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Pressemitteilungen

Copernicus präsentiert den European State of the Climate

Ein umfassender Überblick über das Klima im Jahr 2018

Heute stellt der Copernicus Climate Change Service (C3S) neueste Ergebnisse über das Jahr 2018 in seinem jährlich erscheinenden European State of the Climate vor. C3S wird im Auftrag der Europäischen Union vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) implementiert. Mit zahlreichen relevanten Klimaindikatoren wird ein Überblick über das Klima des letzten Jahres im Kontext des Klimawandels gegeben.

Trend bestätigt: Erderwärmung schreitet weiter voran

Der European State of the Climate zeigt, dass 2018 eines der drei wärmsten Jahre Europas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Alle Jahreszeiten waren überdurchschnittlich warm, der Sommer 2018 sogar der Wärmste aller Zeiten mit 1,2 °C über dem Durchschnitt.

Somit bestätigt auch das Jahr 2018 den Wärmetrend der letzten 40 Jahre. In Nord- und Zentraleuropa herrschte von Ende Frühling bis in den Herbst hinein ungewöhnlich warmes Wetter, mit den höchsten gemessenen Temperaturen seit mindestens 1950.

Lang andauernde Wetterereignisse in Europa

Nord- und Zentraleuropa erlebte zudem eine langanhaltende Dürre. Saisonaler Niederschlag war sowohl im Frühling, Sommer und Herbst bis zu 80 % unter Normalwert. Die Dürrephase erstreckte sich über die gesamte Vegetations- und Erntezeit und führte zu landwirtschaftlichen Verlusten, Einschränkungen in der Wasserversorgung und niedrigen Wasserständen in Flüssen. Im Gegensatz dazu erlebten einige Gebiete in Südeuropa den bisher feuchtesten Frühling und Sommer ihrer Geschichte.

Mehrere Kältephasen trafen Europa zu Beginn des Jahres 2018, die nahezu den gesamten Kontinent befielen. Februar und März waren die beiden einzigen Monate, in denen Temperaturen europaweit unter dem Durchschnitt lagen. Dabei gab es heftigen Schneefall in großen Teilen Europas, inklusive Großbritannien.

Die Anzahl extremer Niederschläge lag im letzten Jahr in Europa deutlich unter dem Durchschnitt, dennoch sind verschiedene spezifische Wettereignisse hervorzuheben: Eines davon war Ex-Hurricane Leslie, der im Oktober auf die Iberische Halbinsel traf und als stärkster Sturm in der Region seit 1842 in die Geschichte einging. Er führte zu kräftigem Niederschlag und Überschwemmungen in Nordspanien und Südwestfrankreich. Durch zeitweise heftige Regenfälle gab es zudem Anfang des Jahres 2018 in Paris schlimme Überschwemmungen.

Auswirkungen der warmen und trockenen Klimabedingungen

Mit den Temperaturen stiegen auch die Sonnenstunden. Teile von Zentral- und Nordeuropa hatten bis zu 40 % mehr Sonnenstunden als gewöhnlich. Deutschland erlebte 2018 sein sonnigstes Jahr aller Zeiten. In Südeuropa hingegen gab es durchschnittlich weniger Sonnenstunden.

Die Auswirkungen auf Gletscher waren enorm. Die europäischen Alpen erlitten den größten Umfangverlust. Zudem stiegen die Wassertemperaturen europäischer Seen auf die höchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen 1995. Die Waldbrandgefahrenstufe war in vielen Teilen Nordeuropas überdurchschnittlich hoch, vor allem in Skandinavien und um die Nordsee. Die Waldbrände in Schweden wurden als die Schwerwiegendsten der Neuzeit deklariert. Als Folge der Waldbrände herrschten in Nordeuropa im Jahresdurchschnitt die höchsten Emissionswerte seit mindestens 2003.

