Tag Archives: Biokraftstoff

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Entwicklung eines hochwertigen CO2-armen Biokraftstoffs

Forschungsprojekt REDIFUEL

Entwicklung eines hochwertigen CO2-armen Biokraftstoffs

Hardware-in-the-Loop-Prüfstand für Tests von Kraftstoffen und technischen Bauteilen.

Um die Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Im Straßenverkehr, der heute noch nahezu vollständig auf konventionellen Kraftstoffen und Verbrennungsmotoren basiert, sollen die CO2-Emissionen bis dahin um 60 % sinken. Ein Lösungsweg könnte sein, fossile Kraftstoffe nach und nach zu ersetzen, einerseits durch die Einführung von Elektromobilität auf Kurzstrecken und andererseits die Markteinführung von CO2-armen, flüssigen, biobasierten Kraftstoffen der zweiten Generation zur Sicherung der Mobilität über große Distanzen. Die für ihre Herstellung eingesetzte Biomasse darf weder eine Konkurrenz noch zur Nahrungsmittelproduktion noch zu deren Anbauflächen bilden In dem nun gestarteten Projekt “ REDIFUEL“ soll die erforderliche Forschungsarbeit für Herstellung und Einführung solcher Biokraftstoffe einen entscheidenden Schritt vorangebracht werden.

Das übergeordnete Ziel von REDIFUEL ist die nachhaltige Nutzung verschiedener biogener Rohstoffe zur Herstellung eines erneuerbaren Diesel-Biokraftstoffs, der in jedem Mischungsverhältnis mit herkömmlichen Kraftstoffen kompatibel (drop-in fähig) ist. Dazu sind neue Technologien und Prozesse für die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe erforderlich. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines kompakten und hocheffizienten Fischer-Tropsch-Prozesses zur Wandlung von biogenem Synthesegas in ein flüssiges Rohprodukt. Zu dessen Weiterverarbeitung zu einem qualitativ hochwertigen Kraftstoff wird im Projekt ein effizienter Hydroformulierungsprozess entwickelt. Für diesen Produktionsprozess vom Synthesegas bis zum diesel-kompatiblen, normgerechten Biokraftstoff (EN 590) ist ein Design zum Aufbau einer kleinen und einer mittelgroßen Produktionsanlage zu erarbeiten.

Die Produktionskosten sollen auf dem Niveau von 0,90 – 1,00 EUR pro Liter (je nach Biomassequelle) liegen und so wettbewerbsfähig mit konventionellen Kraftstoffen sein. Neben einer hohen Energiedichte soll er sich auch durch besonders vorteilhafte Emissionswerte auszeichnen. In einem umfassenden Biomass-to-Wheel-Leistungscheck werden die Umwelt- und Gesellschaftsaspekte der entwickelten Technologien geprüft.

An dem Forschungsprojekt arbeiten 12 internationale Partner, die sich aus Unternehmen der Mineralölwirtschaft, Hochschulen, Forschungsinstituten sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammensetzen. Für die Einführung eines erneuerbaren Kraftstoffs sind verschiedene Schritte von der Produktion bis zum Endverbraucher zu untersuchen, an denen die TEC4FUELS GmbH und OWI Oel-Waerme-Institut gGmbH mitwirken. Ihre Tests und Analysen dienen der Aufrechterhaltung der hohen Betriebssicherheit und Lebensdauer technischer Komponenten von Fahrzeugen. Dies betrifft beispielsweise die Lagerstabilität des neuen Kraftstoffs und seiner Mischungen mit konventionellen Dieselkraftstoffen, seine möglichen Wechselwirkungen mit kraftstoffführenden Bauteilen und ihren Materialien in Fahrzeugen sowie eventuelle Interaktionen des Kraftstoffs mit dem Motoröl.

Förderhinweis
Das EU-Forschungsprojekt „REDIFUEL“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem Förderkennzeichen Nr. 817612 gefördert.

Über das REDIFUEL-Konsortium
Das EU-Forschungsprojekt REDIFUEL fokussiert sich auf der Entwicklung von Produktionstechnologien zur Herstellung erneuerbarer Brennstoffe im Transportsektor. Das Konsortium setzt sich aus Universitäten, Forschungsinstituten sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen aus sechs verschiedenen EU Ländern zusammen.

FEV Europe GmbH (DE)
Max-Planck-Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften EV (DE)
Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (ES)
Teknologian tutkimuskeskus VTT Oy (FI)
Rheinisch-Westfaelische Technische Hochschule Aachen (DE)
OWI Oel-Waerme Institut gGmbH (DE)
Vrije Universiteit Brussel (BE)
Neste OYJ (FI)
MOL Hungarian Oil and Gas PLC (HU)
INERATEC GmbH (DE)
TEC4FUELS GmbH (DE)
Uniresearch BV (NL)

Das OWI ist eine unabhängige und gemeinnützige Forschungseinrichtung. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung forscht und entwickelt das OWI Konzepte und Technologien auf den Gebieten der energieeffizienten Nutzung flüssiger konventioneller und alternativer Brenn- und Kraftstoffe sowie innovativer Effizienztechnologien. Das Ziel sind technisch ausgereifte, treibhausgas- und emissionsarme Lösungen für die Wärmeerzeugung und Mobilität von Morgen. Das OWI ist ein An-Institut der RWTH Aachen und versteht sich als Mittler zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. Im Rahmen des Technologietransfers bearbeitet das OWI sowohl aus öffentlichen Fördermitteln finanzierte Projekte als auch industrielle Forschungsaufträge. Zu den Kunden gehören beispielsweise Hersteller von Haushaltsheizungen, Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, der Mineralölwirtschaft und der Thermoprozesstechnik.

