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Herbstzeit ist Winterreifenzeit – Verbraucherinformation der ERGO Versicherung

Was Autofahrer über die Bereifung wissen sollten

Herbstzeit ist Winterreifenzeit - Verbraucherinformation der ERGO Versicherung

Autofahrer wollen sich oft den Aufwand sparen und setzen auf Ganzjahresreifen
Quelle: ERGO Group

Rückt die kalte Jahreszeit näher, sollten Autofahrer sich wieder um die Bereifung ihres Wagens kümmern. Welcher Reifen wann der richtige ist und ob es eine gesetzlich vorgeschriebene Winterreifenpflicht gibt, weiß Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO.

Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen: Was ist der Unterschied?

Winter- und Sommerreifen unterscheiden sich durch ihre Gummimischung und das Profil: Winterreifen sind mit zusätzlichen Rillen ausgestattet und sind weicher. So verhindern sie ein zu starkes Rutschen bei Schnee oder Matsch. Im Sommer müssen die Reifen dagegen hohen Temperaturen standhalten. Daher ist die hier verwendete Gummimischung besonders hart. Bei winterlichen Straßenverhältnissen bedeutet das allerdings erhöhte Rutschgefahr, weshalb ein Reifenwechsel sinnvoll ist. Immer mehr Autofahrer wollen sich aber diesen Aufwand sparen und setzen auf Ganzjahresreifen. Frank Mauelshagen dazu: „Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss. Sie eignen sich für Autofahrer, die bei extremen Wetterverhältnissen auch auf das Auto verzichten können und damit weder in den Skiurlaub fahren noch im Hochsommer nach Südeuropa.“

Pflicht oder nicht?

Die Frage, ob es in Deutschland eine Winterreifenpflicht gibt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. „Wir haben hierzulande eine sogenannte „situative Winterreifenpflicht““, so der Kfz-Experte. Das heißt konkret: Herrscht Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Reif- oder Eisglätte, dann sind Winterreifen Pflicht. Festgelegt ist dies in der Straßenverkehrsordnung (StVO) in § 2 Absatz 3a. Halten sich Autofahrer nicht daran, riskieren sie ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und müssen bei einem Unfall mit Sommerreifen unter Umständen auch mit Leistungskürzungen seitens der Versicherung rechnen. Übrigens: Auch mit Ganzjahresreifen dürfen Autofahrer bei Glatteis & Co. unterwegs sein, wenn sie das alte M+S- oder das seit 2018 gültige Schneeflocken-Symbol aufweisen.

Seit Januar 2018: Von M+S zum Schneeflocken-Symbol

Bisher erfüllten Winterreifen mit dem M+S-Zeichen die Vorgaben der StVO für Winterreifen. Seit Januar 2018 müssen neu hergestellte Winterreifen das sogenannte Alpine-Symbol – ein dreigezacktes Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke in der Mitte – aufweisen. Bis zum 30. September 2024 gilt eine Übergangszeit: So lange dürfen Autohalter noch mit Winterreifen mit dem M+S-Zeichen unterwegs sein, die sie vor 2018 gekauft haben. „Wer sich jetzt neue Winterreifen zulegt, sollte unbedingt auf das Schneeflocken-Symbol achten“, empfiehlt Mauelshagen.

Von O bis O?

„Von Oktober bis Ostern“, also von O bis O, lautet eine weit verbreitete Faustregel für den Einsatz von Winterreifen. Der Kfz-Experte rät, spätestens beim ersten Raureif die Winterbereifung aufzuziehen. Ein weiterer wichtiger Indikator: Dauerhaft Temperaturen unter sieben Grad Celsius. Da sich winterliche Wetterverhältnisse nicht immer nach dem Kalender richten, ist ein Reifenwechsel bis Ende Oktober sinnvoll. Das hat dann auch den Vorteil, dass es in den Werkstätten noch nicht so voll ist wie nach dem ersten Schnee- und Frosteinbruch.

Vorsichtiges Fahren

Hat der Winter Einzug gehalten, sollten Autofahrer ihre Fahrweise den winterlichen Bedingungen anpassen. Dazu gehört beispielsweise, in einem möglichst hohen Gang und bei niedriger Motorendrehzahl zu fahren, da ansonsten die Räder durchdrehen können. Auch mit dem Gaspedal sollten Autofahrer behutsam umgehen. Ruckartige Lenkbewegungen gilt es zu vermeiden. Gerade im Winter ist auch eine gute Beleuchtung wichtig: Daher empfiehlt der ERGO Experte, auch tagsüber mit Tagfahrlicht zu fahren. Wer keines besitzt, kann das Abblendlicht einschalten. Verpflichtend ist diese Sicherheitsmaßnahme jedoch nicht.
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Sicher mit dem Auto durch den Nebel – Saisonale Verbraucherinformation der ERGO Versicherung

Tipps zu Fahrweise und Beleuchtung bei schlechter Sicht

Sicher mit dem Auto durch den Nebel - Saisonale Verbraucherinformation der ERGO Versicherung

Wer sicher durch den Nebel kommen möchte, sollte vorausschauend fahren.
Quelle: ERGO Group

Auch wenn der meteorologische Herbst gerade erst begonnen hat, bringt er bereits vereinzelt Nebel. Nicht nur auf Landstraßen oder in Waldgebieten, auch in Städten können morgens und abends immer wieder dichte Nebelschwaden die Sicht nehmen. Für Autofahrer eine Herausforderung. Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO, gibt Tipps für eine sichere Fahrweise und informiert, welche Beleuchtung bei Nebel notwendig und erlaubt ist.

