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Die Musik spielt an der Adria – Anastacia kommt auch

Der Sommer wird heiß in Comacchio an der Adria, voller heißer Rhythmen. Den fulminanten Auftakt einer ganzen Reihe vielfältiger Musik-Events macht das „Comacchio Beach Festival“ vom 7. – 8. Juni, mit Anastacia als internationalem Superstar. Und die Töne werden den gesamten Sommer über nicht verklingen: die Grupo Compay Segundo am 27. Juli sowie der italienische Star Jovanotti am 20. August folgen, und dann noch viele weitere mehr

Trepponti, Musikalisches Comacchio © Luisa Veronese

Sommer in Italien bedeutet immer auch Musik. Und das oft unter freiem Himmel. Dass diese Events immer wieder zu gelungenen Veranstaltungen mit ganz besonderem Charme werden, dazu trägt in Italien nicht nur das verlässlich gute Sommerwetter bei. Mitreißende Konzerte an lauen Abenden draußen zu erleben, ist immer ein Hochgenuss, besonders in traumhaften Kulissenbei, umgeben von Menschen, die eines eint: die italienische Liebe zur Musik.

Das mittelalterliche Fischerörtchen Comacchio mit seinen Strandbädern bietet dies alles. Es liegt im UNESCO-Biosphärenreservat am Mündungsdelta des Po und hat neben traumhaften Badestränden auch eine einzigartige Naturlandschaft und ein Vogelparadies zu bieten. Dies ist die ideale Kulisse für das Comacchio Beach Festival am 7. und 8. Juni. Unter den italienischen Sommerfestivals hat es sich längst zu einem der ganz Großen gemausert. Eröffnen wird das Festival in diesem Jahr niemand Geringerer als die Ikone Anastacia, die in Comacchio einen ihrer beiden für 2019 geplanten Live-Auftritte weltweit feiert.
Für Begeisterung wird neben den Stars in diesem Jahr sicherlich auch die einmalige Bühnengestaltung sorgen: auf drei riesigen Bildschirmen werden Ausschnitte aus erfolgreichen Musikvideos mit Filmen über traumhafte Landschaft des Mündungsdeltas des Po zu einem bombastischen visuellen Erlebnis von Musik und Natur verwoben. Und das alles direkt am Strand. Das Comacchio Beach Festival ist übrigens nicht nur gratis, sondern entspricht auch den UNESCO-Richtlinien für Nachhaltigkeit und setzt damit ein Beispiel dafür, dass gelungene kulturelle Events und Naturschutz Hand in Hand gehen können.

Musikalisches Comacchio © Luisa Veronese

Am 27. Juli folgt gleich das nächste musikalische Highlight: die Grupo Compay Segundo, die seit dem Tode des legendären kubanischen Künstlers in seinem musikalischen Geiste sowohl in Havanna als auch weltweit seinen unverkennbaren Sound weiterleben lässt, kommt nach Comacchio. Mitten im historischen Zentrum der von Kanälen durchzogenen Stadt, an der malerischen Brücke Trepponti, findet das stimmungsvolle Live-Konzert unterm Sternenhimmel statt, selbstverständlich ist auch hier der Eintritt gratis. Für alle Liebhaber italienischer Musik ist der 20. August unbedingt im Kalender rot anzustreichen: Der Cantautore des italienischen Indie Pop, Jovanotti, macht mit seiner Konzertreihe Jovi Beach Festival Station in Comacchio. Hier ist ein chilliges Happening mit den Füßen im warmen Sand zu erwarten, und bei freiem Eintritt für Kinder unter acht lockt Jovanotti alle, die einen rockigen Strandtag mit der ganzen Familie erleben wollen.

Ebenfalls im Hochsommer, am 23. August, wird Comacchio wieder einmal Gastgeber des Anteprima, der Voraufführung, für das Ferrara Buskers Festival sein. Das mittlerweile legendäre Festival der Straßenmusik versammelt dann Profis der Szene aus aller Welt. Selbstverständlich wird auch hier kein Eintritt fällig. Hautnah den Künstlern zu begegnen und sich auf ihre Improvisationskunst einzulassen, ist ein besonderes Erlebnis für die ganze Familien. Und wenn man über den bunten, internationalen Klangteppich an den mittelalterlichen Kanälen und über die Brücken entlangschlendert, dann legt sich eine Atmosphäre von Lebensfreude und leichtem Blues über die Lagunenstadt.

Flamingos in Comacchio © Flavio Bianchedi

Aber Comacchio zieht nicht nur spektakuläre Topevents an. Aber Comacchio zieht nicht nur spektakuläre Topevents an. Zarte Klänge verbinden sich auf zwei charmanten Konzertreihen zwischen dem 28. Juni und dem 25. August auch mit der Natur. Concerti all’alba, Konzerte zur Morgendämmerung, bringt dann immer sonntags Klassik, Jazz und Folk um 6 Uhr früh an verschiedene Strände, um stimmungsvoll den Tagesbeginn am Meer zu feiern. Und immer freitags nachmittags geht es in der Reihe concerti in salina auf geführten Wanderungen tief hinein in die Salinen von Comacchio, wo diese schönen Klänge dann um jeweils 18 Uhr umgeben von Wasser und Flamingos in die Abendstimmung hinüberleiten. Für Liebhaber intimer Töne ist in diesem Sommer das Museum Remo Brindisi ein Geheimtipp. Im bezaubernden Garten des innovativen Kulturzentrums kann man hier in lockerer Reihe von Juli bis Ende August bei ausgesuchtem Folk, Blues, Jazz und bei Klassik die Sommerabende genießen.

