Tag Archives: Hundehalter-Haftpflichtversicherung

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Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum – Verbraucherinformation der ERGO Group

Rechts-Tipps für frischgebackene Tierhalter

Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum - Verbraucherinformation der ERGO Group

Wer zu Weihnachten ein Tier verschenken möchte, sollte sich das gut überlegen.
Quelle: ERGO Group

Ein Hundewelpe, ein Katzenbaby oder ein süßes Kaninchen: Bei großen Kulleraugen unter dem Weihnachtsbaum geht für viele Kinder ein Traum in Erfüllung. Wer sich ein Haustier wünscht oder eines verschenken möchte, sollte sich aber vor dem Kauf über einige Dinge klar werden, zum Beispiel: Kann der Beschenkte langfristig die artgerechte Pflege des Tieres gewährleisten? Oder: Sind Versicherungen notwendig? Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice), fasst die gesetzlichen Regeln rund um Gewährleistung, Umtausch und Mindestalter zusammen. Zur Tierhalter-Haftpflichtversicherung informiert Rolf Mertens, Versicherungsexperte von ERGO.

Gewährleistung bei Tieren?

Verkauft ein Händler beziehungsweise Züchter ein Tier, gilt es – bis auf einige Ausnahmen – im Sinne des Kaufrechts als Ware und wird rein juristisch wie ein sogenanntes Verbrauchsgut behandelt. Das wirkt auf den ersten Blick wenig freundlich, handelt es sich doch um ein lebendes Wesen. Dennoch: „Beim Kauf eines Haustiers gelten bis auf wenige Ausnahmen die gleichen rechtlichen Grundsätze wie etwa beim Kauf eines Kühlschranks“, erläutert Michaela Rassat. Das betrifft zum Beispiel die Sachmängelhaftung. Das heißt: Der Händler haftet mit einer zweijährigen Gewährleistungsfrist (§ 438 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)). Beim Kauf eines Tieres spielt diese Frist dann eine Rolle, wenn ein „Mangel“ vorliegt. Das ist der Fall, wenn das Tier beispielsweise krank ist oder nicht der Rasse entstammt, die der Händler angegeben hat. Dem Käufer stehen dann Gewährleistungsrechte zu: Das Recht auf Nachbesserung, der Rücktritt vom Kauf, die Minderung des Kaufpreises oder Schadenersatz. Will der Käufer Ansprüche geltend machen, muss er in der Regel den „Mangel“ beweisen. Dazu ist meist ein kostenpflichtiges tierärztliches Gutachten nötig. Stammt das Tier vom Händler, gibt es eine Besonderheit: Tritt der „Mangel“ innerhalb der ersten sechs Monate auf, liegt die Beweislast beim Händler. „Er muss nachweisen, dass das Tier zum Beispiel bereits beim Kauf krank war“, erklärt die D.A.S. Expertin. Diese sechsmonatige Frist ist einer der Punkte, bei denen für Tiere nicht die gleichen Grundsätze gelten wie für Waren. Denn ein Tier ist nun einmal ein Lebewesen und entwickelt sich im Laufe der Zeit. Untypische Verhaltensweisen und Erkrankungen können ihre Ursache in falscher Haltung oder in schlechter Ernährung haben. Dies berücksichtigen die Gerichte. Bei bestimmten Tierkrankheiten, die zum Beispiel eine kurze Inkubationszeit haben oder verletzungsbedingt sind, gibt es deshalb die sechsmonatige Umkehrung der Beweislast nicht, meist auch nicht bei Auffälligkeiten im Verhalten. In diesen Fällen muss also der Käufer immer beweisen, dass der „Mangel“ schon beim Kauf bestand.

Wenn das neue Haustier krank vom Händler kommt

Stellt sich heraus, dass das Tier bereits zum Zeitpunkt des Kaufes krank war, dann hat der Händler die Möglichkeit zur Nacherfüllung des Kaufvertrages. Dazu sollte der Kunde vorher schriftlich eine angemessene Frist festlegen. „So muss der Händler auf seine Kosten beispielsweise das kranke Kätzchen vom Wurmbefall befreien“, erläutert Rassat. Mehr als zwei Versuche einer solchen Nacherfüllung muss sich der Käufer jedoch nicht gefallen lassen. Bleiben die Bemühungen erfolglos, hat der Käufer folgende Optionen: Er kann unter Rückerstattung des Kaufpreises vom Vertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder sogar Schaden- und Aufwendungsersatz fordern. Die D.A.S. Expertin ergänzt: „Weist der Verkäufer jedoch nach, dass sich Krankheiten zum Beispiel durch den Stress bei der Eingewöhnung ergeben haben oder es sich um eine Krankheit mit kurzer Inkubationszeit handelt, muss er dafür nicht haften.“