Seit Beging der satellitengestützten Überwachung des Meereises trat im Winter 2018 zum ersten Mal eine größere offene Wasserfläche, genannt Polynya, im Norden Grönlands auf. Insgesamt bestätigt sich der Trend einer unterdurchschnittlich großen Meereisfläche in der europäischen Arktis. Damit zusammenhängend herrschten dort meist überdurchschnittlich hohe Temperaturen in nahezu allen Monaten des Jahres 2018. Im Sommer schmolz das Meereis um 30 % mehr als das langfristige Mittel.

Die Übersicht beinhaltet auch Daten über die drei Haupttreibhausgase – Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Es zeigt sich, dass die geschätzten globalen Strömungen von reinen Treibhausgasen in die Atmosphäre in den letzten Dekaden gestiegen sind. Dieser Trend setzte sich auch 2018 fort.

Kostenlose, nutzerfreundlich-aufbereitete und aktuelle Klimainformationen

Seit bereits 5 Jahren liefert das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der EU eine nie dagewesene Fülle an Umweltinformationen für die öffentliche Hand sowie für die wachsende Informationswirtschaft.

„Zuverlässige Erdbeobachtungsdaten, wie im European State of the Climate, spielen eine entscheidende Rolle bei der Einschätzung des Zustands unseres Planeten“, sagt Juan Garces de Marcilla, Director of Copernicus Services des ECMWF. „Mit seinen kostenlosen, nutzerfreundlichen und aktuellen Daten trägt Copernicus nicht nur zum Global Framework for Climate Services der World Meteorological Organization (WMO) bei, wir bieten Entscheidungsträgern, Organisationen und Unternehmen zudem wichtige Informationen für ihre zukünftige Planung – zum Wohl aller europäischen Bürger und darüber hinaus.“

Freja Vamborg, Senior Scientist des Copernicus Climate Change Service (C3S) bei ECMWF und federführende Autorin des European State of the Climate, präsentiert die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz im Rahmen der European Geosciences Union General Assembly (EGU) am Dienstag, 9. April 2019 um 14:00 Uhr.

Informationen, die auf neuesten Daten basieren

Der European State of the Climate wurde von C3S zusammengestellt. Zusätzliche Informationen kamen vom Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS), dem Copernicus Emergency Management Service (Copernicus EMS), dem Copernicus Marine Environment Monitoring Service (CMEMS), ECMWF und weiteren Partnern. Der Bericht deckt Daten über Europa sowie die europäische Arktis ab und vergleicht das Jahr 2018 in einem längerfristigen Kontext. Zusätzlich fasst er weltweite Information für wichtige Klimaindikatoren, wie Temperatur, Treibhausgase, Meereis, Gletscher und Meeresspiegel zusammen.

Der Inhalt des European State of the Climate basiert auf verschiedenen Datensätzen. Diese beinhalten sowohl Satelliten- und In-situ-Daten als auch Daten aus globalen „Reanalyse“-Computermodellen, die eine Kombination aus Algorithmen und zahlreichen historischen Datenquellen nutzen. Zudem sind Ergebnisse aus weiteren Computermodellen miteingeflossen. So wird sichergestellt, dass die Informationen auf neuesten Daten basieren und die aktuellsten Karten, Grafiken, und zahlreiche weitere Materialien zur Verfügung gestellt werden können.

Die kostenlosen und zuverlässigen Daten der Copernicus Services bieten wichtige Informationen für zahlreiche Branchen, wie die Landwirtschaft, öffentliche und humanitäre Hilfe, Gesundheitswesen, Versicherungen, Sicherheit, Tourismus sowie Städte- und Regionalplanung.

Copernicus trug zudem zum „Statement on the State of the Global Climate in 2018“ der WMO bei, das im März 2019 erschienen ist. Dieser Bericht gibt einen weltweiten Überblick über das Jahr 2018.

