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Kernfusion in Dresden

Die 24. Sonderausstellung der Galerie FLOX zeigt die Familie Kern

Kernfusion in Dresden

Thomas Kern in seinem Atelier bei Bautzen (Bildquelle: Uwe E. Nimmrichter)

Vom 14.04. bis zum 09.06.2018 zeigt die Galerie FLOX im Dresdner Barockviertel, Obergraben 10, die 24. Sonderausstellung „kernfusion“. Es ist eine besondere Ausstellung: Im Mittelpunkt steht die Familie Kern, dessen berühmtestes Familienmitglied, Hans-Georg Kern, besser bekannt als Prof. Georg Baselitz, im Januar 80 Jahre wurde. Sie geht zurück auf die Idee von Thomas Kern, dem Neffen von Georg Baselitz, und der Galerie FLOX aus Kirschau. „Wir wollen einen Teil der Familie künstlerisch zusammenbringen, gegenüberstellen, schauen, wie sie sich künstlerisch beeinflussten, wie sie eigenständige Wege gingen, wo sie stehen, wo Wege abgebrochen wurden, wie sie vom „großen Baselitz´ profitierten und welchen „Rucksack´ sie auf Grund dessen auch heute noch mit sich herumschleppen.“, erklärt Hellfried Christoph, der Leiter der Galerie, und betont gleichzeitig „Wir haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, den können wir nicht ausfüllen, auch weil in der Familie nicht ganz einfache Verhältnisse der Personen untereinander bestehen.“ Es ist der Versuch der Ausstellungsmacher, das „künstlerische Gen der Kerns“ aufzuspüren und in diesem bisher nicht praktizierten Ausstellungskontext darzustellen. Neben dokumentarischen Anteilen werden Arbeiten von Thomas Kern, Steffen Kern, Anne Kern und Hansjürgen Schumann, dem Halbbruder von Prof. Georg Baselitz, zu sehen sein. Geliehen aus Privatbesitz werden auch Werke von Baselitz gezeigt, darunter erstmals ein Bild von 1956, das er noch mit seinem bürgerlichen Namen signiert hat. Das Frühwerk besitzt keine Spur der Baselitz-typischen Provokation, jedoch tiefen Respekt gegenüber einem seiner damaligen künstlerischen Vorbilder Kasimir Malewitsch.

Thomas Kern, der Mitinitiator der Ausstellung, der sich den Künstlernamen Dekern gegeben hat, wohnt und arbeitet heute in der Nähe von Bautzen und ist bei der Galerie FLOX unter Vertrag. „In Kamenz wurde ich mit meinem berühmten Onkel verglichen. Bei Bautzen kann ich frei und ungestört arbeiten. Überhaupt ist die familiäre Verbindung eher eine Belastung als ein Vorteil, Kontakt zum Onkel gibt es kaum.“ berichtet Thomas Kern. Der 1970 in Radeberg geborene Maler, Grafiker und Bildhauer hat sein Atelier in einem alten Haus direkt am Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft mit Blick auf das Wasser der umliegenden Teiche, auf weite Wiesen und kleine Bäche. Hierher zieht er sich zum Arbeiten zurück, weit weg von den Metropolen dieser Welt, in denen er aber ebenfalls präsent ist. Ende Februar war Thomas Kern bei der Milan Fashion Week. Dort wurde die neue Kollektion des Modelabels „Rockmädchen“ der Designerin Marion Roscher vorgestellt. Dafür hat er gemeinsam mit seiner Partnerin A. Weissenberg die Stoffe entworfen. Überhaupt, wenn es Parallelen zum Onkel gibt, dann ist es die eine: Seine Vielseitigkeit. Thomas Kern passt in keine Schublade, er malt, spachtelt und sprüht, arbeitet mit Sandstein und Holz. Die Bildsprache des Autodidakten ist trotzig, provokant, manchmal naiv wirkend und demonstrativ unangepasst. In farbiger Mischtechnik aus Sprühdosen, Pinsel, Stiften und Tuschen hat er sich seinen eignen intuitiven Stil geschaffen. Er experimentiert mit Untergründen und Materialien, übermalt und vernichtet, um Dinge neu entstehen zu lassen. Interessant wird dadurch der Kontext zu den anderen Familienmitgliedern und damit auch zum berühmtesten Kern, Georg Baselitz, allemal.

