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Ich bin der größte Kritiker des männlichen Ökosystems im Silicon Valley.

Prof. Vivek Wadhwa, Singularity University, Silicon Valley, leidenschaftlicher Unterstützer von Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften

im Interview mit

Susanne Schröter, busyWell – stimme.stärken, Tagung für Gründerinnen, Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte

Ich bin der größte Kritiker des männlichen Ökosystems im Silicon Valley.

www.busy-Well.de

Anlässlich des Weltfrauentages führte Susanne Schröter, Inhaberin von vendoro,
ein Interview mit Prof. Vivek Wadhwa, Singularity University, Silicon Valley.
Das Interview steht unter www.busy-well .de zum download bereit.

Prof. Wadhwa, Sie gelten als leidenschaftlicher Unterstützer von Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften.
Wie kam es dazu?

„Als ich vor rund 4 Jahren nach Silcon Valley kam, nahm ich häufig an den lokalen Tech-Konferenzen teil. Meine Frau machte mich dann eines Tages darauf aufmerksam, dass es hier keine Frauen gibt. Ich begann mich umzusehen und stellte fest, dass dies wirklich ein Problem im Silicon Valley ist. Überall wo ich hinschaute, in die Unternehmen, in die Vorstände, den Geschäftsführerpositionen, es waren nahezu keine Frauen vorhanden.

Ich begann daraufhin laut auszusprechen, dass Frauen hier ein Genderproblem hätten und habe über das Thema geschrieben. Dafür wurde ich sehr böse attackiert. Es erzeugte so viel Streit, so viel Wut und Ärger, so viel Hass, dass ich schockiert war. Ich fragte mich, warum jedermann versuchte zu leugnen, dass es hier keine Frauen gibt? Mir wurde klar, dass dies ein richtig großes Problem ist. Ich schrieb noch mehr darüber, begann, das Thema zu erforschen und habe jetzt ein Buch darüber geschrieben, das bald veröffentlicht werden soll. Ich geriet sozusagen mitten in einen großen Sturm, einfach nur, weil ich dieses Thema ansprach. Seitdem bin ich der größte Kritiker des männlichen Ökosystems im Silicon Valley.“

Woher kommt diese heftige Reaktion?

„Die Männer schauen auf die Frauen herab. Sie betrachten sie als unterlegen, als Sexobjekte. Diese chauvinistische Art aus der Viktorianischen Zeit hat sich offenbar noch in die moderne amerikanische Gesellschaft hinübergerettet. Wir sind diesbezüglich anderen Ländern gegenüber 300 Jahre zurück. Europa ist da weitaus fortschrittlicher.“

Würden Sie bitte Ihr Forschungsprojekt an der Stanford University über
„Frauen und Technologie“ kurz beschreiben?

„Wir haben mit Hilfe einer Crowdsourcing-Website Frauen in aller Welt nach ihren Erfahrungen gefragt und konnten innerhalb von 6 Wochen mehr als 500 Geschichten sammeln. Das hätte auf anderen Wegen über 3 Jahre gedauert.

In diesen Geschichten erzählten uns Frauen von ihren Schwierigkeiten, und wie sie diese gemeistert hatten. Eine Gemeinsamkeit ist: Frauen werden von klein auf nicht ermutigt, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen oder weltverändernde Erfindungen zu machen, im Gegenteil. Und wenn sie schließlich einen Job beginnen, müssen sie feststellen, dass sie die einzige Ingenieurin in der Firma sind oder sogar die einzige Frau überhaupt. Darüber hinaus werden sie als weniger fähig erachtet als Männer.

Es ist also nicht so, dass Frauen weniger Interesse daran hätten, ein Unternehmen zu gründen oder einen technischen Beruf zu ergreifen, sie sind sogar sehr begierig darauf. Es wird ihnen nur gesagt, sie könnten es nicht.

Wenn Frauen sich um Finanzierungen bemühen, bekommen sie zudem kein Geld.
Es wird ihnen von den Männern gesagt: Du bist eine Frau, das kannst Du nicht!
Was sagt dein Ehemann dazu? Was geschieht, wenn du Kinder bekommst?
Frauen werden systematisch diskriminiert. Weltweit.“

Sind denn Verbesserungen dieser Situation zu beobachten?

„Wir haben festgestellt, dass es, zwar nicht überall, aber in einigen Ländern Verbesserungen gibt, weil die Netzwerke stärker werden, die gegenseitige Unterstützung wächst, das Problem endlich weltweit erkannt wird.