Die komplette Pressekonferenz auf der EGU finden Sie hier: https://client.cntv.at/egu2019/pc5
Den European State of the Climate finden Sie hier: https://climate.copernicus.eu/ESOTC

Für weitere Informationen oder falls Sie Interesse an einem Interview haben, wenden Sie sich bitte an: copernicus-press@ecmwf.int

Copernicus is the European Commission“s flagship Earth observation programme. It delivers freely accessible operational data and information services which provide users with reliable and up-to-date information related to environmental issues.

The Copernicus Climate Change Service (C3S) is implemented by ECMWF on behalf of the European Commission. ECMWF also implements the Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS). ECMWF is an independent intergovernmental organisation, producing and disseminating numerical weather predictions to its 34 Member and Co-operating States.

The Copernicus Climate Change Service website can be found at https://climate.copernicus.eu/

The Copernicus Atmosphere Monitoring Service website can be found at http://atmosphere.copernicus.eu/

The ECMWF website can be found at https://www.ecmwf.int/

Kontakt
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Gorana Jerkovic
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RG2 9AX Reading
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Bildquelle: @ESA/Belspo

Pressemitteilungen

Copernicus präsentiert auf der EGU 2019 seinen European State of the Climate

Der European State of the Climate liefert einen der umfassendsten Einblicke auf die Klimasituation Europas im letzten Jahr.

Der Copernicus Climate Change Service (C3S) stellt auf der EGU 2019 die wichtigsten Ergebnisse seiner jährlichen Zusammenfassung über das europäische Klima, den European State of the Climate, vor. C3S wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im Auftrag der Europäischen Union implementiert. Die Vorstellung der Ergebnisse findet im Rahmen einer Pressekonferenz am 9. April 2019 auf der European Geosciences Union General Assembly (EGU) in Wien statt. Die kostenlosen und qualitativ hochwertigen Klima-Daten von C3S adressieren viele gesellschaftliche Bereiche, wie beispielsweise Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Sicherheit, Tourismus, regionales Bauwesen und Stadtplanung sowie humanitäre und zivile Hilfsorganisationen.

Als einzige ihrer Art liefert die Zusammenfassung einen gesamteuropäischen Einblick über weitreichende Klimadaten des vergangenen Jahres. Sie wird von C3S zusammengestellt, wobei auch Daten von anderen Copernicus Services sowie weitere Quellen miteinbezogen werden. Der European State of the Climate deckt dabei zahlreiche Klimamessgrößen ab, wie Temperatur, Treibhausgase, Meereisfläche, Gletscher sowie Wärme und Säuregehalt der Ozeane. Zudem werden verschiedene Wetterereignisse des letzten Jahres und ihre Auswirkungen detailliert beschrieben, wie beispielsweise die Anzahl der Sonnenstunden, Uferüberschreitungen von Flüssen, Waldbrände, Feuchtigkeit der Vegetation und des Bodens sowie Ausmaße der alpinen Gletscher.

Die Informationen dafür stammen von führenden Wissenschaftlern des C3S und anderer Copernicus Services. Dafür wurden unterschiedlichste Quellen genutzt einschließlich Satellitenbeobachtungen und bodenbasierten in-situ Daten.

Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen einer Pressekonferenz auf der EGU von Freja Vamborg präsentiert, die als Senior Scientist bei C3S Hauptverantwortliche für den European State of the Climate ist. Die Pressekonferenz „The 2018 heatwave and new research on European climate“ wird am 9. April um 14.00 Uhr stattfinden. Außerdem wird Freja Vamborg in der Präsentation „Global climate indicators provided by the EU Copernicus Climate Change and Marine Monitoring Services in support of GCOS“ weitere Einblicke in C3S Forschung geben.

Seit fünf Jahren unterstützt Copernicus als wichtigstes Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union öffentliche Entscheidungsträger und Wirtschaft mit der Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Umweltdaten.

Sie können die Pressekonferenz unter folgendem Link live verfolgen: https://client.cntv.at/egu2019/pc5

Für weitere Informationen oder falls Sie Interesse an einem Interview haben, wenden Sie sich bitte an: copernicus-press@ecmwf.int

Copernicus is the European Commission“s flagship Earth observation programme. It delivers freely accessible operational data and information services which provide users with reliable and up-to-date information related to environmental issues.

