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Emotionale Belastungen durch Legasthenie. Neuer Kurzfilm „I Wonder“ plädiert für mehr Akzeptanz und Offenheit

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. hat das Filmprojekt „I Wonder“ unterstützt, um Menschen mit Legasthenie Mut zu machen, offen damit umzugehen. Sehr einfühlsam zeigt der Kurzfilm, wie schwer das Leben mit einer Legasthenie sein kan

Menschen mit einer Legasthenie fühlen sich bis heute noch immer ausgegrenzt und missverstanden. Sie werden auf ihre Schwächen reduziert und können ihre Begabungen nur selten ausleben. Der Kurzfilm „I Wonder“, für den Olivia Nigl, Studentin der Hochschule Mainz, das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, greift dieses Problem sehr eindrucksvoll auf. Olivia Nigl hat selber eine Legasthenie und konnte sich so besonders gut in die emotionale Welt von Menschen mit einer Legasthenie einfühlen.

Vielen Menschen mit einer Legasthenie fällt es schwer, sich offen zu ihren Problemen im Lesen und/oder Rechtschreiben zu bekennen. Die vielen Niederlagen und Diskriminierungen in der Schulzeit, aber auch in der Ausbildung, im Studium oder im Beruf machen es für sie schwer, offen darüber zu sprechen. Würden sie mehr Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft erfahren, würde ihnen viel Leid erspart bleiben.

Der Kurzfilm „I Wonder“ versucht die verschiedenen Facetten im Leben von Menschen mit einer Legasthenie aufzuzeigen, indem er eine Schülerin bis ins Erwachsenenalter begleitet. Als Zuschauer spürt man den seelischen Druck, der auf der Schülerin liegt und der sie auch noch im Erwachsenenalter belastet. Erst als die junge Frau den Mut fasst, vor einem großem Publikum ihr Problem offen anzusprechen, fällt eine große Last von ihren Schultern und sie fühlt sich frei und stark. Unterschiedlich zu sein und unterschiedliche Begabungen zu haben, das steht für die Vielfalt unserer Gesellschaft. Legasthenie gehört zu dieser Vielfalt.

„Wir wünschen, dass es uns gelingt, mit diesem Film die Gesellschaft wach zu rütteln, damit sich Menschen mit einer Legasthenie angenommen fühlen und ihre Potenziale uneingeschränkt entwickeln können. Vielleicht sprechen Bilder mehr als Worte, insbesondere dann, wenn es mit so vielen Emotionen geschieht, wie in diesem Film“, sagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL.

Mit Unterstützung des BVL wurde das Projekt zusammen mit einem Team von über 50 Studenten, über 100 Statisten und Darstellern, darunter auch Kinder und Jugendliche sowie einigen Profi-Schauspielern realisiert. Der Film wurde von Spektrumfilm koproduziert und, zusätzlich zur finanziellen Förderung des BVL, mit den Geldern der Film und Medien Nachwuchsförderung Rheinland-Pfalz unterstützt. Die Jugendschauspielschule Scaramouche Academy in Wiesbaden unterstützte das Team u.a. bei der Suche nach jungen Darstellern und den erforderlichen Castings. Für die aussagekräftigen Bilder ist DOP Leander Xaver Kupferer verantwortlich. Den großen organisatorischen Aufwand bewältigte Produzentin Kim Müller. Das Bachelorabschluss-Projekt von Olivia Nigl wurde durch Professorin Katja Davar und Professor Olaf Hirschberg betreut.

Der BVL gratuliert allen Beteiligten zu dem beeindruckenden Film und bedankt sich für das große Engagement. Der Film ist jetzt öffentlich und kann über die Homepage des BVL www.bvl-legasthenie.de abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Thema Dyskalkulie sind im Internet unter https://www.bvl-legasthenie.de abrufbar.

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Über den Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.:

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. besteht seit über 45 Jahren und ist eine Interessenvertretung von Betroffenen und deren Eltern sowie von Fachleuten (Pädagogen, Psychologen, Ärzten, Wissenschaftlern und im sozialen Bereich Tätigen), die sich in Theorie und Praxis mit der Legasthenie und Dyskalkulie auseinandersetzen. Er trägt dazu bei, dass gesetzliche Grundlagen und wissenschaftliche sowie praktische Möglichkeiten der Hilfe in allen Bundesländern geschaffen und verbessert werden. Durch persönliche Beratung, Informationsschriften und Hinweise auf geeignete Literatur sollen die Eltern die Schwierigkeiten ihrer betroffenen Kinder besser verstehen lernen.

Der BVL fördert durch wissenschaftliche Kongresse und Veröffentlichungen die Forschung und den wissenschaftlichen Dialog unter Fachleuten aller beteiligten Disziplinen. Durch Informationen und Zusammenarbeit mit den Medien macht der BVL die Probleme von Menschen mit Legasthenie und Dyskalkulie bekannt.

Weitere Informationen: http://www.bvl-legasthenie.de

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Aufklärung zu Legasthenie und Dyskalkulie auf der Bildungsmesse didacta

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) informiert vom 19. – 23. Februar 2019 auf der didacta in Köln über die Ursachen der Lernstörungen Legasthenie und Dyskalkulie sowie die Möglichkeiten der binnendifferenzierten Förderung.