Comacchio macht sich auch um den musikalischen Nachwuchs verdient. Denn Kultur muss gepflegt werden, und dieser Verantwortung kommt man hier gerne nach: vom 7. bis zum 16. Juni ist Comacchio wieder einmal Gastgeber von Mare di Musica, dem Festival Europäischer Musikschulen. Studenten aus ganz Europa beleben dann die Stadt und ihre Strände, mit einem reichen Programm von Workshops, internationalem Austausch – und natürlich mit Musik.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.visitcomacchio.it

Kunst/Kultur Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Ferrara entdecken auf seiner jüdischen Spur

Die Renaissance-Stadt Ferrara in der Emilia-Romagna bietet Besuchern zahlreiche Möglichkeiten, das Flair und den Rhythmus der Stadt von seiner Geschichte her zu entdecken. Das Museum MEIS öffnet seine Pforten vom 12. April bis zum 15 September für die Ausstellung „Il Rinascimento parla ebraico“, Die Renaissance spricht hebräisch, und lädt damit zu einem weiteren Entdeckungstour in die Stadt am Po ein

Museum MEIS Ferrara © Archivio Fotografico Provincia Ferrara

Wer einen Städtetrip nach Ferrara unternimmt, stellt rasch fest, dass die geschichtsträchtige Stadt in der Emilia-Romagna von Sehenswertem geradezu überquillt. Die strategisch wichtige Lage am größten Strom Italiens, dem Po, hat Architektur und Künste hier erblühen lassen, und so findet sich der Besucher wieder zwischen prächtigen Baudenkmälern, Palazzi, und bedeutenden Museen wie z.B. dem weltberühmten Diamantenpalast, dem Palazzo dei Diamanti, und eben auch dem MEIS, dem Nationalmuseum für italienisches Judentum und für die Shoa.
Ferrara hat einen UNESCO- Weltkulturtitel als prachtvolle Renaissance-Stadt und zugleich einen malerischen intakten mittelalterlichen Kern. Die Ferrareser haben mit ihrer reichhaltigen kulinarischen Tradition eine hervorragende Gastroszene entwickelt und pflegen ein besonderes Lebensgefühl. Dazu gehört die Besonderheit, als ausgesprochen fahrradaffin zu gelten. Tatsächlich sieht man Radler fast immer und überall, und die Stadt heißt auch Fahrradstadt Ferrara. Der Besucher kann es den Einheimischen getrost gleich tun. Auf zahlreichen Rundtouren zu Fuß oder per Rad lässt sich Ferrara erkunden, und so trifft man auch auf die Spuren eines sehr alten jüdischen Lebens. Schon in Sichtweite der Kathedrale ist es mit Händen zu greifen: Am Eingang zur Via Mazzini weist noch heute eine Inschrift darauf hin, dass sich hier eines der fünf Tore zum Ghetto befand.
Das Museum MEIS für italienisches Judentum und für die Shoa bietet mit einer aktuellen Ausstellung eine neue Perspektive auf das jüdische Leben Italiens. „Il Rinascimento parla ebraico“, die Renaissance spricht hebräisch, heißt die Ausstellung, die im MEIS vom 12. April bis zum 15. September zu sehen ist. Gezeigt werden Werke von u.a. Andrea Mantegna, Vittore Carpaccio, Ludovico Mazzolino und Sassetta. Bedeutende Renaissancewerke, die auf das Judentum Bezug nehmen wie auch auf die hebräische Sprache, aber auch sakrale Kunstwerke wie die Thorarolle von Biella, die seit ca. 1250 genutzt wird, werden für das Publikum in einem Rahmen präsentiert, der das Spannungsfeld beleuchtet, in dem Juden und Mehrheitsgesellschaft zueinander standen.

Pentateuch Italienisch Hebäisch illustriert von Mosheh Castellazzo,Museo-MEIS © Foto Claudio Furin

Das 2011 eröffnete Museum MEIS ist in einem ständigen Prozess der Transformation. Spannende bauliche Veränderungen gehen Hand in Hand mit einer Fortführung der Erzählung über das jüdische Leben in Italien. Entwickelte sich aus einer früheren Ausstellung über „die ersten tausend Jahre, von den Römern bis ins Mittelalter“ ein Teil der heutigen Dauerausstellung, führt das Museum mit der aktuellen Ausstellung über die Renaissance, kuratiert von Giulio Busi und Silvana Greco die Erzählung nun fort; gilt doch die Renaissance als eine für die Identitätsbildung Italiens wichtige Epoche, in der zugleich viele Juden z.B. als Ärzte, Händler oder Geldverleiher eine exponierte Stellung innehatten.

Mittelalterliches Ferrara © Archivio Fotografico Provincia Ferrara

Doch noch einmal zurück in die Via Mazzini. Das Ghetto von Ferrara wurde 1627 in einem mittelalterlichen Quartier eingerichtet. Die Via Mazzini, in der sich früher die meisten jüdischen Geschäfte befanden, hat noch immer die alte Struktur erhalten. Hier befindet sich auch die Synagoge. Als Herzstück des Ghettos hat sich die Via Mazzini mit den umliegenden Gassen längst zu einer Art Freiluftmuseum entwickelt. Die alten Häuser, oft aus Backstein, vermitteln mit ihren Inschriften und Verzierungen noch heute einen lebendigen Eindruck vom einstigen Leben. Hier befindet sich auch die frühere Jüdische Schule, in der der berühmte Schriftsteller und Sohn der Stadt, Giorgio Bassani, zeitweise unterrichtete. Sein Grab auf dem sehenswerten, grünen Jüdischen Friedhof, der etwas nördlich an der alten Stadtmauer liegt, zieht Liebhaber seiner Literatur aus aller Welt an.

Weitere Informationen unter www.visitferrara.eu und www.meisweb.it

Essen/Trinken Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Und zu Ostern in die Natur – Frühlingserwachen im Mündungsdelta des Po

Mit der beliebten Veranstaltungsreihe „Primavera Slow“ bietet das UNESCO-Biossphärenreservat Parco del Delta del Po 14 eventreiche Wochen vom 22. März bis 23. Juni 2019, und das Highlight über die Ostertage ist die „Pasqua Slow“ vom 19. bis zum 22. April – mit Bike & Boat

Der größte Strom Italiens, der Po, ist nicht nur eine der Lebensadern des Landes sondern bietet auch noch an seiner Mündung in die Adria paradiesischen Reichtum: unberührte Natur pur. Hier hat sich ein einzigartiges Ökosystem herausgebildet, zu dessen Schutz der Naturpark Parco del Delta del Po gegründet wurde.

