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Verzicht auf Palmöl in Biokraftstoffen

EU-Parlament fordert schrittweisen Ausstieg

Verzicht auf Palmöl in Biokraftstoffen

Foto: Fotolia / Sandor Jackal (No. 5820)

sup.- Mit überwältigender Mehrheit hat das EU-Parlament im April 2017 eine Resolution beschlossen, um den Import von Palmöl in die EU einzuschränken. Die Abgeordneten fordern von der EU-Kommission verbindliche Gesetze, damit bis zum Jahr 2020 ein schrittweiser Ausstieg der Verwendung von Pflanzenölen in Biokraftstoffen erfolgt. Derzeit werden 46 Prozent des von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biodiesel genutzt. Biokraftstoffe sollten eigentlich ein Umweltproblem lösen: Wird eine Pflanze verfeuert, wird dabei nur so viel Kohlendioxid ausgestoßen, wie die Pflanze im Laufe ihres Lebens produziert hat. Tatsächlich haben aber Kraftstoffe mit Palmöl sogar eine schlechtere Klima- und Ökobilanz als fossile Brennstoffe. Das liegt vor allem daran, dass durch ihren Anbau Regenwälder verschwinden. Deshalb lautet auch das Plädoyer der Umweltorganisation „Rettet den Regenwald“: „Palmöl und aller Biosprit aus Nahrungsmitteln muss aus der neuen Erneuerbare Energien Richtlinie gestrichen werden. Das gilt sowohl für Biodiesel und hydrierten Biosprit aus Palm-, Raps-, Soja- und Sonnenblumenöl als auch für Ethanol aus Mais, Weizen, Zuckerrohr und Zuckerrübe“.

Neben dem Verzicht auf Pflanzenöle in Biokraftstoffen befürwortet das EU-Parlament die Einführung einer einheitlichen Zertifizierungsregelung, die garantieren soll, dass nur noch nachhaltig hergestelltes Palmöl auf den EU-Markt gelangt. Bereits im Jahr 2004 ist auf Initiative des WWF der „Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden. Diese Multistakeholder-Plattform hat Mindest-Standards und Prinzipien festgelegt, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern, die im Februar 2016 (RSPO NEXT) verschärft wurden. Rund ein Fünftel des weltweit hergestellten Palmöls ist mittlerweile über den RSPO zertifiziert. In Deutschland liegt der Anteil mit rund 70 Prozent bereits deutlich höher und ist auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vorbildlich.

Eine Studie des Südwind Instituts für Ökonomie und Ökumene hat gezeigt, dass in Deutschland der Anteil an zertifiziertem Palmöl, für Biokraftstoffe ist er verbindlich, mit der Nähe des Endproduktes zu den Konsumenten steigt. So beträgt er bei Nahrungsmitteln 52 Prozent und bei Wasch-, Reinigungs- sowie Körperpflegemitteln 47 Prozent, in der Chemie/Pharmazie-Branche hingegen nur 14 Prozent und bei Futtermitteln lediglich ein Prozent.

Bislang ist das Engagement pro nachhaltig angebautem Palmöl jedoch auch bei Produzenten von Konsumgütern sehr unterschiedlich. Das zeigt eine Greenpeace-Studie, bei der 14 große Markenunternehmen unter die Lupe genommen wurden. Eine ausschließlich positive Bewertung erhielt dabei lediglich der italienische Süßwarenhersteller Ferrero, der annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen kann und sich laut Greenpeace für den Wandel der gesamten Industrie stark macht. Äußerst schlecht schnitten hingegen z. B. Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson sowie PepsiCo ab, die kaum Nachweise erbringen konnten, dass das von ihnen verwendete Palmöl nicht mit Abholzung in Verbindung steht. Der Handlungsbedarf, den das EU-Parlament formuliert hat, damit zukünftig nur noch zertifiziertes Palmöl importiert wird, ist also noch erheblich.

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Oekom Research bewertet Nachhaltigkeitsziele

Unternehmen stehen in der Verantwortung

Oekom Research bewertet Nachhaltigkeitsziele

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sup.- „Wir müssen das Gestaltungspotenzial der Privatwirtschaft nutzen und Unternehmen dazu einladen, ihre Kreativität und Innovationskraft zum Lösen der Nachhaltigkeitsherausforderungen einzusetzen“, appelliert Paloma Durán (Direktorin des UN Sustainable Development Goals Fund). Zwar gehen immer mehr Firmen zumindest erste Schritte in Richtung mehr Nachhaltigkeit. Trotz dieser positiven Signale erfüllen derzeit jedoch laut einer aktuellen Studie von Oekom Research (Oekom Corporate Responsibility Review 2016) von den 1.600 bewerteten international agierenden Konzernen nur 16 Prozent die von diesem Informationsdienstleister definierten Mindestanforderungen. Aber Durán ist zuversichtlich, dass jedes Unternehmen, ob groß oder klein, Möglichkeiten hat, einen wesentlichen Beitrag für einen gemeinsamen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fortschritt zu entwickeln.