The Copernicus Climate Change Service (C3S) is implemented by ECMWF on behalf of the European Commission. ECMWF also implements the Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS). ECMWF is an independent intergovernmental organisation, producing and disseminating numerical weather predictions to its 34 Member and Co-operating States.

The Copernicus Climate Change Service website can be found at https://climate.copernicus.eu/

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Bildquelle: @Copernicus Climate Change Service

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Die letzten vier Jahre waren die Wärmsten aller Zeiten – Zudem steigen die CO2-Werte weiter

2018 ist das vierte Jahr in einer Reihe von außergewöhnlich warmen Jahren laut Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S). Außerdem steigt die atmosphärische CO2-Konzentration stetig an

Die letzten vier Jahre waren die Wärmsten aller Zeiten - Zudem steigen die CO2-Werte weiter

Lufttemperatur 2018 in Relation zum Durchschnittswert Jahre 1981-2010, Quelle: Copernicus C3S (Bildquelle: @Copernicus Climate Change Service)

Reading, 07.01.2018 – 2018 ist das vierte Jahr in einer Reihe von außergewöhnlich warmen Jahren. Das belegen Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S). Gemeinsam mit dem Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) meldet C3S außerdem einen kontinuierlichen Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration

C3S und CAMS sind Services von Copernicus, dem Erdbeobachtungsprogramm der EU, und werden vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) implementiert. Ihre Daten verschaffen einen ersten globalen Überblick über die Temperaturen und CO2-Werte des Jahres 2018. Die vorläufigen Prognosen der WMO (Weltorganisation für Meteorologie) und dem Global Carbon Project (GCP) werden durch die Copernicus Messungen jetzt bestätigt.

Der C3S-Datensatz zeigt für das Jahr 2018 eine globale Durchschnittstemperatur der Luft an der Erdoberfläche von 14,7°C, nur 0,2°C niedriger als 2016, dem bislang wärmsten Jahr der Wetteraufzeichnungen. Die Daten belegen außerdem:
-Die letzten vier Jahre waren die wärmsten vier Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 2018 war dabei knapp nach dem drittwärmsten Jahr 2015 das viertwärmste Jahr
-2018 war über 0,4°C wärmer als der Durchschnitt in den Jahren 1981-2010
-Die durchschnittliche Temperatur der letzten fünf Jahre lag 1,1°C über dem vorindustriellen Durschnitt (nach IPCC-Definition)
-In Europa lagen die jährlichen Temperaturen nur weniger als 0,1°C unter denen der zwei wärmsten Jahre der Wetteraufzeichnungen, 2014 und 2015

Außerdem zeigen Satellitenmessungen der globalen atmosphärischen CO2 Konzentrationen:

-Der CO2-Wert ist im Jahr 2018 weiter gestiegen und hat sich um 2,5 +/- 0,8 ppm/Jahr erhöht

„Der Copernicus Climate Change Service liefert hochqualitative Daten über Klima-Messgrößen wie Lufttemperatur, See-Eisdecke und hydrologischen Werten wie beispielsweise Niederschlag“, sagt Jean-Noel Thepaut, Leiter des Copernicus Climate Change Service (C3S). „2018 haben wir erneut ein sehr warmes Jahr erlebt, das Viertwärmste, das je gemessen wurde. Drastische Klimaereignisse wie der warme und trockene Sommer in großen Teilen Europas oder die steigende Temperatur in der Arktisregion sind beunruhigende Zeichen für uns alle. Nur wenn wir uns gemeinsam bemühen, können wir etwas bewegen und unseren Planeten für zukünftige Generationen erhalten.“