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52134 Herzogenrath
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Raps braucht den Biodieselmarkt

Dumpingimporte gefährden europäischen Rapsanbau

Raps braucht den Biodieselmarkt

UFOP-Vorsitzender Wolfgang Vogel

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sieht die Perspektive des europäischen Rapsanbaus akut gefährdet. „Die Dumpingimporte aus Argentinien und Indonesien werden zur Existenzfrage für die europäischen Rapserzeuger“, so der Vorsitzende der UFOP, Wolfgang Vogel. Die von europäischen Biodieselherstellern vorgenommenen Stilllegungen und Produktionskürzungen werden den Mengen- und Preisdruck auf dem Markt für Rapsöl und Rapssaat weiter erhöhen.

Der Ölanteil von über 40 % an der Rapssaat sei der wichtigste Faktor für die Erzeugerpreisbildung und liege mit zuletzt 640 EUR je Tonne rund 100 EUR je Tonne unter Vorjahresniveau, betonte der UFOP Vorsitzende. Mit durchschnittlich 6 Mio. von insgesamt etwa 12 Mio. Tonnen ist Rapsöl der wichtigste Rohstoff der europäischen Biodieselindustrie. Dies entspricht in etwa einer Fläche von 4 Mio. Hektar der insgesamt etwa 6,5 Mio. Hektar Rapsanbau in der EU 28. Der Nachfragerückgang der Biodieselindustrie komme über die Ölmühlen beim Agrarhandel und schließlich bei den Erzeugern an, so der UFOP-Vorsitzende.

Als absolut widersprüchlich bewertete Vogel das aktuelle Politikgeschehen. EU-Kommission und Europäisches Parlament wollen die Biokraftstoffproduktion aus Anbaubiomasse ab 2021 unverhältnismäßig reduzieren. Eine Bedarfslücke für den europäischen Raps könnte nur dann entstehen, wenn Palmöl gemäß des Beschlusses des EU-Parlamentes verboten würde. Dem stellt sich aber die EU-Kommission entgegen. Andererseits sind sich beide Institutionen bei der Frage der sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) einig, außer bei der Anrechnung der iLUC-Faktoren. Gleichzeitig werde eine europäische Eiweißpflanzenstrategie entwickelt, ohne für den Raps als die mit Abstand wichtigste europäische gentechnikfreie Eiweißquelle einen Sonderstatus einzuräumen.

Die EU-Kommission wie auch die Mitgliedsstaaten sind offensichtlich nicht handlungsfähig, die erwarteten Dumpingimporte von geschätzten 3 bis 5 Mio. Tonnen aus Argentinien und Indonesien als Ergebnis unfairer Handelspraktiken zeitnah zu unterbinden, kritisierte Vogel. Die Politik biete keine alternativen Absatzoptionen an. Auch der Getreideanbau sei schon längst an seiner ökonomischen Schmerzgrenze angekommen. Überschüsse bestimmten global die Preisbildung. Nur von Blühstreifen alleine könne der europäische Ackerbau nicht leben, stellte Vogel fest.

Nur mit einer ambitionierteren Biokraftstoffpolitik könnten die Märkte preiswirksam stabilisiert und ein messbarer Beitrag zur Dekarbonisierung der Kraftstoffe und damit des Verkehrssektors geleistet werden. Die Dumpingmaßnahmen von Argentinien und Indonesien müssten auch auf ihre „Nachhaltigkeit“ und ihre negativen Auswirkungen bewertet werden, forderte Vogel. Biodiesel ist über den gesamten Erzeugungsweg gesehen ein sensibles Produkt, wie alle landwirtschaftlichen Produkte. Dumpingexporte erzeugen Verlierer nicht nur im Zielland der Warenlieferung, sondern auch unter den Landwirten im Herkunftsland.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) vertritt die politischen Interessen der an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen in nationalen und internationalen Gremien. Die UFOP fördert Untersuchungen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung neuer Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Food, Non-Food und Feed. Die Öffentlichkeitsarbeit der UFOP dient der Förderung des Absatzes der Endprodukte heimischer Öl- und Eiweißpflanzen.

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Nachhaltigkeit von Biokraftstoff-Rohstoffen ist mehr als nur der Ölertrag je Hektar

Nachhaltigkeit von Biokraftstoff-Rohstoffen ist mehr als nur der Ölertrag je Hektar

Wolfgang Vogel, Vorsitzender UFOP e. V.

Der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Wolfgang Vogel, fordert eine umfassende Einbeziehung von Aspekten in die Bewertung der Nachhaltigkeit von Biomasse-Rohstoffen, die in Biokraftstoffen verwendet werden. Er reagiert damit auf angestellte Vergleiche des Ölertrages von Ölpalmen und von Raps als Kriterium für die Effizienz der jeweiligen Produktion.

