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Mehr Gehirnleistung durch Smart Drugs?

Illegales Gehirndoping bei Studierenden nimmt zu – dabei gibt es natürliche Alternativen

Heidelberg, 15. März 2019: Zu viele junge Menschen dopen sich. Vor allem manche Studierende greifen im Prüfungsstress zu sogenannten „Neuro-Enhancern“ wie Ritalin oder Modafinil, um dem Leistungsdruck standzuhalten. Zwanzig Prozent aller Studierenden greift zum Gehirndoping – jede fünfte Studentin und jeder fünfte Student. Das besagt eine Studie der Universität Mainz.

„Von Ritalin oder Modafinil versprechen sich viele Studierende, sich länger konzentrieren und pausenlos lernen zu können“, hat Julia Schwarz in Gesprächen mit jungen Studierenden herausgefunden. „Ich bin selbst Studentin in einem höheren Semester und kenne in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einige Personen, die sich Unterstützung für das Bewältigen ihres hohen Lernpensums suchen.“ Für phytodoc.de hat sich Schwarz eingehend mit den Neuro-Enhancern auseinandergesetzt und zusätzlich zwei Experten interviewt.

Mangelndes Zeitmanagement, Überforderung, Leistungsdruck und Einflüsse von außen, die den Lernfluss behindern – das sind die vorrangigen Gründe für den schnellen Griff zur illegalen Substanz.

Denn illegal sind diese Neuro-Enhancer in der Regel: Mit Modafinil werden normalerweise Patienten behandelt, die unter der seltenen Schlafkrankheit Narkolepsie leiden. In Deutschland benötigt man ein Rezept dafür – „unter der Hand gibt es allerdings einen regen, illegalen Handel, da Modafinil ein beliebtes Mittel zur geistigen Leistungssteigerung ist“, hat Julia Schwarz erfahren. Gesunden Menschen hilft die Droge vor allem beim Lösen von komplexen Aufgaben und Problemstellungen, wie Forscher der University of Oxford zeigen konnten.

Illegale Substanzen mit gefährlichen Nebenwirkungen

Wie meistens bei illegalen Substanzen ist die Liste der Nebenwirkungen lang – wer Modafinil längere Zeit einnimmt, kann Selbstmordgedanken entwickeln und aggressiv werden.

Mit Ritalin werden ADHS-Patienten behandelt; ihre Aufmerksamkeitsspanne dehnt sich und sie können sich besser konzentrieren. Und auch bei diesem Medikament ist die Liste der Nebenwirkungen lang: Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen, Depressionen und Halluzinationen können die Folge sein. Zudem macht Ritalin psychisch abhängig, das Krebsrisiko steigt deutlich und man muss mit einem erhöhten Herz-Kreislaufrisiko rechnen, „ähnlich wie beim Kokain-Missbrauch“, warnt Dr. med. Berthold Musselmann, Allgemeinmediziner mit Praxis in Wiesloch.

In kürzerer Zeit zu mehr Lernstoff

Das Fazit, das Julia Schwarz nach vielen Gesprächen mit Studierenden zieht, die ihrem Prüfungsstress mit Neuro-Enhancern begegnen: „Modafinil hat für die meisten eine bessere Wirkung. Sie kommen schneller mit dem Lernstoff durch und sparen Zeit, weil sie auf Pausen verzichten können.“ Nach Meinung der Befragten eignet sich Modafinil gut zum sogenannten „Bulimie-Lernen“: „Eine großen Menge Lernstoff wird innerhalb kurzer Zeit ins Kurzzeitgedächtnis geprügelt, damit man es in der Klausur oder Prüfung wiedergeben kann.“ Nachhaltiges Lernen, um sich echtes Wissen anzueignen, ist das nicht. Ritalin wird seltener eingesetzt: Es hält nicht wach, und die Phase, in der sich die Studierenden gut konzentrieren können, ist kürzer.

Die beste legale Droge gibt“s an jeder Straßenecke

Doch niemand muss zu den teuren, ungesunden und vor allem: illegalen Substanzen greifen. Julia Schwarz hat bei Professor Dr. Michael Wink, Direktor am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg, nach pflanzlichen Alternativen gefragt. Diese lassen sich in zwei Wirkkategorien einteilen: Manche Stoffe besitzen eine kurzzeitige Wirkung, andere wiederum wirken langzeitig.