C3S liefert ersten Datensatz zu globalen Temperaturen 2018

Die C3S Temperaturdaten sind der erste vollständige Datensatz für 2018, der sowohl jährliche Abweichungen als auch global gemittelte Bereiche beinhaltet. C3S ist in der Lage diesen globalen Überblick so schnell bereitzustellen, da es ein operativer Service ist, der täglich Millionen von Land-, See-, Luft- und Satellitenmessungen verarbeitet. Diese Beobachtungen werden in ein Rechenmodell zusammengeführt, ähnlich wie bei Wettervorhersagen. Der große Vorteil für Nutzer dieser Daten sind die daraus entstehenden, zuverlässigen Schätzungen von Temperaturen zu jeder gewünschten Zeit und an jedem gewünschten Ort – sogar in wenig-überwachten Gebieten, wie den Polarregionen.

Die Copernicus C3S Daten zeigen, dass die Lufttemperaturen an der Oberfläche mehr als 0,4°C höher waren als der Langzeitdurschnitt in der Zeitspanne von 1981-2010. Die auffälligsten Wärmeunterschiede verglichen mit dem Langzeitdurchschnitt wurden in der Arktis aufgezeichnet, besonders in und nördlich der Beringstraße zwischen USA und Russland und um Spitzbergen. Nahezu alle Landgebiete, insbesondere Europa, der Mittlere Osten und der Westen der USA, waren wärmer als der Durchschnitt. Im Gegensatz dazu erlebten der Nordosten Nordamerikas und einige Gebiete in Zentralrussland und -asien unterdurchschnittliche Jahrestemperaturen.

Abgesehen von den relativ kalten Monaten Februar und März war im letzten Jahr in Europa jeder einzelne Monat überdurchschnittlich warm. Beginnend mit dem Ende des Frühlings und weit bis in den Herbst, mancherorts sogar bis in den Winter, erlebte Nord- und Zentraleuropa Witterungsbedingungen die durchgehend wärmer und trockener waren als der Durschnitt.

Ein zuverlässiges Bild durch kombinierte Datensätze

Die für den C3S Datensatz benutzte Methode wird durch weitere Datensätzen ergänzt, die bodengestützte Langzeitmessungen verwerten. Die Datensätze unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Darstellung der Polarregionen und der Temperaturen über den Ozeanen. Durch die Kombination der Datensätze wird ein detailgetreuer Überblick generiert. Die Analyse zeigt, dass die globale Temperatur der Luft an der Erdoberfläche alle fünf bis sechs Jahre seit Mitte der 1970er Jahre um durchschnittlich 0,1°C gestiegen ist und dass die letzten fünf Jahre schätzungsweise 1,1°C über dem Temperaturdurschnitt der vorindustriellen Ära lagen.

Nach C3S wird auch die WMO ihre verschiedenen Temperaturdatensätze kombinieren und im „State of the Climate 2018“ veröffentlichen. Die Stellungnahme wird im März 2019 erwartet und aller Voraussicht nach die C3S Ergebnisse bestätigen.

CO2-Konzentrationen steigen weiter

Die Analyse von Satellitendaten zeigt, dass die Konzentrationen von Kohlenstoffdioxid weltweit über die letzten Jahre weiterhin stetig gestiegen sind, auch im Jahr 2018. Das ergibt eine Kombination von zwei Datensätzen, die für C3S und CAMS erstellt wurden.

Während sich Reports der WMO und des Global Carbon Projects auf Messungen an der Erdoberfläche stützen, basiert der CO2-Datensatz von Copernicus auf Satellitendaten. Die dabei gemessene Größe ist die durchschnittliche CO2-Konzentration einer gesamten Luftsäule über einem gegebenen Ort, genannt XCO2. Da höher gelegene atmosphärische Schichten, wie die Stratosphäre, normalerweise weniger CO2 beinhalten, sind die XCO2 Werte üblicherweise etwas geringer als die CO2 Werte, die Nahe der Erdoberfläche gemessen werden. Deshalb sind satellitenbasierte XCO2-Werte ähnlich aber nicht identisch mit Schätzungen, die auf Oberflächenbeobachtungen beruhen.