Flamingos Parco del Delta del Po© Archivio Po Delta Tourism

Und dieser Naturpark hat es in sich: Mit einer Gesamtfläche von rund 66.000 ha ist der Parco del Delta del Po Italiens größter Regionalpark. Seit 2015 ist er als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Die Vielfalt der Landschaft, in der sich die Po-Ausläufer mit dem adriatischen Meer vermischen, ist schier unerschöpflich. Schilfgebiete, Salinen, Brackwasserbassins, Pinienwälder und Urwälder wechseln sich hier miteinander ab. Darüber hinaus wurden bislang über 1000 verschiedene Pflanzen- und gut 370 Vogelarten verzeichnet. Unter letzteren stellt eine Kolonie von rosa Flamingos ein besonderes Highlight dar.

Boot Parco del Delta del Po©Luca Gavagna

Bis zum 23. Juni bietet die Frühlings-Veranstaltungsreihe Primavera Slow viele Gelegenheiten, um das Podelta in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen – ein Event, das sich ganz der Natur widmet und dabei den Fokus auf Fahrradtourismus nachhaltigen Tourismus legt. Und das alles ganz langsam. Auf Fahrradtouren und Wanderungen, auf Bootsausflügen, Ausritten zu Pferde, geführten Naturlehrwanderungen und vielem mehr kann man in diese fast menschenleere, stille und immer auch etwas verzauberte Landschaft eintauchen. Für die kleinen Besucher ist das Angebot besonders groß. Ihnen wird eine spielerische Annäherung an die Landschaften mit ihren Klängen, Farben und Düften auf Kinder-Workshops geboten.
Ein besonders dichtes und familienfreundliches Programm wird über Ostern unter dem Titel „Pasqua Slow“ vom 19. bis zum 22. April geboten. Das große Thema ist dabei Bike & Boat. Bei idealen Temperaturen bietet sich diese Kombi an: mit dem Rad über die kilometerlangen Deiche, durch Ur- und Pinienwälder, und mit dem Boot tief eintauchen in die verzauberte Lagunenlandschaft, in der das Wasser allgegenwärtig zu sein scheint. Durch die Salinen, entlang der Kanäle von Goro, über die weite Flussmündung, mit Bike & Boat, zu Wasser und zu Lande, entfaltet der Naturpark seine ganze Magie.
Und auch ein Abstecher in die Abtei Pomposa, eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Mittelalters, das die Benediktiner im 6. Jh. in dieser damals schwer zugänglichen Feuchtlandschaft errichteten, darf nicht fehlen.

Radfahren Delt Del Po©Archivio Fotografico Provincia Ferrara

Der ideale Ausgangspunkt, um in diese besondere und etwas verwunschene Welt einzutauchen, ist sicherlich das mittelalterliche Fischerstädtchen Comacchio. Der Ort an der Küste der Emilia-Romagna ist malerisch von Kanälen durchzogen und weithin für seinen Reichtum an Muscheln, Krustentieren und auch an Aalrezepten bekannt. Comacchios Gastronomie genießt einen exzellenten Ruf. Schließlich wäre man nicht in Italien, wenn die Landschaft nicht auch durch den Magen ginge, und so wird ein Frühlingsausflug in den Naturpark Parco del Delta del Po schnell zu einer lukullischen Reise.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.visitferrara.eu und www.visitcomacchio.it

Aktuelle Nachrichten Reisen/Tourismus

Karneval in Ferrara: Geschichte, Wasser – Samba

Karneval ganz anders, voller Abwechslung und mit einem Schuss Brasilien – die Provinz Ferrara feiert die 5. Jahreszeit ausgelassen und vielfältig. In der Karnevalshochburg Cento am 10., 17. und 24. Februar sowie am 3. und 10. März, in der Lagunenstadt Comacchio am 24. Februar und am 3. März und in der UNESCO-Renaissance-Stadt Ferrara am 2. und 3. März

 

Kaum irgendwo feiert man die Karnevalssaison auf so vielfältige Weise wie in Italien. Das zeigt sich besonders in der reizvoll zwischen dem Po und der Adria gelegenen Provinz Ferrara, in der Region Emilia-Romagna.

Umzüge wie in Rio, farbenprächtig, voller Tanz und wilder Musik, dazu rivalisierende Vereine, die alle auf die Kür hoffen, das ist der Karneval von Cento. Das historische Städtchen feiert traditionell an fünf Sonntagen, in diesem Jahr vor am 10., 17. und 24. Februar sowie am 3. und 10. März. Überbordende Wagen mit Pappmaché-Figuren und Dekorationen wie Kostüme voller Lebensfreude werden an allen Sonntagen von 14 h bis 18.30 h zu sehen sein und das Publikum in Stimmung bringen. Alljährlich versuchen sich die wettstreitenden Gruppen auf dem Umzug über den Corso Guercino mit stimmungsvollen Darstellungen zu überbieten.

 

Der Karneval von Cento blickt auf eine lange Tradition zurück und gehört heute zu den bedeutendsten Karnevalsumzügen, die einen Wettbewerb der kunstvollsten Darstellungen durchführen, und das auf so hohem Niveau, dass Cento die Ehre zuteil wurde, Partnerkarneval von Rio de Janeiro zu sein. Schon oft durften die Siegergruppen zum großen Finale in Rio auftreten. Die närrischen Sonntage sind ein echter Publikumsmagnet. Entlang des Corsos oder auch auf der Haupttribüne kann man sich leicht von der Stimmung anstecken lassen. Aber auch abseits, in den kleinen Gassen. Brodelt die Stimmung. Zahlreiche Sambakünstler aus Rio werden erwartet. Nach der Kür der überzeugendsten Karnevalsgruppe schlagen die Emotionen dann noch einmal hoch: In feierlicher Zeremonie wird auf dem Burgplatz  nach altem Brauch der Tasi, eine mythische Maskengestalt, unter einem riesigen Feuerwerk verbrannt.