Wer sich eine längere Lernphase über konzentrieren muss, kann zu einer völlig alltäglichen „Droge“ greifen: frisch aufgebrühtem Kaffee. Das Koffein der Kaffeebohne geht schnell ins Blut, wirkt dort bereits nach 15 Minuten und stimuliert uns fünf bis sechs Stunden lang. Wir bleiben nicht nur länger wach, auch unsere Gehirnleistung nimmt zu und unsere Reaktionsbereitschaft steigt. Einziger Haken: Da Koffein von den meisten täglich konsumiert wird, haben die aktivierenden Nervenbotenstoffe keinen großen Effekt mehr. Wer allerdings nur sehr selten Kaffee trinkt oder vor der Lernphase ein paar Wochen kaffeeabstinent lebt, der kann sein Gehirn effizient und ganz legal dopen.

Mit Schokolade und Guarana zum Examen

Koffein gehört zu den sogenannten Purinalkaloiden, die eine kurzzeitige Dopingwirkung hervorrufen. Diese Stoffgruppe ist auch in Schokolade enthalten. „Besonders dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt kann Gehirndoping zu einem genussvollen Vergnügen machen“, sagt Julia Schwarz schmunzelnd.

Guarana (Paullinia cupana), ein Amazonasgewächs, enthält drei- bis fünfmal mehr Koffein als Kaffee. Wer mit dem Pulver seinen selbstgemachten Wildkräuter-Smoothie aufpeppt, dem fällt das Büffeln deutlich leichter. Aber auch hier gibt es Nebenwirkungen zu beachten: Hohe Konzentrationen können Angstgefühle und Schlaflosigkeit bewirken.

Was hat die Pflanzenwelt sonst noch zu bieten?

Deutlich exotischer als Kaffee und Schokolade klingen Taigawurzel, Rosenwurz, Ginseng und Ginkgo, die Adaptogene enthalten und eine positive Langzeitwirkung auf die eigene Leistung versprechen. „Ginkgo kann nach zwei Wochen nachweislich die Gedächtnisleistung verbessern“, sagt Dr. med. Berthold Musselmann, der ärztliche Leiter von phytodoc.de. Er warnt aber auch vor den magenreizenden Ginkgolsäuren, die zu Übelkeit führen können: „Auf keinen Fall sollten Ginkgo-Blätter selbst gesammelt und beispielsweise als Tee zubereitet werden. In guten Ginkgo-Präparaten sind diese Ginkgolsäuren entfernt.“

Sport an der frischen Luft ist die härteste Droge

Doch am gesündesten lernt es sich ganz ohne Präparate. Die Besinnung auf einfache Dinge, die uns oft so schwerfällt, weil wir hier selbst aktiv werden müssen, statt einfach eine „Pille“ einzuwerfen.

Zu diesen Dingen, die der menschlichen Natur entsprechen, gehören: ausreichend schlafen, ausgewogen essen und bei längeren Lernphasen kurze Pausen plus einmal am Tag eine einstündige Sporteinheit an der frischen Luft einlegen. Nach dem Sporteln sollte eine halbe Stunde Ruhepause folgen — ohne Handy – damit der Kopf Entspannung und Erholung bekommt. Diese Mischung aus Lernen und Pausen verbessert die geistige Leistungsfähigkeit enorm und nach der Pause ist das Gehirn mit frischem Sauerstoff versorgt und wieder „startklar“.

Dr. Musselmanns abschließender Tipp: Musizieren, malen, kreativ sein und sich mit aufregenden neuen Inhalten beschäftigen: „Das kann immens befruchtend sein, dadurch den Spaß am eigentlichen Fachgebiet erhalten und für neue Lernphasen motivieren.“

Das Internetportal bietet gesundheitsbewussten Verbrauchern wissenschaftlich gesicherte und umfassende Informationen rund um die Thematik Gesundheit, Prävention, Naturheilkunde und Heilpflanzen. Die Themenbereiche richten sich an Patienten, Mediziner und Heilpraktiker. Die PhytoDoc-Informationen sollen den Verbraucher bei seinen Entscheidungen unterstützen, alternative Therapien und Präparate zu wählen, Krankheitssymptome ganzheitlich behandeln zu lassen und bewusst auf Gesundheitsvorsorge zu setzen. Infos: http://www.phytodoc.de

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Aktuelle Nachrichten Familie/Kinder Gesundheit/Medizin Rat und Hilfe Wissenschaft/Forschung

ADHS und Methylphenidat

Unaufmerksam, motorisch unruhig und impulsiv – so werden hyperaktive Kinder beschrieben. Die steigende Prävalenz könnte an einer unzureichenden Versorgung mit Mineralstoffen liegen. Schon in der Kinderliteratur werden einige typische Beispiele charakterisiert.