Die geschätzte jährliche durchschnittliche XCO2-Wachstumsrate für 2018 ist 2,5 +/- 0,8 ppm/Jahr. Damit ist sie größer als die Wachstumsrate für 2017, die bei 2,1 +/- 0,5 ppm/Jahr lag, aber geringer als die von 2015 mit 3,0 +/- 0,4 ppm/Jahr. 2015 war ein Jahr mit einem starken El Nioo, wodurch die Landvegetation atmosphärisches CO2 im schwächen Maße als sonst aufnahm, sowie mit starken CO2-Emissionen bedingt durch Waldbrände, beispielsweise in Indonesien.

Pariser Abkommen: IPCC unterstreicht absolute Dringlichkeit

Im Einklang mit dem 2015 vereinbarten Pariser Abkommen über den Klimawandel planen die beteiligten Länder alle fünf Jahre eine Bewertung des Status Quo. Der jüngste Spezialreport „Globale Erwärmung von 1.5°C“ des Weltklimarates (eng. Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) unterstreicht weiter die Dringlichkeit effektive Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels durchzuführen. Der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service tragen signifikant zu diesen Bemühungen bei, indem sie schnelle und exakte Informationen über die globale Temperatur und CO2-Werte liefern.

Monatliches Klima-Update

Zusätzlich zu den jährlichen Temperaturdaten veröffentlicht C3S zu Beginn jeden Monats eine kurze Klima Bekanntmachung über beobachtete Veränderungen in der globalen Temperatur der Luft, See-Eisdecke und hydrologischen Werten. Das neueste Klima-Update von Dezember ist jetzt verfügbar:

Dezember 2018: Globale Durchschnittstemperatur der Luft
-Weltweit lagen die Temperaturen nur 0.5°C über dem durchschnittlichen Dezember im Vergleichszeitraum 1981-2010
-Kanada, der Atlantische Teil der Arktis und Nordrussland erlebten Temperaturen weit über dem Durschnitt
-Temperaturen weit unter dem Durschnitt wurden in großen Teilen Südrusslands, Zentralasiens und China gemessen
-Australia erlebte außergewöhnlich heiße und trockene Bedingungen
-In Europe waren die Temperaturen allgemein überdurchschnittlich hoch, aber im südlichen Balkan und Griechenland lagen die Temperaturen unter dem Durschnitt.

Weitere Informationen und hochauflösende Grafiken finden Sie hier: https://climate.copernicus.eu/climate-bulletins

Über die Daten – Globale Durchschnittstemperatur

Die Graphen und zitierten Werte stammen aus dem Datensatz von ECMWF Copernicus Climate Change Service“s ERA-Interim. Der Temperaturgraph basiert auf ERA-Interim und vier anderen Datensätzen: JRA-55, erzeugt von der Japan Meteorological Agency (JMA), GISTEMP, erzeugt von der US National Aeronautics and Space Administration (NASA), HadCRUT4, erzeugt von dem Met Office Hadley Centre in Zusammenarbeit mit der Climatic Research Unit der Universität von East Anglia, und NOAAGlobalTemp, erzeugt von US National Oceanic and Atmopsheric Administration (NOAA). Die ERA-Interim und JRA-55 Datensätze laufen bis Ende 2018, die anderen Datensätze sind momentan nur bis Ende November 2018 verfügbar. Die Daten wurden geprüft und weiterverarbeitet wie in einer durch Experten überprüften Veröffentlichung beschrieben (doi: 10.1002/qj.2949).