Fahrweise den Sichtverhältnissen anpassen

Nebel bedeutet für Autofahrer schlechte Sicht – manchmal sind es nur wenige Meter. Langsames und vorausschauendes Fahren sowie durchgehende Bremsbereitschaft sind daher ein Muss. „Zudem gilt die Faustregel: Geschwindigkeit gleich Sichtweite“, so Mauelshagen. Das heißt: Bei einer Sicht von 40 Metern darf der Fahrer auch nur mit Tempo 40 unterwegs sein. Die Leitpfosten, die mit einem Abstand von 50 Metern am Fahrbahnrand stehen, können bei der Einschätzung der Sichtweite helfen. Tauchen Autofahrer plötzlich in eine Nebelwand ein, sollten sie nicht vor Schreck scharf bremsen, denn dies gefährdet den nachfolgenden Verkehr. Lieber langsam die Geschwindigkeit drosseln. Außerdem empfiehlt der Kfz-Experte, gerade im Herbst regelmäßig die Scheiben zu reinigen und die Scheibenwischer zu testen. Denn im Fall von Nebel sollten wenigstens die Scheiben einen klaren Durchblick erlauben.

Die richtige Beleuchtung

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Autofahrer bei Nebel das Abblendlicht einschalten. „Das Tagfahrlicht reicht für die schwierigen Sichtverhältnisse bei Nebel nicht aus“, erklärt Mauelshagen. Zwar schaltet sich bei modernen Fahrzeugen das Abblendlicht abhängig von den Lichtverhältnissen häufig automatisch ein beziehungsweise aus. Doch oft erfolgt die Aktivierung recht spät. Daher ist es bei Nebel besser, wenn der Fahrer selbst von Tagfahr- auf Abblendlicht umschaltet. Beträgt die Sichtweite weniger als 50 Meter ist es laut StVO erlaubt, Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer einzuschalten. Der Fahrer muss sie aber umgehend wieder ausschalten, wenn die Sichtverhältnisse besser werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das extrem starke Licht andere Autofahrer blendet. Übrigens: Da das weiß strahlende Fernlicht reflektiert und somit sowohl den Fahrer selbst als auch den entgegenkommenden Autofahrer blendet, ist es bei Nebel nicht hilfreich und sollte ausgeschaltet bleiben.
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Unterschied zwischen Neu- und Kaufwertentschädigung – Verbraucherfrage der Woche der ERGO Versicherung

Gut beraten von den Experten der ERGO Group

Michael R. aus Reutlingen:
Ich kaufe mir demnächst ein neues Auto und überlege, meine Kfz-Versicherung zu wechseln. In diesem Zusammenhang habe ich häufig von Neu- und Kaufwertentschädigung gehört. Was ist der Unterschied?

Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO:
Neufahrzeuge verlieren in den ersten zwei Jahren schnell an Wert. Abhängig vom Fahrzeugmodell kann dieser Wertverfall bei 30 bis 40 Prozent liegen. Kommt es kurz nach dem Kauf oder der Erstzulassung, beispielsweise durch einen Unfall, zu einem Totalschaden oder wird das Auto gestohlen, ersetzen einige Versicherer dem Besitzer nur den Wiederbeschaffungswert. Das ist der Wert, den Fahrer aufbringen müssten, um sich einen gleichwertigen Ersatz für das beschädigte oder gestohlene Auto zu beschaffen. Falls sich der Geschädigte dann wieder einen Neuwagen kaufen möchte, muss er für die Differenz zwischen Neupreis und Wiederbeschaffungswert selbst aufkommen. In einer guten Teil- oder Vollkaskoversicherung ist jedoch eine Neuwertentschädigung inbegriffen. Je nach Police oder gewählten Zusatzbausteinen übernimmt dann der Versicherer in den ersten sechs bis maximal 24 Monaten nach Erstzulassung den Neupreis im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls. Wer einen jungen Gebrauchtwagen besitzt, für den kann sich eine Vollkaskoversicherung lohnen, die eine Kaufwertentschädigung beinhaltet. Das heißt, dass Autobesitzer – je nach Versicherer – innerhalb der ersten sechs bis 24 Monate nach Vertragsbeginn bei Diebstahl oder Totalschaden den vollen Kaufpreis erstattet bekommen.
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Wwoofing: naturnah und günstig reisen – Verbraucherinformation der ERV

Mit Freiwilligenarbeit um die Welt

Wwoofing: naturnah und günstig reisen - Verbraucherinformation der ERV

Wwoofer lernen im Einklang mit der Natur zu leben.
Quelle: ERGO Group

Wwoofing ist eine alternative Art zu reisen – nicht nur für Menschen mit kleinem Budget. Das Konzept: Freiwillige packen auf Bio-Bauernhöfen mit an und bekommen im Gegenzug Kost und Logis. Wer sich darauf einlässt, lernt nicht nur Land und Leute kennen. Wwoofer erfahren auch, was es heißt, im Einklang mit der Natur zu leben. Wie Wwoofing funktioniert und was es bei der Vorbereitung zu beachten gibt, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Wwoofing steht für „World-Wide Opportunities on Organic Farms“. Das 1971 in Großbritannien gegründete Netzwerk bietet Backpackern und Reiselustigen unverfälschte Einblicke in den Alltag ökologisch wirtschaftender Bauernhöfe auf der ganzen Welt. „Dabei schonen die Helfer nicht nur ihren Geldbeutel, sondern auch die natürlichen Ressourcen des Gastlandes“, so Birgit Dreyer.