Das älteste Bild ist seit dem Jahr 1845 der Struwwelpeter und seit den 90iger Jahren gibt es auch die Struwwelliese. Aber auch der liebenswerte Michel aus Lönneberga zeigt gewisse Übereinstimmungen.

 

Das Medikament „Ritalin“ kann eine große Gefahr für die Gesundheit sein!

Der Hauptinhaltsstoff „Ritalin“ ist der amphetaminartige Wirkstoff „Methylphenidat, der dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt ist und in der USA als Betäubungsmittel der Klasse II – dieselbe Klassifikation wie Kokain, Morphium und Amphetamine hat.

 

In jeder Klasse einer Grundschule sitzen heute schon zwei bis drei Schüler „sogenannte ADHD-Kinder“, die durch ihre ewige Unruhe und Konzentrationsschwäche den Pädagogen viel Abverlangen. Diese jungen Zappelphilippe, die an der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung leiden, profitieren laut einigen Studien von der Gabe des Mineralstoffes „Magnesium“.

Betreff: ADHS-Menschen (Zappelphilippe): Unter der Leitung des Schweizer Kinderarztes Professor Kurt Baerlocher wurde mit 230 Kindern eine Doppelblind-Studie durchgeführt. Die Magnesiumtherapie zeigte einen statistisch signifikanten Erfolg bei 80 Prozent der behandelten Kinder. Diese Studie belegt, dass es wichtig ist, bei ADHS-Kindern auch an Magnesium zu denken. ADHS-Menschen haben häufig einen erhöhten Magnesiumbedarf bei gleichzeitig niedrigen Magnesiumspiegeln im Serum. Das ist darauf zurückzuführen, dass ADHS-Erkrankte vermehrt unter Stress stehen und die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin eine vermehrte Magnesium-Ausscheidung bewirkt.

Warum gibt es heute so viele Kinder mit diesem Syndrom? Vielleicht sollte man diese Krankheit auch zu all den heutigen Zivilisationskrankheiten zählen? Es gibt Untersuchungen, dass der Zuckerstoffwechsel bei diesen Kindern verlangsamt ist und Teile des Gehirns, die für Aufmerksamkeit zuständig sind, mit zu wenig Glukose versorgt werden. Als AD(H)S Ursache werden die gleichen Neurotransmitter diskutiert die außerdem auch bei Migräne eine entscheidende Rolle spielen könnten.

Schon 4-jährige bekommen Ritalin verordnet!

Wir empfehlen an dieser Stelle, dass jeder Vater und jede Mutter einfach mal selbst so eine Pille probieren sollte. Die Eltern würden sofort erkennen, wie potent und mächtig und Bewusstseinsverändernd dieses Mittel sein kann, das sie ihren Kindern zumuten. Vielleicht kommen sie dann zu dem Schluss, es doch noch einmal anders zu versuchen. Außerdem kann Ritalin auch Depressionen verursachen. Ritalin kann die Krankheit AD(H)S nicht heilen, es dämpft nur die Symptome ab und die Nebenwirkungen des Medikaments sind dabei mehr als bedenklich. Bitte informieren Sie sich über eine kohlenhydratarme Ernährung (Infos im letzten Teil des Buches), die auch bei AD(H)S erfolgreich ist.

 

Nebenwirkungen von Ritalin:

  • Aggressionen
  • Ängste
  • Appetitlosigkeit
  • Blutdruckstörungen
  • Depressionen
  • Empathieverlust
  • Erschöpfung
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Introvertiert
  • Keine Zukunftsperspektiven
  • Konzentrationsstörungen
  • Magenbeschwerden
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Tics
  • Übelkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Verändertes Empfinden
  • Veränderte Wahrnehmung
  • Wachstumsverzögerungen
  • Reizbarkeit

 

Nicht jedes unaufmerksame, zappelige, Kind ist hyperaktiv – vielleicht ist es eben nur sehr verspielt, lebendig, lebhaft und reizoffen.

Kaum eine psychische Erkrankung ist so gut untersucht worden wie die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung im Kindes- und Jugendalter. Dass an dieser Störung auch Erwachsene leiden, wurde hingegen fast übersehen. Ärzte und Psychologen beschäftigen sich erst seit kurzem mit ADHS im Erwachsenenalter. Leider liegen hier nur sehr wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Die Krankheit ist bei Erwachsenen deutlich schwerer zu erkennen als bei Kindern. Sie wird oft fehldiagnostiziert, weil sich die Anpassungsstörung mit anderen psychischen Symptomen vermischen. Psychische Erkrankungen der Eltern gelten zwar nicht als Ursache von ADHS, können jedoch bei einer bereits bestehenden Veranlagung die Störung mit auslösen.