Alle Grafiken wurden so angepasst, dass sie dieselbe Durchschnittstemperatur für 1981-2010 wie ERA-Interim haben. Für JRA-55 bedeutete dies eine Temperatursenkung von 0.1°C. Die anderen Datensätze wurden ursprünglich nur als Werte relativ zu Bezugszeiträumen definiert. HadCRUT4 ist ein Gesamtwert, der 100 mögliche Realisationen hat. Der Halbwert und die Reichweite sind eingezeichnet. Der Gesamtwert berücksichtigt nicht den Unsicherheitsfaktor, der mit begrenzter geographischer Beobachtung einhergeht, was vor allem in den frühen Jahrzenten beträchtlich ist.
1981-2010 wurde von der WMO definiert als jüngster 30jähriger Bezugszeitraum, um klimatologische Durchschnitte zu berechnen. Es ist der erste Zeitraum bei dem Satellitenbeobachtungen von Schlüsselindikatoren wie Temperaturen an der Meeresoberfläche und See-Eisdecke verfügbar sind, um globale meteorologische Reanalysen, wie beispielsweise ERA-Interim, durchzuführen.

Man geht davon aus, dass die klimatologische Durchschnittstemperatur für den vorindustriellen Zeitraum 0.63°C geringer ist als der Durschnitt von 1981-2010. Dies geht einher mit dem, was im IPCC „Globale Erwärmung von 1.5°C“ Report gezeigt wird, welcher den Anstieg von der vorindustriellen Ära (festgelegt als Zeitraum von 1850-1900) bis zum 20jährigen Zeitraum 1986-2005 auf „0.63°C (0.06°C 5-95% Reichweite, allein basierend auf Messunsicherheiten)“ schätzt. Die Jahresdurchschnittstemperatur zwischen den Jahren 1981-2010 und 1986-2005 ist für die Datensätze, die hier dargestellt werden, nicht relevant (-0.009°C bis +0.004°C).

Über die Daten – Kohlenstoffdioxidkonzentrationen

Copernicus präsentiert monatlich die globalen Durchschnittswerte des atmosphärischen Kohlenstoffdioxids (CO2), gemessen mit Satelliten-Sensoren. CO2-Konzentrationen, die von Satelliten gemessenen wurden, stehen für ein gemitteltes CO2-Mischverhältnis im Säulendurchschnitt, auch XCO2 genannt. Der Jahresdurchschnitt in der Grafik ist durch Berechnung der monatlichen Werte ermittelt worden.

Die Daten von 2003-2017 sind das zusammengeführte Produkt von Daten des „C3S XCO2 data derived from satellite sensors“ Report, veröffentlicht vom Copernicus Climate Change Service. Die hochqualitativen C3S-Klimadatenaufzeichnungen entstanden durch die Zusammenführung von einzelnen Satellitendatensätzen der Satelliteninstrumente SCIAMACHY/ENVISAT und TANSO-FTS/GOSAT, indem sie generierte Produkte von C3S und ESA GHG-CCI (in Europa), NASA (USA) und NIES (Japan) nutzten. Dieses fusionierte Produkt, welches im Obs4MIPs-Format verfügbar ist (s. die Obs4MIPs Webseite: https://esgf-node.llnl.gov/projects/obs4mips/), wird jedes Jahr um ein Weiteres ergänzt. Das Jahr 2018 wird Ende 2019 verfügbar sein. Für weitere Details vgl. Buchwitz et al., 2018 ( https://www.atmos-chem-phys.net/18/17355/2018/ und/oder https://doi.org/10.1007/s42423-018-0004-6).

Die Daten für 2018 sind ein vorläufiges Produkt der „CAMS XCO2 data derived from satellite sensors“ Daten, die vom Copernicus Atmosphere Monitoring Service produziert wurden. Dieser Datensatz wurde erzeugt mit TANSO-FTS/GOSAT. Für weitere Details vgl. Heymann et al., 2015 ( https://www.atmos-meas-tech.net/8/2961/2015/amt-8-2961-2015.html).

Die durchschnittlichen Jahreswachstumsraten von XCO2 wurden errechnet mit der Buchwitz Methode, vgl. Buchwitz et al., 2018 ( https://www.atmos-chem-phys.net/18/17355/2018/).