Gemessen an den Nachhaltigkeitszielen gehört das vielseitig einsetzbare Palmöl laut der Studie zu den problematischsten Rohstoffen. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die biologische Vielfalt, den Klimawandel und aufgrund der Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte. Oekom Research hat innerhalb des Corporate Ratings das Bestreben von Unternehmen analysiert, inwieweit sie dazu beitragen, die mit Palmöl verbundenen Risiken zu minimieren. In diesem Zusammenhang zählt vor allem die Verpflichtung, ausschließlich zertifiziertes, CO2-neutrales Palmöl zu verwenden. Eine transparente Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage, so wie sie beim anspruchsvollsten „Segregated“-System des „Runden Tischs für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gewährleistet ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Mit der freiwilligen Initiative „RSPO NEXT“ hat diese Multi-Stakeholder Plattform im Februar 2016 die Kriterien für ihr Zertifizierungssystem deutlich verschärft. Bereits im Jahr 2013 ist innerhalb des RSPO die Palmöl Innovationsgruppe (Palm Oil Innovation Group, POIG) gegründet worden. Deren Mitglieder, Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, Forest Peoples Programme, Orangutan Land Trust sowie Rainforest Action Network und besonders engagierte Unternehmen (z. B. Agropalma, Daabon, Ferrero, Boulder Brands und Danone) verfolgen das ehrgeizige Ziel, den Anforderungskatalog zur Verbesserung der öko-sozialen Bedingungen in den Anbauregionen entscheidend auszuweiten. Solche Initiativen werden von Oekom Research als vorbildlich bewertet. Der Informationsdienstleister betont, dass für Unternehmen in der Förderung strengerer Standards pro Nachhaltigkeit auch große Reputationschancen liegen.

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Strengere Kriterien für nachhaltiges Palmöl

RSPO NEXT ist wichtiger Meilenstein

Strengere Kriterien für nachhaltiges Palmöl

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sup.- Die weltweite Versorgung der Menschen mit Pflanzenölen ist ohne die Früchte von Ölpalmen nicht denkbar. Bezogen auf ihre Ertragskraft sind Palmen allen anderen fettliefernden Pflanzen haushoch überlegen. Aber die Schattenseiten von Palmöl sind erheblich: Die Ressourcen-Effizienz rechtfertigt weder Brandrodungen, Verlust von Regenwald noch Verletzung von Menschenrechten. Um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern, wurde deshalb im Jahr 2004 die Multi-Stakeholder Plattform „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet. Ihr gehören heute rund 1.600 Mitglieder aus den Bereichen Palmöl-Erzeuger, Händler, Hersteller von Konsumgütern sowie Nichtregierungsorganisationen an. Die Mindest-Standards und Prinzipien, die der RSPO festgelegt hat, gehen aber vielen nicht weit genug. Um die Umsetzung strengerer Kriterien zu forcieren, wurde 2013 innerhalb des RSPO die Palmöl Innovationsgruppe (Palm Oil Innovation Group, POIG) ins Leben gerufen. Zu ihren Mitgliedern zählen Palmölproduzenten sowie Nichtregierungsorganisationen und offizielle Unterstützer wie Arla, Boulder Brands, Ferrero, Edeka, die REWE-Gruppe und Tesco.

Die Intentionen von POIG hat der RSPO im Februar 2016 mit der freiwilligen Initiative „RSPO NEXT“ in weiten Bereichen aufgegriffen. Die RSPO NEXT-Zertifizierung umfasst zusätzliche und freiwillige Kriterien in das Zertifizierungssystem des RSPO, deren Einhaltung von unabhängigen Prüfinstituten kontrolliert wird. Dazu gehört u. a. eine Anti-Entwaldungs-Richtlinie, derzufolge Palmölplantagen nur in Gebieten angelegt werden dürfen, in denen Vegetation und Boden wenig Kohlenstoff enthalten. Ein Anbau auf Torfland wird entsprechend ebenfalls untersagt. Verbindlich sind zudem die Achtung der Rechte von Kleinbauern und Arbeitern sowie die Entwicklung von Förderprogrammen, um sie dabei zu unterstützen, nachhaltig zu wirtschaften und unternehmerische Kompetenz zu gewinnen. Wichtige Anliegen von RSPO NEXT sind außerdem eine erhöhte Transparenz und verbesserte Nachverfolgbarkeit.

Palmöl-Käufer, die RSPO NEXT unterstützen wollen, können dies durch den Erwerb von RSPO NEXT-Credits tun. Solche Credits erhalten aber nur Unternehmen, die bereits über andere Lieferkettensysteme 100 Prozent zertifiziertes nachhaltiges Palmöl beziehen. „RSPO NEXT ist ein wichtiger Meilenstein und kann sich zu einer neuen branchenweiten Richtgröße auch für andere entwickeln, die hart daran arbeiten, unser Ziel von zu 100 Prozent als nachhaltig zertifiziertem Palmöl zu erreichen“, hofft Datuk Darrel Webber, CEO des RSPO.

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