Wunschdestinationen individuell bereisen

Die Freiwilligen unterstützen bei allen Arbeiten, die auf Bauernhöfen anfallen: Ob Melken, Füttern der Tiere, Ausmisten der Ställe, Ernten oder handwerkliche Tätigkeiten. Die Arbeiten sind meist körperlich anstrengend. Doch viele Wwoofer schätzen gerade diese ursprünglichen Tätigkeiten in der Natur, weil sie einen Ausgleich zum Alltag bieten. Helfer arbeiten in der Regel etwas länger als einen halben Tag – so bleibt genug Zeit für Ausflüge und Unternehmungen. Die Arbeit mit Einheimischen vermittelt authentische Eindrücke vom jeweiligen Land und sorgt für ein unvergessliches Reiseerlebnis. Und da die Bauernhöfe ihre Türen häufig mehreren freiwilligen Helfern zur gleichen Zeit öffnen, können Wwoofer schnell neue Freundschaften mit Gleichgesinnten schließen.

Von Mexiko bis Japan

Wwoofer müssen die Organisation ihrer Reise selbst in die Hand nehmen und in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein. „Ob Kanada, Peru, Schweden, Südafrika, Indien oder Neuseeland: Interessierte haben die Qual der Wahl“, weiß Birgit Dreyer. Die Website www.wwoof.net bietet eine Übersicht der rund einhundert Länder, in denen ökologische Landwirte Wwoofing anbieten. Wer sich für ein Reiseziel entschieden hat, meldet sich anschließend bei der nationalen Wwoof-Organisation des Wunschlandes an. Über deren Webauftritt können Reiselustige Details zu den Höfen einsehen und Kontakt zur Gastfamilie aufnehmen. Persönliche Interessen spielen bei der Auswahl des Hofes ebenso eine Rolle wie die Art der Unterbringung – vom Gästezimmer über den Heuboden bis zum Zelt oder Wohnwagen ist für jeden das Passende dabei. „Besondere landwirtschaftliche Vorkenntnisse sind nicht notwendig“, versichert Dreyer. Vielmehr diene der Aufenthalt dazu, den Wwoofer mit einem naturverbundenen Lebensstil vertraut zu machen und den Austausch zwischen freiwilligen Helfern und Bauern zu fördern. Die Gastfamilie integriert die Reisenden in ihren Alltag, sodass sie nicht nur in die Welt der ökologischen Landwirtschaft eintauchen können, sondern auch die Sitten und Bräuche des jeweiligen Landes kennenlernen. Auch mit Kindern oder sogar mit dem Haustier ist Wwoofing möglich – allerdings sollten Reisende dies vorab mit den Hofbesitzern klären.

Gut vorbereitet ins Abenteuer

Nachdem Aufenthaltsort und -dauer sowie weitere Details geklärt sind, sollten sich die Abenteurer um Einreisebestimmungen und Co. kümmern. Ob ein spezielles Arbeitsvisum notwendig ist oder ein normales Touristenvisum für das Wwoofing ausreicht, müssen Interessierte mit der Botschaft oder dem Gastgeber abklären. Denn dies ist von Land zu Land unterschiedlich. So brauchen Wwoofer beispielsweise für Neuseeland ein sogenanntes Working Holiday-Visum, in Australien dagegen reicht ein Touristenvisum. „Vor ihrem Abenteuer sollten sich die „Bauern auf Zeit“ außerdem informieren, welche Impfungen Ärzte empfehlen und ob es im jeweiligen Land vielleicht sogar eine gesetzliche Impfpflicht gibt“, rät die ERV Expertin. So ist zum Beispiel in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern eine Impfung gegen Gelbfieber Pflicht. Alle wichtigen Reisehinweise für die ausgewählte Destination können Wwoofer auf der Website des Auswärtigen Amtes nachlesen. Damit die Verständigung mit dem Gastgeber klappt, sollten zumindest grundlegende Sprachkenntnisse vorhanden sein. Vielleicht ist vorab auch ein Sprachkurs sinnvoll. Nicht zuletzt sollten Wwoofer an den passenden Versicherungsschutz denken. Sie können die Reise beispielsweise mit dem RundumSorglos-Paket der ERV umfassend absichern: Es enthält eine Reiserücktritts- (inklusive Reiseabbruch-), Reisekranken- und Reisegepäckversicherung.
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Die ERV ist der Spezialist für Reiseschutz der ERGO und gehört damit zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger.
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Wandern mit Hund – Verbraucherfrage der Woche der ERV

Gut beraten von den Experten der ERGO Group

Eric M. aus Lübeck:
Wir gehen demnächst ein paar Tage wandern und würden gern unseren Hund mitnehmen. Was müssen wir dabei beachten?

