immer im Fokus.

„Werbung kostet Geld. Keine Werbung kostet Kunden“, so ein altbekanntes Zitat von David Ogilvy. Dessen sind sich mittlerweile auch Werkstätten bewusst. Sie bieten als perfekte Dienstleister viele positive Aspekte für Unternehmen der freien Wirtschaft. So agieren Werkstätten als Zulieferer für viele Branchen, wie zum Beispiel der Elektroindustrie oder des Handwerks.

Aber Werkstätten sind auch Marken, die gepflegt werden müssen. Jedes Unternehmen ist eine Marke, schließlich geht es um die Wahrnehmung nach außen und innen sowie um Kundenvertrauen und um Positionierung. Hier setzt die professionelle Arbeit Agentur Leven an. Doch der Kölner Allrounder für Markenkommunikation betreut nicht nur Werkstätten – im Gegenteil: Die Agentur fühlt sich in allen Märkten zu Hause, besonders in schwierigen.

Und dazu zählen Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Hier gilt es, gekonnt „viele Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“ und das direkt beim ersten Wurf! Das heißt genau: Mehrere Zielgruppen auf unterschiedliche Weise mit einem Werbemittel (z.B. einer Website) anzusprechen. Denn Kunden der beruflichen Rehabilitation (Betreuer und Fürsorger von Menschen mit Behinderung) müssen genauso abgeholt werden wie Kunden aus Industrie und Handel. Hier ist Erfahrung und Engagement gefragt – und das bringt die Agentur Leven mit.

Erst im September 2016 wurde eine neue Multizielgruppen-Website für die REHA Betriebe Erftland fertiggestellt ( http://www.reha-betriebe.de/) Ein anderes Beispiel eines weiteren Kunden findet man hier:
http://www.wfbm-lev.de/

Zur Agentur Leven:
Die Agentur Leven gehört zum Agenturverbund Leven und ist seit 1993 in Köln ansässig. Als Experten für Markenberatung, Markenkommunikation, Werbung, PR und Werbeartikel bietet die Agentur einen gekonnten Mix an Marken-, Marketing und Kommunikationslösungen. Der Vorteil der zehnköpfigen Mannschaft ist das Netzwerken im Agenturverbund (bestehend aus Werbeagentur, PR-Agentur, Markenberatung und Werbeartikel-Dienstleister) und das Netzwerken mit strategischen Partnern (zum Beispiel aus der IT), allesamt Experten auf ihrem Gebiet. Das ermöglicht es, je nach Wunsch und Notwendigkeit ein großes oder kleines Team zu bilden. Je nach Projekt. Dadurch wird besonders kosteneffizient gewirtschaftet – davon profitieren letztlich alle Kunden.

Besondere Marken brauchen besondere Kommunikation.
Über die Agentur Leven:
In jeder Marke steckt ein einzigartiges Potential. Diese Einzigartigkeit herauszukitzeln und dieses Potential zu optimieren – ist das Herzstück der Kölner Agentur.
Klingt einfach. Ist es auch, wenn Engagement, Flexibilität und Können am Werk sind und wenn alle Aspekte von Kommunikation harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Die Agentur nennt es Kommunikation im Marketing.

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Digitale Qualifikationen: Europäische IT-Mittelstandsallianz verspricht Ausbildung von 5.000 IT Fachkräften bis 2019

Digitale Qualifikationen: Europäische IT-Mittelstandsallianz verspricht Ausbildung von 5.000 IT Fachkräften bis 2019

BITMi Präsident Dr. Oliver Grün mit EU Kommissar Günther Oettinger

Aachen/Brüssel 02. Dezember 2016 – Gestern startete die European DIGITAL SME Alliance mit #DigitalSME4skills eine neue ambitionierte Initiative zur Förderung digitaler Qualifikationen. Die europäische IT-Mittelstandsallianz sagt darin zu, dass kleine und mittelständische IT-Unternehmen 5.000 IT-Fachkräfte bis zum Jahr 2019 ausbilden werden.

Dr. Oliver Grün, Präsident der DIGITAL SME und des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) präsentierte diese Zusage gestern in Brüssel, in Gegenwart der EU-Kommissare Günther Oettinger und Andrus Ansip sowie dem stellvertretenden Ministerpräsidenten von Belgien, Alexander De Croo. Anlass ist der Start der Digital Skills and Jobs Coalition, einer Partnerschaft der Europäischen Kommission, die den Mangel digitaler Qualifikationen in Europa beheben soll.

Digitale KMU, die sich der Kampagne #DigitalSME4skills anschließen, werden die IT-Fachkräfte durch Praxis-fokussierte Programme, wie der klassischen Ausbildung oder Praktika, ausbilden. Zielgruppe dieser Kampagne sind hauptsächlich Schüler, Studenten und Berufsanfänger. Sie richtet sich aber auch an am Arbeitsmarkt benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Arbeitslose, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung. In den nächsten 2 Jahren möchte die Initiative so 5.000 IT-Fachkräfte schulen.