Wenn Sie denken, dass Sie vielleicht an einer ADHS leiden, vertrauen Sie sich einem oder besser mehreren Ärzten an. Diese Krankheit (ADHS) ist zwar nicht heilbar – viele Symptome können jedoch verringert werden. Versuchen Sie doch ein paar Wochen die Kohlenhydrate zu reduzieren.

Die Autorinnen „Jutta Schütz“ und „Sabine Beuke“ informieren in ihrem psychologischen Buch auch über ADHS und Ritalin.

 

  • PSYCHOLOGIE KURZ UND KNAPP VERPACKT

Hilfreiches Wissen für die Seele

Autoren: Sabine Beuke und Jutta Schütz

ISBN-13: 9783732234929 – ISBN-10: 3732234924

Verlag: Books on Demand, € 13,90

 

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Jutta Schütz schreibt Bücher, die anspornen, motivieren und spezielles Insiderwissen liefern. Die Autorin hat bis heute über 75 Bücher geschrieben und an vielen anderen Büchern mitgewirkt. Zudem hilft sie als Mentorin und Coach Neuautoren bei der Veröffentlichung ihrer Bücher. Als Journalistin schreibt Schütz für Verlage und Zeitungen. Ihre Themen sind: Gesundheit, Psychologie, Kunst, Literatur, Musik, Film, Bühne, Entertainment. Weitere Informationen zur Autorin und ihren Büchern findet man in den Verlagen, auf ihrer Webseite – sowie im Kultur-Netzwerk.

 

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„ADHS: Hyperaktive Kinder oder hyperaktive Debatte?“ ERGO Verbraucherinformation

Eine Krankheit macht „Karriere“

"ADHS: Hyperaktive Kinder oder hyperaktive Debatte?" ERGO Verbraucherinformation

ERGO Verbraucherinformation – ADHS

Munter, wissbegierig und freundlich – so wünschen sich viele Eltern und Lehrer das ideale Kind. Aber nicht immer verträgt sich kindliches Verhalten mit den steigenden Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft. Allzu schnell vermutet das Umfeld dann psychische Auffälligkeiten, weiß der Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung. Aber wo verläuft die Grenze zwischen dem „normalen“ Zappelphilipp und einer echten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), die einer Behandlung bedarf?

ADHS – eine Krankheit macht „Karriere“

Das Phänomen ADHS ist nicht neu, gewinnt aber in den letzten Jahren zunehmend an Brisanz – gilt es heute doch als eine der häufigsten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Fachgesellschaften gehen davon aus, dass diese Entwicklung keiner echten Zunahme der Fälle, sondern eher einer gestiegenen Sensibilisierung von Ärzten und Eltern geschuldet ist. Statistische Erhebungen bringen nur wenig Licht ins Dunkel: Während eine Studie für den Zeitraum zwischen 2006 und 2011 einen Anstieg der ADHS-Patienten um 42 Prozent erkennen will, gehen andere Studien von einer konstanten Quote aus. „Die enormen Unterschiede bei der Bewertung der Krankheit sind typisch für das Phänomen ADHS“, so Dr. Wolfgang Reuter. Eine eindeutige Diagnose ist nicht immer einfach. Doch Fachleute können die Diagnose in der Regel anhand der Zahl und Schwere der Symptome sowie der damit einhergehenden Beeinträchtigungen stellen.

Normal oder doch krank?

Das Problem mit ADHS: Die Symptome lassen sich durch den Laien nur schwer den Kategorien „krank“ oder „normal“ zuordnen. Besonders deutlich zeigt sich das bei der sogenannten motorischen Unruhe. Die Grenze zwischen normalem und übersteigertem Bewegungsdrang bei Kindern und Jugendlichen ist fließend. Feste Werte gibt es nicht, sondern lediglich Richtlinien: Voraussetzung für die ärztliche Diagnose ADHS ist, dass Kinder über mindestens sechs Monate hinweg in den Bereichen Überaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität auffällig sind.

Heilung durch Pillen?

Viele Patienten – darunter eine erschreckend große Anzahl junger Menschen – schlucken Medikamente gegen die Störung. „Hier kann man durchaus von einer Explosion sprechen: Von Methylphenidat, dem Wirkstoff des ADHS-Medikaments Ritalin, gingen 1993 34 Kilogramm über die Apothekentische. 2011 waren es schon 1.791 Kilogramm“, so der DKV Experte. „Medikamente scheinen bei der Behandlung von ADHS also erste Wahl zu sein.“ Doch dieses Verfahren kann gravierende Nebenwirkungen wie etwa Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Übelkeit und sogar Depressionen auslösen. Dr. Wolfgang Reuter rät daher, den Einsatz von Medikamenten sorgfältig zu überdenken und Alternativen in Betracht zu ziehen. Wichtig ist in jedem Fall die Einbettung in einen umfassenden Therapieplan.