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie) ist auf der Bildungsmesse didacta vom 19. – 23. Februar 2019 in Bonn mit einem Informationsstand und zwei Vorträgen vertreten. Die didacta stellt für den BVL ein wichtiges Forum dar, um über die Themen Legasthenie und Dyskalkulie aufzuklären. Insbesondere Lehrerinnen und Lehrer stehen täglich vor der großen Herausforderung zu erkennen, welche Ursachen Lernstörungen bei Schülerinnen und Schülern haben. Der BVL bietet daher am 21.02.2019 in der Zeit von 15:00 – 15:45 Uhr einen Vortrag zum Thema: „Ursachen von Lernstörungen: Aktuelle wissenschaftliche Befunde“, an. Referentin ist PD Dr. Kristina Moll. Sie arbeitet als Psychologin in der Forschungsabteilung der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians Universität München.

Im Unterricht stellt sich immer wieder die Frage, wie kann ein Kind mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie individuell gefördert werden? Welche Förderansätze sind erfolgsversprechend und wie kann die Förderung schulisch bestmöglich umgesetzt werden? Zu diesen Fragestellungen hält Dr. Petra Küspert einen Vortrag: „Binnendifferenzierende Förderung im Lesen, Schreiben oder Rechnen: Möglichkeiten und Grenzen“. Dr. Petra Küspert wird dabei ihre Erfahrungen aus ihrer praktischen, lerntherapeutischen Tätigkeit sowie ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu den Bedingungsfaktoren des Schulerfolgs, der Prävention von Lese-Rechtschreibstörung und zum Aufbau mathematischer Kompetenzen mit den Zuhörern teilen. Der Vortrag findet am 22.02.2019 in der Zeit von 11:00 – 11:45 Uhr statt.

Der BVL möchte durch die Vorträge der ausgewiesenen Expertinnen mit dabei unterstützen, für gut 10% aller Schülerinnen und Schüler mit einer Legasthenie und/oder Dyskalkulie bessere Bildungschancen zu schaffen. Pädagogen müssen mehr Kenntnisse erhalten, wie sie fachkompetent auf die Belange der Schülerinnen und Schüler mit einer Lernstörung eingehen.

Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie erhalten Sie auf der didacta am Stand des BVL in Halle 7 (Gang D Nr. 004) oder im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de

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Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. besteht seit über 45 Jahren und ist eine Interessenvertretung von Betroffenen und deren Eltern sowie von Fachleuten (Pädagogen, Psychologen, Ärzten, Wissenschaftlern und im sozialen Bereich Tätigen), die sich in Theorie und Praxis mit der Legasthenie und Dyskalkulie auseinandersetzen. Er trägt dazu bei, dass gesetzliche Grundlagen und wissenschaftliche sowie praktische Möglichkeiten der Hilfe in allen Bundesländern geschaffen und verbessert werden. Durch persönliche Beratung, Informationsschriften und Hinweise auf geeignete Literatur sollen die Eltern die Schwierigkeiten ihrer betroffenen Kinder besser verstehen lernen.

Der BVL fördert durch wissenschaftliche Kongresse und Veröffentlichungen die Forschung und den wissenschaftlichen Dialog unter Fachleuten aller beteiligten Disziplinen. Durch Informationen und Zusammenarbeit mit den Medien macht der BVL die Probleme von Menschen mit Legasthenie und Dyskalkulie bekannt.

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Chancengleichheit bei Legasthenie durch Digitalisierung ist gescheitert

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.) kritisiert, dass das Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern zur Digitalisierung auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird.

Chancengleichheit bei Legasthenie durch Digitalisierung ist gescheitert

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„Die Digitalisierung ist ein sehr wichtiger Baustein in unseren Schulen, um Schüler*innen mit einer Legasthenie eine barrierefreie Aufnahme und Abgabe von Wissen zu ermöglichen“, sagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL. 5 bis 6 Prozent aller Menschen leiden trotz guter Begabung und regelmäßigem Schulbesuch an einer Lese-/Rechtschreibstörung, die auch als Legasthenie bezeichnet wird. Sie haben oftmals bis ins Erwachsenenalter massive Probleme, sinnentnehmend und flüssig zu lesen und auch das Verschriftlichen von Texten bereitet ihnen Schwierigkeiten. Sie scheitern damit häufig in allen Schulfächern, die grundlegende Fertigkeiten des Lesens und Schreibens voraussetzen. Die gesamte schulische und berufliche Ausbildung kann dadurch beeinträchtigt und zu einer starken seelischen Belastung werden.

Das Zeitalter der Digitalisierung ist eine große Chance für Schüler*innen mit einer Legasthenie, weil die technischen Hilfsmittel dabei unterstützen, die fehlenden Fertigkeiten zu kompensieren und begabungsgerechte Schulabschlüsse zu ermöglichen. „Die Rahmenbedingungen für Schüler*innen mit Legasthenie sind in den meisten Schulen katastrophal, weil es zu wenig qualifizierte Lehrkräfte für den Förderunterricht gibt und die technische Ausstattung der Schulen noch in den Kinderschuhen steckt“, bemängelt Scherle. „Wir sehen in der Digitalisierung die ganz große Chance für Schüler*innen mit Teilleistungsstörungen. Vor allem durch die Nutzung von technischen Hilfsmitteln wie Laptops mit Vorlesesoftware, Spracherkennungssoftware und Rechtschreibkorrektur kann es gelingen, dass die Schüler*innen nicht vom Wissen abgeschnitten werden“, erläutert die Bundesvorsitzende.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie setzt sich für die Chancengleichheit von Menschen mit Legasthenie und Dyskalkulie ein. Die Beratungsgespräche mit verzweifelten Eltern zeigen, dass den meisten Schüler*innen die Nutzung von technischen Hilfsmitteln im Unterricht sogar versagt wird, weil man darin immer noch eine Bevorzugung gegenüber den anderen Schüler*innen sieht. Die tägliche Diskriminierung von Schüler*innen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie wird dabei bewusst oder unbewusst in Kauf genommen. Würden alle Schüler*innen Zugang zur Digitalisierung erhalten, würde auch keine Missgunst entstehen und das Miteinander gefördert. Um die Kinder auf eine digitale Welt vorzubereiten, darf man heutzutage die Nutzung von digitaler Technik im Unterricht nicht mehr in Frage stellen.

