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Lebensqualität von Asthmatikern könnte viel besser sein

Offenes Arzt-Patienten-Gespräch hilft weiter

Lebensqualität von Asthmatikern könnte viel besser sein

Foto: Fotolia / sepy (No. 5912)

sup.- Leben mit Asthma bedeutet für viele Betroffene eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität, an die sie sich aber zwangsläufig gewöhnt haben und die sie für unvermeidbar halten. Symptome wie Husten, Atemnot sowie nächtliches Aufwachen gehören trotz Dauermedikation mit Asthma-Sprays zu ihrem Alltag. Nach Erfahrungen des Lungenfacharztes Dr. Justus de Zeeuw (Köln) haben sich Patienten oft über Jahre mit ihrer Situation arrangiert und abgefunden. Werden sie bei Routine-Terminen von ihrem Arzt befragt, wie es ihnen geht, sagen sie deshalb häufig, bei ihnen sei alles so weit in Ordnung. Erst durch genaues, beharrliches Nachfragen würde sich manchmal offenbaren, dass die chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung keineswegs ausreichend mit Medikamenten eingestellt ist.

Welcher Patient kennt auch schon die Kriterien der GINA-Leitlinien (Global Initiative for Asthma) für gut kontrolliertes Asthma? Sie umfassen unter anderem: ungestörte Nachtruhe ohne Beschwerden sowie keine nennenswerten Einschränkungen bei Alltags-Aktivitäten durch Symptome wie Husten, Atemnot oder Brustenge. Von solch einer Lebensqualität sind jedoch viele Asthmatiker weit entfernt. Nach Daten des „Weißbuch Lunge“ muss in Deutschland bei über 70 Prozent der Patienten mit schwerem Asthma die Krankheit als unzureichend kontrolliert eingestuft werden. Ein offenes Arzt-Patienten-Gespräch könnte in vielen Fällen bewirken, dass ein optimiertes Behandlungskonzept eingeleitet wird.

Die Therapieoptionen insbesondere bei schweren Formen von Asthma haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Noch profitieren von diesen innovativen Medikamenten jedoch viel zu wenig Patienten. Bestes Beispiel hierfür ist die moderne Hochdosis-Therapie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen (Steroiden), die hierzulande bislang lediglich 15 Prozent der Asthmatiker verordnet wird. Dieser Anteil liegt hingegen z. B. in Frankreich bei 53 Prozent und in England sowie Spanien bei jeweils 36 Prozent. „Die Behandlung mit hochdosiertem inhalativen Steroid wie bei der Kombination Foster 200/6 erlaubt es uns bei Patienten, die trotz Dauertherapie immer noch eine unvollständige Asthmakontrolle haben, die anti-entzündliche Therapie zu intensivieren, ohne z. B. systemische Kortikoide einsetzen zu müssen“, bestätigt Dr. Ronald Doepner, Facharzt für Pneumologie aus Dortmund. Wenn jedoch Patienten ihre Beschwerden nicht thematisieren, sehen Ärzte verständlicherweise auch keine Notwendigkeit, sich Gedanken über eine Veränderung des Behandlungskonzeptes zu machen.

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Asthma-Therapie in Deutschland

Viele Patienten sind unterversorgt

Asthma-Therapie in Deutschland

Grafik: Supress (No. 5777)

sup.- Ungestörte Nachtruhe ohne Beschwerden, keine nennenswerten Einschränkungen bei Alltags-Aktivitäten und nicht häufiger als höchstens zweimal pro Woche tagsüber Symptome wie Husten, Atemnot oder Brustenge: So sollte laut den GINA-Leitlinien (Global Initiative for Asthma) das Leben von Asthma-Patienten aussehen, deren chronische Atemwegserkrankung dank moderner Dauermedikation als gut kontrolliert bezeichnet werden kann. Für viele Asthmatiker in Deutschland ist diese Beschreibung jedoch eine Utopie, von der sie noch nicht einmal zu träumen wagen. Nach Daten des „Weißbuch Lunge“ muss bei 72 Prozent der Patienten mit schwerem Asthma die Krankheit als unzureichend kontrolliert eingestuft werden. Ihr Alltag ist durch regelmäßige Schlafstörungen, nahezu tägliche Beschwerden und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bestimmt. Ganz maßgeblich für diese schlechte Bilanz ist nach Einschätzung von Experten neben einer unzureichenden Therapietreue (Compliance) der Patienten auch das Verordnungsverhalten der Ärzte.

Europäische Vergleichszahlen zeigen, dass eine Hochdosis-Therapie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen (Steroiden) bei uns zu selten im Kampf gegen Asthma zum Einsatz kommt. Solch eine täglich zu inhalierende Hochdosis erhalten in Deutschland lediglich 15 Prozent der Asthma-Patienten, in Italien sind es 30 Prozent, in England und in Spanien jeweils 36 Prozent und in Frankreich sogar 53 Prozent. Grund für das sehr zurückhaltende Verordnungsverhalten ist zum Teil auch die ausgeprägte Angst der Deutschen vor Nebenwirkungen bei Steroid-Präparaten, also kortisonhaltigen Medikamenten. Dabei sind die modernen, synthetischen Kortison-Produkte in ihrem Nebenwirkungsprofil nicht annähernd mit den früheren Präparaten aus den siebziger Jahren vergleichbar. Die dennoch bestehenden Ängste sind irrational, weil sie wissenschaftlich nicht begründet sind. Hinzu kommt: Anders als Tabletten oder Spritzen wirken inhalative Steroid-Substanzen nicht auf den kompletten Körper (systemisch), sondern im Wesentlichen lokal begrenzt auf die entzündeten Atemwege. Es ist deshalb eine fatale Entscheidung, wenn Menschen mit Asthma aus Angst vor Kortison auf eine Hochdosis-Therapie verzichten. „Die Behandlung mit hochdosiertem inhalativen Steroid wie bei der Kombination Foster 200/6 erlaubt es uns, bei Patienten, die trotz Dauertherapie immer noch eine unvollständige Asthmakontrolle haben, die anti-entzündliche Therapie zu intensivieren, ohne z. B. systemische Kortikoide einsetzen zu müssen“, erklärt Dr. Ronald Doepner, Facharzt für Pneumologie aus Dortmund. Zur Verbesserung ihrer Lebensqualität sollten Asthmatiker solch eine Verordnung nicht ablehnen, sondern im Gegenteil aus eigenem Interesse ihren behandelnden Arzt ansprechen und diese einfordern.

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