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„358.000 arme Kinder im Musterländle sind ein Skandal“

Mit MACH DICH STARK will Caritas Koalition von Menschen schmieden, die sich gegen Kinderarmut im Südwesten einsetzen

"358.000 arme Kinder im Musterländle sind ein Skandal"

Stuttgart, 20. März – In Baden-Württemberg ist jedes 5.Kind arm! Die Anzahl armer Kinder steigt dabei kontinuierlich im Musterländle. 2015 war noch jedes 6. Kind von Armut betroffen. Diese Kinder haben zwar zu essen. Doch es fehlt an Geld für Klavierunterricht. Viele arme Kinder haben ihren Geburtstag noch nie in der Familie gefeiert. „Arm zu sein heißt im reichen Baden-Württemberg, nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Armen Kindern fehlt es an Chancen, ihre Talente entwickeln zu können. Das halten wir als Caritas für einen gesellschaftlichen Skandal und ein sozialpolitisches Armutszeugnis“, erklärte Caritasdirektor Pfarrer Oliver Merkelbach heute bei einem Pressegespräch. Die Caritas Rottenburg-Stuttgart, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, will anlässlich dieses Jubiläums die Kinderarmut auf die Tagesordnung bringen. Um der Kinderarmut zu Leibe zu rücken, hat der Verband die Initiative „MACH DICH STARK gegen Kinderarmut im Südwesten“ ins Leben gerufen. Mitstreiter zu gewinnen ist das Ziel.

Mit MACH DICH STARK will die Caritas eine breite gesellschaftliche Bewegung im Kampf gegen Kinderarmut anstoßen. Ziel ist eine Initiative von Menschen, Organisationen und Institutionen, die das Anliegen vereint, allen Kindern Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen. „Als Caritas wollen wir eine Koalition von Menschen schmieden, die sich gemeinsam auf unterschiedlichste Weise für Kinder und Jugendliche einsetzt“, so Merkelbach.

Mit der Kampagne „Kinderarmut wohnt nebenan“, die Teil der Initiative ist, setzt die Caritas in ihrem Jubiläumsjahr einen weiteren Akzent. „Dass Kinderarmut nebenan wohnt, ist leider bittere Realität“, so Merkelbach: Kinderarmut sei meist eine unsichtbare Not. Arme Kinder trügen ihre Armut nicht nach außen. „Tatsache aber ist: Kinderarmut existiert überall, unmittelbar in der Nachbarwohnung oder im nächsten Stadtteil. Mit unserer Kampagne wollen wir dafür sensibilisieren. “

Derzeit gibt es 13 Kinderstiftungen in ganz Württemberg, die bereits jetzt als Partner das Anliegen der Caritas unterstützen. In Angeboten von Kinderstiftungen vor Ort können Kinder aus benachteiligten Familien heute schon Selbstvertrauen schöpfen, etwa indem sie in die Natur gehen oder durch Paten etwa im Lesen gefördert werden.

Partner von MACH DICH STARK sind:

-Aktion DrachenEi für Kinder und Jugendliche im Landkreis Freudenstadt
-Aktion Goldmund für Kinder und Jugendliche im Landkreis Calw
-Aktion Sähnehäubchen für Kinder und Jugendliche im Landkreis Tübingen
-Aktion Schatzsucher für Kinder und Jugendliche im Landkreis Böblingen
-Stiftung Kinderchancen Allgäu
-Kinder in Not – Stiftung in der Region Biberach
-Kinderstiftung Bodensee
-Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen Chancen schenken
-Kinderstiftung Ravensburg
-Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller
-Lebenswerk Zukunft
-Caritasverband Stuttgart e.V.
-Knalltüte – die Kinderstiftung Ost-Württemberg

Weitere Informationen unter www.mach-dich-stark.net und www.caritas-rottenburg-stuttgart.de/kinderarmut-wohnt-nebenan/

Der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart e.V. ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg engagiert er sich politisch für die Interessen von armen, benachteiligten und hilfebedürftigen Menschen und tritt gegen deren Ausgrenzung ein. Regional und landesweit vertritt er die Interessen von 1.740 katholischen Einrichtungen und Diensten in wichtigen Fragen pflegerischer und sozialer Arbeit. Insgesamt arbeiten unter seinem Dach 33.000 hauptamtliche und genauso viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In neun Caritasregionen bietet der Caritasverband soziale Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien, alte und pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose, Wohnungslose, Menschen mit Fluchterfahrung oder mit einer Suchterkrankung an.