Klare Regeln, feste Strukturen, eindeutige Ansagen

„Längst nicht jedes betroffene Kind braucht Medikamente“, zeigt sich der Gesundheitsexperte überzeugt. „Eltern und Lehrer können auch ohne Pillen eine Menge tun.“ Schon ein reizarmes Klassenzimmer und ein Platz in der ersten Reihe können die Konzentration verbessern. „Auch sollte sichergestellt sein, dass die Kinder sich täglich austoben können. Ist der Bewegungsdrang gestillt, fällt ihnen das Stillsitzen wieder leichter.“ Zuhause sind klare Regeln und feste Strukturen unerlässlich. „Dazu gehören klare Ansagen der Eltern: Bis hierher und nicht weiter. Ausnahmen und ausufernde Diskussionen sind dagegen eher kontraproduktiv“, rät Dr. Wolfgang Reuter. In schwierigen Fällen unterstützen Verhaltens-, Ergo- und Psychotherapien das Kind dabei, besser mit seiner Umwelt zurechtzukommen. Eine Familientherapie kann zusätzlich sinnvoll sein. Vor allem aber sollte viel gelobt werden, um das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken. Für besondere Erfolge können als Ansporn Belohnungen vereinbart werden. Außerdem tut es Kindern gut, Verantwortung zu übernehmen, selbst wenn sie den Aufgaben zunächst nicht gerecht werden: Wochenpläne zum Beispiel können neben täglichen Zeiten für Essen oder Hausaufgaben auch einfache Pflichten wie das Tischdecken umfassen. „Wichtig ist vor allem, die Geduld zu bewahren“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. „Es muss nicht alles vom ersten Tag an klappen. Schließlich brauchen alle Kinder etwas Zeit, um sich an neue Regeln zu gewöhnen.“

Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 4.355

Kurz-/Onlinefassung:

Hyperaktive Kinder oder hyperaktive Debatte?

ADHS – Eine Krankheit macht „Karriere“

-Zunahme der Fälle oder gestiegene Sensibilisierung?
-Normal oder doch psychisch auffällig?
-Braucht jedes betroffene Kind Medikamente?
-Was können Eltern im Alltag verändern?

Nicht immer verträgt sich kindliches Verhalten mit den steigenden Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft. Allzu schnell vermutet das Umfeld dann psychische Auffälligkeiten, weiß der Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung. Aber wo verläuft die Grenze zwischen dem „normalen“ Zappelphilipp und einer echten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), die einer Behandlung bedarf? Das Phänomen ADHS gilt heute als eine der häufigsten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Umstritten ist, ob diese Entwicklung einer echten Zunahme der Fälle oder eher einer gestiegenen Sensibilisierung von Ärzten und Eltern geschuldet ist. „Die enormen Unterschiede bei der Bewertung der Krankheit sind typisch für das Phänomen ADHS“, so Dr. Wolfgang Reuter. Das Problem: Die Symptome lassen sich durch den Laien nur schwer den Kategorien „krank“ oder „normal“ zuordnen. Besonders deutlich zeigt sich das bei der sogenannten motorischen Unruhe. Die Grenze zwischen normalem und übersteigertem Bewegungsdrang bei Kindern und Jugendlichen ist fließend. Voraussetzung für die ärztliche Diagnose ADHS ist, dass Kinder über mindestens sechs Monate hinweg in den Bereichen Überaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität auffällig sind. Viele Patienten – darunter eine erschreckend große Anzahl junger Menschen – schlucken zunehmend Medikamente gegen die Störung. „Von Methylphenidat, dem Wirkstoff des ADHS-Medikaments Ritalin, gingen 1993 34 Kilogramm über die Apothekentische. 2011 waren es schon 1.791 Kilogramm“, so der DKV Experte. Doch dieses Verfahren kann gravierende Nebenwirkungen wie etwa Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Übelkeit und sogar Depressionen auslösen. „Aber längst nicht jedes betroffene Kind braucht Medikamente“, zeigt sich der Gesundheitsexperte überzeugt. „Eltern und Lehrer können auch ohne Pillen eine Menge tun.“ Es sollte sichergestellt sein, dass die Kinder sich täglich austoben können. „Klare Ansagen der Eltern sind ebenfalls wichtig. Ausnahmen und ausufernde Diskussionen sind dagegen eher kontraproduktiv“, warnt Dr. Wolfgang Reuter. In schwierigen Fällen unterstützen Verhaltens-, Ergo- und Psychotherapien das Kind dabei, besser mit seiner Umwelt zurechtzukommen. Eine Familientherapie kann zusätzlich sinnvoll sein.