„In Europa gibt es tausende digitale KMU, welche die wahre Triebfeder unserer digitalen Wirtschaft sind. Sie spielen eine Schlüsselrolle in der digitalen Transformation der Europäischen Industrie. Wir glauben, dass Qualifikationen nicht nur für die IT-Branche, sondern für die Zukunft aller IT-nutzenden Branchen entscheidend sind. Digitale KMU wollen zur Vermehrung und Verbesserung von IT-Fachkräften beitragen“, erklärte Grün.

Der BITMi wird auf nationaler Ebene für die Umsetzung der Zusage arbeiten und die Initiative #DigitalSME4skills vorantreiben.

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 1.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.

Kontakt
Bundesverband IT-Mittelstand e.V.
Lisa Ehrentraut
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Flugreisen mit Krankheit und Behinderung

Der Reiserechtsspezialist Flugrecht.de erklärt die wichtigsten Regelungen.

Reisen mit einer Krankheit oder Behinderung ist an sich schon nicht immer einfach. Die Bestimmungen bei Flugreisen (z.B. Sicherheitsvorschriften) machen die Sache aber teilweise noch komplizierter.

Beförderungspflicht und Hilfestellungen
Die gute Nachricht gleich vorne weg: Für Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität besteht grundsätzlich eine Beförderungspflicht. Die entsprechende EU-Verordnung gilt für Flüge mit Start, Landung oder Transit auf einem EU-Flughafen. Ausnahmen sind nur möglich bei Sicherheitsproblemen oder wenn es – beispielsweise bei extremem Übergewicht – physisch unmöglich ist, den Passagier an Bord zu befördern. Die Airline muss Passagiere mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität auch bei der kompletten Abfertigung unterstützen und sie ggf. auch vom Flughafen-Eingang bis zum Sitz im Flugzeug und zurück zum Ausgang am Zielflughafen begleiten.

Fliegen mit Rollstühlen und anderen Mobilitätshilfen
Rollstühle, Gehilfen und andere Mobilitätshilfen können grundsätzlich kostenfrei transportiert werden. Sie müssen in der Regel mit dem Gepäck aufgegeben werden, werden aber nicht auf das Freigepäck angerechnet. Passagiere mit eingeschränkter Mobilität werden dann mit Rollstühlen bzw. Fahrzeugen des Flughafens oder der Fluggesellschaft direkt zum Flugzeug gebracht. Insbesondere auf Kurz- und Mittelstreckenflügen werden meist keine Rollstühle in der Kabine mitgeführt, viele behinderte Passagiere können daher während des Flugs nicht ihren Sitz verlassen.
Problematisch kann der Transport von elektrisch angetriebenen Rollstühlen sein. Fälle von explodierenden oder brennenden Mobiltelefonen haben dazu geführt, dass es inzwischen strenge Sicherheitsvorschriften für das Mitführen von Akkus an Bord von Flugzeugen gibt. Betroffene sollten sich unbedingt bei der Fluggesellschaft erkundigen, welche Einschränkungen bestehen.

Flugreisen mit Assistenzhund (z.B. Blindenhund)
Blindenhunde fliegen mit ihrem Herrchen oder Frauchen kostenlos in der Kabine mit – unabhängig von ihrer Größe. Das gleiche gilt auch für andere Assistenzhunde, wie sie beispielsweise bei Diabetes oder Epilepsie eingesetzt werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen entsprechenden Nachweis mitzuführen, dass der Hund benötigt wird. Wichtig ist bei der Mitnahme von Assistenz- bzw. Blindenhunden auf internationalen Reisen auch, dass man alle nötigen Unterlagen für die Einreise mitnimmt, beispielsweise Impfnachweise.

Mitnahme von Medikamenten und Hilfsmitteln in Flugzeugen
Werden Medikamente oder Hilfsmittel getrennt vom restlichen Reisegepäck verpackt, werden sie ebenfalls kostenlos transportiert und nicht auf das Freigepäck angerechnet. Außerdem dürfen notwendige Medikamente selbst dann im Handgepäck mitgeführt werden, wenn es sich um Flüssigkeiten handelt und die maximal zulässige Menge von 100 ml pro Behälter überschritten wird. Allerdings sollte ein Attest vom Arzt mitgenommen werden, das die Notwendigkeit der Mitnahme belegt.

Fliegen mit Implantaten, Herzschrittmachern und Prothesen
Bei allen Implantaten und Prothesen, die größere Teile aus Metall enthalten, muss man damit rechnen, dass sie bei der Sicherheitskontrolle den Metalldetektor auslösen. Um dem Sicherheitspersonal das verdächtige Metall erklären zu können, empfiehlt es sich daher, einen Gelenk-, Implantat- oder Prothesenpass vom Arzt ausstellen zu lassen.
Sowohl die türgroßen Metalldetektoren als auch die entsprechenden Handgeräte können zu Störungen bei Implantaten und Prothesen mit empfindlicher Elektronik führen. Insbesondere Patienten mit Herzschrittmachern wird empfohlen, sich stattdessen lieber abtasten zu lassen.