 

In der mittelalterlichen Lagunenstadt Comacchio kann man am 24. Februar und am 3. März eine ganz andere Art von Umzügen erleben. Die Stadt, bekannt für familienfreundlichen Badeurlaub, ist von zahlreichen Kanälen durchzogen und mutet manchem wie ein kleines Venedig an. An zwei Sonntagen dreht man auf den eher ruhigen Wasserstraßen richtig auf. Auch für die Allerkleinsten. Unter dem berühmten Bauwerk Trepponti, einer malerischen Brückenkonstruktion über drei Ufer gleichzeitig, gondeln bunte Fantasieboote dahin; ein spektakulärer Parcours, der von den Kaimauern aus frenetisch bejubelt wird. Dazu gibt es jede Menge Bonbons und Krapfen. Und wer sich noch den letzten Karnevalsschliff geben möchte, dem bietet das auf die antiken Ursprünge dieser Lagunenregion spezialisierte Museo del Delta Antico auch Tipps für Haare und Make-up wie im Alten Rom.

 

Zurück in die Renaissance geht es am 2. und 3. März in der Stadt Ferrara beim Carnevale degli Este. Das Geschlecht der machte durch großzügige Bautätigkeit Stadt zu einem Juwel der Renaissance und brachte ihr zu Recht den Titel als UNESCO-Weltkulturerbes ein. Die Este, so ist es überliefert, feierten Karneval bei Hofe bereits im 15. Jh. und 2012 wurde die Tradition wiederbelebt. In der perfekten Kulisse, die Ferrara bietet, kann jeder hautnah in die Renaissance eintauchen. Paläste und Museen öffnen sich für Sonderführungen, Umzüge, Musik, Gaukler und überbordende Bankette. Die Gastronomie lädt zur Verkostung raffinierter Spezialitäten.

 

Um den gesamten Rahmen der kulinarischen Themen, der Musik und Dekoration kümmern sich in allen Stadtvierteln die Contraden des Palio, denn Ferrara zählt auch eines der ältesten Pferderennen dieser Art sein eigen. Außerdem öffnen sie ihre Pforten zu Banketten und Aperitifs und gewähren einen seltenen Einblick in ihre traditionsreichen Werkstätten. Auch die Casa Romei, der äußerst gut erhaltene Palast aus dem 15. Jh. lockt mit Projektionen höfischer Szenen auf den Wänden seiner Prachtsäle. Lucrezia Borgia nebst Hofstaat (dargestellt von Schauspielern) hat sich auch angekündigt. Ein Karneval der Sinne und des Schönen. Und für den Gaumen. Süße Knabbereien wie lupini, tortelli oder die tagliatelle fritte, eine Hommage an das blonde Haar der Lucrezia Borgia gilt es zu entdecken.

 

Weitere Informationen sind zu finden unter www.visitcomacchio.it und www.visitferrara.eu  

Veranstaltungen/Events

An der Adria tummelt sich der Tintenfisch

Der Sommer wird eingeläutet an der Adria in der Emilia-Romagna. Im mittelalterlichen Hafenstädtchen Comacchio mit seinen Sage und schreibe sieben Strandbädern wird am 19. und 20. sowie am 26. und 27. Mai die Sagra della Seppia e della Canocchia gefeiert, das riesige Volksfest rund um den Tintenfisch und den Heuschreckenkrebs. Und viele Feste folgen.

 

Heuschreckenkrebse © Capuano

 

Sie ist ein wahrer Publikumsrenner, die Sagra della Seppia e della Canocchia, das Volksfest, auf dem sich alles um die zwei Köstlichkeiten des Mittelmeeres dreht, um den Tintenfisch und um den Heuschreckenkrebs. Für das Fischerdörfchen Porto Garibaldi, das zu Comacchio gehört, hat sich das Fest, italienisch „Sagra“, in den letzten acht Jahren zu einem bedeutenden Aushängeschild der Gastronomie entwickelt. Zahlreiche Gäste kommen zu diesem Ereignis teils von weit her. Im letzten Jahr waren es 4000 Besucher, die sich im Festzelt mit Spezialitäten rund um Tintenfisch und Krebs in zahlreichen Variationen und auf höchstem kulinarischen Niveau, verwöhnen ließen.

Ein gesamtes Menü wird mit den Meeresspezialitäten angeboten: feinste Muschelsuppe, kleine Nudeln, Sedanini, mit Krebsfleisch oder Tintenfischvariationen mit Gemüse und Polenta, frittiert, gekocht oder gratiniert, lassen jedem das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Comacchio ist auch als Strand von Ferrara bekannt. Seine sieben Strandbäder, die „7 lidi“, erstrecken sich über gut 20 km und neben Porto Garibaldi bietet jedes dem Besucher einen ganz eigenen Charakter. Mondän und mit Shopping erwartet einen der Lido di Estensi, romantisch von uralten Pinienhainen umgeben ist der Lido di Spina, in Scacchi und Pomposa geht es vor allem familienfreundlich zu, Lido delle Nazioni bietet mit einem großen See attraktive Möglichkeiten zum Segeln und zum Kanufahren, wohingegen Lido di Volano den naturbelassensten Strand aufbietet. Die Lidi tragen übrigens alle das Gütezeichen der Blauen Flagge für nachhaltigen Tourismus.

Strandbäder © Visit Comacchio

Ihnen allen ist gemein, dass sie das wunderschöne sanfte Adriatische Meer vor sich, und die einzigartige Welt des UNESCO-Biosphärenreservats Parco del Delta del Po im Hinterland haben.

Es verwundert daher nicht weiter, dass die Veranstalter des berühmten historischen Autorennens, 1000 Miglia, 1000 Meilen, ihre Route durch die Landschaft um Comacchio gewählt haben. Vom 16. bis zum 19. Mai ist es wieder soweit: und es ist ein erhabener Anblick für Liebhaber historischer Sportwagen, wenn die liebevoll gepflegten Autos hier vorüberrollen. Seit 1977 besteht dieses Rennen, das von Brescia im Norden bis nach Rom und zurück einen Bogen durch herrliche Seiten Italiens schlägt. Dabei geht es vor allem um den Genuss, das Panorama des Landes und der Städte an sich vorbeiziehen zu lassen.