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Ritalin ist kein Allheilmittel – Gabe von Methylphenidat sollte überdacht werden

Methylphenidat ist ein Arzneistoff mit stimulierender Wirkung, der insbesondere bei ADS und AD(H)S verabreicht wird. Bekannt ist der Arzneistoff vor allem unter den Handelsnamen Ritalin®, Concerta® oder Medikinet®. Laut Arzneimittelverordnungsreport lag die Anzahl der kassenärztlich verordneten Tagesdosen von Methylphenidat im Jahr 2009 in Deutschland bei rund 55 Millionen.

Die spontane Wirksamkeit von MPH steht nicht in Frage, wie zahlreiche Studien belegen, darunter eine Doppelblindstudie der University of California aus 2009. Vielmehr ist zu überprüfen, ob und unter welchen Umständen der Einsatz von Ritalin etc. sinnvoll sein kann und ob Medikation für den individuellen Fall überhaupt notwendig ist. Dies zu hinterfragen liegt vor allem in den Händen der Eltern von Kinder und Jugendlichen mit AD(H)S, die die Verordnung der Medikamente in die Wege leiten: „Eine medikamentöse Therapie ‚heilt‘ das ADS nicht, es lindert lediglich die Symptome und zwar genau so lange, wie die Medikamente eingenommen werden“, so Dr. Gumpert aus Frankfurt a.M.

Darius Krutzek, Gründer des Helperior-Schulhilfe-Instituts für Schüler mit AD(H)S in Köln ergänzt: „Es ist darüber hinaus in Frage zu stellen, ob bei AD(H)S überhaupt von ‚Heilung‘ gesprochen werden sollte. Wir wissen selbstverständlich, dass AD(H)S ursächlich auf ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn zurückzuführen ist. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass sowohl die Entwicklung als auch die individuelle Ausprägung von AD(H)S multifaktoriell bedingt ist. Weiterhin ist zu sehen, dass AD(H)S selbst im Rahmen der Diagnosesysteme ICD-10 und DSM-IV-TR nur unzureichend objektivierbar ist. Das macht AD(H)S zu einem Sammelbegriff ganz unterschiedlicher Symptome, und darunter sind viele, deren medikamentösen Bedarf an Therapie man durchaus in Frage stellen kann“.

Hat ein Kind AD(H)S, so kann die Ausprägung des Schweregrads mit psychosozialen Faktoren korrelieren. Belastende Familienverhältnisse, ein ungünstiges soziales Umfeld oder sich wiederholende Misserfolge in der Schule können sich negativ auf die Entwicklung von begleitenden Störungen (z.B. Aggressivität, Angst) auswirken.

„Sehr häufig sind bei Methylphenidat Einmalverordnungen zu beobachten“, weiß Krutzek und weist auf eine Studie der Universitäten Bielefeld und Münster hin. „Die meisten der AD(H)S-Schüler, die wir in unserem Institut betreuen, wollen die Medikation nach nur kurzfristiger Einnahme wieder abbrechen. Die Schüler geben häufig an, dass sie unter Nebenwirkungen leiden oder sich durch das Stimulans von sich selbst entfremdet fühlen. Es ist zudem nicht gesagt, dass eine Entwicklung sogar medikationsbedingter Sekundärsymptome bei der Einnahme von Methylphenidat ausgeschlossen ist“.

Krutzek und Gumpert sind sich einig, dass die Gabe von Ritalin und Konsorten nicht unbedingt ausgeschlossen werden muss: „Insofern sollten andere Therapieformen zunächst angedacht und durchgeführt werden. Insbesondere dann, wenn die schulischen Leistungen nachlassen und sich die Problematik ausweitet, muss einem Kind geholfen werden. Wenn dies die anderen Therapieformen nur unzulänglich tun, kann der behandelnde Arzt mit Ihnen gemeinsam beraten und beschließen, wann und auch wie lange eine medikamentöse Therapie angeraten sein kann“, rät Gumpert.

Kinder und Jugendliche mit AD(H)S sind nicht auf Medikamente angewiesen. Besonders wichtig ist, dass Eltern für ein Umfeld sorgen, das für den Heranwachsenden förderlich ist. Zudem können Elternberatungen, wie auch vom Helperior-Schulhilfe-Institut Köln angeboten, zur Entlastung des Erziehenden und zur Stärkung seiner Erziehungskompetenz beitragen.