„Wenn unsere Kinder schon keine adäquate Förderung in der Schule erhalten, dann müssen die Länder sie wenigstens mit den notwendigen technischen Hilfsmitteln ausstatten, was in anderen europäischen Ländern bereits gelebte Praxis ist. Uns fehlt jegliches Verständnis für diese Kompetenzrangeleien, der Föderalismus beschert uns schon heute 16 unterschiedliche schulrechtliche Regelungen für Schüler*innen mit Lese-/Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten. Wir wünschen uns bundesweit einheitliche Regelungen für die betroffenen Kinder und nicht so ein Flickwerk, wie wir es aktuell vorfinden. Chancengleichheit muss in allen Bundesländern in gleicher Weise ermöglicht werden. Das Voranschreiten der Digitalisierung ist hierfür ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Politik muss handeln und das unverzüglich!“, fordert Tanja Scherle.

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Keine Lehrer, keine Förderung, keine Bildungsperspektiven

Die Deutsche Kinderhilfe fordert gemeinsam mit dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) einen Richtungswechsel in der Bildungspolitik. Förderung und Nachteilsausgleiche müssen trotz des dramatischen Lehrermangels ermöglicht werden.

Keine Lehrer, keine Förderung, keine Bildungsperspektiven

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Zum 3. Mal wird am 30.09.2018 der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie ausgerufen, um deutlich zu machen, dass für Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie in der Bildung noch viel getan werden muss. Die Situation für die betroffenen Kinder verschärft sich immer mehr, da nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes 40.000 Lehrkräfte fehlen. 30.000 Stellen wurden mit Quereinsteigern besetzt und 10.000 Lehrerstellen seien unbesetzt. Insbesondere den Grundschulen fehlen die Lehrkräfte. „Quereinsteiger sind nicht die Lösung in unserem Bildungssystem, da insbesondere in der Grundschule die Fertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens vermittelt werden. Dafür bedarf es einer hohen pädagogischen Qualifikation, um den Kindern eine gute Startchance zu geben“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.

Schon heute scheitern viele Schulen daran, ausreichende personelle Ressourcen für eine qualifizierte Förderung von Kindern bereitstellen zu können. Viele Regelstunden fallen aus und so ist es kaum noch möglich, Kinder individuell zu fördern. „Die Kultusministerien haben sich bei der Planung der Lehrerstellen deutlich verschätzt und gefährden damit insbesondere die Zukunft von Kindern mit individuellem Förderbedarf. Daher gilt es, schnellstmöglich die Fehler der Vergangenheit zu heilen“, fordert Rainer Becker, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe. „Man muss neue Wege gehen und qualifizierte Lerntherapeuten zur Förderung in die Schule holen, um so die prekäre Lehrersituation zu entspannen. Die Schulen müssen hierfür finanziell ausreichend ausgestattet werden, denn man darf nicht länger zusehen, wie Kinder in der Schule scheitern, weil sie keine Förderung erhalten“, sagt Becker.

Es fehlen zusätzlich bis heute in den Ländern wirksame schulrechtliche Regelungen für Schülerinnen und Schüler mit einer Legasthenie und Dyskalkulie. Insbesondere bei der Dyskalkulie haben nur wenige Länder Erlasse oder Verwaltungsvorschriften. In den meisten Fällen enden diese schon mit der 4. Klasse. „Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie benötigen dringend Nachteilsausgleiche über die gesamte Schul- und Ausbildungszeit. Hier ist die Bildungspolitik aufgerufen, die dringend notwendigen schulrechtlichen Regelungen zu schaffen“, sagt Sczygiel. „Wenn unsere Kinder schon keine oder keine ausreichende Förderung in den Schulen erhalten, dann sollten sie zumindest durch einen Nachteilsausgleich eine Chancengleichheit in unserem Bildungssystem erhalten“, so Sczygiel.

Der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30.09.2018 soll dabei helfen, mehr Bewusstsein für die Belange der betroffenen Kinder und Familien zu schaffen. Die gemeinsame Kampagne der Deutschen Kinderhilfe und des BVL „Bessere Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie!“ soll dazu beitragen, die Chancen in unserem Bildungssystem zu verbessern, damit Kinder schulisch unterstützt und nicht „aussortiert“ werden.

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Wie diagnostiziert und behandelt man eine Dyskalkulie?

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie) begrüßt, dass die S3-Leitlinie endlich wissenschaftlich fundierte, einheitliche Standards in der Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung (Dyskalkulie) schafft.

Wie diagnostiziert und behandelt man eine Dyskalkulie?

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„Seit Jahrzehnten warten Menschen mit einer Dyskalkulie vergeblich darauf, dass die Dyskalkulie genauso wie die Legasthenie in der Schule, Ausbildung und im Studium anerkannt wird. Jetzt ist eine wichtige Grundlage für die Anerkennung entstanden“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.