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung):
Wichtig ist, das Alter des Hundes zu berücksichtigen: Jüngere haben zwar mehr Kraft, gehen aber vielleicht nicht so gern lange Strecken an der Leine. Ältere brauchen dagegen mehr Pausen und insgesamt kürzere Strecken. War der Hund schon öfter wandern, sind anspruchsvollere Strecken möglich. Da auch Hunde Höhenangst haben können, können steile Gipfelbesteigungen oder wackelige Seilbrücken eine Herausforderung sein. Ebenso wichtig: Strecken mit schattigen Abschnitten auswählen oder am frühen Morgen starten. Denn lange Wege in der prallen Sonne sind auch für Tiere anstrengend. In den Wanderrucksack gehören neben der eigenen Verpflegung auch ausreichend Futter, Leckerlis und vor allem Wasser für den Hund. Niemals den Vierbeiner mit Gewalt über Brücken oder schwierige Wegstrecken ziehen. Das kann zu Traumata führen und dazu, dass der Hund beim nächsten Wanderausflug gar nicht mehr weitergeht. Führt die Wanderroute durch Almgebiete, auf denen beispielsweise Kühe weiden, ist Vorsicht geboten: Steuert eine Kuh mit gesenktem Kopf auf Hund und Wanderer zu, sollten beide das Weite suchen. Am besten den Hund von der Leine lassen, um schneller auszuweichen – so die Empfehlung des Österreichischen Alpenvereins. Wer gerne abends auf einer Hütte übernachten möchte, fragt besser vorab beim Wirt nach, ob Tiere erlaubt sind.
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Masern weiterhin auf dem Vormarsch – Aktuelle Verbraucherinformation der DKV

Wie gefährlich ist das Virus?

Masern weiterhin auf dem Vormarsch - Aktuelle Verbraucherinformation der DKV

Eine spezielle Behandlung gegen Masern gibt es nicht.
Quelle: ERGO Group

Die Masern bis 2010 ausrotten – das hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ziel gesetzt. Doch die Zahl der Masererkrankungen ist in Europa wieder stark gestiegen. Die WHO gab aktuell bekannt, dass sich im ersten Halbjahr 2018 mehr als 41.000 Menschen in Europa mit Masern infiziert haben. Damit sind das bereits jetzt mehr Fälle als im gesamten Jahr 2017. Was Masern sind und was Verbraucher über Behandlung und Prävention wissen sollten, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Was sind Masern und wie äußert sich eine Infektion?

Masern sind eine akute Infektionskrankheit. Auslöser ist das gleichnamige Virus. „Es befällt sowohl die Zellen als auch das Immunsystem des Körpers“, weiß Dr. Wolfgang Reuter. Oft ahnen Betroffene erst einmal nichts von der Infektion, denn die Symptome treten nach gut anderthalb Wochen auf. An Masern erkrankte Patienten klagen dann über Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Fieber, Hustenreiz und Halsschmerzen. Typisch sind aufgedunsene Stellen auf der Haut, besonders im Gesicht, sowie ein rötlicher juckender Hautausschlag. Auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit zählt zu den Symptomen. Der Experte warnt, dass sich durch die massive Schwächung des Immunsystems Mittelohr-, Lungen- oder gar Hirnhautentzündungen entwickeln können.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine spezielle Therapie gegen Masern gibt es nicht. In den meisten Fällen empfehlen die Ärzte Bettruhe, schmerzstillende Medikamente gegen die Kopfschmerzen, ausgiebiges Trinken gegen den Hustenreiz und abgedunkelte Räume gegen die Lichtempfindlichkeit. Schmerzlindernde Cremes und kühlende Lotionen helfen gegen den windpockenähnlichen Ausschlag. Dr. Reuter rät aber auch zur Selbstdisziplin: „Erkrankte sollten sich an den juckenden Hautstellen nicht kratzen. Aufgekratzte Flecken können zu Narben oder bakteriellen Entzündungen führen.“ Im Normalfall klingen die Symptome nach gut fünf Tagen langsam ab, hartnäckige Erkrankungen können aber auch länger dauern. Wichtig: Um Komplikationen oder einen langen Krankheitsverlauf zu vermeiden, sollte ein Arzt den Patienten begleiten. Wann er wieder Kindergarten, Schule oder Arbeit besuchen darf, kann nur der Mediziner beurteilen.

Vorbeugung durch Impfpflicht?