Kontakt
Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart
Eva-Maria Bolay
Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
0711/2633-1288
bolay@caritas-dicvrs.de
http://www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

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Caritas bittet um Weihnachtsspende für Familien in Not

Aktion „Adventsengel“ eröffnet armen Kindern Chancen

Stuttgart, 24. November – In der Adventszeit ruft die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur jährlichen Weihnachtsspende auf. Mit der Aktion „Adventsengel“ stärkt der katholische Wohlfahrtsverband Kinder und ihre Familien, die in der Diözese leben und in finanzielle Not geraten sind. Besonders Alleinerziehende und kinderreiche Familien belastet, dass sie neben der Arbeit und dem Bewältigen des Alltags oftmals kaum noch Zeit für ihre Kinder haben. Die Aktion „Adventsengel“ unterstützt deshalb Kinder und Eltern, indem Mitarbeiter der Caritas sie beispielsweise beraten oder ehrenamtliche Paten schulen. Diese Paten bringen den Kindern das Schwimmen bei, lernen mit ihnen für die Schule oder verbringen auf andere Weise wertvolle Zeit mit ihnen. „Kinder, die ihre Fähigkeiten kennen und erfahren, wie sie Schwierigkeiten meistern, können als Erwachsene meist besser für sich selber sorgen“, erklärt Diözesancaritasdirektor Pfarrer Oliver Merkelbach. „Wir dürfen die Familien mit ihren Nöten nicht allein lassen. Deshalb helfen wir als Caritas auch dort, wo keine staatliche Hilfe geleistet wird. Dank der Weihnachtsspenden können wir Kindern Chancen eröffnen, damit sie sich altersgemäß entwickeln und zu gesunden und starken Erwachsenen werden.“

Eigens um für Kinder mit schlechteren Ausgangsbedingungen eine aussichtsreiche Zukunft zu ermöglichen, hat die Caritas in diesem Jahr die Initiative „Mach Dich stark“ ins Leben gerufen. „Mach Dich stark“ setzt sich gemeinsam mit anderen Partnern für bessere Chancen für Kinder im Südwesten ein. Auch die Weihnachtsaktion „Adventsengel“ ist Teil der „Mach Dich stark“-Bewegung. Daher bittet die Caritas um Spenden.

Für die Aktion Adventsengel ist ein Spendenkonto eingerichtet:
IBAN DE63 6012 0500 0001 7088 01
BIC: BFSWDE33STG
Bank für Sozialwirtschaft

Im vergangenen Jahr wurden durch die Aktion in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 120.000 Euro gesammelt, die armen Kindern und ihren Familien zugute kamen.

Weitere Informationen zur Aktion Adventsengel und der Initiative „Mach Dich stark“ unter: www.caritas-spende.de

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Initiative „Mach Dich stark“ sagt Kinderarmut im Südwesten den Kampf an

325.000 Kinder im Land armutsgefährdet – Internetplattform www.mach-dich-stark.net wird freigeschaltet

Stuttgart, 19. September – Zum Weltkindertag am 20. September 2016 startet die Caritas Rottenburg-Stuttgart ihre Initiative „Mach Dich stark“ gegen Kinderarmut im Südwesten. Unter dem Dach der Initiative will der katholische Wohlfahrtsverband alle gesellschaftlich relevanten Gruppen vereinen, um Kinderarmut in Baden-Württemberg dauerhaft zu verhindern. Alle Menschen, Organisationen und Institutionen aus Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind eingeladen, mit ihrem Dazutun Kindern Chancen auf Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen. Zum Start der Initiative „Mach Dich stark“ gründet der Vorstand des Caritasverbandes einen Stiftungsfonds und die Internetplattform www.mach-dich-stark.net wird freigeschaltet.