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The Copernicus Climate Change Service website can be found at https://climate.copernicus.eu/

The Copernicus Atmosphere Monitoring Service website can be found at
http://atmosphere.copernicus.eu/

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Die Ozonschicht stets unter dem Auge des Copernicus Programm der Europäischen Union

Internationaler Tag zum Schutz der Ozonschicht am 16. September 2018

Reading, 17.09.2018 – Noch vor einigen Jahren las man ständig über das Ozonloch, doch heutzutage ist es nur noch wenig präsent in den Nachrichten. Nichtdestotrotz bildet es sich weiterhin jedes Jahr aufs Neue über der Antarktis. Im Zuge des Internationalen Tag zum Schutz der Ozonschicht am 16. September veröffentlicht der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) der Europäischen Kommission, implementiert vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage, ein Video zum Thema.

Das Video zeigt die Hintergründe über die Entstehung des Ozonlochs, warum es sich im Winter und Frühling ausdehnt und welche Technologien und Werkzeuge CAMS nutzt, um es Tag für Tag zu überwachen und erforschen. Zusätzlich informiert eine neue Website über alle Neuigkeiten rund ums Ozonloch und über den Fortschritt seiner Entstehung in diesem Jahr. Zum ersten Mal ist dabei das Ozonloch als 3D-Animation zu sehen, die jede Woche mit den täglich ermittelten CAMS-Daten auf den aktuellen Stand gebracht wird.

Bis zu ersten Beobachtungen des Ozonlochs in den 80er Jahren stieg in der Atmosphäre die Konzentration von bestimmten Halogenkohlenwasserstoffen (FCKWs, HFCKWs und Halone) ungebremst. Durch den großflächigen Einsatz von ozonabbauenden Stoffen (engl. Ozone Depleting Substances, ODS), die vor allem in Produkten wie Kühlschränken, Spraydosen und Lösungsmittel vorkamen, entstanden seit Mitte der 1950er Jahre Emissionen, die die Ozonschicht angriffen. Erst das Montreal Protokoll, das im September 1987 unterzeichnet wurde und 1989 in Kraft trat, schaffte Abhilfe. Mit einem Verbot der Haupt-Halogenkohlenwasserstoffgruppen auf internationaler Ebene konnte die Konzentration von ODSs in der Atmosphäre verringert und die Regenerierung der Ozonschicht eingeleitet werden. Insgesamt 196 Länder und die EU unterzeichneten das Protokoll: Bis heute das Paradebeispiel für eine erfolgreiche, internationale Kooperation.

Trotz dieses Erfolges ist eine stetige Überwachung der Ozonschicht notwendig, um den Status des fortlaufenden Regenerationsprozesses zu überprüfen. Insbesondere, da es noch schätzungsweise vier Jahrzehnte dauern wird, bis sich die Ozonschicht erholt und ihren vorindustriellen Zustand erreicht haben wird.

Dafür sammelt CAMS gezielt Informationen von Satelliten und in-situ Forschungsstationen und speist diese in hochentwickelte Computermodelle der Atmosphäre. Mit den erhobenen Daten kann CAMS qualitativ hochwertige Daten über die atmosphärische Zusammensetzung errechnen und so den Status der Ozonschicht überprüfen.

Aufgrund der natürlichen Witterungsbedingungen auf der Südhalbkugel vergrößert sich das Ozonloch jeden Winter über der Antarktis. Hintergründe dieses Phänomens und weshalb es den Eintritt von potentiell schädlicher ultravioletter Strahlung in die Erdatmosphäre verstärken kann, erklärt das CAMS Video. Die Produktion des Videos unterstreicht die Bedeutung des diesjährigen Internationalen Tag zum Schutz der Ozonschicht am 16. September, den 31ten Jahrestag der Unterzeichnung des Montreal Protokolls.

Das CAMS Ozon Video ist hier zu sehen: https://atmosphere.copernicus.eu/international-day-preservation-ozone-layer

Weitere Informationen und die 3D-Animation des Ozonlochs finden Sie hier:
https://atmosphere.copernicus.eu/monitoring-ozone-layer

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