„Wer die Nachhaltigkeit von Biokraftstoff-Rohstoffen aus Anbaubiomasse wie zum Beispiel Palmöl auf den Ölertrag je Hektar reduziert, wertet mit Scheuklappen und lässt viele wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit bewusst unerwähnt“, so der UFOP-Vorsitzende. Der internationale Markt für Pflanzenöle sei derzeit von einem deutlichen Überschuss gekennzeichnet. Gerade die hohe Palmölproduktion hat die Pflanzenölpreise in den vergangenen Wochen erheblich belastet und nach unten gezogen. Die globale Palmölproduktion steige aktuell infolge von Flächenausweitungen durch legale und illegale Rodungen sowie durch den Einsatz neuer Hybridsorten mit hohem Ertragspotenzial.

Natürlich müsse das Palmöl zur Biodieselherstellung nachhaltig zertifiziert sein, wenn es für die Biokraftstoffproduktion in der Europäischen Union verwendet werden solle. Dies gelte aber nur für den Biokraftstoffbereich, nicht für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie oder in der Oleochemie. Dort werde lediglich auf freiwillige Zertifizierungssysteme zurückgegriffen. „Aber was ist mit all den anderen positiven Aspekten, die zum Beispiel der Anbau von Raps in Europa mit sich bringt, vor allem die Lieferung von dringend benötigten und stark nachfragten Mengen an gentechnikfreiem Rapsfuttermitteln? Oder weiteren Aspekten wie die Erweiterung der Fruchtfolge mit einer Blühpflanze und dem damit verbundenen Beitrag zur Steigerung der Biodiversität im Ackerbau? Diese Bewertungsseite ist bei der Ölpalme leer“, hält Wolfgang Vogel fest.

Der UFOP-Vorsitzende fordert daher eindringlich, bei den derzeit laufenden Verhandlungen zur Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie in Brüssel insbesondere den Aspekt der Lieferung wertvoller heimischer Futtermittel als Koppelprodukt der Verarbeitung von Raps, Getreide oder Zuckerrüben zu Biokraftstoffen zu berücksichtigen. Viele EP-Abgeordnete unterstützten bereits den Ansatz einer weiteren Verwendung sogenannter „Highly sustainable crop-based biofuels (HSCB)“ in aktuellen Stellungnahmen. Darüber hinaus habe er es außerordentlich begrüßt, dass das EU-Parlament zur Palmölfrage in seiner Entschließung vom 4. April 2017 (2016/2222(INI)) klar Stellung bezogen habe. Das Parlament fordere darin, anstelle von Palmölimporten den nachhaltigen Anbau von Raps, Sonnenblumen und weiteren Alternativen als Beitrag zur Biodiversität zu fördern.

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Verzicht auf Palmöl in Biokraftstoffen

EU-Parlament fordert schrittweisen Ausstieg

Verzicht auf Palmöl in Biokraftstoffen

Foto: Fotolia / Sandor Jackal (No. 5820)

sup.- Mit überwältigender Mehrheit hat das EU-Parlament im April 2017 eine Resolution beschlossen, um den Import von Palmöl in die EU einzuschränken. Die Abgeordneten fordern von der EU-Kommission verbindliche Gesetze, damit bis zum Jahr 2020 ein schrittweiser Ausstieg der Verwendung von Pflanzenölen in Biokraftstoffen erfolgt. Derzeit werden 46 Prozent des von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biodiesel genutzt. Biokraftstoffe sollten eigentlich ein Umweltproblem lösen: Wird eine Pflanze verfeuert, wird dabei nur so viel Kohlendioxid ausgestoßen, wie die Pflanze im Laufe ihres Lebens produziert hat. Tatsächlich haben aber Kraftstoffe mit Palmöl sogar eine schlechtere Klima- und Ökobilanz als fossile Brennstoffe. Das liegt vor allem daran, dass durch ihren Anbau Regenwälder verschwinden. Deshalb lautet auch das Plädoyer der Umweltorganisation „Rettet den Regenwald“: „Palmöl und aller Biosprit aus Nahrungsmitteln muss aus der neuen Erneuerbare Energien Richtlinie gestrichen werden. Das gilt sowohl für Biodiesel und hydrierten Biosprit aus Palm-, Raps-, Soja- und Sonnenblumenöl als auch für Ethanol aus Mais, Weizen, Zuckerrohr und Zuckerrübe“.

Neben dem Verzicht auf Pflanzenöle in Biokraftstoffen befürwortet das EU-Parlament die Einführung einer einheitlichen Zertifizierungsregelung, die garantieren soll, dass nur noch nachhaltig hergestelltes Palmöl auf den EU-Markt gelangt. Bereits im Jahr 2004 ist auf Initiative des WWF der „Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden. Diese Multistakeholder-Plattform hat Mindest-Standards und Prinzipien festgelegt, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern, die im Februar 2016 (RSPO NEXT) verschärft wurden. Rund ein Fünftel des weltweit hergestellten Palmöls ist mittlerweile über den RSPO zertifiziert. In Deutschland liegt der Anteil mit rund 70 Prozent bereits deutlich höher und ist auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vorbildlich.

Eine Studie des Südwind Instituts für Ökonomie und Ökumene hat gezeigt, dass in Deutschland der Anteil an zertifiziertem Palmöl, für Biokraftstoffe ist er verbindlich, mit der Nähe des Endproduktes zu den Konsumenten steigt. So beträgt er bei Nahrungsmitteln 52 Prozent und bei Wasch-, Reinigungs- sowie Körperpflegemitteln 47 Prozent, in der Chemie/Pharmazie-Branche hingegen nur 14 Prozent und bei Futtermitteln lediglich ein Prozent.