„Diese Initiative soll Akteure zusammenführen“, so Oliver Merkelbach, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes. „Das Ziel ist eine Allianz, die dem Skandal von Kinderarmut als Chancenarmut in einem so reichen Land den Kampf ansagen will.“ Im Sinne einer Bewegung soll „Mach Dich stark – Initiative für Kinder im Südwesten. Kinder brauchen Chancen“ als Erkennungszeichen stehen. Dieses einheitliche Profil macht alle Akteure in ihrem Engagement gegen Kinderarmut erkennbar – egal, ob sich Stiftungen oder Einzelpersonen um mehr Teilhabechancen von benachteiligten Kindern bemühen.

Bereits jetzt setzen sich zahlreiche regionale Kinderstiftungen unter dem Dach der CaritasStiftung „Lebenswerk Zukunft“ und Förderfonds für den Kampf gegen Kinderarmut ein. Diese Stiftungen verstehen sich als Partner der Initiative. In den Stiftungen engagieren sich wiederum viele Einzelpersonen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Sie bringen in Kuratorien ihr Know-how ein und öffnen Türen, so auch Prominente, die für einzelne Stiftungen werben. Der Caritasverband versteht sich in diesem Gefüge als Impulsgeber und Moderator.

Kinderarmut bedeutet aus Sicht der Caritas sehr viel mehr, als zu wenig Geld zu haben. Kinderarmut hat Folgen für das ganze Leben, da die Kinder nicht ausreichend am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Arme Kinder können sich nicht altersgemäß entwickeln. Armut wirkt sich auf die körperliche Gesundheit, auf die soziale Kompetenz, aber auch auf die eigene Selbstachtung und das Selbstwertgefühl der Kinder aus. Kinder geraten unverschuldet in diese Situation und können sich kaum aus eigener Kraft eine chancenreiche Zukunft erschließen.

Im reichen Baden-Württemberg gibt es rund 325.000 Kinder, denen die Teilnahme am öffentlichen Leben verwehrt bleibt. Im Jahr 2014 waren gemessen am Landesmedian 17,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren armutsgefährdet. Das ist jedes 6. Kind! An der Armutslage von Kindern und Jugendlichen hat sich seit 2009 so gut wie nichts geändert. Ar-mutsgefährdet sind Personen, denen weniger als 60 Prozent des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten zur Verfügung stehen. Der erste Armuts- und Reichtumsbericht, den die Landesregierung im Herbst 2015 vorgelegt hat, bestätigt diese Zahlen.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Gemeinsam Thema „Sterben und Sterbebegleitung“ transportiert

Weihnachtsaktion der Schwäbischen Zeitung, durchgeführt in Kooperation mit der Caritas, erhält Medienpreis der Deutschen Bischofskonferenz

Die Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ der Schwäbischen Zeitung erhält den Katholischen Medienpreis 2016 der Deutschen Bischofskonferenz. Die Aktion, die 2015 in der Adventszeit Sterben und Sterbebegleitung zum Thema machte, wurde in enger Kooperation mit dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart durchgeführt. Der komplette Spendenbetrag von fast 180.000 Euro kam Hospizdiensten und Trauergruppen in der Region zugute. Aus Sicht der Jury ging es nicht nur um die Hilfsaktion selbst, „sondern um eine umfassende Beleuchtung diesen schweren Themas“. Die Aktion trage zu einer „Verbesserung der Situation Sterbender im ländlichen Raum“ bei. Die Jury zeigte sich beeindruckt vom „Mut einer Regionalzeitung, sich einem unbequemen Thema selbstbewusst und raumgreifend zu stellen“.

Für Pfarrer Oliver Merkelbach, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bedeutet der Medienpreis eine hohe Anerkennung für diese außergewöhnliche Zusammenarbeit. „Der Preis zeigt, es lohnt sich, wenn Experten aus der Sozialbranche und Journalisten eng im Austausch stehen. Gemeinsam konnten wir das Thema „Sterben und Sterbebegleitung“ im Kontext der gesetzlichen Regelungen gebührend transportieren.“ Für die Caritas sei es ein großes Anliegen, sterbende Menschen und ihre Angehörigen in dieser sensiblen Lebensphase zu begleiten. „Allen Beteiligten möchte ich meinen Dank aussprechen: den Spenderinnen und Spendern, den kranken Menschen, die sich für die Aktion in Interviews geöffnet haben, sowie der Zeitung, die den Mut hatte, sich diesem Thema in der Adventszeit zu nähern.“