Der traditionelle Auftakt des Sommers an der Adria ist zweifelsohne die feierliche und malerische Festa della Madonna del Mare. Seit Alters her wird in Porto Garibaldi eine Madonnenstatue aus der Kirche der Immacolata auf die See geführt. Ein religiöses Fest, das auch die Strandurlauber durchaus in seinen Bann zieht. Am 3. Juni ist es soweit. Verbunden mit einem Fackelumzug und sehr emotionalen Momenten wird die Madonna etwa eine Meile über den Porto Canale gefahren, um die See und die in ihr Ertrunkenen zu grüßen, der Tribut eines Dorfes, das seit jeher mit den Gefahren des Meeres umzugehen weiß. Auch an diesem Tag kann man natürlich allerlei Fisch- und Meeresfrüchtespezialitäten genießen.

Fischspezialitäten © Archivio Po Delta Tourism

Doch zurück zu den Heuschreckenkrebsen, den canocchie. Sie alleine lohnen eine Reise, denn in Deutschland sind sie nur selten zu bekommen. Sie kommen fast nur in einigen Regionen des Mittelmeers vor, besonders hier an der Adria. Am besten werden sie im eigenen Sud im Ganzen zubereitet und sind eine wahre Delikatesse, die zu jeder Art von Pasta passt. Die Sagra della Seppia e della Canocchia ist übrigens, wie überhaupt alles in den Lidi, ausgesprochen wohnmobil- und camperfreundlich. Und wenn der Sommer in Comacchio erst einmal begonnen hat, geht es mit vielen Festen weiter. Zum Beispiel am 8. und 9. Juni mit dem Beach Festival voller Musik und Feuerwerk als Auftakt für eine Badesaison für die ganze Familie.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.ferraraterraeacqua.it/de

Pressemitteilungen

Kommt der Frühling geflogen: Birdwatching im Mündungsdelta des Po

Der UNESCO-Biosphärenpark Parco del Delta del Po begeht vom 17. März bis zum 24. Juni die Naturerlebnisreihe Primavera Slow mit zahlreichen Veranstaltungen, auf denen man in ein einzigartiges Ökosystem eintauchen kann. Höhepunkt ist sicherlich die IX. Internationale Birdwatchingmesse vom 28. April bis zum 1. Mai in Comacchio

Man hat nicht oft Gelegenheit, ein Biosphärenreservat zu besuchen, und dieses hier ist besonders: auf 66.000 ha erstreckt sich der Parco del Delta del Po, da wo sich der stolze Fluss Po in einem weiten Mündungsdelta in die Adria ergießt. Eine alte Kulturlandschaft voller Inselchen, und Dämme, die Zonen mit Wasser unterschiedlichen Salzgehalts hervorbringt. Daraus ist ein einzigartiges Ökosystem entstanden, das 2015 den UNESCO-Titel erhielt. Der Besucher findet hier eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt vor, allen voran die Vögel. Und unter denen sind besonders beliebt: die rosaroten Flamingos.

Vor vielen Jahren schon haben Vogelkundler dieses Gebiet nahe des mittelalterlichen Comacchio für sich entdeckt, weshalb das Städtchen mittlerweile den Beinamen „Stadt des Birdwatching“ trägt.

Wer im Frühling in der Gegend der Stadt Ferrara in der Emilia-Romagna weilt, sollte unbedingt den Abstecher hierher wagen. Vom 17. März bis zum 24. Juni bietet die Primavera Slow eine beeindruckende Naturerlebnisreihe mit über 1000 Ausflügen und Veranstaltungen, die ein Ziel haben: dem Besucher den Zauber der Landschaft nahezubringen. Besonders zahlreich sind die geführten Spaziergänge und Wanderungen, die am Osterwochenende vom 30. März bis zum 2. April angeboten werden. Pasqua Slow heißen die Unternehmungen, auf denen Ostern ganz im Zeichen von ruhigen und langsamen Entdeckungsreisen in die Natur steht.

Hauptattraktion vom 28. Mai bis zum 1. April ist die 19. Internationale Messe für Birdwatching und Naturtourismus in Comacchio. Die bedeutende Fachmesse für Ornithologen und die Tourismusbranche hat sich längst auch zu einem Publikumshit für Naturfreunde und Touristen entwickelt, sicherlich auch, weil das Naturerlebnis, um das es auf der Messe geht, nur wenige Schritte von hier zum Greifen nahe ist. Wanderungen, Bootsausflüge, Pferdeausritte, Erkundungstouren per Kanu, durch die Salzfelder von Cervia, den Wald von Mesola und die Feucht- und Schilfgebiete, die Valli von Comacchio, um nur einige Namen zu nennen. Leicht zugänglich und kindergerecht sind die Aktivitäten, immer darauf bedacht, die Natur für die ganze Familie erlebbar zu machen.

Es ist eine verführerische Landschaft zwischen der Adria und dem Po, eher sublim. Das Spektakuläre liegt oft im Kleinen verborgen. Im Morgendunst scheinen Bäume und Sträucher wie leicht hinter einem Schleier zu schweben, doch wenn am Vormittag die Sonne durchkommt, bricht die Farbenpracht umso lebendiger hervor, dass es einem den Atem raubt. Eindrucksvoll ist es, die Vorrichtungen für den Aalfang zu betrachten oder, besonders in der Bucht von Goro, die Venus- und Miesmuscheln. Auch eine eigene, besonders sanftmütige Pferderasse ist hier zu Hause, die Razza Delta. Doch am beeindruckendsten bleibt wohl der Vogelreichtum. In dem wasserreichen, von den Po-Ausläufern geprägten Gebiet wurden bislang gut 370 Vogelarten verzeichnet.