3 bis 6 Prozent aller Menschen leiden trotz guter Begabung und regelmäßigem Schulbesuch an einer Rechenstörung, die auch Dyskalkulie genannt wird. Die Betroffenen verstehen die Bedeutung von Zahlen nicht und Mengen werden falsch erfasst. Rechenoperationen wie Addition und Division misslingen trotz intensiven Übens. Sie scheitern im Mathematikunterricht, können Anforderungen im Beruf und Alltag nicht immer erfüllen und entwickeln nicht selten als Folge massive Ängste und Depressionen.

Bisher wird die Dyskalkulie selten diagnostiziert, die Betroffenen bekommen kaum Hilfen. Erstmals wurde nun eine S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung entwickelt, die aufzeigt, wie die Diagnostik durchgeführt werden soll und mit welchen Methoden Menschen mit einer Rechenstörung geholfen werden kann. Die Empfehlungen der Leitlinie gelten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mit der aktuell im März 2018 veröffentlichten S3-Leitlinie zur Rechenstörung liegen erstmals klare und fächerübergreifende Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Rechenstörung vor. Die Leitlinie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (DGKJP) initiiert und von 20 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik, Medizin, Didaktik und Lerntherapie konsentiert.

Der Leitlinie wird erstmals am 16.03.2018 auf der Tagung „Dyskalkulie – von der Wissenschaft in die Praxis“ der Öffentlichkeit von 10:00 bis 17:00 Uhr vorgestellt (Großer Hörsaal der Physiologie (Pettenkoferstr. 14, 80336 München). Informationen zum Programm, zur Anmeldung sowie den Tagungspreisen unter www.bvl-legasthenie.de/tagung-bayern.html

Die Leitlinie steht kostenlos zum Download auf den Websites der AWMF, der DGKJP, des BVL sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München zur Verfügung.

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Warum Lesen manchen Kindern so schwer fällt

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) sieht seine Forderungen zu mehr Bildungsgerechtigkeit durch die IGLU-Studie bestärkt.

Warum Lesen manchen Kindern so schwer fällt

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Auch in diesem Jahr werden viele Kinder Bücher unterm Weihnachtsbaum finden, die sie selber nie lesen werden. Eltern wissen, wie wichtig das Lesen für ihre Kinder ist und versuchen, das Interesse am Lesen durch Buchgeschenke zu fördern. Doch von einigen Kindern werden diese Bücher nie gelesen; nicht, weil ihnen das Interesse am Inhalt fehlt, sondern weil das Lesen so mühsam ist, dass sie keinen Spaß am Lesen entwickeln. Die Ergebnisse der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) 2016 zeigen, dass man in Deutschland deutlich mehr tun muss, um den Kindern die wichtige Kulturtechnik des Lesens beizubringen. Viele OECD-Staaten haben Deutschland überholt und es ist ihnen gelungen, die Leseleistungen im Grundschulbereich zu verbessern.

„Mir wurde erst bei den Mathematikhausaufgaben klar, dass meine Tochter noch gar nicht sinnentnehmend lesen kann. Sie hatte große Mühe, die Aufgabenstellung zu erlesen und so konnte sie sich gar nicht auf den Inhalt konzentrieren“, sagt die Mutter von Marie (4. Klasse). Der BVL hört diese Aussagen sehr häufig bei Beratungsgesprächen, denn es fehlt oftmals in der Schule, aber auch zu Hause, die Zeit, mit den Kindern gemeinsam zu lesen. So fällt es bei einigen Kindern erst sehr spät auf, dass sie nicht richtig lesen können.

„Insbesondere Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung erhalten in den Schulen zu wenig gezielte Förderung“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL. „Die Erwartung der Schulen, dass Eltern intensiv mit ihren Kindern üben, löst das Problem nicht, da Deutschland weiterhin zu den Staaten gehört, in denen die sozialbedingten Leistungsunterschiede am höchsten ausfallen. Nicht alle Eltern sind in der Lage, ihre Kinder zu fördern, deshalb müssen die Schulen aktiv werden“, fordert Sczygiel.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. (BVL) sieht es in der Verantwortung der Schulen, gezielt mehr Ressourcen einzuplanen, um Kinder intensiver zu fördern. Insbesondere für Kinder mit einer Legasthenie fehlen bis heute qualifizierte Förderkräfte, die diese Kinder schulisch unterstützen. Dass die Ursache dieser lang andauernden Beeinträchtigungen im Lesen auch eine Legasthenie sein kann, wird oftmals viel zu spät erkannt. Der BVL rät daher Eltern, regelmäßig mit ihren Kindern zu lesen und sich bei Auffälligkeiten Rat beim BVL zu holen, wie das Kind bestmöglich unterstützt werden kann. Eine frühzeitige Diagnostik einer Legasthenie kann viel Leid ersparen.

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Vom „Trendwatching“ zum „Trendsetting“

Ingenics beim 34. Deutschen Logistik-Kongress der BVL

Vom "Trendwatching" zum "Trendsetting"

Trend-Watching meets Kundenkontakt: Maj-Britt Pohlmann (Mitte) (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm/Berlin) – Beim diesjährigen Deutschen Logistik-Kongress beobachtete Maj-Britt Pohlmann, Associate Partner und Manager Industry der Ingenics AG, die für alle Logistik 4.0-Entwicklungen bei Ingenics verantwortlich ist, in erster Linie die Trends, die im Zusammenhang mit der digitalen Transformation Prozesse und Technologien, Organisation und Kultur in der Branche prägen werden. Im mit 170 Ausstellern gut besetzten Messebereich präsentierten Maj-Britt Pohlmann und ihre Kollegen außerdem das Ingenics Intralogistics Cockpit 4.0, ein anwenderorientiertes Werkzeug zur Überwachung, Analyse und Steuerung von Intralogistikprozessen aus einer Hand und auf einen Blick.