2015 führten der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart und die Schwäbische Zeitung bereits zum dritten Mal gemeinsam die Weihnachtsspendenaktion durch. Mit den Spendengeldern werden Projekte und Dienste unterstützt, die nicht durch die öffentlichen Hand oder reguläre kirchliche Mittel refinanziert werden können. Im Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung werden die Spenden der Weihnachtsaktion 2015 in stationären und ambulanten Hospizdiensten, Kinderhospizdiensten, Trauergruppen und für die Versorgung Schwerstkranker im ländlichen Raum eingesetzt.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Kritik an Schäuble: Menschen dürfen nicht sterben, damit Europa seine Existenzberechtigung behält

„Trotz Flüchtlingskrise Menschenrechte bewahren“

Stuttgart, 29. Juni – Empört äußerte sich Pfarrer Oliver Merkelbach, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart, über die Äußerung von Wolfgang Schäuble, Bootsflüchtlinge nach Nordafrika umgehend zurückzuschicken. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Europa seine Existenzberechtigung in der Bevölkerung zurückgewinnt, indem es sehenden Auges Menschen in den Tod schickt. Hier sollen Menschen wieder dorthin geschickt werden, von wo sie vor grausamen Menschenrechtsverletzungen, Kriegen und bitterer Not geflohen sind“, so Merkelbach.

Schäuble hatte in Künzelsau gesagt, die Europäische Union solle zur Bewältigung des Flüchtlingszuzugs Flüchtlinge möglichst schnell nach Nordafrika zurückführen. Die Rücksendung von Bootsflüchtlingen will Schäuble als Bestandteil neuer Vereinbarungen der EU mit Libyen und anderen nordafrikanischen Staaten sehen. „Die Probleme der Welt sind jetzt vor unserer Haustüre angekommen. Wir dürfen diese Probleme nicht einfach an andere delegieren“, so der Caritasdirektor. Vielmehr gelte es als Europäer und Christen, sich auf unsere ursprünglichen Werte zu besinnen, nämlich universelle Menschenrechte und Solidarität.

„Migrationspartnerschaften, die gerade im europäischen Rat verhandelt werden und sich an dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei orientieren, sind keine Antwort auf die Flüchtlingskrise“, ist Merkelbach überzeugt. Es sei keine Hilfe für die Menschen in Not, wenn Libyen oder andere nordafrikanische Staaten von der EU Geld dafür bekämen, damit sie die Flucht der Menschen verhinderten.

Die Caritas Rottenburg-Stuttgart schließt sich Caritas Europa und weiteren europäischen christlichen Organisationen an. Sie artikulierten in einem Brief an die EU-Präsidentschaft, was jetzt von den europäischen und damit auch deutschen Führungspersonen erwartet werde: eine moralische, ethische und politische Führung, die die europäischen Werten „Menschenrecht und Solidarität“ achtet.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Caritas gegen neunmonatiges Arbeitsverbot für Flüchtlinge

„Schnelle Integration in Arbeitsmarkt ist Schlüssel für Inklusion“

Stuttgart – Der Vorschlag der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney, das Arbeitsverbot für Asylbewerber von drei auf neun Monate zu erhöhen, geht aus Sicht der Caritas Rottenburg-Stuttgart in die völlig falsche Richtung: „Unseres Erachtens ist die schnelle und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt der Schlüssel für die Inklusion der Geflüchteten“, erklärte Caritasdirektorin Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock vor Praktikern aus der Flüchtlingsarbeit. Der katholische Wohlfahrtsverband tritt entschieden dafür ein, dass neben anerkannten Flüchtlingen auch Bürgerkriegsflüchtlinge, Geduldete sowie die im Heimatland wegen Folter oder Todesstrafe Bedrohten Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten, so dass sie schnell auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Konkret bedeutet dies, Flüchtlinge möglichst früh im Rahmen von SGB II und SGB III zu fördern und zu unterstützen.