„Der will doch nur spielen …“: Versicherungsschutz für Tiere

Selbst putzige Hunde, niedliche Meerschweinchen oder süße Katzen können mitunter große Schäden verursachen. Und dafür haftet unabhängig von seinem Verschulden immer der Tierhalter (§ 833 BGB). Kleinere Haustiere wie Katzen und Hamster sind meist in der Privat-Haftpflichtversicherung miteingeschlossen. Hunde jedoch nicht. Daher empfiehlt Rolf Mertens frischgebackenen Herrchen oder Frauchen eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung. In einigen Bundesländern ist sie sogar Pflicht. Die Versicherung springt ein, wenn der Vierbeiner beispielsweise plötzlich auf die Straße rennt und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht. „Hier kann es im schlimmsten Fall zu einer Schadenssumme in sechsstelliger Höhe kommen“ weiß Mertens. Verletzt der Hund beim Spielen einen Artgenossen, übernimmt die Versicherung ebenfalls die Kosten, zum Beispiel für den Tierarzt.

Statt Hoppel doch lieber Miezi?

Unterm Weihnachtsbaum waren die Tiere noch klein und süß. Doch möglicherweise geht es im neuen Jahr richtig rund: Das niedliche Kaninchen fängt an zu beißen, die Kanarienvögel zwitschern doch sehr laut und der Hamster macht nachts Radau wie ein Großer. So mancher frischgebackene Tierhalter findet dann, dass der Neuzugang doch nicht so gut ins Familienleben passt. Schnell landen die Geschenke im Tierheim oder im schlimmsten Fall sogar auf der Straße. Einige Beschenkte versuchen auch, das Tier wieder in der Zoohandlung unterzubringen oder gegen ein anderes Tier umzutauschen. „Ein generelles Umtauschrecht bei lebenden Tieren gibt es aber nicht“, so Michaela Rassat. Und selbst, wenn der unwillige Besitzer für das Tier einen Platz im Tierheim gefunden hat: Die Rückgabe ist für die Tiere selbst und vor allem für die Kinder der Familie oft ein traumatisches Erlebnis. Um eine spätere Enttäuschung zu vermeiden, sollten Christkind und Weihnachtsmann also bedenken, dass lebende Geschenke die Übernahme von oft jahrelanger Verantwortung bedeuten: Tiere benötigen Pflege, verursachen Kosten, werden größer und können je nach Art sehr lange leben. Dafür muss die Familie bereit sein.

Mindestalter und Elternerlaubnis

Übrigens dürfen Zoohandlungen Wirbeltiere nicht an Personen unter 16 Jahren abgeben, ohne dass die Erziehungsberechtigen zugestimmt haben. Unter 16-Jährige können daher nicht einfach losziehen und auf eigene Faust im Zooladen um die Ecke von ihrem Weihnachtsgeld einen süßen Hamster kaufen. Auch Verwandte sollten bedenken: Ein Tier bedeutet Verantwortung und diese Altersgrenze hat einen Sinn. Bei unter 16-Jährigen sollten sie sich daher mit den Eltern absprechen, wenn sie ein Tier verschenken möchten.
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Vertretung fürs „Herrchen“ und „Frauchen“ – Verbraucherinformation der ERGO Group

Was Tiersitter und Hundebesitzer zu Haftung und Versicherungsschutz wissen sollten

Vertretung fürs "Herrchen" und "Frauchen" - Verbraucherinformation der ERGO Group

Egal ob Freunde, Nachbarn oder Profisitter: Wer haftet, wenn der Hund Schäden anrichtet? (Bildquelle: ERGO Group)

8,6 Millionen Hunde lebten 2016 in Deutschland – so eine repräsentative Erhebung im Auftrag des Industrieverbandes Heimtierbedarf e.V. und des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. In der Urlaubszeit kommt daher bei vielen Deutschen die Frage auf: Wohin mit dem geliebten Vierbeiner? Auch während Dienstreisen oder Arztbesuchen sollen die Tiere in guten Händen sein. Meist betreuen dann Nachbarn, Familienmitglieder, Freunde oder professionelle Tiersitter den Hund. Was es dabei rechtlich zu beachten gibt, erklärt Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice). Welche Versicherung zahlt, wenn etwas schief geht, weiß Rolf Mertens, Versicherungsexperte von ERGO.