Der jährlich in Berlin stattfindende Deutsche Logistik-Kongress gehört zu den wichtigsten europäischen Branchentreffs zum Thema Logistik und Supply Chain Management. Zu seiner 34. Auflage im Herbst 2017 reisten 3.400 Teilnehmer aus 40 Ländern an, wobei die deutschen Besucher – überwiegend Entscheider auf der Geschäftsführungsebene – in der Überzahl waren. Die Kombination aus hochkarätigen Vorträgen, Diskussionsforen und einem attraktiven Messebereich mit 170 Ausstellern in den Kongresshotels InterContinental und Pullman Schweizerhof erfreut sich weiterhin wachsender Beliebtheit. Der Appell der veranstaltenden Bundesvereinigung Logistik BVL, sich der digitalen Welt entschlossen zu öffnen, spiegelte sich nicht zuletzt im Motto „Neues denken – Digitales leben“ wieder. „Wir haben die praktische Aufgabe, die Prinzipien der digitalen Wirtschaft zu leben und das technisch Machbare umzusetzen. Digitalisierung ist keine Fortführung des Status quo auf einer höheren Technologiestufe, sondern der Wechsel im Denken und Agieren: schneller, mutiger, kundenzentrierter und kollaborativer“, so die BVL.

Anwendungsfälle werden konkret und relevant

„Die Anwendungsfälle werden inzwischen so konkret und relevant, dass sich die Trends für die kommenden Jahre klar abzeichnen“, sagt Maj-Britt Pohlmann. „Im Wesentlichen lassen sich die Trends den Bereichen Geschäftsmodell, Prozesse und Kultur zuordnen. Der Bereich der Geschäftsmodellinnovationen wird beim diesjährigen Kongress von Plattformlösungen dominiert.“

Wie der Geschäftsführer der Axel Springer hy GmbH, Christoph Keese, in Berlin feststellte, müssen Geschäftsmodellinnovationen „Nervereien erkennen und sie abschaffen“, um erfolgreich zu sein. Im Bereich der Prozesse war das Thema der intelligenten Datennutzung allgegenwärtig. Vorträge über Big Data und Deep Learning zeigten erfolgreiche Anwendungsfälle dieser Technologien und auch das aufstrebende Thema Blockchain fand großes Interesse. Als über die Verknüpfung von hoher Datensicherheit und Informationstransparenz in Echtzeit (potenziell weiter direkt verknüpft mit den Zahlungsströmen) diskutiert wurde, war der Vortragsraum bis auf den letzten Stehplatz gefüllt.

„Damit kann die Informationsqualität auf das nächste Level gehoben werden“

Für Ingenics war der Kongress damit das ideale Forum, um eine der wichtigsten Innovationen im Logistikbereich zu präsentieren: „Mit dem Ingenics Intralogistics Cockpit 4.0 bieten wir Kunden aus Industrie, Handel und Logistik alle Vorteile eines anwenderorientierten Werkzeugs zur Überwachung, Analyse und Steuerung von Intralogistikprozessen aus einer Hand und auf einen Blick“, erklärt Maj-Britt Pohlmann. „Ein entscheidender Vorzug dieses modular aufgebauten Visualisierungs- und Steuerungs-Tools ist, dass die innovative Business Intelligence-Lösung auch für Unternehmen geeignet ist, die noch am Anfang der digitalen Transformation ihrer Logistikprozesse stehen.“ Neben der Visualisierung der vorhandenen Informationen, unterstützt Ingenics den Kunden auch bei der Befähigung seiner Systeme, also beim Stammdatenmanagement als Basis für jegliche Digitalisierung, beim Lean Data Management zur Definition der relevanten Datenströme und bei der Gewinnung zusätzlicher Informationen durch Sensorik. „Damit kann die Informationsqualität auf das nächste Level gehoben werden“, so Maj-Britt Pohlmann.

Die hohe Bedeutung der gezielten Visualisierung von Informationen unterstreicht Martijn Lofvers, CEO & Chief Trendwatcher des Magazins Supply Chain Movement aus den Niederlanden: „Die Visualisierung von Informationen ist die Basis für das Storytelling, die kontextabhängige Zusammenführung von Informationen und Erklärung der Geschichte mit nur einem Bild. Wir haben die Einflussfaktoren und Herausforderungen der Supply Chain eines multinationalen Unternehmens in einer visuellen Mindmap auf einem Din A3 Blatt zusammengefasst – dem Top Management war sofort klar, welche Hauptstellschrauben akut verändert werden mussten.“

Neben dem IT-Schwerpunkt im Bereich der Prozesse wurden auch Lagertechnik-Innovationen wieder intensiv diskutiert. Der zweite Platz des Kommissionierroboters von Magazino beim Deutschen Logistik Preis macht deutlich, dass sich viele Unternehmen Gedanken über die weitere Prozessautomatisierung machen. „Hier sollte jedes Unternehmen individuell prüfen, welche Technologie einen hohen wirtschaftlichen Nutzen mit sich bringt, die Nachfrage nach Unterstützung im Dschungel der Transport- und Kommissioniertechnologien steigt laufend“, so Maj-Britt Pohlmann.