„Eine möglichst frühe Integration in die Arbeit dient nicht nur den Geflüchteten, sondern vor allem unserer Gesellschaft und Wirtschaft“, so Holuscha-Uhlenbrock. Verzögere sich die Möglichkeit auf Sprachbildung und Qualifikation zu lange, verstreichen für die Betroffenen oft wertvolle Jahre. Denn für die spätere berufliche Integration seien gute Sprachkenntnisse, eine berufliche Ausbildung und Nachqualifizierung entscheidend.

Die Caritasdirektorin betonte, dass Integrationsmöglichkeiten nicht als „eine Art Preis für den erhaltenen Aufenthaltsstatus“ gewährt werden sollen. Derzeit hängt es vom ausländerrechtlichen Aufenthaltstitel ab, ob Flüchtlinge Zugang zu Arbeit und beruflicher Ausbildung erhalten. Es gibt eine Vielzahl von Aufenthaltstiteln. Verschiedene Rechtsänderungen erhöhten seit 2014 noch die Chancen, damit Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten. Das im Herbst 2015 erlassene Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz schränkte diese Möglichkeiten und Fördermaßnahmen wieder massiv ein. Derzeit macht die Bundesregierung eine Bleibeperspektive stark von der Staatsangehörigkeit abhängig. „Aber auch von den Geflüchteten, die nicht dieser bevorzugten Gruppe angehören, werden am Ende sehr viele als international Geschütze oder Geduldete hier bleiben“, so Holuscha-Uhlenbrock. So werden beispielsweise Menschen aus Afghanistan eine geringe Bleibeperspektive zugesprochen, letztendlich blieben im vergangenen Jahr aber 48 Prozent in Deutschland.

Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney hatte gefordert, das Arbeitsverbot für Asylbewerber auf neun Monate zu erhöhen. Damit solle der Zugang zum Arbeitsmarkt keinen zusätzlichen Anreiz für Flüchtlinge darstellen, um ausgerechnet in Deutschland Asyl zu suchen.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Heiles Mutterglück nicht für alle: Schwangere und Mütter sind nach der Flucht extremen Belastungen ausgesetzt

Katholische Schwangerenberatung unterstützt Schwangere und Mütter nach Flucht und Vertreibung

Wenn am Sonntag in vielen Familien Muttertag gefeiert wird, ist das „heile Mutterglück“ für andere Frauen weit entfernt: Mütter von Kleinkindern oder schwangere Frauen, die durch Flucht oder Vertreibung ihr Heimatland verlassen mussten, sind einer extremen Belastung ausgesetzt. Egal, ob sie aus Syrien, dem Irak, Nigeria oder einem anderen Land nach Deutschland geflohen sind: Wenn sie hier ankommen, beginnt zunächst die Zeit des Wartens im Asylbewerberverfahren. Teilweise sind die Frauen durch ihre Erfahrung im Herkunftsland und auf der Flucht traumatisiert. Ihre Zukunft und die ihrer Kinder ist ungewiss. Den Frauen steht keine Familie bei der Geburt des Kindes zur Seite. Zum fehlenden sozialen Rückhalt kommen finanzielle Sorgen und beengte Wohnverhältnisse in Gemeinschaftsunterkünften, die Kinder oft nicht zur Ruhe kommen lassen. Geburtshilfe, Ernährungsgewohnheiten und Babypflegeprodukte im Einreiseland sind ihnen nicht vertraut. Die Angst vor Ausweisung ist in der Beratung spürbar. Das berichten die Beraterinnen der katholischen Schwangerschaftsberatung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„Als Asylbewerberinnen findet für diese Frauen am Ende der Flucht kein Ankommen statt, sondern eine Zeit des Wartens und der seelischen Belastung. Gerade in der Schwangerschaft oder mit kleinen Kindern vermissen sie ihr vertrautes soziales Netz aus dem Herkunftsland“, erklärt Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Meist sei ihre psychische und körperliche Verfassung sehr schlecht.

Die betroffenen Frauen fragen in den katholischen Schwangerenberatungsstellen häufig nach finanzieller Unterstützung oder nach Sachleistungen wie Kinderwagen oder Kleidung für das Baby. Auch brauchen sie Hilfe bei der Wohnungssuche. Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber schon 2012 aufgefordert, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz an die Leistungen von Hartz-IV-Beziehern anzugleichen. Dennoch bekommen Frauen nach Rückmeldung der Beratungsstellen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht überall in gleicher Höhe und gleicher Form einmalige Leistungen für die Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt.