Zudem sollten Eltern darauf achten, ihr Kind ausreichend häufig zu loben und weniger zu kritisieren. „Stellen Heranwachsende fest, dass sie trotz, oder gerade durch ihr AD(H)S zu besonderen Leistungen imstande sind und beginnen infolgedessen aufzublühen, so macht dies deutlich, dass ein gesteigertes Selbstvertrauen die AD(H)S-Symptomatik signifikant verringern kann“, meint Krutzek. „Das Erreichen dieses Ziels macht dann das Erwägen einer Medikation obsolet.“
Das Helperior-Schulhilfe-Institut Köln setzt sich für Schülerinnen und Schüler mit AD(H)S und Konzentrationsproblemen ein.
Helperior Schulhilfe Köln
Darius Krutzek
Hüttenstr.28
50823 Köln
info@helperior.de
016096776919
http://www.helperior.de

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Initiative AD(H)S: Gruppentreffen zum Thema „Medikamentöse Behandlung“

Die Selbsthilfegruppe Initiative AD(H)S lädt zum nächsten Treffen am 12. Mai um 10 Uhr in die Räumlichkeiten der AWO Sandhausen ein. „Medikamentöse Behandlung“ ist das Thema des Kurzvortrags und einer sich anschließenden offenen Gesprächsrunde, die viel Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch bietet.

Die Selbsthilfegruppe Initiative AD(H)S lädt zum nächsten Treffen am 12. Mai um 10 Uhr in die Räumlichkeiten der AWO Sandhausen ein. „Medikamentöse Behandlung“ ist das Thema des Kurzvortrags und einer sich anschließenden offenen Gesprächsrunde, die viel Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch bietet.

Die Initiative AD(H)S ist als eine von über 250 regionalen AD(H)S-Selbsthilfegruppen des ADHS Deutschland e.V. Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Anliegen der Initiative AD(H)S: Betroffenen und Angehörigen Hilfe bei der Bewältigung der AD(H)S-spezifischen Alltagsprobleme zu geben. Denn das Krankheitsbild AD(H)S ist in der Öffentlichkeit nach wie vor zu wenig bekannt. Selbst in Fachkreisen wird die Komplexität, Tragweite und Behandlungsbedürftigkeit dieser Erkrankung nicht im erforderlichen Umfang wahrgenommen. Viele Betroffene oder Eltern von AD(H)S-Kindern haben daher einen langen frustrierenden Weg hinter sich. Nicht selten haben sie viele Jahre Schwierigkeiten im privaten, schulischen und/oder beruflichen Bereich durchgestanden, sind auf Unverständnis, Vorurteile und Intoleranz gestoßen. Die Initiative AD(H)S setzt hier an: In Gesprächsrunden können Betroffene und Angehörige sich Rat und Unterstützung holen, erhalten Informationen und tauschen Erfahrungen aus. Die gegenseitige Stärkung, sowie Hilfestellung bei der Suche nach therapeutischen Maßnahmen sind weitere Anliegen. Im Mittelpunkt stehen die soziale Integration betroffener Kinder und Erwachsener und die Schaffung eines Netzwerkes zum angeregten Austausch.

Die Regionalgruppe Initiative AD(H)S, die Mitglied im Bundesverband ADHS Deutschland e.V. ist, lädt alle Interessierten, betroffenen Erwachsenen, Eltern von Kindern mit und ohne AD(H)S-Diagnose sowie Pädagogen und andere Fachkräfte zum nächsten Treffen am 12.05.2012, um 10 Uhr in Sandhausen in die Schulstr. 15 (Räume der AWO Sandhausen) ein. Wer nicht zu dieser Veranstaltung kommen kann, aber Fragen hat, eine Beratung wünscht oder Interesse an einem kostenfreien STÄRKE Kurs für Eltern von AD(H)S-Kindern hat, dem hilft die Initiative AS(H)S gerne weiter!