Zwar ist es möglich, sich mit einer Impfung innerhalb der ersten drei Tage nach der Infektion gegen den Ausbruch der Masern zu schützen. Die Impfung kann den Ausbruch der Krankheit verhindern oder zumindest abschwächen. Da sich die ersten Symptome allerdings erst nach mehreren Tagen zeigen, kommt die Impfung häufig zu spät. „Daher ist eine vorbeugende Impfung bereits im Kleinkindalter sinnvoll“, rät der Experte. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland allerdings nicht. Die Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt dennoch die erste Impfung zwischen dem neunten und vierzehnten Monat. Für einen langfristigen Schutz sollte kurz vor dem zweiten Geburtstag eine weitere Impfung erfolgen. Für Erwachsene gilt: Wer nach 1970 geboren wurde und höchstens eine Impfung gegen Masern erhalten hat, sollte seinen Schutz auffrischen. „Wer über seinen Impfstatus nicht Bescheid weiß, kann mittels einer Blutuntersuchung herausfinden, ob er geschützt ist“, weiß Dr. Wolfgang Reuter. Allerdings sind die Laborbefunde nicht immer eindeutig. Deshalb ist es ratsam, sich im Zweifelsfall impfen zu lassen.
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Die DKV ist seit 90 Jahren mit bedarfsgerechten und innovativen Produkten ein Vorreiter der Branche. Der Spezialist für Gesundheit bietet privat und gesetzlich Versicherten umfassenden Kranken- und Pflegeversicherungsschutz sowie Gesundheitsservices, und organisiert eine hochwertige medizinische Versorgung. 2017 erzielte die Gesellschaft Beitragseinnahmen in Höhe von 4,85 Mrd. Euro.
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Selfies vor Kunstwerken: Ist das erlaubt? – Verbraucherinformation des D.A.S. Leistungsservice

Die Mona Lisa und ich

Selfies vor Kunstwerken: Ist das erlaubt? - Verbraucherinformation des D.A.S. Leistungsservice

Bilder oder Skulpturen sind oft beliebte Fotomotive.
Quelle. ERGO Group

Selfies im Museum liegen im Trend: Immer mehr Menschen fotografieren sich mit einem Kunstwerk im Hintergrund – möglichst so, dass sie wie ein Teil des Werks wirken. Die Motive verbreiten sie dann via soziale Medien und Messenger. Aber ist das rechtlich überhaupt erlaubt? Und wie sieht es mit Kunstwerken in einem Park oder auf einem öffentlichen Platz aus? Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice), fasst die rechtlichen Grundlagen für das Fotografieren von Kunstwerken zusammen.

Urheberrecht

Zunächst ist das gesetzliche Urheberrecht zu beachten. Das Gesetz erlaubt Selfies vor Ausstellungsstücken, solange die Aufnahmen ausschließlich privaten Zwecken dienen. Die Besucher können die Fotos dann bei sich in der Wohnung aufhängen oder Freunden auf dem Handy zeigen. Sobald sie das Selfie allerdings in den sozialen Netzwerken hochladen, müssen sie den Künstler oder dessen Erben um Erlaubnis fragen. „Denn das Posten im Internet ist keine private Angelegenheit, sondern entspricht juristisch gesehen einer Veröffentlichung“, so Michaela Rassat. Ist der Künstler allerdings schon vor 70 Jahren gestorben, ist das Urheberrecht erloschen.

Erst um Erlaubnis fragen

Aber nicht nur das Urheberrecht ist relevant. Auch das Hausrecht ist zu beachten. Das heißt: Selbst bei einer Ausstellung eines längst verstorbenen Künstlers sollten Besucher beim Veranstalter nachfragen, ob sie das Handy oder die Kamera zücken dürfen. Denn Museen und Galerien dürfen in ihren Räumen selbst entscheiden, ob sie Foto- und Videoaufnahmen zulassen oder nicht. „Meist ist es ohne Selfie-Stick, Stativ oder Blitz erlaubt“, erläutert die D.A.S. Expertin. Der Grund: Stativ und Selfie-Stick sind sperrige Gegenstände. Im Gedränge vieler Besucher besteht die Gefahr, dass sie ein Kunstwerk beschädigen. Da ältere Blitzlichtgeräte eine Gefahr für lichtempfindliche Kunstwerke darstellen können, sind diese meist ebenfalls verboten. Ein Grund für Fotoverbote kann allerdings auch sein, dass der Leihgeber eines Kunstwerkes oder einer ganzen Ausstellung dies zur Bedingung gemacht hat. Übrigens: In Los Angeles, USA, gibt es in diesem Jahr als zeitlich begrenztes Projekt sogar ein „Museum of Selfies“. Es liefert eine Übersicht über die Entwicklung der Selbstportraits. Selfies sind dort ausdrücklich erwünscht!

Kunstwerke unter freiem Himmel: Panoramafreiheit beachten!