Hoch problematisch hält die Caritas die Vergabe von Mitteln in Form von Gutscheinen statt Bargeld. Für die Frauen stelle die Einlösung oft ein großes Problem dar, wenn beispielsweise im Second-Hand-Shop kein Kinderwagen verfügbar sei, berichten die Beraterinnen. Sie stehen den Asylbewerberinnen mit Informationen und bei der Klärung ihrer Rechtsansprüche zu Seite und vermitteln Hilfen. Auch haben die Beraterinnen trotz Verständigungsschwierigkeiten ein offenes Ohr bei Ängsten und Einsamkeit. Um den Frauen und ihren Familien nach der Flucht umfangreiche Unterstützung anbieten zu können, arbeiten die Beratungsstellen eng mit Dolmetschern, der Migrationsberatung und ehrenamtlichen Helfern zusammen.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Pfarrer Oliver Merkelbach als Caritasdirektor eingesetzt

„Der Caritasverband gewinnt einen geerdeten Priester mit Weitblick“
„Der Caritasverband gewinnt einen geerdeten Priester mit Weitblick“

Stuttgart, 5. Mai – Pfarrer Oliver Merkelbach ist der neue Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bischof Dr. Gebhard Fürst setzte den 52-Jährigen in der Akademie der Diözese in Stuttgart in sein Amt ein. Zuvor war der katholische Theologe und studierte Agraringenieur sieben Jahre lang Dekan des Dekanats Ludwigsburg und Regionaldekan aller katholischen Dekanate in der Region Stuttgart. Oliver Merkelbach folgt Prälat Wolfgang Tripp, der im März 2015 aus dem dreiköpfigen Vorstand des Caritasverbandes Rottenburg-Stuttgart ausschied und in den Ruhestand wechselte. Oliver Merkelbach wird als Vorstandsvorsitzender den Verband leiten. Er wird damit künftig sowohl die strategische Ausrichtung des Verbandes verantworten und ebenso die karitative Arbeit theologisch und spirituell verankern.

„Die Einrichtungen der Caritas sind Orte, an denen Heil und Heilung unmittelbar erfahrbar sind“, erklärte Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der Amtseinsetzung. „Ich bin deshalb froh und dankbar, Pfarrer Oliver Merkelbach für die höchst anspruchsvollen anstehenden Aufgaben gewonnen zu haben.“ Mit Oliver Merkelbach gewinne der Caritasverband der Diözese „einen geerdeten Priester mit Weitblick, theologischer Kompetenz und pastoralem Feinsinn und vor allem Führungs- und Leitungskompetenz“, so der Bischof.

Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp gab dem neuen Caritasdirektor auf den Weg, dass das, was die Caritas auszeichne, immer unverzichtbar sein werde: nämlich die unmittelbare Zuwendung zum Menschen in Not. „Wandeln werden sich die Gesichter der Not und die Formen der Hilfe. Die Armutsentwicklung im Ganzen und die Altersarmut im Besonderen wird der Verband aufmerksam begleiten müssen.“

„Ich will in meinem neuen Amt als Diözesancaritasdirektor ein Brückenbauer sein“, sagte der neue Caritasdirektor Pfarrer Oliver Merkelbach. „Brückenbauer vor allem zwischen unterschiedlichen Interessen, Positionen und Einschätzungen – immer im Blick auf die Menschen, die in ihrer gesellschaftlichen Teil-habe benachteiligt werden.“ Als Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands will Merkelbach die Arbeit im Caritasverband auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes verankern, gerade auch bei ethischen Fragen zur Flüchtlingspolitik oder Sterbebegleitung. Außerdem wird er den eingeschlagenen Kurs bei der Armutsprävention von Kindern und ihren Familien weiterentwickeln: „Mir wurde der Blick geöffnet für die Komplexität von Armut, und wie schwierig und herausfordernd es ist, hier tatsächlich wirksam zu werden. Es ist für mich keine Frage: Dafür werden wir als Verband auch weiter ganz entschieden unsere Kraft einsetzen.“

