Tag Archives: Kooperationsverbot

Pressemitteilungen

Bessere Bildung durch Aufhebung des Kooperationsverbotes

Bessere Bildung durch Aufhebung des Kooperationsverbotes

Logo Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert anlässlich der heutigen Vorstellung des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick 2018“ an Bund, Länder und Kommunen, mehr Geld für die Bildung bereit zu stellen. „Bei der Bildungsfinanzierung ist insbesondere der Bund gefordert, der künftig zusätzliche Mittel in die Bildung investieren muss und Bildungsprojekte der Länder und Kommunen dauerhaft unterstützen sollte. Dafür muss das Kooperationsverbot in der Bildung endlich aufgegeben werden“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des deutschen Kinderhilfswerkes. „Der Bildungsbericht zeigt auf, dass es eine wesentliche Herausforderung des Bildungssystems bleibt, soziale und regionale Disparitäten zu verringern. Das können Länder und Kommunen nicht alleine stemmen. Gute Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Menschen oder ihrem Wohnort abhängig sein. Für ein hochwertiges, flächendeckendes und soziales Bildungsangebot müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen“, so Hofmann weiter.

Der Bildungsbericht stellt fest, dass es trotz vieler bildungspolitischer Reformprojekte bisher noch immer nicht gelungen ist, Bildungsungleichheiten entscheidend zu verringern und konstatiert zugleich, dass die Kluft zwischen Personen, die ihre Bildungserfolge steigern können, und anderen, deren ungünstige Ausgangslagen langfristig nachwirken, größer werden könnte. „Deshalb fordert das Deutsche Kinderhilfswerk von Bund und Ländern eine gemeinsame, nachhaltige Strategie für die quantitativen und qualitativen Herausforderungen im deutschen Bildungssystem. Mit einem „Weiter so“ können die Zukunftsaufgaben im Bildungssystem nicht bewältigen werden. Bereits jetzt besteht bei der Modernisierung von Schulgebäuden ein massiver Investitionsstau in Milliardenhöhe. Mit den prognostizierten steigenden Schülerzahlen wird das Problem der maroden Schulen noch drängender. Gleichzeitig steht zu befürchten, dass die Qualität und die Bildungsgerechtigkeit weiter unter die Räder kommen, wenn wir nicht vehement gegensteuern“, so Hofmann.

Schon die letzte PISA-Studie hatte die vorhandenen Schwachstellen in Bezug auf die Chancengerechtigkeit im deutschen Schulsystem aufgezeigt. Dem deutschen Bildungssystem gelingt es nach wie vor nicht, den kausalen Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungskarriere aufzulösen. Das Deutsche Kinderhilfswerk vermisst zudem an vielen Stellen den politischen Willen, sich dem drängenden, strukturellen Problem der schlechten Bildungschancen von Armut betroffener Kinder in Deutschland anzunehmen. Zum Thema Bildungsgerechtigkeit hatte das Deutsche Kinderhilfswerk vor zwei Jahren den Kinderreport 2016 vorgestellt. Nach der dem Kinderreport zugrunde liegenden repräsentativen Befragung fordert eine sehr große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland umfangreiche Reformen im Bildungssystem, um von Armut betroffenen Kindern mehr Bildungschancen zu bieten. 93 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass dafür ein einheitliches Bildungssystem ohne deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ist. Als weitere wichtige Maßnahmen werden die spezielle Förderung von benachteiligten Kindern in Kitas und Schulen (95 Prozent), mehr Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrer (95 Prozent), aktuelleres und besseres Lehrmaterial (92 Prozent) sowie geringere Kostenbeiträge für Kita und Schule und Kostenfreistellungen für Lernmaterial, Tagesverpflegung und Teilnahme an Sport und Kultur (92 Prozent) befürwortet.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Kontakt
Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Uwe Kamp
Leipziger Straße 116-118
10117 Berlin
030-308693-11
presse@dkhw.de
http://www.dkhw.de

Pressemitteilungen

Deutsches Kinderhilfswerk: Kooperationsverbot in der Bildungspolitik abschaffen

Deutsches Kinderhilfswerk: Kooperationsverbot in der Bildungspolitik abschaffen

Logo Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert Bundestag und Bundesrat auf, das Kooperationsverbot in der Bildungspolitik abzuschaffen. „Das Schulsystem in Deutschland hat die Aufgabe, alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihren Fähigkeiten optimal zu fördern. Dabei ist der Bildungserfolg unserer Kinder maßgeblich von einer guten Qualität der Schulen abhängig. Viele Bundesländer sind mit dieser Qualitätssicherung zunehmend überfordert. Die chronische Unterfinanzierung des Schulsystems hat zur Folge, dass in unseren Schulen an allen Ecken Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter fehlen. Vielfach sind Schulen in einem derart problematischen baulichen Zustand, dass sie ein Fall für die Bauaufsicht sind. Es gibt inzwischen einen Investitionsbedarf, der die Finanzkraft fast aller Bundesländer bei Weitem übersteigt. Zudem haben wiederholte länderspezifische Bildungsreformen einen bildungspolitischen Flickenteppich hinterlassen. Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Lehrkräfte scheitern an diesem Chaos der Unterschiede bei Wechseln zwischen den Bundesländern. Deshalb sollte endlich Schluss sein mit dem Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Schulpolitik. Hier müssen Bundestag und Bundesrat handeln“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich der heutigen Debatte (03.04.2014) im Deutschen Bundestag zur Abschaffung des Kooperationsverbotes in der Bildungspolitik.