So kommen auf der Internationalen Messe für Birdwatching und Naturtourismus auf 5000 qm in diesem Jahr über 100 Aussteller zusammen. Von Birdwatching-Bedarf über Slow Tourism, Umweltdidaktik und Workshops zum freiwilligen Engagement von Jugendlichen im Umweltschutz -man wird viel Neues entdecken und erfahren, auch wie man Vogel im Freien gut vor die Fotolinse bekommt. Thematische Fotoausstellungen, organisiert u.a. von der namhaften Zeitschrift Asferico und vom Oasis Photo Contest, geben weitere Inspiration. Ein guter Ausgangspunkt, um sich dann auf eigene Faust oder mit einem Naturführer hinaus ins Delta des Po zu begeben, um sich vom Frühling bezaubern zu lassen. Und auch von den Flamingos.

www.primaveraslow.it   www.visitcomacchio.it

Kunst/Kultur Veranstaltungen/Events

Das Christkind auf dem Wasser

Die Renaissancestadt Ferrara sowie das Adriaseebad Comacchio läuten die Feiertagssaison mit zahlreichen Attraktionen ein, darunter auch Krippen auf dem Wasser

Ferrara und Comacchio, die beiden Perlen in der italienischen Region Emilia-Romagna, locken den Besucher auch im Winter an: geschichtsträchtige Orte in einer schönen, vom Wasser geprägten Landschaft mit einer hervorragenden Küche. Die UNESCO-Renaissancestadt Ferrara mit ihren prächtigen Palästen und das nur knapp 50 km entfernte gemütliche, von mittelalterlichen Kanälen durchzogene Comacchio, das von vielen liebevoll als „Strand von Ferrara“ bezeichnet wird, bieten auch traditionsreiche Feierlichkeiten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Dazu gehören sicherlich die „presepi sull’acqua“, die Krippen auf dem Wasser.

Krippe Comacchio © Francesco Cavallari

Der Brauch, Krippen auf dem Wasser aufzubauen, oft unter Brücken, ist in Italien weit verbreitet und stellt auch in der Landschaft zwischen dem Po und seinem Mündungsdelta den malerischen Höhepunkt an den Weihnachtstagen in vielen Orten dar.

Den Auftakt dafür gibt Ferrara mit dem Weihnachtsmarkt vom 18. November bis zum 7. Januar auf der Piazza Trento e Trieste, unweit des imposanten Castello Estense. Zwischen dem malerischen Glockenturm der Kathedrale und dem imposanten Palazzo Municipale kann sich der Besucher von der Weihnachtsvorfreude verzaubern lassen. Die Gassen sind erfüllt von stimmungsvollem Licht und erfüllt von Aromen und Düften typischer Spezialitäten. Das Pampapato beispielsweise, eine dunkle Schokoladentorte gefüllt mit Mandeln, kandierten Früchten und feinen Gewürzen, die jedem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt und deren Rezept aus einer Zeit stammt, als Schokolade noch in Gold aufgewogen wurde.

Trepponti © Francesco Cavallari

In Comacchio herrscht ähnlich verführerische Atmosphäre. Wer in diesen Wochen an den Kanälen des beschaulichen Ortes entlangflaniert, kann sich in diesen Wochen vom funkelnden Spiel der Weihnachtslichter auf dem Wasser verzaubern lassen. Die Restaurants laden zum Genießen ein. Fisch wird hier am Meer besonders häufig gegessen, aber wie in der gesamten Provinz Ferrara lohnt es sich auch hier, Salama al Sugo zu probieren, ein herzhaftes Gericht aus Schweinefleisch, Rotwein und Gewürzen, dass bis zu einem Jahr lagert (in vielen Trattorien hängt sie wie eine riesenhafte Salami über dem Tresen) und sechs bis acht Stunden gekocht wird. Es wird mit Kartoffel- oder Kürbispüree genossen. Ein echtes Wintergericht, das einem Kraft gibt, seinen Spaziergang fortzusetzen.

Am 24. Dezember erstrahlen dann die „presepi sull’acqua“. In Comacchio ist der beste Ort dafür die festlich geschmückte Trepponti-Brücke, ein eindrucksvolles mittelalterliches Bauwerk, das früher einmal die Kanäle des Ortes vor Eindringlingen schützte. Auf einer Floßkonstruktion wird hier die Krippe dargestellt – eine im nächtlichen Lichterschein eindrucksvolle Darstellung. In Ferrara schwimmt eine Krippe im Wasser des Burggrabens des Castello Estense. Zum 34. Mal bereits organisiert der Tauchclub Gruppo Subacqueo Ferrarese die Darstellung der Geburt des Christkindes.

Weihnacht Comacchio © Francesco Cavallari

Ab 22 Uhr tragen Taucher in einem feierlichen Fackelumzug die Puppe durch das Wasser und legen es schließlich in die Krippe. Natürlich lockt zum Aufwärmen auf der nahen Piazza Savonarola heißer Glühwein.

Der Höhepunkt zum Jahreswechsel ist dann das spektakuläre Feuerwerk. Seit einem Jahrzehnt wird es im Castello Estense veranstaltet. Das pyrotechnische Meisterwerk hat sich zu einer bombastischen Light- und Musikshow entwickelt, die weit über die Region hinaus bekannt und zu einem wahren Publikumsmagneten für die größte Party des Jahres geworden ist. Wenn um Mitternacht die mittelalterliche Burg in ein flammendes Farbenmeer getaucht wird, zieht es die Ferrareser in Scharen hinaus, denn das bunte Spektakel ist von allen größeren Plätzen der Stadt aus zu sehen.  Auf jeden Fall lohnt es den Weg hierher, um einen wundervollen Jahreswechsel zu erleben.

Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Alles Aal an der Adria

Vom 29. September bis zum 15. Oktober feiert das Adriaseebad Comacchio die „XIX. Sagra dell’Anguilla“, das große Volksfest rund um den Aal

Es zählt zu den kulinarischen Top-Events von Comacchio und ist weit darüber hinaus berühmt: die „Sagra dell’Anguilla“, das große Volksfest rund um den Aal. Zum 19. Mal wird es nun schon begangen, vom 29. September bis zum 15. Oktober. Ausgefallene Fischdelikatessen werden unter freiem Himmel angeboten und machen die „Sagra“ zusammen mit einem unterhaltsamen Rahmenprogramm zu einem Ereignis, das weit über die Region hinaus bekannt und berühmt ist.