Kunstwerke stehen nicht nur in Museen sondern auch unter freiem Himmel – beispielsweise das Brandenburger Tor. Hier Fotos zu machen, ist kein Problem. Denn: „In Deutschland gilt die sogenannte Panoramafreiheit“, sagt die Expertin der D.A.S. „Sie erlaubt es jedem, von öffentlichen Straßen aus Fotos von Gebäuden und Denkmälern zu schießen und diese ohne Zustimmung des Urhebers zu veröffentlichen – auch im Internet.“ Dies gilt zumindest für Außenaufnahmen von öffentlichen Flächen aus. Hilfsmittel wie Drohnen oder Leitern sind allerdings verboten. Auch mit dem Selfie-Stick über eine Hecke zu fotografieren, ist nicht zulässig. In anderen europäischen Ländern ist die Panoramafreiheit sehr oft abweichend geregelt oder – wie etwa in Italien – nicht vorhanden. Hier ist jede Veröffentlichung, also auch das Hochladen des Bildes in einem sozialen Netzwerk, unzulässig. Inwieweit in den einzelnen Ländern tatsächlich mit Abmahnungen zu rechnen ist, lässt sich schwer sagen. Immerhin gab es auch in Deutschland schon harte gerichtliche Auseinandersetzungen um Fotos eines österreichischen Hundertwasser-Hauses. Im Zweifelsfall sollten sich Urlauber vorher über die Rechtslage im jeweiligen Land informieren oder Fotos nur privat nutzen.
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Über den D.A.S. Rechtsschutz
Seit 1928 steht die Marke D.A.S. für Kompetenz und Leistungsstärke im Rechtsschutz. Mit dem D.A.S. Rechtsschutz bieten wir mit vielfältigen Produktvarianten und Dienstleistungen weit mehr als nur Kostenerstattung. Er ist ein Angebot der ERGO Versicherung AG, die mit Beitragseinnahmen von 3,3 Mrd. Euro im Jahr 2016 zu den führenden Schaden-/Unfallversicherern am deutschen Markt zählt. Die Gesellschaft bietet ein umfangreiches Portfolio für den privaten, gewerblichen und industriellen Bedarf an und verfügt über mehr als 160 Jahre Erfahrung. Sie gehört zu ERGO und damit zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger. Mehr unter www.das.de

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Bianka R. aus Mönchengladbach:
Wir planen einen Ausflug in einen Freizeitpark. Wer haftet eigentlich, wenn dort ein Unfall passiert? Kommt hierfür eine Versicherung auf?

Manja König, Unfallexpertin von ERGO:
Wie bei allen Freizeitaktivitäten greift der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung bei einem Unfall in einem Freizeitpark nicht. Kommt es beispielsweise zu einem Sturz von der Kletterwand oder einer Verletzung in einem Karussell, übernimmt zwar die Krankenversicherung die Kosten für die medizinische Behandlung. Für etwaige Folgeschäden kommt sie jedoch nicht auf. Nur eine private Unfallversicherung kümmert sich um mögliche Verletzungsfolgen. Eltern, die mit ihrem Nachwuchs gerne Klettergärten, Abenteuerspielplätze oder andere Freizeitparks besuchen, können ihre Kinder in ihrer privaten Unfallversicherung mit einschließen. So werden zumindest die finanziellen Folgen eines Unglücks abgefedert. Eine gute Police bietet aber nicht nur finanzielle Unterstützung im Ernstfall, sondern hilft zum Beispiel auch mit geeigneten Therapiemaßnahmen. Manche Versicherer stellen ihren Versicherten bei schweren Unfällen sogar einen Unfall-Manager zur Seite: Dieser kümmert sich individuell um die Bedürfnisse des Verletzten und steht im regelmäßigen Austausch mit Ärzten, Therapeuten und Co., um so den bestmöglichen Heilungsverlauf zu erzielen. Übrigens: Der Betreiber eines Freizeitparkes haftet nicht automatisch für einen Unfall. Er hat zwar die sogenannte Verkehrssicherungspflicht und muss dafür sorgen, dass alle Geräte und Fahrgeschäfte sicher und ordnungsgemäß aufgestellt sind. Das heißt aber nicht, dass Besucher ihn bei jedem denkbaren Unfall in die Pflicht nehmen können.
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ERGO ist eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa. Weltweit ist die Gruppe in mehr als 30 Ländern vertreten und konzentriert sich auf die Regionen Europa und Asien. Unter dem Dach der Gruppe steuern drei Einheiten das deutsche und internationale Geschäft sowie das Digital- und Direktgeschäft (ERGO Deutschland, ERGO International und ERGO Digital Ventures). Rund 42.000 Menschen arbeiten als angestellte Mitarbeiter oder als hauptberufliche selbstständige Vermittler für die Gruppe. 2017 nahm ERGO 19 Milliarden Euro an Gesamtbeiträgen ein und erbrachte für ihre Kunden Brutto-Versicherungsleistungen in Höhe von 18 Milliarden Euro.
Die Gesellschaft gehört zu ERGO und damit zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger.
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Pressemitteilungen

Genussvoll durch die Pilzsaison – Saisonale Verbraucherinformation der ERGO Group

Was Feinschmecker im Wald beachten sollten

Genussvoll durch die Pilzsaison - Saisonale Verbraucherinformation der ERGO Group

Bedecken Pilzsammler die abgeschnittene Wurzel mit Erde, trocknet sie nicht aus.
Quelle: ERGO Group

Der Spätsommer eröffnet wieder die Pilzsaison und lockt viele Naturfreunde und Feinschmecker in den Wald. Aber wo und in welchen Mengen dürfen Pilzliebhaber eigentlich sammeln? Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, erklärt die gesetzliche Lage. Auch die Einordnung von essbaren und ungenießbaren Arten ist selbst für routinierte Sammler manchmal schwer. Und was ist zu tun, wenn der Magen rebelliert? Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Tipps für den sicheren Verzehr von Waldpilzen.

Wo ist Pilze sammeln erlaubt?