Bislang ist das Engagement pro nachhaltig angebautem Palmöl jedoch auch bei Produzenten von Konsumgütern sehr unterschiedlich. Das zeigt eine Greenpeace-Studie, bei der 14 große Markenunternehmen unter die Lupe genommen wurden. Eine ausschließlich positive Bewertung erhielt dabei lediglich der italienische Süßwarenhersteller Ferrero, der annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen kann und sich laut Greenpeace für den Wandel der gesamten Industrie stark macht. Äußerst schlecht schnitten hingegen z. B. Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson sowie PepsiCo ab, die kaum Nachweise erbringen konnten, dass das von ihnen verwendete Palmöl nicht mit Abholzung in Verbindung steht. Der Handlungsbedarf, den das EU-Parlament formuliert hat, damit zukünftig nur noch zertifiziertes Palmöl importiert wird, ist also noch erheblich.

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Palmöl, aber richtig

Sinnvolle Kriterien statt Verzicht

Palmöl, aber richtig

Grafik: Supress (No. 5801)

sup.- Der Umwelt zuliebe suchen immer mehr Konsumenten im Supermarkt gezielt nach Produkten, die mit dem Hinweis „ohne Palmöl“ gekennzeichnet sind. Doch letztendlich fallen sie damit auf eine Marketingstrategie von Unternehmen herein, die einen Trend zur Profilierung ausnutzen, der unter dem Strich der Umwelt aber keineswegs zwangsläufig zugutekommt. Denn alternative Pflanzenöle, die anstelle von Palmöl verwendet werden, verbrauchen erheblich mehr Anbaufläche als Ölpalmen, die mit Abstand die beste Ertrag-pro-Fläche-Bilanz aufweisen können. Namhafte Umweltschutzorganisationen plädieren deshalb auch nicht für einen Verzicht von Palmöl, sondern für die Forcierung von öko-sozialen Kriterien bei Anbau, Verarbeitung und Verwendung.

In der „Legauer Erklärung“, die u. a. die Deutsche Umwelthilfe sowie das Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene unterstützen, wird darauf hingewiesen, dass Ölpalmen einen sinnvollen Beitrag zur heutigen und zukünftigen Ernährung und Rohstoffversorgung leisten. Entscheidend sei aber, wie diese angebaut werden. Zu den wesentlichen Kriterien muss laut der Erklärung z. B. gehören, dass konsequent keine Rodung von Primärwald sowie der Erhalt intakter Sekundärwälder gewährleistet werden. Auch die agrarische Nutzung von Torfböden muss unterbleiben, um die Treibhausgas-Emissionen zu verringern. Existierende Lebensräume von Tieren und Pflanzen müssen geschützt und gleichzeitig die Tier- sowie Pflanzenvielfalt innerhalb der Anbauregionen gefördert werden. Für die Bäuerinnen, Bauern und Mitarbeitenden auf den Plantagen müssen faire Arbeitsbedingungen und nachprüfbare Sozialstandards angestrebt und umgesetzt werden.

Ganz entscheidend ist für alle geforderten Kriterien, dass eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit des Palmöls bis zum Ursprung erreicht wird. Und in dieser Hinsicht gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf zur Optimierung, wie kürzlich eine Greenpeace-Studie bei 14 namhaften Markenherstellern gezeigt hat. Nur ein einziger der überprüften Hersteller, nämlich Ferrero, kann annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen. Dem italienischen Süßwarenhersteller wird von Greenpeace außerdem bescheinigt, dass er sich engagiert für den Wandel der gesamten Industrie einsetzt. Mit Abstrichen ähnlich gut schnitt bei der Studie lediglich noch Nestle ab.

Während Umweltschutzorganisationen unter kontrollierten Voraussetzungen den Einsatz von Palmöl z. B. in der Lebensmittelbranche befürworten, lehnen sie die Verwendung dieses Pflanzenöls für den Energiesektor ab. Der Grund: Die Hoffnung, dass sich durch Beimischungsquoten für Biokraftstoffe der Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor senken lässt, hat sich aktuellen Berechnungen zufolge als trügerisch erwiesen.

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Gelbe Felder statt brennende Wälder

UFOP fordert Ende der Quotenanrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl in der EU

Gelbe Felder statt brennende Wälder

Es muss Schluss sein mit der Quotenanrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl in der EU! Dies fordert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) zu Beginn der Diskussion über die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Biokraftstoffpolitik. Diese wurden als Bestandteil des sogenannten „Winterpaketes“ in der vergangenen Woche vorgestellt. Mit der Reform der Erneuerbare Energien-Richtlinie muss die Definition für die erste Generation der Biokraftstoffe geändert bzw. geschärft werden: Ab 2021 sollten nur noch Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse in der EU angerechnet werden, wenn bei deren Herstellung auch hochwertige Eiweißfuttermittel anfallen, begründet die UFOP ihre Forderung.

Biokraftstoffe aus Raps, Getreide und Zuckerrüben tragen dann nicht nur heute, sondern auch in Zukunft wesentlich dazu bei, den Import von gentechnisch veränderten Soja in die EU zu minimieren. 2015 wurde in Deutschland erstmals mehr Raps- als Sojaschrot verfüttert. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Deklaration von Milchprodukten mit dem Label „Ohne Gentechnik“. Raps ist die mit Abstand bedeutendste gentechnikfreie Eiweißfutterquelle in der EU.