Oliver Merkelbach ist im Ludwigsburger Stadtteil Poppenweiler aufgewachsen. Nach seinem abgeschlossenen Studium als Agraringenieur studierte er Theologie und wurde zum Priester geweiht. Seine Ausbildungszeit führte ihn als Diakon nach Horb und als Vikar nach Nagold. Zunächst Pfarrer in Schwieberdingen und Möglingen war er seit 2011 Pfarrer in Marbach. 2008 wurde er zum Dekan des Dekanats Ludwigsburg und 2010 zum Regionaldekan aller katholischen Dekanate in der Region Stuttgart gewählt.
Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1800 Einrichtungen, Dienste und Beratungsstellen. Knapp 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 33.000 Ehrenamtliche stehen den Hilfesuchenden in ganz Württemberg zur Seite und begleiten jährlich 425.000 Klienten. Dies sind alte, behinderte, wohnungslose und kranke Menschen sowie Kinder, Jugendliche und Familien. Vor allem Menschen in Armut, Arbeitslosigkeit oder in schwierigen Lebenslagen erhalten Sozialberatung, Schuldner- oder Mirgrationsberatung. Den dreiköpfigen Vorstand bilden neben Pfarrer Oliver Merkelbach (Vorstandsvorsitzender) Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Sozialpolitik) und Dr. Rainer Brockhoff (Finanzen).

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind.

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Akteure der katholischen Altenhilfe gründen Netzwerk „Alter und Pflege“

Passgenaue Hilfe für alte Menschen – Politische Arbeit soll gestärkt werden

Stuttgart, 15. April – Ein großer Teil der katholischen Träger ambulanter und stationärer Dienste in Württemberg haben sich zum „Netzwerk Alter und Pflege im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.“ zusammengeschlossen. Damit haben sie aus der Not eine Tugend gemacht: Der demografische Wandel stellt die Altenhilfe vor vielfältige Herausforderungen. Es gibt immer mehr pflegebedürftige Menschen, andererseits wächst der Bedarf an geeignetem Personal. Auch die Möglichkeiten, Angehörige im familiären Kreis zu pflegen, sind begrenzt. Dass die bisherige Trennung zwischen stationärer und ambulanter Pflege vor diesem Hintergrund keine tragfähige Basis mehr darstellt, haben die katholischen Träger ambulanter und stationärer Dienste und Einrichtungen erkannt. Mit dem Netzwerk haben sie auf organisatorischer Ebene in der Diözese die Voraussetzung geschaffen, um sich künftig besser zu vernetzen und zu kooperieren. Gemeinsam wollen sie ihre Interessen verstärkt nach außen vertreten und ihre Überzeugung einbringen, dass gute und zukunftsfähige Lösungen nur mit den betroffenen Menschen und durch die Bündelung aller Kräfte im Sozialraum zu realisieren sind.

Vernetzt sind nun viele der katholischen Sozialstationen sowie der katholischen Heime und Einrichtungen der Altenhilfe. Mit dem Netzwerk wollen sie nicht zuletzt auch die Potenziale in den Kirchengemeinden einbinden und auch mit anderen möglichen Partnern zusammenarbeiten. „Wir haben erkannt, dass nicht nur neue Angebote kreiert werden müssen, um ältere Menschen in der Stadt und auch auf dem Land optimal zu versorgen“, erklärte Caritasdirektor Dr. Rainer Brockhoff. „Wir brauchen auf örtlicher und regionaler Ebene mehr Koordination zwischen den Anbietern von Angeboten.“ Engagementbereite Menschen müssten besser einbezogen werden, um den vielfältigen und verschiedenen Wünschen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen zu begegnen. Nur durch die Vernetzung unterschiedlichster Akteure „dort, wo die Menschen leben“, könnten passgenaue, am Bedarf der Betroffenen orientierten und nicht zuletzt auch bezahlbare Formen der Betreuung und Begleitung entwickelt werden.

Verschiedene Runde Tische auf diözesaner und regionaler Ebene werden die Grundlage des neuen Netzwerkes bilden. Sie haben das Ziel, regionale Vernetzungsstrukturen auf- und auszubauen. Die Netzwerkmitglieder wollen an den Runden Tischen gemeinsame Positionierungen mit Blick auf Politik, Kirche und Gesellschaft erarbeiten. Aktionen auf regionaler, Diözesan- und Landesebene werden hier organisiert und koordiniert.