„Mit der Lockerung des Kooperationsverbotes in der Hochschulpolitik wurde der richtige Weg beschritten. Wir dürfen aber jetzt nicht stehenbleiben, sondern es ist an der Zeit, einen der größten bildungspolitischen Fehler unseres Landes endlich zu korrigieren. Wir brauchen mehr Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, das können die Bundesländer nicht alleine stemmen. Das Kooperationsverbot abschaffen bedeutet natürlich nicht, die Bildung in Deutschland zu zentralisieren. Sie sollte aber als Gemeinschaftsaufgabe festgeschrieben und von Bund und Ländern gemeinsam finanziert werden. Nur so kann aus der Bundesrepublik Deutschland eine Bildungsrepublik Deutschland werden“, so Krüger weiter.

Bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland rund ein Prozentpunkt unter dem OECD-Durchschnitt. Dass sich die Schülerinnen und Schüler trotzdem in der letzten Pisa-Studie verbessern konnten, zeigt deren hohe Leistungsbereitschaft. Dabei machen die beträchtlichen Leistungssteigerungen bei den Schülerinnen und Schülern aus sozioökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern besonderen Grund zur Hoffnung. Ein Anlass zum Jubeln und Schulterklopfen ist das aber nicht, denn es gibt in Deutschland weiterhin eine zu starke Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. An dieser Stelle braucht es verstärkte politische und finanzielle Anstrengungen, allen Kindern gleiche Chancen für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit mehr als 40 Jahren für Kinderrechte, Beteiligung und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland ein.

Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Uwe Kamp
Leipziger Straße 116-118
10117 Berlin
030-308693-11
presse@dkhw.de
http://www.dkhw.de

Pressemitteilungen

Kooperationsverbot: Denkblockade überwinden

Landesvorsitzender Schüler Union Thüringen Alexander Lüneberg: „Das kindhafte Benehmen der SPD disqualifiziert sie für weitere Bildungsentscheidungen!“

In der aktuellen Debatte über den Bund-Länder Kooperationsvertrag fordert die Schüler Union Thüringen ein schnelles Umdenken der Politiker, besonders der SPD. „Bildung ist Deutschlands wichtigstes Gut. Wir können es uns nicht leisten, 16 verschiedene Bildungslandschaften mit unterschiedlichen Leistungsstandards zu verfestigen“ so der Landesvorsitzende der größten politischen Schülervertretung Thüringens Alexander Lüneberg. Der Vorstoß der Bundeskoalition aus CDU und FDP beschreitet den richtigen Weg. Wenn es jetzt an der SPD scheitert, zeigen die Bildungspolitiker der Sozialen Partei Deutschlands ihre Inkompetenz, so die Argumentation der Schüler.

„Wir als Schüler Union fordern auf lange Sicht das Deutschlandabitur. Für uns ist das oberste Ziel, Abschlüsse bundesweit vergleichbarer zu gestalten um Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auf Hochschulen geografisch unabhängiger zu machen. Mit der Lockerung des Kooperationsverbotes ist ein erster Schritt getan, dies zu ermöglichen“, stellt Lüneberg weiterhin fest. Mit ihrer Forderung schließt sich die Schülervertretung den Äußerungen der Bildungsministerin Schavan an: „Bei der Bildung kann ich nur sagen, das ist uns wesentlich zu wenig. Wir müssen das Kooperationsverbot so verändern, dass die Länder auch vom Bund deutlich mehr Geld für Bildung bekommen und zwar für den schulischen Bereich“.

Durch die Förder- und Steuermöglichkeit des Bundes kann jedes Bildungssystem Optimierung erfahren. Durch das Kooperationsverbot ist es dem Bund nicht möglich, Schulen direkt mit dringend nötigem Geld zu versorgen. „Bei Bildung müssen wir uns jede Möglichkeit offen halten, Schule, Schüler und Eltern zu unterstützten. Das Kooperationsverbot erscheint uns somit überholt.“, stellt der Landesvorsitzende Alexander Lüneberg abschließend fest.

Schüler Union Thüringen
Alexander Lüneberg
Friedrich-Ebert-Str. 63
99609 Erfurt
kontakt@su-th.de
017682016017
http://www.su-th.de