Fliegen mit Sauerstoff
In Flugzeugen ist der Luftdruck um etwa ein Viertel niedriger als am Boden. Für einige Patienten – z.B. mit Atemwegserkrankungen – kann es daher nötig sein, sie mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Das gilt natürlich erst recht für Patienten, die bereits am Boden auf Sauerstoff angewiesen sind.
Welche Modelle von Druckflaschen oder Konzentratoren eingesetzt werden können, wie lange sie reichen müssen oder ob man den Sauerstoff von der Fluggesellschaft beziehen muss, hängt vom Einzelfall ab. Wichtig ist daher, sich rechtzeitig vor der Reise mit der Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

Flugreisen mit ansteckenden Krankheiten
Um Mitarbeiter und andere Passagiere zu schützen, verweigern Fluggesellschaften Passagieren mit ansteckenden Krankheiten i.d.R. die Beförderung.
Auch für kranke Passagiere ist ein Flug aber möglich, wenn ihre Krankheit (zumindest aktuell) nicht ansteckend ist. Patienten mit auffälligen Symptomen (z.B. Flecken im Gesicht) sollten sich daher möglichst kurz vor dem Flug eine Unbedenklichkeitserklärung von ihrem Arzt ausstellen lassen. Auch über die jeweiligen Einreisebestimmungen im Zielland sollte man sich informieren.

Ausführliche Informationen zum Thema hat Flugrecht.de unter https://www.flugrecht.de/news-ampl.php?id=958 zusammengestellt.

Reisen mit Krankheit und Behinderung

www.flugrecht.de ist ein Portal der GDVI Verbraucherhilfe GmbH. Unter Flugrecht.de helfen wir Verbrauchern, bei Flugverspätung, Flugausfall und Überbuchung ihre Ansprüche nach der EU Fluggastrechteverordnung 261/2004 gegenüber Fluggesellschaften durchzusetzen. Flugrecht.de erhält dabei nur im Erfolgsfall eine Provision.

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0911-13132016
robert.metz@gdvi.de
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Pressemitteilungen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert: Das Bundesteilhabegesetz darf Menschen mit Demenz nicht diskriminieren!

(Mynewsdesk) Berlin, 07. November 2016. Anlässlich der öffentlichen Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (BTHG) vor dem Ausschuss für Arbeit und Soziales fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (DAlzG) Korrekturen, um eine Diskriminierung von Menschen mit Demenz zu verhindern. „Menschen mit Behinderungen, zu denen auch Demenzkranke gehören, wird durch das BTHG eine tatsächliche Teilhabe verweigert, in einigen Bereichen werden sie sogar schlechter gestellt als heute. Mehrere Bestimmungen des Entwurfs stehen im eklatanten Widerspruch zur Konvention der UN zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen (BRK), die seit 2009 auch in Deutschland geltendes Recht ist“, so Bärbel Schönhof, 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

„Die vorgesehene Begrenzung der Teilhabeleistungen auf Menschen unter 65, und damit der Ausschluss des größten Teils von Menschen mit Demenz von den Leistungen auf Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ist nicht akzeptabel“, so Bärbel Schönhof weiter. „Eine solche Altersgrenze ist der UN-Behindertenrechtskonvention völlig fremd und wäre auch ein Verstoß gegen Art. 3 Grundgesetz, wonach niemand aufgrund seines Alters benachteiligt werden darf. Durch das neue Gesetz wird zudem der Zugang zu Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen im Vergleich zu den derzeitigen Regelungen erschwert. Betroffene, die gleichzeitig einen Pflegebedarf haben, werden von den Leistungen sogar ausgeschlossen. Das ist nicht hinnehmbar.“

Im Rahmen der „Allianz für Menschen mit Demenz“ haben sich alle Beteiligten, auch die Bundesministerien, öffentlich dafür ausgesprochen, dass Menschen mit Demenz so lange wie möglich die Chance haben sollen, am sozialen Leben teilzuhaben.

In der Erklärung der Allianz heißt es: „Menschen mit Behinderungen, darunter auch Menschen mit Demenz, haben ein Recht auf Selbstbestimmung, Diskriminierungsfreiheit, Chancengleichheit und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.“ In der Erklärung wird ausdrücklich formuliert, dass ein ganzheitliches und sektorenübergreifendes Unterstützungs- und Versorgungssystem notwendig ist, um Menschen mit Demenz und ihren Familien mit ihren jeweils individuellen Bedürfnissen und Unterstützungsbedarfen eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Dies ist nur möglich, wenn alle Betroffenen auch einen Zugang zu den individuell benötigten Leistungen haben, ohne dass bürokratische Hürden aufgebaut und bestimmte Leistungen grundsätzlich verwehrt werden. 

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Heute leben in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr zwei Drittel davon leiden an der Alzheimer-Demenz, weniger als 1% sind jünger als 65 Jahre. Ihre Zahl wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von derzeit 136 regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Service-Nummer 01803 171017 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030 / 259 37 95-14 (Festnetztarif).

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Tel.: 030-259 37 95 0
Fax: 030-259 37 95 29

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