Vor der Gründung des Netzwerkes wurden die bisherigen beiden Arbeitsgemeinschaften „Katholische Sozialstationen“ und „Katholische Heime und Einrichtungen der Altenhilfe“ aufgelöst. Sie bildeten bis dato den Zusammenschluss der katholischen Altenhilfe ab. Ihre Vorstände und Vorsitzenden haben die Grundlagen des neuen Netzwerkes Alter und Pflege mit erarbeitet.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart über 1.700 Einrichtungen mit rund 82.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 31.500 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind.

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Caritas will mehr Hilfestellungen bei der Ausbildung für Jugendliche und Betriebe

Ganzheitliche Begleitung bei Ausbildung erhöht Chance auf erfolgreichen Abschluss

Stuttgart, 15. September – Zu wenigen Jugendlichen gelingt in Baden-Württemberg der nahtlose Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung. Dabei hat die Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen 2014 einen neuen Höchststand erreicht. „Hier tut sich eine immer größere Schere auf“, erklärt Prälat Wolfgang Tripp, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Aus seiner Sicht brauchen die Betriebe wie die Jugendlichen Hilfestellungen, damit die Schulabsolventen zügig in eine Ausbildung kommen und diese auch erfolgreich zu Ende bringen. Schulische Übergangssysteme und Berufsvorbereitungsjahre können aus Sicht der Caritas im Einzelfall richtig sein. Häufig würden die jungen Menschen hier aber geparkt und blieben ohne echte Perspektive auf eine Ausbildung.

Die Caritas Rottenburg-Stuttgart begrüßt deshalb das zu Schuljahresbeginn in vier Modellregionen startende Projekt AV-Dual (Duale Ausbildungsvorbereitung) der Landesregierung. Hier wird die Ausbildung in einem einjährigen Bildungsgang an beruflichen Schulen durch Schulunterricht mit Betriebspraktika vorbereitet. Dahinter steht auch der Gedanke, dass die Praktikanten im Betrieb als Lehrlinge haften bleiben. Die Caritas befürchtet aber, dass nicht die erforderliche Zahl an Betrieben zur Verfügung stehen wird und appelliert deshalb an die Betriebe in den Modellregionen – unter anderem im Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis -mitzuwirken.

Als grundsätzliches Problem sieht der katholische Wohlfahrtsverband bei AV-Dual, dass die Jugendlichen sich im Lernen selbst organisieren müssen. Dies überfordere viele der Jugendlichen. Für diese jungen Menschen fordert die Caritas im Land für die Zukunft ein bedarfsgerechtes Angebot wie etwa die VAB (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf). Jugendliche lernen bei diesem Angebot handwerkliche Berufsfelder kennen und können ihr Schulwissen vertiefen. In Trägerschaft der Caritas hat sich diese Unterstützung sehr bewährt.

Als einen zentralen Baustein im Angebot für Schulabgänger mit schlechtem oder fehlendem Abschluss sieht die Caritas in Baden-Württemberg die Assistierte Ausbildung. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz begleitet ein qualifizierter Träger die Betriebe sowie die Auszubildenden vor und während der Ausbildung. Konfliktprävention und -lösung sind Teil des Angebots. Bei Bedarf erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Bildungsstandard zu verbessern und Schlüsselqualifikationen und Soziale Kompetenzen zu erwerben. Deshalb begrüßt die Caritas ausdrücklich den Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese hat den Bundesgesetzgeber gebeten, Assistierte Ausbildung als ein Regelinstrument gesetzlich zu verankern.

Generell ist es aus Sicht der Caritas Rottenburg-Stuttgart unumgänglich, Schüler in allen Schularten gründlich und umgehend bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Dass erst mit dem Bildungsplan im Jahr 2016 in Baden-Württemberg eine intensive Berufsorientierung vorgesehen ist, hält die Caritas für zu spät.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart über 1.700 Einrichtungen mit rund 82.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 31.500 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind.

Kontakt
Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart
Eva-Maria Bolay
Strombergstr. 11
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bolay@caritas-dicvrs.de
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