Weitere Informationen: Heike Kaiser
(06227) 53 97 86 oder heikekaiser21@googlemail.com

Die Initiative AD(H)S ist als eine von über 250 regionalen AD(H)S-Selbsthilfegruppen des ADHS Deutschland e.V. Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Anliegen der Initiative AD(H)S: Betroffenen und Angehörigen Hilfe bei der Bewältigung der AD(H)S-spezifischen Alltagsprobleme zu geben.
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Für Jungen zu viel Ritalin und zu wenig Pädagogik

Vortrag KatHO NRW Aachen: In der Erziehung wieder väterliche Strukturen schaffen

Unruhige, hyperaktive Jungen werden jährlich mit 1,3 Millionen Tabletten Ritalin behandelt, beklagte Dr. Hans Hopf auf einem Vortrag an der KatHO NRW Aachen. Das entspricht einem Anstieg von 5000 Prozent über die letzten 17 Jahre gesehen. Eine besorgniserregende Entwicklung, die mit mehr Pädagogik und Therapie statt mit Medikamenten beantwortet werden sollte, so der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Dr. Hans Hopf auf einer Veranstaltung der Katholischen Hochschule NRW Aachen. Über 450 interessierte pädagogische und therapeutische Fachkräfte, Studierende und Eltern waren gekommen, um sich zu informieren.

Deutlich mehr Männer müssten in therapeutischen und (sozial-) pädagogischen Berufen präsent werden, um so dem Trend der Feminisierung der frühen institutionalisierten Erziehung entgegen zu wirken. „Pädagogik und Psychoanalyse müssen wieder verstärkt väterliche Strukturen fördern“, forderte er auf dem Vortrag, der von Prof. Dr. Jörg Baur, KatHO NRW Aachen, zusammen mit Renate Gaspar, Arbeitsgemeinschaft Anna Freud für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Aachen e.V., veranstaltet wurde.

In Kindergärten beträgt der Frauenanteil 95,9 Prozent, in Grundschulen immer noch 85,8 Prozent – Männer stellen in der frühen Erziehung eine rare Spezies dar. Gleichzeitig werden jedoch drei Mal so viele Jungen wie Mädchen psychotherapeutisch behandelt. Häufigste Symptome der Jungen sind Aggressivität, ADHS und Lese-, Sprech-, Sprach- und Rechtschreibstörungen. Jungen bringen so Sand ins soziale Getriebe von Kita und Schule und „sie stören“, heißt es aus der Sicht der Erziehenden.

Dr. Hans Hopf warf einen anderen, psychoanalytischen Blick auf das affektgeladene, symptomatische Verhalten vieler Jungen. Diese versuchen, ihre unbewussten, inneren Konfliktspannungen über ein nach außen gerichtetes Verhalten abzureagieren. Jungen sind grundsätzlich begeistert von Bewegung, Abenteuer und Wettstreit, was auf das Hormon Testosteron zurückzuführen ist, erklärte Hopf. Und diese Lust an Bewegung sollte nicht unterdrückt werden. Mädchen und ihre Bedürfnisse nach Nähe und Beziehungen dürften nicht zum Maßstab werden, an dem Jungen gemessen werden, warnte er gleichzeitig.

Der gesunde Drang der Jungen nach Bewegung und Abenteuer werde in der Pädagogik zu wenig beantwortet. Zu sehr würden ADHS-Symptome allein auf biologische Ursachen zurückgeführt, statt das Wechselspiel von Leib, Seele und Umweltbedingungen im Ganzen zu betrachten. Verantwortungsvolle und psychisch präsente Väter oder auch öffentliche Vaterfiguren können dazu beitragen, dass „Zappelphilipp-Symptome“ erst gar nicht entstehen, sagte Hopf.

Die flächendeckende Versorgung mit Ritalin ohne therapeutische Begleitung betrachten er und viele seiner Kollegen mit großer Sorge. Auch das Ausweichen der Jungen in die Computerwelt, wo sich mit sofortiger Wirkung Sieger- und Größengefühle leicht herstellen lassen, wertete Hopf als eine bedenkliche Entwicklung. Jungen brauchen das ermutigende und gleichzeitig Grenzen setzende männliche Element in der Erziehung – das im Übrigen für Mädchen genauso wichtig sei, betonte Hopf.

Die Katholische Hochschule NRW ist Deutschlands größte staatlich anerkannte Fachhochschule in kirchlicher Trägerschaft. Die Abteilung Aachen ist einer von vier Standorten der KatHO NRW. Rund 750 Frauen und Männer studieren in Aachen „Soziale Arbeit“, „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ oder „Kooperationsmanagement – Leitung in multiprofessionellen Sozial- und Gesundheitsdiensten M.A.“

Als erste Hochschule in Nordrhein-Westfalen wurde die KatHO mit dem Prädikat „Familienfreundliche Hochschule“ ausgezeichnet. Unter den 66 Fachhochschulen, die den Studiengang „Soziale Arbeit“ anbieten, gehört die KatHO Aachen im Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zu den acht Besten.

Bundesweit als einzige Hochschule bietet Aachen außerdem seit über zehn Jahren das Bachelor-Studium „Soziale Arbeit für Frauen neben der Familienphase“ an.

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