Wer kann den Hund betreuen?

Arzttermin, Urlaub, Arbeit: Vierbeiner können ihre Tierhalter nicht überallhin begleiten. Wohin dann mit dem Hund? Angebote gibt es viele, sie reichen vom professionellen Tiersitter über Hundetagesstätten und Tierpensionen bis hin zur privaten Hundebetreuung bei Freunden oder Nachbarn. Wer auf eine professionelle Hundebetreuung setzt, gibt zwar seine Schützlinge in geübte Hände. Allerdings sind solche Angebote meist sehr kostspielig. Bei Verwandten, Freunden oder Nachbarn kommen die Tiere in der Regel aus Gefälligkeit unter, die potentiellen Helfer müssen nur die Zeit und geeignete Unterbringungsmöglichkeiten haben. Eine weitere Alternative: Spezielle Netzwerke wie hundelieb.com. Sie vermitteln Hundebesitzern Tierfreunde, die gerne zeitweise einen Vierbeiner betreuen möchten.

Rechtliche Regelungen

Egal ob Freunde, Nachbarn oder Profisitter: Wenn während der Betreuung etwas passiert und der Hund beispielsweise einen anderen beim Spielen verletzt, kommt schnell die Frage nach der Haftung auf. „Richtet der Hund Schäden an, haftet nach § 833 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) grundsätzlich der Tierhalter – egal ob er anwesend ist oder nicht“, weiß Michaela Rassat. Denn: Der Hundehalter haftet unabhängig von seinem Verschulden. Beispielsweise auch, wenn der Hund, den das Herrchen während seines Urlaubs in die Tierpension gegeben hat, deren Inhaber beißt. Doch auch Freunde, Nachbarn und Hundesitter müssen unter Umständen haften. „Hat der Betreuer – das Gesetz spricht hier vom Tieraufseher – einen sogenannten Verwahrungsvertrag gemäß § 834 BGB mit dem Halter geschlossen, haftet er ebenfalls im Ernstfall für den Schaden.“ Ein solcher Vertrag entsteht einerseits, sobald Herrchen oder Frauchen dem Aufpasser eine Gegenleistung verspricht, beispielsweise in Form einer Bezahlung. Aber auch ohne Bezahlung, wenn zwei Hundebesitzer vereinbaren, sich abwechselnd zu festen Zeiten um beide Tiere zu kümmern. Faustregel: Je häufiger und regelmäßiger eine andere Person den Hund betreut, desto eher gehen die Gerichte von einem Verwahrungsvertrag aus. Auch eine Urlaubsbetreuung durch einen Nachbarn kann darunter fallen. Ein Verwahrungsvertrag kann sowohl schriftlich als auch mündlich geschlossen werden. Er kommt bei entsprechender Regelmäßigkeit auch stillschweigend ohne ausdrückliche vertragliche Absprache zustande. Passen Familie, Freunde oder Nachbarn dagegen nur hin und wieder unentgeltlich für ein paar Stunden oder Tage auf den Hund auf, handelt es sich um eine Gefälligkeit und die Betreuer bleiben im Fall eines Schadens durch den Hund haftungsfrei. Ein wichtiger Unterschied zwischen der Haftung des Tierhalters selbst und der Haftung des Tieraufsehers bei einem Verwahrungsvertrag: Der Tieraufseher haftet nur, wenn ein Verschulden vorliegt. Das ist etwa dann der Fall, wenn er Hunde im Garten unbeaufsichtigt spielen lässt und das Gartentor zur Straße nicht schließt. Er haftet nicht, wenn er beweisen kann, dass er bei der Beaufsichtigung des Hundes die üblichen Sorgfaltsregeln beachtet hat und es trotzdem zu einem Schaden kam.

Welche Versicherung haftet, wenn der Hund einen Schaden anrichtet?