Gegrillter Aal © Archivio Fotografico Provincia di Ferrara
Marinierter Aal © Archivio Fotografico Provincia di Ferrara

Comacchio liegt nur knapp 50 km von der UNESCO-Renaissance-Stadt Ferrara entfernt, in der Emilia-Romagna, die für ihre exquisite Gastronomie und für die Hochwertigkeit ihrer landwirtschaftlichen Produkte besonders berühmt ist. Um hier mit einem kulinarischen Volksfest hervorzustechen, muss man einiges zu bieten haben. Und das hat die „Sagra dell’Anguilla“. Das Herz der „Sagra“ wird auch in diesem Jahr wieder am stimmungsvollen Gastro-Stand in der Via Fattibello schlagen. Fischer aus der Region bieten hier vielfältige und schmackhafte Gerichte mit Aal  sowie mit weiteren heimischen Süß- und Salzwasserfischen an. Aal gegrillt oder frittiert, aber auch Aalsuppen gehören auf jeden Fall dazu. Außerdem werden Themenmenüs angeboten. Selbst süße Desserts gibt es in der Form des Aals. Der Eintritt ist frei. Gespeist wird im großen Zelt des Stands mit 700 Sitzplätzen in gemütlicher Atmosphäre. Aber auch die örtlichen Restaurants laden zu einem Rundgang durch die Stadt ein und überbieten sich mit traditionellen und kreativen lukullischen Kreationen rund um den Aal: Risotto, Aalsuppe alla comacchiese, die mit einem frischen Stück Polenta serviert wird, brodetto con la verza, Wirsingsuppe, sowie Aal in Essig mariniert. Das große Fest wird an den drei Wochenenden ganztägig gefeiert, wochentags wird abends geöffnet.

Das brackige Wasser der nahen Lagunenlandschaft bietet genau den richtigen Lebensraum für den Aal. Schon die Römer haben ihn hier gefangen, das Museum „Manifattura dei Marinati“ dokumentiert seine Geschichte. Der Aal, im Italienischen weiblich, wird hier liebevoll „die Königin“ genannt.

Und diese Liebe geht durch den Magen: Auf der „Sagra“ des vergangenen Jahres wurden 22,45 Zentner verspeist, gegrillt, mariniert oder in herrlich brodelnden Suppen, dazu kam noch 1,05 Zentner frittierte Meeresfrüchte. 11281 Portionen wurden serviert. Und in diesem Jahr sollen es noch mehr werden. Dabei ist man für Einflüsse von außen offen: Zum wiederholten Male wird der renommierte japanische Koch Hiroshi Ogata seine fernöstlichen Aalzubereitungen präsentieren. Und dann der Wein: die „Hauptstadt des Aals“ verwandelt sich für auch in das „Herz des Bosco Eliceo“, des Weins der Region.

Lagunelanschaft © Roberto Maggioni

Aber das Volksfest ist mehr: Die mittelalterliche Stadt verwandelt sich zu einiger Kirmes mit über 120 Ausstellern, die die Gassen entlang der Kanäle mit Leben füllen. Comacchio quillt über vor Kunsthandwerk, Gauklern, regionaltypischen Produkten und süßen Leckereien. Man kann zu Fuß schlendern, Bootsausflüge durch die Kanäle der Stadt und ihrer Umgebung machen oder die Lagune auf dem Fahrrad erkunden. Das macht sicherlich hungrig … und damit ist man in Comacchio wieder beim Aal.

Weitere Informationen rund um die Sagra dell‘ Anguilla und die Stadt Comacchio bietet die offizielle Homepage der Gemeinde: www.visitcomacchio.it www.sagradellanguilla.it

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Adriaglühn in Rosarot

Feuerwerke – la Notte Rosa

Am 7. Juli feiert die Adriaküste zum 12. Mal „La Notte Rosa“ – für das Seebad Comacchio der Auftakt zu einem Sommer voller Veranstaltungen

Comacchio, das heißt feinster Sand, hervorragende Wasserqualität und dazu ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat, sprich – ein Sommerparadies. Die Gemeinde Comacchio liegt ideal im Mündungsdelta des Po, in der Emilia-Romagna, und bietet für jeden Geschmack etwas. Die sieben Strandbäder, „sette lidi“, sind wie Perlen aneinandergereiht: In Scacchi und Pomposa ist man besonders familienfreundlich, für Kanuten und Segler bietet Lido delle Nazioni zusätzlich zum Meer auch noch einen See, Lido degli Estensi lockt mit mondäner Shoppingmeile, Lido di Volano ist besonders naturbelassen, Porto Garibaldi verzaubert mit dem Charme eines Fischerdorfes und Lido di Spina, in einem alten Pinienhain verborgen, überrascht mit dem Museum für moderne Kunst Remo Brindisi, einem spektakulären Bau der Mailänder Architektin Nanda Vigo.

Italiener lieben den Sommer und das gemeinsame Feiern im Freien. Und so hob Andrea Gnassi 2007 ein gigantisches Sommerfest aus der Taufe, „La Notte Rosa“, die rosa Nacht. Er machte den ersten Freitagabend im Juli zu einer Art sommerlichem Neujahrsfest, widmete es den Frauen und erhob die pastellige Farbe Rosa zum Symbol für Liebe, Schönheit und Leidenschaft.

Ombrelli © Rosalinda Agola

Und die lässt nicht nach. Schon zum 12. Mal verwandelt sich am 7. Juli der gesamte 110 km lange Küstenstreifen von Comacchio bis Riccione in die Bühne für ein Spektakel, bei dem sich alle zusammen in rosa hüllen. Monumente, Gebäude, Restaurants, alles Mögliche wird rosa angestrahlt und beleuchtet. Man isst rosa, vom rosa Eisbecher bis zum rosa Menü – Kochschinken und Scampi stehen hoch im Kurs, selbst das beliebte Piadina, das köstliche Fladenbrot aus der Romagna, darf heute ausnahmsweise eingefärbt werden – und man trinkt rosa Cocktails.

Das diesjährige Motto „Together“ bringt den Zauber dieser Nacht auf den Punkt: kaum jemand, der nichts in Rosa trägt, vom Hemd, über Flip-Flops und Hüte ist alles erlaubt. Ab Sonnenuntergang beginnen unzählige Musik- und Straßenevents, Feste und Konzerte unter freiem Himmel, der, wie sollte es anders sein, um Mitternacht von zahllosen Feuerwerken an den Stränden von Comacchio bis Cattolica zusammen mit dem Meer in rosa getaucht wird. Und das Beste daran: Am 8. und 9. Juli geht die Feier weiter… Und zahlreiche Veranstaltungen laden den ganzen Sommer nach Comacchio ein.