Damit die „Proteinquelle“ Raps für die Milchviehbetriebe erhalten bleibt, ist der Rapsanbau auf etwa 1,4 Mio. Hektar in Deutschland geradezu auf die Verwertung des Rapsöls im Kraftstoffsektor angewiesen, betont der Verband. Jeder Hektar Raps erübrige den Import einer entsprechenden Anbaufläche Soja. Mit der heimischen Eiweißquelle Raps könne diesem sogenannten Flächen- und Nährstoffimport und damit auch der Diskussion um indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) begegnet werden.

Die EU-Kommission und der Rat der EU-Umweltminister verstecken sich geradezu bei der von Umweltorganisationen immer wieder forcierten iLUC-Debatte. Die jährlichen Brandrodungen in Indonesien sollten genug Anlass sein, endlich konkret zu handeln. Niedrigere Kappungsgrenzen oder die Einführung von „iLUC-Faktoren“ retten keinen einzigen Hektar Urwald. Die Alternative heißt stattdessen: Verbot der Anrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl zur Quotenanrechnung in der EU!

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) vertritt die politischen Interessen der an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen in nationalen und internationalen Gremien. Die UFOP fördert Untersuchungen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung neuer Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Food, Non-Food und Feed. Die Öffentlichkeitsarbeit der UFOP dient der Förderung des Absatzes der Endprodukte heimischer Öl- und Eiweißpflanzen.

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EU-Biokraftstoffpolitik – UFOP für Beibehaltung der 7%-Kappungsgrenze

EU-Biokraftstoffpolitik - UFOP für Beibehaltung der 7%-Kappungsgrenze

„Die erst 2015 festgelegte Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse in Höhe von 7 % muss über das Jahr 2020 hinaus beibehalten werden“. Mit dieser Positionierung lehnt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) den heute vorgelegten Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der Biokraftstoffpolitik für den Zeitraum 2020 bis 2030 ab. Gleichzeitig fordert der Verband, diese Kappungsgrenze auf Biokraftstoff-Rohstoffe zu beschränken, die zugleich einen spürbaren Beitrag zur Verringerung der Importe von in der Regel gentechnisch veränderten Eiweißfuttermitteln beitragen.

Mit dieser erweiterten Definition der Anbaubiomasse über einen Zusatznutzen müsse sich die EU-Kommission endlich der Kritik stellen, dass Biokraftstoffe aus Palmöl nicht akzeptiert werden. Die Politik sah im Frühjahr 2016 erneut tatenlos zu, als in Indonesien der Regenwald brannte.

Die UFOP verweist darauf, dass der europäische Rapsanbau und die damit verbundene Auflockerung der Fruchtfolge mit der für die Imkerei wichtigsten Trachtpflanze, auf den Absatz im Biodieselmarkt angewiesen sind. Während das Rapsschrot als gentechnikfreies Eiweißfuttermittel und wichtigstes Element der nationalen und europäischen Eiweißpflanzenstrategie problemlos vermarktet werden köann, verstetigen sich die strukturellen Überschüsse an den Pflanzenölmärkten. Nicht nur Argentinien, Indonesien und Malaysia, sondern auch die USA haben erst kürzlich ihre Beimischungsverpflichtungen erhöht.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht eine schrittweise Absenkung des Anteils der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von 7 Prozent auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 vor. Die UFOP erinnert daran, dass der bestehende Deckel von 7 Prozent bereits ein sachgerechter Kompromiss im Sinne des Investitionsschutzes für bestehende Biokraftstoffanlagen sowie im Sinne der Fortführung und qualitativen Weiterentwicklung der Zertifizierungssysteme gewesen sei. Zudem ermächtige das bestehende Recht die Mitgliedstaaten, national eine geringere Kappungsgrenze festzulegen. Aus Sicht der UFOP besteht kein Anlass, den Mitgliedstaaten die Wahrnehmung ihrer Verantwortung vorzuenthalten.

Im Gegenteil: Die EU-Kommission sollte sich anstelle einer Kappungsgrenze für eine EU-weite Einführung der Treibhausgas-Minderungspflicht nach deutschem Modell stark machen. Deutschland hat bewiesen, dass durch den hierdurch ausgelösten Effizienzwettbewerb mit weniger Biomasse mehr Klimaschutz erzielt werden kann. Markteingeführte Biokraftstoffe leisten damit heute einen spürbaren Beitrag zur Treibhausgasminderung. Der Kommissionsvorschlag hätte zur Folge, dass in Zukunft in kürzerer Zeit umso mehr Treibhausgase eingespart werden müssten, um das Klimaschutzziel von Paris zu erreichen. Dies ist verantwortungslos, so die UFOP.

Mit Nachdruck stellt die UFOP fest, dass infolge des Klimaschutzabkommens von Paris und hierzulande durch den Klimaschutzplan 2050 die Weichen gestellt werden, die Markteinführung von fortschrittlichen Biokraftstoffen sowie die Elektrifizierung des Verkehrs im Wege einer evolutionären Strategie technologie- und rohstoffoffen voranzutreiben. Auch hier liegt es an den Mitgliedstaaten, die Rahmenbedingungen jeweils national angepasst so zu setzen, dass der Erfolg dieses Prozesses schließlich daran zu messen ist, dass der Anteil fossiler Kraftstoffe und damit auch der Biokraftstoffe im Markt möglichst kurzfristig zu sinken beginnt.