Zur Ausstellung: ,
14.04.2018 bis 09.06.2018, Galerie FLOX, Obergraben 10, 01097 Dresden
„kernfusion“, Malerei, Grafik, Skulptur
Thomas Kern (DEKERN), Steffen Kern, Anne Kern, Hansjürgen Schumann, Georg Baselitz
Dienstag bis Freitag 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr, Samstag 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
und individuell nach Vereinbarung

Die 2013 gegründete Galerie FLOX ist am Standort Kirschau eine der räumlich größten privat geführten Galerien im Freistaat und gehört zu den wichtigen Adressen für zeitgenössische Kunst in Ostsachsen. In den Räumen der ehemaligen Textilfabrik VEGRO in Kirschau haben zudem zahlreiche Künstler unter dem „Dach“ der Kunstinitiative „Im Friese“ e.V. mit ihren Ateliers ein Zuhause gefunden. Residenzen bieten die Möglichkeit der ungestörten Arbeit. Seit November 2017 hat die Galerie FLOX im Neustädter Barockviertel in Dresden eine zweite Heimat gefunden. Der neue Standort am Obergraben 10 sind für Inhaber Karl Dominick und Galerieleiter Hellfried Christoph auch ein Schritt zu einem künstlerisch-kritischen und sich befruchtenden Dialog zwischen urbanen und ländlichen Räumen.

Firmenkontakt
Galerie FLOX
Hellfried Christoph
Friesestraße 31
02681 Schirgiswalde-Kirschau
0174 7076415
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http://www.galerie-flox.de

Pressekontakt
Pressearbeit
Uwe E. Nimmrichter
Fabrikstraße 2
01904 Neukirch
0162 1953296
press@galerie-flox.de
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Nur die Besten kommen durch.

Kernfusionswärmetauscher kurz vor ITER-Serienfertigung.

Im derzeit weltgrößten Fusionsexperiment ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) arbeiten sieben Nationen am Aufbau einer Kernfusionsanlage. Sie soll erstmals mehr Energie liefern, als für die Erzeugung und den Erhalt des Plasmas benötigt wird. Die Anforderungen an die Anlagenbauteile gehen teilweise bis an die Grenze des technisch Machbaren. Komponenten von PLANSEE haben sich im Testmaßstab bereits bewährt und wesentlich zum Referenzdesign der späteren ITER-Anlage beigetragen. Vor kurzem hat PLANSEE den Auftrag für die Fertigung von Prototypen im Maßstab 1:1 erhalten. Diese letzte Stufe vor der Serienfertigung ist eine echte Herausforderung, für die sich weltweit nur drei Firmen qualifizieren konnten.
Doch fangen wir vorne an. Wie funktioniert die Kernfusion überhaupt? Verschmelzen Wasserstoffkerne zu Heliumkernen wird Energie frei. Das ist die simple Erfolgsformel für die umweltschonende und nachhaltige Energiequelle. Das Vorbild für diesen Prozess ist die Sonne. Auch sie erzeugt Energie nach diesem Prinzip. Was einfach klingt, ist in Wahrheit ein hochkompliziertes Zusammenspiel vieler Faktoren. In der Kernfusionsanlage wird Wasserstoffgas auf Temperaturen von über 100 Millionen °C aufgeheizt. Es entsteht ein Plasma, bei dem die Elektronen getrennt von den Kernen vorliegen. Bei diesen extremen Temperaturen haben Wasserstoffkerne ausreichend kinetische Energie, um trotz ihrer gegenseitigen, elektrischen Abstoßungskraft aufeinanderzuprallen und zu Heliumkernen zu verschmelzen. Bei dieser Kernfusion wird nutzbare Energie frei.