„Selbst wenn der Hund gut erzogen ist, ist eine Privat-Haftpflichtversicherung für Hundehalter nicht ausreichend. Es empfiehlt sich eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, in den meisten Bundesländern ist sie sogar Pflicht“, erklärt Rolf Mertens. Sie springt ein, wenn der Vierbeiner beispielsweise plötzlich auf die Straße rennt und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht oder wenn er beim Spielen einen Artgenossen verletzt. „Gibt der Besitzer seinen Hund beispielsweise in die Obhut eines Nachbarn, profitiert dieser auch vom Versicherungsschutz“, erklärt der Versicherungsexperte von ERGO. Anders sieht es aus, wenn ein professioneller Hundesitter die Betreuung übernimmt. Er benötigt eine eigene Berufshaftpflichtversicherung speziell für Hundesitter, die im Fall der Fälle die von seinen Schützlingen verursachten Schäden abdeckt. Für den Hobby-Sitter reicht der Schutz aus der Privat-Haftpflichtversicherung meist aus. Denn mitversichert ist in der Regel das „Hüten fremder Hunde“. „Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fragt vorab bei seinem jeweiligen Versicherer nach, wie weit der Schutz reicht und ob in der Hundehalter-Haftpflicht beispielsweise auch Schäden abgedeckt sind, die der Hund am Hobby-Sitter oder in dessen Wohnung verursacht“, rät Mertens.
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„Gefährdungshaftung bei privaten Tierhaltern“ – Verbraucherfrage der Woche der ERGO

Gut beraten von den Experten der ERGO Versicherungsgruppe

Nadine D. aus Recklinghausen:
Ich habe gehört, private Tierhalter unterliegen der „Gefährdungshaftung“. Was bedeutet das für mich als Hundebesitzer?

Versicherungsexperte Rolf Mertens von ERGO:
Wer privat Tiere hält, unterliegt der sogenannten Gefährdungshaftung. Dies regelt der § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Das bedeutet: Fügt Ihr Hund einem Dritten einen Schaden zu, müssen Sie dafür aufkommen. Auch dann, wenn Sie keine Schuld an dem Unglück trifft. Der Hintergrund: Weil das Verhalten von Tieren unberechenbar ist, sieht der Gesetzgeber die Haltung als grundsätzliche Gefährdung für ihre Umgebung an. Für die Haltung mancher Tiere benötigen Sie deshalb eine spezielle Haftpflichtversicherung. Für Sie als Hundehalterin ist das eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung. Übrigens: Auch Pferden wird ein erhöhtes Gefahrenpotenzial zugeschrieben. Nicht selten scheuen sie und verletzen dabei umstehende Personen oder verursachen Sachschäden. Für private Pferdehalter empfiehlt sich daher ebenfalls eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Anders verhält es sich für Halter von kleinen, zahmen Haustieren wie beispielsweise Katzen, Meerschweinchen oder Vögeln. Die Haltung dieser Tiere ist bereits im Rahmen einer Privat-Haftpflichtversicherung mitversichert.
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Die Verbraucherfrage der Woche der ERGO Versicherung und viele weitere Verbrauchertexte stehen für Sie unter www.ergo.com/verbraucher bereit.

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„Wer braucht eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung?“ – ERGO Verbraucherfrage der Woche

Gut beraten von den Experten der ERGO Versicherungsgruppe

Thorsten T. aus Hamburg:
Ich bekomme in einem Monat einen Dackel-Welpen. Ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung für mich Pflicht?

Versicherungsexperte Rolf Mertens von ERGO:
In den letzten Jahren wurde die Hundehalter-Haftpflichtversicherung in einigen Bundesländern als Pflichtversicherung für alle Hunde eingeführt. Dazu gehören Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Außerdem gibt es in fast allen Bundesländern eine Versicherungspflicht für gefährliche Hunde. Die Definition für gefährliche Hunde ist in den einzelnen Bundesländern dabei unterschiedlich. Aber egal welches Land und welcher Hund: Eine Hundehalter-Haftpflicht ist immer zu empfehlen. Reißt sich ein Hund zum Beispiel von der Leine los und verursacht einen Unfall, sind Schadensersatz und unter Umständen Schmerzensgeld und Behandlungskosten fällig. Haftbar ist stets der Halter. Egal, ob Sie eine Mitschuld tragen oder nicht. Durch eine Hundehalter-Haftpflicht können Sie sich vor den finanziellen Folgen schützen. Übrigens: Anders als Katzen, Vögel oder Hamster sind Hunde nicht über die Privat-Haftpflichtversicherung des Halters mitversichert!
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 931

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