Mit Blick auf die bereits im Vorfeld des Kommissionsvorschlages gestarteten Kampagnen von Umweltorganisationen gegen Kraftstoffe aus Anbaubiomasse kritisiert die UFOP, dass deren Blick auf das Wesentliche völlig verloren gegangen sei. Ziel aller Bemühungen müsse es sein, die Dekarbonisierung der verschiedenen Wirtschaftsbereiche voranzubringen, d. h. den Ersatz endlicher, fossiler Quellen durch erneuerbare Energien. Die Biokraftstoffe der ersten Generation sind und bleiben dabei die wichtigste Option, dieses Ziel zu erreichen.

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Verbrauch von Palmöl in Deutschland

Biokraftstoffe auf Pflanzenbasis verzichtbar

Verbrauch von Palmöl in Deutschland

Grafik: Supress (No. 5680)

sup.- Ölpalmen sind äußerst effiziente fettliefernde Nutzpflanzen. Dennoch steht Palmöl seit vielen Jahren in der Kritik, weil für die Plantagen Regenwald geopfert wird und Monokulturen die biologische Vielfalt gefährden. Im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF hat die Beratungsfirma Agripol eine aktuelle Analyse zu den Aspekten Substitution, Konsum und Umweltfolgen von Palmöl erstellt. Weltweit spielt der Einsatz von Palmöl in Nahrungsmitteln mit 68 Prozent die größte Rolle, gefolgt von industriellen Verwendungen für z. B. Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel (27 Prozent) sowie der energetischen Nutzung (fünf Prozent). Ganz anders sieht hingegen die Situation in Deutschland aus. Der größte Anteil des Verbrauchs von Palmöl fließt bei uns in die Bioenergie (42 Prozent), auf die Konsumgütergruppe Nahrungsmittel entfallen hingegen nur 33 Prozent, auf industrielle Verwendungen 17 Prozent sowie auf Futtermittel acht Prozent.

Der Einsatz von Palmöl unterscheidet sich in Deutschland also massiv vom globalen Durchschnitt. Deshalb kommt laut dem WWF-Bericht dem Thema Substitution im Bioenergiebereich eine Sonderstellung zu. „Der große Anteil der Biokraftstoffe aus hydriertem Palmöl könnte durch pflanzliche Altfette, wie z. B. bereits verwendete Frittierfette oder andere technische Öle, ersetzt werden“, so der WWF. Allerdings sind solche Altfette auch nicht unbegrenzt verfügbar und werden bereits von der chemischen Industrie genutzt. Insbesondere im Bereich der Biokraftstoffe müssen nach Forderung des WWF deshalb neben der rein technischen Substituierbarkeit auch politische und gesellschaftliche Szenarien zur Lösung des Problems einbezogen werden. Dazu gehört vor allem, dass alle Optionen zur Reduzierung des Energieverbrauchs wie z. B. der Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel ausgeschöpft werden.

Hinzu kommt: Die Erwartung, den Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor durch Beimischungsquoten für Biokraftstoffe senken zu können, ist nicht aufgegangen. Nachwachsende Rohstoffe wie Palmöl, die zugleich weltweit wichtige Nahrungsmittel sind, als Treibstoff zu nutzen, hat sich auch unter Umweltaspekten als kontraproduktiv herausgestellt.

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Nachhaltigkeitszertifizierung bei Biokraftstoffen – Rechnungshof mahnt EU-Kommission zur Nachbesserung

Nachhaltigkeitszertifizierung bei Biokraftstoffen - Rechnungshof mahnt EU-Kommission zur Nachbesserung

Einen erheblichen Nachbesserungsbedarf in der Überwachung der von der EU-Kommission zugelassenen freiwilligen Zertifizierungssysteme stellte der Europäische Rechnungshof in seinem Bericht fest, den der Hof letzte Woche veröffentlichte. In seiner Auswertung kritisiert der Hof, dass die EU-Kommission nur auf Basis einer „Aktenprüfung“ die Zertifizierungssysteme zulasse, diese dann aber in ihrer tatsächlichen Funktionsweise nicht überwache. Da die EU-Kommission bei der Zulassung es zudem versäumt habe, darauf zu achten, dass die Systeme Beschwerdeverfahren einführen, fehle damit auch der formelle Anlass gegen Verstöße ermitteln zu können.

Nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) zeigt der Bericht an dieser Stelle das grundsätzliche Problem auf, dass die Mitgliedsstaaten lediglich für die Zulassung der Zertifizierungsstellen und für die statistische Erfassung der nachhaltig zertifizierten Biokraftstoffe sind. Sollten bei einem Zertifizierungssystem Mängel bei der Umsetzung festgestellt werden, kann die zuständige Stelle die Anrechnung der Biokraftstoffmenge nicht verweigern. Der Hof kritisierte überdies die mangelhaften, aber von der EU-Kommission zugelassenen Überprüfungsverfahren für die Herstellung von Biokraftstoffen aus Abfällen, die doppelt auf die Quotenverpflichtung angerechnet werden können. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Billigung einer mangelnden Kontrollqualität durch die Zertifizierungssysteme. Das Ergebnis sind erhebliche Wettbewerbsverzerrungen und Verwerfungen im Biodieselmarkt, stellt die UFOP fest. Erst auf Druck der europäischen Biodieselindustrie veröffentlichte die EU-Kommission, so der Hof, eine allerdings nicht rechtsverbindliche Mitteilung an die Systeme, die Rückverfolgung von Abfallrohstoffen bis in die Ursprungsländer zu verbessern. Angesichts von mehr als 0,5 Mio. Tonnen Biodiesel auf Basis von Abfallöl, die allein in Deutschland 2014 (Quelle: Evaluationsbericht der BLE) auf die energetische Quotenverpflichtung angerechnet wurden, hinterfragt die UFOP, woher diese Abfallölmengen kommen können. Hierzu stellte der Hof ebenso kritisch fest, dass die statistische Erfassung durch die Mitgliedsstaaten unzureichend und es folglich zweifelhaft sei, ob das Ziel 10 Prozent erneuerbare Energien in 2020 statistisch nachweisbar erreicht werden könne.

Grundsätzlich befürwortet die UFOP die Nachhaltigkeitszertifizierung auf Basis freiwilliger Systeme, weil damit die betroffenen Wirtschaftskreise stufenübergreifend bei der Festlegung der Prüfkriterien Verantwortung übernehmen und diese, gemessen an den rechtlichen Vorgaben der Erneuerbare Energien-Richtlinie, auch operativ umsetzen müssen. Der EU-Kommission falle dabei die Aufgabe zu durch eine entsprechende Systemüberwachung sicherzustellen, dass keine Verwerfungen bzw. Wettbewerbsverzerrungen durch ein „Systemhopping“ der zu zertifizierenden Unternehmen entstehen. Die EU-Kommission und auch die Politik müssen, so die UFOP, an dieser Stelle anerkennen, dass die Systeme auf Rechtsgrundlage einer europäischen Richtlinie Nachhaltigkeitsanforderungen auch in Drittstaaten durchsetzen können, wenn die Biomasserohstoffe oder daraus hergestellte Biokraftstoffe für die schließlich finale Zweckbestimmung zur Anrechnung auf Quotenverpflichtungen in die EU exportiert werden. Vor diesem Hintergrund ist die Kritik des Hofes an die EU-Kommission berechtigt, dass die Mindestanforderungen an die Sozialstandards nicht von allen Systemen ausreichend beachten werden mit der Folge, dass zu zertifizierende Unternehmen in ein System mit geringerem Anforderungsniveau wechseln können. Die UFOP bedauert, dass die EU-Kommission im Sinne der Schaffung eines „level-playing-fields“ hier die Anforderung nicht verschärfe. Sozial- und Umweltdumping dürfen nicht durch eine Nachhaltigkeitszertifizierung kaschiert werden, vielmehr müsste in dem jetzt laufenden Wiederzulassungsverfahren in diesem Sinne die Systemanforderungen an den best-practise-Beispielen ausgerichtet werden, fordert die UFOP. Unter Hinweis auf den jährlich von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorzulegenden Evaluationsbericht als ein Beispiel für eine transparente Dokumentation, mahnt die UFOP an, dass im Sinne der öffentlichen Akzeptanzverbesserung eine analoge Berichterstattung in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss. Diese Form und Qualität der Berichterstattung sei außerdem beispielgebend für die Berichterstattung für die gesamte Bioökonomie zur stofflichen bzw. energetischen Nutzung von Biomasse, betont der Verband. Im Lichte der im Dezember 2015 in Paris vereinbarten und nunmehr völkerrechtlich verankerten Klimaschutzziele bedarf es dieser Qualität der Implementierung, um schließlich auch Treibhausgasminderungseffekte berechnen bzw. mengenmäßig nachweisen zu können.

Zur „iLUC“-Kritik des Hofes schließt sich die UFOP aber nachdrücklich der auch in dem Bericht veröffentlichten Antwort der EU-Kommission an. Indirekte Landnutzungsänderungen können nicht Gegenstand der Überprüfung durch Systeme bzw. Zertifizierungsstellen sein. Hier muss der Hof einsehen, dass es aus methodischen Gründen heute und in Zukunft nicht möglich sein wird, einer bestimmten nachhaltig zertifizierten Rapsölmethylestermenge eine ebenso bestimmte Urwaldrodung für die Palmölproduktion zuzuordnen. Eine Zertifizierung orientiert sich an Fakten, die überprüfbar sind – eine Zertifizierung „spekuliert oder interpretiert“ nicht, unterstreicht die UFOP.