Wer im Wald unterwegs ist, muss sich an die dort geltenden Regeln halten. Die grüne Lunge Deutschlands gehört fast zur Hälfte Privatpersonen. 29 Prozent der Waldfläche sind Eigentum der Länder, der Rest entfällt auf Kirchen, Kommunen und den Bund. Trotzdem ist es jedem erlaubt, den Wald in seiner Freizeit zu nutzen: „§ 14 Abs. 1 des Bundeswaldgesetzes gestattet das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung – die Regelung der Details liegt bei den Bundesländern“, erklärt Rechtsexpertin Michaela Rassat. Diese können den Aufenthalt in bestimmten Waldgebieten auch einschränken, beispielsweise im Rahmen der Waldbewirtschaftung oder zum Forstschutz. Meist sind solche Waldstücke durch eine entsprechende Beschilderung gekennzeichnet. „Wer sich im Wald aufhält, sollte das Recht des Waldbesitzers achten“, rät die D.A.S. Expertin. Die Pilzsuche in einem öffentlichen Waldstück ohne Betretungsverbot ist laut Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich erlaubt, wohingegen dies bei einem Wald in privater Hand erst mit dem Eigentümer abgeklärt werden sollte. Ob es sich um einen öffentlichen oder privaten Wald handelt, ist meist nicht gekennzeichnet. Die Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises oder der jeweiligen Stadt gibt Auskunft, wo die Suche nach Pilzen genehmigt ist. Pilzsammler können dazu auf der Webseite des jeweiligen Landratsamtes nachlesen oder sich telefonische Auskunft einholen. „Eingezäunte Bereiche, Gebiete mit neu angepflanzten Jungbäumen, Naturschutzgebiete sowie Nationalparks und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird, sind für Sammler tabu“, erläutert Rassat. Einige Bundesländer gestatten das Sammeln von Pilzen auch nur zu bestimmten Zeiten.

Maßvolles Sammeln zum Schutz der Natur

Das Sammeln von Waldpilzen ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz nur für den Eigenbedarf erlaubt – nach ein bis zwei Kilo sollte daher Schluss sein. Wandert eine größere Menge in den Korb und ist diese am Ende sogar noch für den Verkauf bestimmt, droht eine saftige Geldbuße von mehreren tausend Euro. „Besondere Vorsicht ist bei den unter Naturschutz stehenden Arten geboten. Von einigen Pilzen, darunter verschiedene Röhrlinge, Kaiserlinge und Trüffel, müssen Hobbysammler komplett die Finger lassen“, weiß Rassat. Die geschützten Arten sind in der Anlage 1 zu § 1 Bundesartenschutzverordnung gelistet. Bei einigen geschützten Arten, wie Steinpilze, Pfifferlinge, Morcheln, Birkenpilze, Rotkappen, Schweinsohren und Brätlinge, gibt es eine Ausnahmeregelung in der Bundesartenschutzverordnung: Pilzliebhaber dürfen diese in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf sammeln und verarbeiten. Damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen, schneiden Hobbysammler den Pilz am besten knapp über dem Boden mit einem Messer ab. Anschließend bedecken sie freiliegende Wurzeln mit etwas Erde, um sie vor dem Austrocknen zu schützen.

Im Reich der Pilze: suchen und bestimmen

„Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Pilzsammler nur diejenigen Exemplare mitnehmen, die sie ohne Zweifel identifizieren können“, betont Gesundheitsexperte Dr. Reuter. „Manche Pilze sehen sich zum Verwechseln ähnlich, beispielsweise der schmackhafte Wiesen-Champignon und der giftige Knollenblätterpilz.“ Zur Grundausstattung gehört daher in jedem Fall ein gutes Bestimmungsbuch. Achtung: Die Informationen zu Speisepilzen in älteren Büchern sind möglicherweise überholt, weshalb jeder Sammler eine aktuelle Ausgabe besitzen sollte. Pilz-Apps sind laut Reuter nur etwas für Profis: „Unerfahrene machen schnell einen Fehler, wenn sie die komplizierten Merkmale von Pilzen beschreiben sollen. Dadurch kann die Software zu falschen Ergebnissen kommen.“ Empfehlenswert ist hingegen die Teilnahme an einer Pilzexkursion, wie sie Volkshochschulen oder der Naturschutzbund Deutschland (NABU) anbieten – ein optimaler Einstieg für Leute, die zum ersten Mal „in die Pilze“ gehen. Über die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) können sich Hobbysammler an einen Pilzsachverständigen wenden, der ihren Fund überprüft. „Adressen von Pilzberatungsstellen gibt es auch bei Gemeindeverwaltungen oder Gesundheitsämtern“, fügt Reuter hinzu.

Was im Notfall zu tun ist

Pilze verderben schnell und sollten daher innerhalb von 24 Stunden auf dem Teller landen. Vor dem Verzehr muss der Sammler seinen Fund 15 bis 20 Minuten gut erhitzen, denn rohe Waldpilze sind meist unbekömmlich. „Lediglich in zwei von zehn Fällen lassen sich auftretende Beschwerden auf eine richtige Pilzvergiftung zurückführen. Meist liegt es an der falschen Zubereitung“, weiß der DKV Experte. Symptome, die wenige Minuten nach der Mahlzeit bis zu vier, höchstens sechs Stunden später auftreten, sind für gewöhnlich nicht lebensbedrohlich. Schwerwiegender sind hingegen jene Vergiftungserscheinungen, die frühestens nach sechs Stunden oder erst Tage später auftreten. „Wenn eine Pilzmahlzeit Magen-Darm-Beschwerden, Bauchkrämpfe oder Übelkeit zur Folge hat, sollten Betroffene einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen“, betont Reuter. „In größeren Städten wie Hamburg, Berlin oder München gibt es außerdem Giftnotrufzentralen.“ Treten die Symptome erst später auf, sollten Betroffene oder Angehörige sofort den Notarzt rufen. Typische Anzeichen für schwere Vergiftungen sind Schwindel, Verwirrtheit, Herzrasen, Unruhe, Halluzinationen, Muskelzucken, Angst, schwere Atmung oder Krämpfe.
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App aufs Rad – Verbraucherinformation der ERGO Group

Wie funktioniert Bikesharing?

