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Fluttermühle als Vorbild für den Schneckenförderer

Fluttermühle – das archimedische Prinzip genial einfach umgesetzt – so wurde Norddeutschland entwässert – von Wolbert Hahn, Maschinenbau Hahn GmbH & Co. KG, Papenburg

Fluttermühle als Vorbild für den Schneckenförderer

Windenergie und die archimedische Schraube – von Maschinenbau Hahn GmbH & Co. KG

Die Siedlungsgeschichte Norddeutschlands ist ein ewiger Kampf gegen das Wasser. Sturmfluten gilt und galt es abzuwehren. Für Siedler heißt das: „Wer nicht will deichen, der muss weichen.“ Katastrophenvorsorge dient der Abwehr dramatischer Ereignisse. Die Nutzung des Landes für Landwirtschafts- und Siedlungszwecke wurde gewährleistet. Der Wasserhaushalt des flachen Landes an der Nordsee zu regulieren und das überschüssige Wasser – sei es Regenwasser, Grundwasser oder Überflutungswasser – abzuführen war die Voraussetzung. „In Ostfriesland und Norddeutschland nutzten unsere Vorfahren ein genial einfaches Wirkungsprinzip, welches heute vergessen ist“, erläutert Wolbert Hahn, Geschäftsführer der Maschinenbau Hahn GmbH & Co. KG.

Windenergie und die archimedische Schraube

„Unsere Vorfahren erstellten seit dem 16. Jahrhundert mobile Pumpen, die früher zu Hunderten in der Landschaft genutzt wurden. Die Fluttermühle diente zur Ent- und Bewässerung“, erläutert Wolbert Hahn. Der Wind, in Norddeutschland im Überfluss vorhanden, drehte eine Achse, die aus einer archimedischen Schraube besteht und transportiert das Wasser nach oben, um es abzuleiten. Aus tiefer gelegenem Land wurde überschüssiges Wasser sicher und schnell abgeführt. Auch heute dient in Norddeutschland ein aufwendiges System von Gräben, Kanälen und Flüssen der Entwässerung der Landschaft.

Wolbert Hahn: „Das archimedische Prinzip wird seit Tausenden von Jahren genutzt. Das archimedische Prinzip gilt als Vorlage für heutige Förderschnecken, wie in unserem Unternehmen beispielsweise in Salzsilos genutzt werden. Dem Philosophen und Mathematiker Archimedes wird diese Erfindung ca. 200 Jahre vor Christi Geburt zugerechnet.“

Schneckenförderer heute: bewegen, umschlagen, lagern

Schneckenförderer transportieren das Schüttgut (z.B. Sand, Kohle, Streusalz, Mehl oder Getreide) mithilfe einer archimedischen Schraube, der sogenannten „Schnecke“. Betrieben wird diese Schnecke mit Hilfe eines Elektromotors. Der Schneckentrog wird konstruktiv angepasst und mit Trogabdeckung oder ohne gefertigt. Zudem besteht die Möglichkeit ein Rohr zu verwenden. Ebenso ist eine doppelwandige Ausführung für den Schneckenförderer möglich, um das Fördergut während des Transports im Gerät zu kühlen oder zu erwärmen. Gefördert wird Horizontal- sowie in Schräglage. Je nach Verwendungszweck ist eine Vielzahl an Variationen bei der Steigung und des Typs der Schneckenflügel, beim Material der Flügel und des Troges wählbar, erläutert Wolbert Hahn. Maschinenbau Hahn GmbH & Co. KG ist spezialisiert auf die Herstellung von kompletten Konstruktionen, sowie einzelnen Komponenten.

Die Fluttermühle, ein kleiner Windmühlentyp zum Pumpen von Wasser, war um 1950 fast verschwunden. Ursprünglich hatte sich diese Erfindung aus den Niederlanden kommend überall durchgesetzt. Leichte Holzpumpen waren schnell zu transportieren, in den Wind drehbar, einfach zu reparieren und leicht umstellbar. Daher konnte sich diese Kombination zweier Prinzipien – der Windschraube und der archimedischen Schraube Jahrhunderte halten.