„Exakt die Themen, mit denen wir uns intensiv beschäftigen“

Bei aller technologischen Orientierung blieb auch der Mensch im Blickfeld des Kongresses. So berichteten viele Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Start-ups, um Innovationskultur ins Unternehmen zu bringen oder über die Weiterentwicklung ihrer Arbeitsorganisation, um neuen Anforderungen gerecht zu werden. Auch Ingenics beschäftigt sich intensiv mit allen Aspekten des Themas Arbeiten 4.0 – von der Arbeitsorganisation und Kommunikation bis zum Arbeitsplatz der Zukunft.

Beim Thema Logistik 4.0 gelte, was die Ingenics AG ihren Kunden stets nahelegt, betont Maj-Britt Pohlmann: „Wir raten immer konsequent dazu, auf neue Trends nicht nur zu reagieren, sondern Entwicklungen selbst aktiv zu gestalten.“ In diesem Sinne hatte sich auch Alt-Bundespräsident Joachim Gauck als Ehrengast der Gala am ersten Abend des Kongresses geäußert und geraten, sich nicht von der Technik überwältigen zu lassen, sondern sich mutig für neue Formen der Arbeit kompetent zu machen. Entsprechend Maj-Britt Pohlmanns Fazit: „Die Kernfragen, die von den Unternehmen gestellt und im Rahmen der Digitalisierung vor allem durch vernetzte Nutzung der vorliegenden Informationen gelöst werden können, betreffen Kapazitätsplanung und optimierte Nutzung, Ressourcenplanung und optimierte Auslastung sowie Prozesssicherheit bei hoher Komplexität in den Prozessen – das sind exakt die Themen, mit denen wir uns seit Jahren intensiv beschäftigen.“

Über Ingenics
Ingenics ist eine internationale Beratung für Produktion, Logistik, Organisation und Digitalisierung mit weltweiten Standorten und mehr als 35 Jahren Erfahrung am Markt. Der Fokus liegt auf den Feldern Management Beratung, Fabrikplanung, Logistikplanung und Effizienzsteigerung.
Als eines der ersten Consultingunternehmen hat sich Ingenics eine dezidierte Industrie 4.0-Expertise erarbeitet und in Kooperation mit renommierten Forschungseinrichtungen zukunftsweisende Lösungen für Industrie 4.0-Anwendungen in der Wirtschaft entwickelt.

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Nicht erkannt – nicht gefördert – kein Schulabschluss!

Die Deutsche Kinderhilfe weist gemeinsam mit dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) auf einen Missstand in unserem Schulsystem hin, der Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie in ihren Bildungschancen deutlich einschränkt.

Nicht erkannt - nicht gefördert - kein Schulabschluss!

Logo BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.)

Zum zweiten Mal wird am 30.09.2017 der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie ausgerufen, um deutlich zu machen, dass für die betroffenen Kinder in der Bildung noch viel getan werden muss. Die gemeinsame Kampagne der Deutschen Kinderhilfe und des BVL „Bessere Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie!“ soll helfen, die Chancen in unserem Bildungssystem zu verbessern, damit Kinder schulisch unterstützt und nicht „aussortiert“ werden.

Nach der aktuellen Caritas-Studie haben 5,9 % der Schulabgänger keinen Schulabschluss. Viele Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie erreichen zwar einen Abschluss, aber in den meisten Fällen liegt dieser deutlich unter ihrem Begabungsniveau. „In der neuen Legislaturperiode müssen dringend mehr Anstrengungen in der Bildungs- und Schulpolitik unternommen werden, insbesondere im Hinblick auf individuelle Förderung und Inklusion. Hier bedarf es auch mehr Investitionen vom Bund. Das Kooperationsverbot muss für den Schulbereich gelockert werden, damit der Bund mehr Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für die Schulen anbieten kann“, fordert Rainer Becker, Vorstand der Deutschen Kinderhilfe.

Bis heute gelingt es den Schulen nicht ausreichend, die von einer Legasthenie oder Dyskalkulie betroffenen Kinder zu erkennen und zu fördern. Der Lehrermangel und die fehlende Förderqualifikation der Lehrkräfte macht es vielen Schulen schwer, individuelle Förderkonzepte auszuarbeiten und umzusetzen. In der OECD-Studie von 2017 zeigt sich deutlich, dass sich Lesekompetenz und alltagsmathematische Kompetenz durch Bildung steigern lassen. Hohe Kompetenzen in diesen Fertigkeiten spielen eine wichtige Rolle bei der Erreichung besserer gesamtgesellschaftlicher Ergebnisse. Die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen der aktuell fehlenden Unterstützung sind immens, denn ca. 10 % aller Schülerinnen und Schüler sind von einer Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen. Wertvolle Potenziale werden verschenkt, wenn man die Stärken der Kinder nicht erkennt, nicht fördert und sie seelisch krank macht.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum es in Deutschland immer noch möglich ist, die Schule ohne Schulabschluss oder als Analphabet zu verlassen. Das Armutsrisiko von Kindern mit keinem oder niedrigem Bildungsabschluss ist immer noch deutlich erhöht“, sagt Christine Sczygiel, Vorsitzende des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie. „Insbesondere sozial schwache Familien werden allein gelassen, weil sie außerschulische Therapien nicht finanzieren können. Der boomende Nachhilfemarkt ist ein Zeichen für das Versagen unseres Schulsystems. Pädagogen müssen schnellstmöglich besser qualifiziert werden, um Kinder bei Lernproblemen zu unterstützen. Es müssen neue Schulkonzepte her, die gut qualifizierte Lerntherapeuten in den Schulbetrieb einbinden. Kinder und Familien mit ihren Problemen allein zu lassen, ist nicht mehr länger hinnehmbar“, beklagt Sczygiel.