App aufs Rad - Verbraucherinformation der ERGO Group

Wer Bikesharing nutzen möchte, muss zunächst die passende App downloaden.
Quelle: ERGO Group

In immer mehr deutschen Städten stehen öffentliche Leihfahrräder zur Verfügung. So können sich Städter für die letzten Meter von der U-Bahn ins Büro oder vom Einkaufen nach Hause ein Rad leihen. Wie das sogenannte Bikesharing funktioniert und was beim Versicherungs- und Datenschutz zu beachten ist, wissen Rolf Mertens, Versicherungsexperte von ERGO, und Dieter Sprott, Versicherungsexperte der ERGO Direkt Versicherungen.

Basis der Ausleihe: die App

Wer sich gerne ein Fahrrad ausleihen möchte, kann in den meisten Städten zwischen mehreren Anbietern wählen. Die Räder sind an ihren auffälligen Farben gut zu erkennen und vor allem an Bahnhöfen, in der Nähe von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel oder an bekannten Plätzen zu finden. Einfach draufsetzen und losfahren geht aber nicht. „Das Ausleihverfahren basiert auf einer kostenlosen App des Anbieters und ist bei allen nahezu gleich“, so Rolf Mertens. „Der Kunde muss sich zunächst die App herunterladen, um mit ihr dann die Fahrräder zu reservieren, auszuleihen und zu bezahlen.“ Welche Schritte im Einzelnen für das Leihen eines Fahrrades notwendig sind, können Interessierte auf der Website des Verleihers nachlesen. Der Versicherungsexperte empfiehlt die Fragen & Antworten-Seiten, um sich detailliert über die Abläufe zu informieren.

Wer ist für Schäden am Leihrad verantwortlich?

Der Anbieter muss für ein verkehrssicheres und fahrtaugliches Fahrrad sorgen. Die meisten führen daher eine regelmäßige Wartung ihrer Räder durch. Zudem werden die Räder in der Regel einmal im Jahr generalüberholt. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Radfahrer dennoch vor dem Losfahren das Rad durchchecken. Wer dann feststellt, dass beispielsweise die Bremsen kaputt sind, sollte dies dem Anbieter sofort mitteilen. Ob dies über die App, die Website oder telefonisch möglich ist, ist von Verleih zu Verleih unterschiedlich, Auskunft über die Kontaktmöglichkeiten gibt die jeweilige Website. Weiß der Verleiher über den Defekt Bescheid, kümmert sich in der Regel ein Serviceteam um die Reparatur. „In keinem Fall sollten die Nutzer selbst Hand anlegen – auch nicht, wenn es sich nur um eine Kleinigkeit handelt“, rät Mertens. Denn sonst kann der Anbieter keine Sicherheit gewährleisten. Am besten einfach ein anderes Fahrrad suchen. Aber wer übernimmt die Kosten, wenn der Nutzer beispielsweise stürzt und damit einen Schaden am Rad verursacht? „Für Schäden am Eigentum von Dritten, also zum Beispiel am Rad eines Unfallgegners oder dem geliehenen, springt die Privat-Haftpflichtversicherung ein“, so der ERGO Experte. Das ist auch bei Personenschäden der Fall. Hier können enorme Forderungen auf den Schadenverursacher zukommen. Zum Beispiel, wenn der Geschädigte aufgrund des Vorfalls zum dauerhaften Pflegefall wird und nicht mehr arbeiten gehen kann. Mertens ergänzt: „Wichtig dabei: Der Versicherungsschutz muss auch für geliehene Sachen gelten.“

Sparsam bei den persönlichen Daten

Damit die Ausleihe über die App funktioniert, muss der Kunde einige Daten preisgeben: Seinen Namen, die Handynummer, die Daten zur Zahlungsart – zum Beispiel Kreditkarte. Außerdem benötigen die Anbieter Zugriff auf die Handykamera – zum Scannen des QR-Codes des Rades – sowie auf die GPS-Standortdaten. „Den Standort benötigt der Verleiher, um dem Kunden per SMS mitzuteilen, wo er ein Leihrad in seiner unmittelbaren Umgebung finden kann“ erklärt Dieter Sprott. Die Datenschutzvereinbarungen der Anbieter können sich unterscheiden. Daher rät der ERGO Direkt Experte, nur die Daten preiszugeben, die für das Ausleihen wirklich notwendig sind. Dazu gehört beispielsweise nicht der Zugriff auf das persönliche Bildarchiv auf dem Handy.
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