Der Grund dafür ist, dass Frauen sich stärker vernetzten, einander inzwischen viel mehr helfen. Je mehr Frauen öffentlich ihre Meinung äußern, umso zuversichtlicher und selbstbewusster werden sie, umso größere Unterstützung erfahren sie und umso erfolgreicher werden sie. Das benötigen sie: Einen Kreis erfolgreicher Frauen, die Vorbilder sind für andere Frauen und andere Frauen unterstützen.“

Die Technische Universität hier in Dresden (TUD) ist seit Juni 2012 eine der 11 Deutschen Exzellenz-Universitäten. Aus Ihrer Sicht
als Vice President der Singularity University, was kann eine Technische Universität tun, um einen höheren Frauenanteil bei den
Abschlüssen zu erzielen?

„An den Universitäten liegt das Problem an den Fakultäten. Diese sind in der Regel männerdominiert. Ich habe viele Horrorgeschichten gelesen über männliche Professoren, die Frauen nieder machen. Sie geben ihnen schlechtere Noten, trauen ihnen weniger zu, machen miese Bemerkungen über sie. Diese Männer sind 50, 60 Jahre alt, aufgewachsen in einem anderen Zeitalter und verhalten sich wie Deppen. Leider bleiben diese Typen noch 10-15 Jahre auf ihrer Position sitzen und jüngere können noch nicht nachkommen.

Es muss also damit begonnen werden, für mehr Gleichberechtigung an den Fakultäten zu sorgen. Universitäten müssen sich zuerst die Frage stellen: Warum sind nicht 50% der Positionen an den Fakultäten mit Frauen besetzt? Es beginnt dort und zieht sich dann automatisch nach unten weiter durch. „

Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass in Deutschland eine Frauenquote eingeführt wurde. Ab 2016 müssen mindestens
30% der Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften mit mehr als 2000 Mitarbeitern weiblich sein. Was denken Sie über solche
Maßnahmen?

„Von staatlichen Regulierungen halte ich im Allgemeinen nichts, aber in diesem Fall denke ich, dass es erforderlich ist. Ein börsennotiertes Unternehmen hat eine öffentliche Verantwortung, muss sich öffentlichen Regeln unterwerfen. Daher halte ich es für angemessen. Soweit ich weiß, gibt es auch in Schweden eine ähnliche Regelung. In den USA würde so etwas niemals durchkommen. Europa ist in vieler Hinsicht weitaus fortschrittlicher.

Selbst in Indien gibt es 5 oder 6 Investmentbanken mit weiblichen Vorstandsvorsitzenden. In den USA: Keine einzige. Das ist unvorstellbar. Sogar Indien ist diesbezüglich fortschrittlicher als die USA.“

Wir starten am 14./15. Mai 2014 in Dresden unsere erste Tagung für Gründerinnen, Unternehmerinnen und weibliche
Führungskräfte: busyWell -stimme.stärken ( www.busy-well.de ). Was würden Sie unseren
Teilnehmerinnen raten, was würden Sie jungen Frauen raten, die gerade über ihre berufliche Zukunft entscheiden?

„Nutzt Eure Möglichkeiten, übernehmt die Welt!
Werdet Unternehmerin, strebt nach außergewöhnlichem Erfolg.
Es gibt keine Benachteiligungen mehr bei euch.
Jede kann alles erreichen!“

Prof. Wadhwa, ich danke Ihnen für dieses Interview

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Prof. Vivek Wadhwa,
ist ein Indoamerikaner, Unternehmer und Wissenschaftler. Er gründete zwei erfolgreiche Software-Unternehmen, ehe er 2005 seine akademische Karriere begann. Prof. Wadhwa ist Vice President for Academics and Innovation an der Singularity University (Silicon Valley), Professor an Duke und Stanford University und wurde im Juni 2013 vom Time Magazin in die Liste der Top 40 Most Influential Minds in Tech aufgenommen. Er schreibt regelmäßig für Washington Post, Wall Street Journal und LinkedIn Influencers.
2012 erschien sein Buch „The Immigrant Exodus: Why America Is Losing the Global Race to Capture Entrepreneurial Talent.“

Wir danken Ralf Lippold, Inhaber von HTxA – HighTech x Agency – Virtuelle Kommunikationsagentur, für den Kontakt zu Prof. Wadhwa und die Unterstützung bei diesem Interview. Bildquelle:kein externes Copyright

vendoro, Susanne Schröter
organisiert und betreut seit 2000 Veranstaltungen und Tagungen, so auch von 2006 bis 2010 die „Bundestagung parteiunabhängiger Bürgermeister und Landräte“.
Seit 2011 ist vendoro, Susanne Schröter, Veranstalterin von „Der Bürgermeistertag – Kommunale Fachtagung für parteiunabhängige Bürgermeister und Landräte“, seit 2013 von „stimme.stärken – Fachtagung für kommunale Mandatsträgerinnen und weibliche Führungskräfte in der kommunalen Verwaltung“ und ab Mai 2014 von „busyWell – stimme.stärken – Tagung für Gründerinnen, Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte““. www.vendoro.de.

vendoro
Susanne Schröter
Bautzner Landstr.
01324 Dresden
0172-7479700
post@vendoro.de
http://www.vendoro.de

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