Der Bildungsmonitor 2017 zeigt, dass es bundesweit kaum Fortschritte in den Bildungssystemen gibt und bei wichtigen Indikatoren sogar Rückschritte zu verzeichnen sind. Der Anteil leseschwacher Schüler hat sogar zugenommen. Die Bildungsarmut unter jungen Erwachsenen dürfte in den kommenden Jahren steigen. Dies gibt Anlass zur Sorge, besonders in Bezug auf die Chancen- und Teilhabegerechtigkeit. Deutschland investiert 4,2 % seines Bruttoinlandsproduktes in Bildungsinstitutionen, das liegt deutlich unter dem OECD Mittel von 4,8 %. „Uns fehlen heute schon Fachkräfte und wir schöpfen das Potenzial von Kindern mit einer Legasthenie und Dyskalkulie nicht aus. Der Staat muss in die Zukunft investieren und betroffene Kinder bereits in der Schule frühzeitig und qualifiziert fördern“, sagt Rainer Becker von der Deutschen Kinderhilfe.

Der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30.09.2017 soll dabei helfen, mehr Bewusstsein für die Belange der betroffenen Kinder und Familien zu schaffen. Die Öffentlichkeit muss sich diesem Thema verstärkt annehmen, denn es hat eine hohe gesellschaftspolitische Bedeutung. Deutschland darf im Vergleich zu anderen OECD-Staaten nicht weiter abrutschen und darf sich kein Armutszeugnis ausstellen, indem es dabei zusieht, wie unser Schulsystem Analphabeten produziert und Kinder ohne Schulabschluss entlässt.

Die Deutsche Kinderhilfe plant gemeinsam mit dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) am 26.04.2018 eine Expertenrunde, um Lösungsstrategien zu erarbeiten, wie den betroffenen Kindern schnellstmöglich geholfen werden kann, damit der Missstand in unserem Bildungssystem nicht weiter aufgeschoben wird.

Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de abrufbar.

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Über den Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.:

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. besteht seit über 30 Jahren und ist eine Interessenvertretung von Betroffenen und deren Eltern sowie von Fachleuten (Pädagogen, Psychologen, Ärzten, Wissenschaftlern und im sozialen Bereich Tätigen), die sich in Theorie und Praxis mit der Legasthenie und Dyskalkulie auseinandersetzen. Er trägt dazu bei, dass gesetzliche Grundlagen und wissenschaftliche sowie praktische Möglichkeiten der Hilfe in allen Bundesländern geschaffen und verbessert werden. Durch persönliche Beratung, Informationsschriften und Hinweise auf geeignete Literatur sollen die Eltern die Schwierigkeiten ihrer betroffenen Kinder besser verstehen lernen.

Der BVL fördert durch wissenschaftliche Kongresse und Veröffentlichungen die Forschung und den wissenschaftlichen Dialog unter Fachleuten aller beteiligten Disziplinen. Durch Informationen und Zusammenarbeit mit den Medien macht der BVL die Probleme der Legastheniker und Dyskalkuliker bekannt.

Weitere Informationen: http://www.bvl-legasthenie.de

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Sitzenbleiben ist bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie keine Lösung

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) empfiehlt Eltern und Pädagogen, Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie nicht zusätzlich durch ein Sitzenbleiben seelisch zu belasten.

Sitzenbleiben ist bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie keine Lösung

Logo Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL)

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL) erhält aktuell viele Anfragen von Eltern, die sich Rat holen, weil ihre Kinder wegen einer Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) oder Dyskalkulie (Rechenstörung) sitzen bleiben. Die betroffenen Kinder haben meist keine individuelle Förderung und keinen Nachteilsausgleich wegen ihrer Beeinträchtigung erhalten und die Schule scheint mit der Situation überfordert zu sein. „Die Mathematiklehrerin meiner Tochter teilte mir mit, dass Nadine sich nicht am Unterricht beteiligt und auch bei den Klassenarbeiten versagt. Trotz der zusätzlichen Arbeitsblätter zeige sie keine Fortschritte und solle deshalb die Klasse wiederholen“, beklagt Nadines Mutter. Die Lehrerin habe ihr gesagt, sie kenne sich mit Dyskalkulie nicht aus und wüsste auch nicht, wie man Nadine, die in die 3. Klasse kommen würde, helfen könne. Daher sei eine Klassenwiederholung der beste Weg, um mehr Zeit zu gewinnen, den Schulstoff der 2. Klasse in Mathematik zu wiederholen. „Meine Tochter sitzt weinend in ihrem Zimmer und ist mit ihren 8 Jahren total verzweifelt. Wir fühlen uns von der Schule allein gelassen und fragen uns, was eine Klassenwiederholung bringen soll, wenn Nadine in der Schule nicht gefördert wird“, so die Mutter.

Der BVL rät Eltern, frühzeitig mit der Schule in den Austausch zu gehen und mit der Schulleitung ein Gespräch zu führen, um zu klären, welche Maßnahmen die Schule einleiten kann, um Schülerinnen und Schülern mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie nachhaltig zu helfen. Die Schule hat den Auftrag, den Kindern das Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen und sollten sich dabei besondere Schwierigkeiten zeigen, so ist gemeinsam mit den Eltern zu besprechen, wie das Kind unterstützt werden kann. Die seelische Belastung, die ein Kind täglich im Unterricht erfährt, wenn es trotz guter Begabung den Unterrichtsstoff nicht richtig verarbeiten kann, ist extrem hoch. Ca. 40% aller betroffenen Kinder leiden unter psychosomatischen Folgeerkrankungen. Nur durch eine gezielte Förderung, einen anforderungsgerechten Nachteilsausgleich und Verständnis können die betroffenen Kinder seelisch stabil bleiben.