Bericht des Europäischen Rechnungshofes: http://www.eca.europa.eu/de/Pages/DocItem.aspx?did=37264

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Smudo sorgt beim ADAC 24h-Rennen nachhaltig für Aufsehen

Rapskraftstoffe nicht nur im Rennsport hoffähig

Smudo sorgt beim ADAC 24h-Rennen nachhaltig für Aufsehen

Smudo mit Power vom Bauer beim ADAC 24h-Rennen 2016

Wenn am letzten Wochenende im Mai wieder rund 200Rennwagen zum traditionellen ADAC 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife antreten, sind auch Smudo und sein Four Motors-Rennstall mit am Start. Bereits zum 14.Mal tritt das Team aus Reutlingen an, den Klassensieg einzufahren und gleichzeitig eine Mission zu erfüllen. Gemeinsam mit dem ehemaligen DTM-Fahrer Thomas von Löwis of Menar demonstriert der bekannte Künstler und passionierte Rennfahrer Smudo in einem „Bioconcept-Car“, dass sich Rennsport und Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Smudo und sein Team setzten dafür von Anfang an auf den Einsatz von nachhaltig produzierten heimischen Biokraftstoffen auf Basis von Raps. Eine Idee, die sich letztlich bis zum Verbraucher durchgesetzt hat, denn Biokraftstoffe sind als Beimischungskomponente in fossilen Kraftstoffen heute die mit Abstand wichtigste nachhaltige Kraftstoffalternative. Technisch aufwändige Lösungen wie Hybridantrieb und E-Mobilität kommen dagegen nur langsam voran. Außerdem ist die Frage der garantierten Nachhaltigkeit des benötigten Stroms im Gegensatz zur gesetzlichen Regelung bei Biokraftstoffen bislang völlig ungeklärt.

Das Four Motors-Team geht nach 13 Jahren mit rapsbasierten Biokraftstoffen im Tank in diesem Jahr mit einem Porsche Cayman GT4 und einer Bioethanolmischung gegen 200 Konkurrenten ins Rennen. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Smudo und sein Team Biokraftstoffe im Rennsport hoffähig gemacht haben. Und weil Biokraftstoffe, insbesondere reines Pflanzenöl und Biodiesel, auch abseits der Rennstrecke im wahrsten Sinne des Wortes „hoffähig“ sind, präsentieren Smudo und sein Team in diesem Jahr im Rahmen des 24h-Rennens ein außergewöhnlich spektakuläres Fahrzeug. Ein technischer Leckerbissen, der mit 263 PS und einem Drehmoment von gewaltigen 1.000 Nm die 200.000 Motorsportfans an der Strecke nicht nur mit technischen Daten, sondern mit schierer Größe beeindruckt. Denn bei der mattschwarzen „Special Edition“ handelt es sich um einen Warrior Großtraktor aus dem Haus DEUTZ-FAHR, der rapsbasierten Biokraftstoff auch in der Landwirtschaft „hoffähig“ macht.

Der Einsatz von reinen Biokraftstoffen ist derzeit in der Landwirtschaft noch ähnlich selten wie im Rennsport. Verantwortlich ist dafür im Fall von reinem Biodiesel in erster Linie der aktuell extrem niedrige Mineralölpreis, der den Einsatz von Biodiesel trotz Freigaben vieler Traktorhersteller für viele Landwirte wirtschaftlich unattraktiv macht. Wenn es um den Einsatz von reinem Pflanzenöl geht, sind es auch technische Gründe, die einem flächendeckenden Einsatz im Weg stehen. Speziell für die Verwendung von Pflanzenölen, hierzulande in erster Linie heimisches Rapsöl, konzipierte Traktoren und Umrüstangebote sind noch rar. Das Land Bayern arbeitet seit einigen Monaten mit einem eigenen Förderprogramm daran, die Angebotssituation zu verbessern.

Für Wolfgang Vogel, den Vorsitzenden der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), ist die weitere Verbreitung von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft aber nur eine Frage der Zeit. „Mittel- bis langfristig werden die Mineralölpreise steigen. Damit werden Biodiesel auf Rapsölbasis oder reines Rapsöl zu attraktiven Alternativen für die Landwirte. Das gilt insbesondere dann, wenn Landwirte einen regionalen Kreislauf aufbauen, der den Anbau von Raps, dessen Verarbeitung zu Öl und Eiweißfutter und den Einsatz in eigenen Fahrzeugen sowie der eigenen Tierhaltung umfasst“, so Vogel. Der Einsatz von Rapskraftstoffen ist dann ökonomisch attraktiv und gleichzeitig auch ökologisch sinnvoll. Gegenüber konventionellem Diesel werden mindestens 50 Prozent Treibhausgase eingespart. Und das unter Berücksichtigung aller Emissionen, die beim Anbau, der Verarbeitung und dem Transport entstehen.

Zwei Pluspunkte der Rapskraftstoffe gewinnen momentan zusätzlich immer stärker an Bedeutung. Sie betreffen nicht den Kraftstoff selbst, sondern das bei der Ölgewinnung anfallende Eiweißfutter. Da in Deutschland angebauter Raps grundsätzlich nicht gentechnisch modifiziert ist und die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln stark zunimmt, hat Rapseiweiß gegenüber importiertem Sojaschrot einen echten Mehrwert. Indirekt hat die Verwendung der hiesigen Futtermittelalternativen zudem auch positive Auswirkungen auf den Schutz der Regenwälder, die in Südamerika bereits allzu oft neuen Anbauflächen für Sojabohnen weichen mussten. Wolfgang Vogel nennt dazu eine beeindruckende Zahl: „Wir gehen davon aus, dass durch die Nutzung von Raps als heimischer Eiweißfutterquelle mehr als 1 Mio. Hektar Sojaanbau in Südamerika eingespart werden.“

Für alle, die es nicht selbst zum Rennen in die Eifel schaffen, noch ein Tipp: Smudos Team berichtet auf www.facebook.com/fourmotors am gesamten Rennwochenende live aus der „Grünen Hölle“.

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