Ein magnetisches Feld schließt das heiße Plasma ein, um den Fusionsprozess in Gang zu halten und die Anlagenbauteile bestmöglich zu schützen. Nur einige wenige Komponenten kommen direkt mit den Randbereichen des Plasmas in Berührung. Besonders heiß wird es im sogenannten Divertor. An speziellen Stellen des Magnetfeldes – meist im Bodenbereich des Plasmagefäßes – werden die Heliumionen und Verunreinigungen im Plasma gezielt auf den Divertor gelenkt. Dort werden die Ionen abgebremst und elektrisch neutralisiert. Um das Aufschmelzen oder sogar Verdampfen der Divertor-Komponenten zu verhindern, muss die entstandene Wärme schnellstens abgeführt werden. Hält der Divertor den extremen Belastungen nicht stand, ist ein Dauerbetrieb der Fusionsanlage undenkbar. Im Divertor kommen deshalb nur Werkstoffverbunde zum Einsatz, die eine sehr hohe Wärmeleistung von bis zu 20 MW/m2 aushalten und gegen den pausenlosen Angriff von Elektronen, Ionen und Verunreinigungen gewappnet sind. Der Divertor besteht im Wesentlichen aus einer hocheffizienten Kühlsenke für den Wärmeabtransport und einer Armierung. Sie schützt die plasmazugewandte Seite der Kühlsenke vor dem heißen Plasma. Wolfram und Kohlenstoff sind die erste Wahl für diese Armierung. Diese Werkstoffe sind besonders hitzebeständig und leiten Wärme sehr gut ab. Im Gegensatz zu Kohlenstoff bindet Wolfram wenig Wasserstoff. Wolfram hat damit eine geringe Wechselwirkung mit dem Plasma und eignet sich besonders gut für den Einsatz in Kernfusionsanlagen.

Als der Experte für hochschmelzende Metalle schlechthin, fertigt PLANSEE für den Divertor Armierungen aus kohlefaserverstärkten Kohlenstoff-(CFC) und Wolfram-Monoblöcken und verbindet diese mit den Kühlsenken auf Kupfer-Chrom-Zirkonium-Basis. Neben den widerstandsfähigen Werkstoffen ist die Verbindungstechnologie innerhalb des Werkstoffverbundes die besondere Spezialität von PLANSEE. Ist die Fusionsanlage einmal in Betrieb, bedeutet jede Reparatur einen enormen Kosten- und Zeitaufwand. Jeder noch so kurze Anlagenstillstand kommt teuer. Nur eine perfekte Verbindung zwischen den Armierungen und der Kühlsenke verhindert die Überhitzung und Beschädigung des Divertors. PLANSEE hat speziell für die Kernfusion eigene Verbindungsverfahren entwickelt und patentiert: „Active Metal Casting“. Diese Methode sorgt dafür, dass die Wärme hocheffizient und sicher zur Kühlsenke weitergeleitet wird.

In den nächsten Monaten arbeitet das PLANSEE-Team mit zahlreichen Ingenieuren und Produktionsmitarbeitern am Bau der ersten Divertorteilsegmente für ITER in Originalgröße. Alle einzelnen Produktionsschritte müssen perfekt koordiniert und technisch aufeinander abgestimmt sein. Rund 130 Armierungsblöcke in einem einzigen Schritt absolut fehlerlos mit dem Trägerrohr der Kühlsenke zu verbinden, ist nur eine von zahlreichen Herausforderungen des Projekts. Herkömmliche Qualitätssicherungen eignen sich nicht für die Komplexität dieser Entwicklungsaufgabe. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat PLANSEE für ITER eigene zerstörungsfreie Prüfmethoden auf der Basis von Thermographie- und Ultraschallverfahren entwickelt.

Bis Mitte 2014 sollen die Belastungstests aller ITER-Prototypen positiv abgeschlossen sein. Dann kann die Serienfertigung der ITER-Komponenten beginnen.

Mehr zu PLANSEE Komponenten für die Kernfusion.
PLANSEE High Performance Materials

The Plansee Group is a leader in the field of powder metallurgy, covering the entire production process from the ore right through to customer-specific components.

The corporate division PLANSEE High Performance Materials is an expert for components manufactured from molybdenum, tungsten, tantalum, niobium and chromium. Alloys and composite materials from PLANSEE come into their own in electronics, coating technology or high-temperature furnaces – wherever traditional materials are stretched beyond their limits.

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Nadine Kerber
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