Wenn das Kind nicht aufgefangen wird, weil man sein Problem nicht erkennt oder es nicht ausreichend unterstützt, sondern es zusätzlich noch durch ein gutgemeintes Sitzenbleiben straft, dann bricht für viele Kinder und Eltern eine Welt zusammen. Das Fatale an der Situation ist, dass das Kind im Wiederholungsjahr meist nicht anforderungsgerecht gefördert und unterstützt wird, weil man hofft, dass die reine Stoffwiederholung ausreichend ist. „Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie benötigen eine qualifizierte Förderung, aber leider sind Pädagogen dafür oftmals nicht ausreichend ausgebildet und werden mit der schwierigen Situation allein gelassen. Wir fordern daher eine Zusammenarbeit mit gut qualifizierten Therapeuten, die in die Schule eingebunden werden, um auch die Lehrkräfte zu entlasten und den Kindern endlich die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL. „Sitzenbleiben ist keine Lösung, sondern verschärft zusätzlich die Situation für das Kind“, bedauert Sczygiel. Eltern und Pädagogen sollten sich zur Beratung an den BVL wenden, der helfen kann, gute Wege im Umgang mit der Problematik zu finden.

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19. BVL-Kongress Legasthenie und Dyskalkulie: Interdisziplinäre Zusammenarbeit der Pädagogik, Psychologie und Medizin kann erfolgreich gelingen

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) hat mit seinem 19. BVL-Kongress in Würzburg gezeigt, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Entwicklung diagnostischer und therapeutischer Verfahren bei Legasthenie oder Dyskalkulie ist.

19. BVL-Kongress Legasthenie und Dyskalkulie: Interdisziplinäre Zusammenarbeit der Pädagogik, Psychologie und Medizin kann erfolgreich gelingen

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Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. hat in Kooperation mit der Universität Würzburg vom 17. – 19. März 2017 seinen 19. Bundeskongress Legasthenie und Dyskalkulie durchgeführt. Über 800 Teilnehmer/innen sind der Einladung gefolgt und haben Informationen zu den Themen „Erkennen, Fördern und Fordern“ mitgenommen.

„Der Kongress hat eindrucksvoll gezeigt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit der Pädagogik, Psychologie und Medizin erfolgreich gelingen kann, um wirksame und zuverlässige diagnostische und therapeutische Verfahren bei der Lese- und/oder Rechtschreibstörung sowie der Rechenstörung zu entwickeln“, sagt Prof. Gerd Schulte-Körne, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses. „Mit der Veröffentlichung der S3-Leitlinien zur Diagnostik und Förderung bei der Lese-und/oder Rechtschreibstörung und der Rechenstörung sind neue Maßstäbe für eine zielgerichtete und nachhaltige Diagnostik und Förderung gelegt worden“, betont Schulte-Körne. Viele Eltern und Betroffene erleben es im Alltag leidvoll, dass sie mit ihren Problemen in der Schule, Ausbildung oder Studium allein gelassen werden. Insbesondere die Diagnostik erfolgt zu spät und in manchen Fällen leider gar nicht. Für den BVL ist es daher eine große Herausforderung, alle Verantwortlichen umfassend über die Diagnostik und Förderung bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie aufzuklären. „Wir sind ganz begeistert, dass wir so viele Lehrerinnen und Lehrer sowie wichtige Vertreter der Bildungspolitik in Würzburg begrüßen durften, um unsere Anliegen weiter zu geben“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.

Der BVL hat auf dem Kongress zum 6. Mal junge Forscherinnen und Forscher mit dem „Wissenschaftspreis des BVL“ ausgezeichnet. Damit soll die wissenschaftliche Forschung in den Bereichen Grundlagenforschung, Diagnostik, Prävention und Therapie gefördert werden. Die Preisträger sind

Dr. Irene M. Corvacho del Toro, Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache, Universität Frankfurt mit ihrer Arbeit: Zur qualitativen Rechtschreibfehleranalyse und einer schriftsystematischen lernförderlichen Behandlung der Rechtschreibstörung,
Dr. Bettina Multhauf, Erfurt, mit ihrer Promotionsarbeit an der Universität Hildesheim mit dem Thema: Elternberatung in der Therapie von Lese- und Rechtschreibstörungen sowie
Dr. Ursula Fischer, Regensburg, mit ihrer empirischen Arbeit am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen mit dem Thema: Erkennen von Rechenschwäche durch LehrerInnen und Testungen im Klassenverband.

„Wie wichtig es ist, die Lese- und/oder Rechtschreibstörung sowie Rechenstörung nicht nur als eine Störung des Grundschulalters, sondern der gesamten Lebensspanne, zu verstehen, hat der Kongress eindrücklich dargelegt“, sagt Schulte-Körne. Der BVL vertritt nicht nur die Interessen von Schulkindern, sondern auch von Erwachsenen.

Der nächste BVL-Kongress findet wieder in drei Jahren statt. Nähere Informationen zum Kongress sind auf der BVL-Startseite http://www.bvl-legasthenie.de oder unter http://www.bvl-legasthenie.de/bundesverband/bundeskongress.html abrufbar.

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