Die „Concerti in Salina“, Konzerte in den Salzfeldern der Umgebung, am 21. und 28. Juli sowie am 4. und 11. August sind eine besonders schöne Art, diese typische Landschaft kennenzulernen: Musik inmitten der flachen Gewässer des Deltas, im Lebensraum der Flamingos.

Das historische Comacchio mit seinen malerischen Gassen, Kanälen und Brücken lässt sich in weiteren Nächten genießen: „Comacchio by Night“ am 14., 21., 28. Juli sowie am 4., 11. und 25. August bietet Musik, Kunst und Straßenmärkte in der ganzen Stadt.

Pesce azzurro © Archivio Fot. Provincia Ferrara

Eine besondere Leckerei bietet die „Festa dell’Ospitalità“ am 14. August. Fangfrischer Fisch, Makrelen, Sardinen und andere mehr, wird am Hafen in riesigen Pfannen gebraten. Dazu gibt es Coppia Ferrarese, das traditionelle gerollte, knusprige Brot, und Vino di Bosco, typischen Wein der Region. Das alles gratis in gemütlichem Ambiente auf der Kaimauer des Porto Garibaldi. Ein stimmungsvoller kulinarischer Genuss, der um Mitternacht mit einem Feuerwerk gekrönt wird.

Weiter Informationen zu La Notte Rosa, Comacchio und seinen Veranstaltungen finden Sie unter

www.visitcomacchio.it

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Musik wo man geht und steht in Ferrara und Comacchio 30. “Ferrara Buskers Festival”

Gaukler auf der Piazza @ Copyright Luisa-Veronese

Vom 17. bis zum 27. August 2017 lädt die UNESCO Renaissance-Stadt Ferrara ein zum 30. „Ferrara Buskers Festival“, dem großen Festival der Straßenmusik. Stimmen und Rhythmen aus aller Welt tauchen die Stadt am Po in magische Atmosphäre, bereichert von Aromen der typischen Küche der Emilia-Romagna. Ehrengast im Jubiläumsjahr ist New York. Den musikalischen Auftakt „Buskers Festival On Tour“ macht am 18. August die Lagunenstadt Comacchio, wo Musiker die malerische Altstadt in den Klang ihrer Länder tauchen.

Musik auf der Straße? Das ging nicht immer. Vor 30 Jahren lauschte der passionierte Musikliebhaber Stefano Bottoni einem Straßenmusiker und wurde Zeuge, wie dieser dabei mit einem Bußgeld belegt wurde. Um der Straßenmusik einen würdigen Rahmen zu bieten, gründete er das „Ferrara Buskers Festival“. Was klein begann, ist mittlerweile das größte Festival der Straßenmusik weltweit. Vom 17. August bis zum 27. August 2017 (außer am  21. August) öffnet die Stadt am Po ihr historisches Zentrum, das den UNESCO Titel der Renaissance-Stadt trägt, für Rhythmen und Stimmen aus über 30 Ländern.

Jeden Abend von 18 bis 24 Uhr, sonntags von 17 bis 20 Uhr, verwandeln sich Gassen und Plätze in einer Größe von 200.000 qm in eine Klangkulisse ganz besonderer Art. Dutzende täglicher Darbietungen und Straßenmusik von höchster Qualität, die ihresgleichen sucht. Der Ehrengast zum 30. Jubiläum ist New York, handverlesene Gruppen aus dem Big Apple bringen eine besondere Note des Blues ins Festival.

Doch zurück zum Anfang: ein Auftritt des berühmten Lucio Dalla mit seiner Klarinette auf einer kleinen Piazza begeisterte die Zuhörer so sehr, dass man mehr daraus machen wollte. Musik zum Anfassen, hautnah. Die Idee faszinierte. Das „Buskers Festival On Tour“ kam dazu, drei Tage, an denen sich die Ehrengäste in anderen Städten der Region präsentieren.

Harfenistin @ Ferrara Buskers Festival

Mittlerweile ist das Festival mit etwa 1500 Künstlern Anziehungspunk für mehr als 800.000 Besucher, die sich an sommerlichen Abenden von der Musik verzaubern lassen. Eine Fotoausstellung über den Ehrengast, die Stadt New York, Tango zum Mittanzen, avantgardistisches Kunsthandwerk, und nicht zu vergessen die kulinarischen Genüsse runden das Erlebnis ab: 12 Stände verwöhnen mit warmen Gerichten, Spezialtäten der Emilia-Romagna, die Kirche San Paolo lädt zum Essen in ihrem Kreuzgang; und selbstverständlich kreiert man auch vegane Gerichte.

Und dann ist da noch die Natur. Das „Ferrara Buskers Festival“ ist nicht nur ein EcoFestival Projekt, sondern findet statt in der Nähe des UNESCO Biosphärenreservats Podelta-Park. So ist es kein Wunder, dass genau dort, in der mittelalterlichen Lagunenstadt Comacchio der musikalische Aperitif eingenommen wird.

Konzert an der Trepponti @ Ferrara Buskers Festival

Comacchio, 50 km östlich von Ferrara an der Adria, ist eines der 7 Strandbäder des Podeltas und ideal für erholsame Sommertage für die ganze Familie: ruhige Strände, sauberes Wasser, ein weites Netz von Rad- und Wanderwegen durch den Biosphärenpark, der mit seiner ursprünglichen Natur lockt. Die Brutplätze der Flamingos sind einer der Höhepunkte. Aber auch die Stadt Comacchio selbst hat einen besonderen Charme. Die mittelalterliche Handelsstadt ist noch heute stolz auf ihre Traditionen, was sich besonders in der exquisiten Küche mit Fisch und Meeresfrüchten zeigt.

Im „Anteprima“, dem Auftakt zum „Ferrara Buskers Festival“ am 18. August von 21.30 bis 24 Uhr verwandelt sich diese einzigartige Stadt auf ihren Brücken und an ihren Kanälen zur intimen Bühne und wird zum musikalischen Schmelztiegel mit unvergleichlicher Atmosphäre.

Weiter Informationen zu Ferrara, Comacchio und dem „Ferrara Buskers Festival“ finden Sie unter

www.ferrarabuskers.comwww.visitcomacchio.itwww.ferrarainfo.com