Fazit: Das Prinzip der archimedischen Schraube: von der Fluttermühle zum Schneckenförderer – Wir bringen Güter in Bewegung!

Nach 1970 wurden mehrere Mühlen neu gebaut um diese in Museen der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Wolbert Hahn: „Die Fluttermühle ermöglichte eine schnelle und preiswerte Entwässerung des Landes und damit die Voraussetzung für eine landwirtschaftliche Nutzung der Felder. Die Wirkungsprinzipien waren genial und einfach. Maschinenbau dient dem Menschen. Deshalb sind wir stolz auf unsere Arbeit!“

Das Unternehmen Maschinenbau Hahn GmbH & Co.KG wurde 1979 in Papenburg an der Ems in Niedersachsen gegründet. Mit Schwerpunkt in der zerspanenden Fertigung und Montage. Im Laufe der Unternehmensgeschichte folgte der Unternehmensausbau im Bereich Fördertechnik und Anlagenbau, Wiegetechnik, Tank- und Stahlwasserbau, Revisionen, Instandsetzungen von Maschinen, Sonderanfertigungen, Herstellung von Verschleißteilen und Ersatzteilen. 1991 wurde die Zerspanungstechnik im Zuge der Expansion verlagert und im Jahre 2000 als Hahn Fertigungstechnik GmbH verselbständigt. Die Maschinenbau Hahn GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen mit 60 erfahrenen und hoch qualifizierten Fachkräften, die regional wie auch international tätig sind. Auf dem Gebiet des Anlagenbaus und der Fördertechnik sowie im Konstruktionsbau gehört Maschinenbau Hahn GmbH & Co KG mittlerweile zu den leistungsfähigsten Fertigungsstätten des Nordwestens. Weitere Informationen unter www.maschinenbau-hahn.de

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Ein Stück Niederlande in Illinois: Fulton feiert sein kulturelles Erbe

Großes Dutch Days Festival am ersten Mai-Wochenende

Ein Stück Niederlande in Illinois: Fulton feiert sein kulturelles Erbe

Original-Windmühle aus den Niederlanden: de Immigrant Windmill in Fulton, Illinois

Jedes Jahr im Mai dürfte sich so mancher Besucher des Mississippi-Städtchens Fulton verwundert fragen, auf welcher Seite des Atlantiks er sich befindet. Denn wenn die Einwohner der charmanten Kleinstadt im Nordwesten von Illinois am jeweils ersten Mai-Wochenende ihr Dutch Days Festival feiern, ist die gesamte Ortschaft geprägt von niederländischer Folklore. Seit 1974 findet der Event regelmäßig statt. Ursprünglich als ein von niederländischer Kultur geprägtes Abendessen ins Leben gerufen, haben sich die Dutch Days im Laufe der Zeit zu einem zweitägigen Festival weiterentwickelt, das 2018 am 4. und 5. Mai stattfindet.

Die Dutch Days erinnern an die Entstehungsgeschichte der Gemeinde. 1835 ließ sich auf dem heutigen Stadtgebiet der aus den Niederlanden stammende John Baker als erster Siedler dauerhaft nieder. Ihm folgten in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche weitere Menschen mit niederländischen Wurzeln, so dass die Ortschaft 1891 schon auf eine Größe von rund 200 Familien angewachsen war.

Klompen und Windmühlen am Mississippi

Deren historisches und kulturelles Erbe lebt heute während der Dutch Days wieder auf und versetzt die Besucher mit großer Liebe zum Detail in die Lebenswirklichkeit der Einwohner Fultons im 19. Jahrhundert. So zeigen Tanzgruppen in den „Klompen“ genannten traditionellen Holzschuhen ihr Können, Handwerker und Künstler präsentieren ihre selbst gefertigten Produkte, Essensstände bieten typisch niederländische Speisen, und in einer Ausstellung können die Besucher historische Landmaschinen sehen. Ein besonderer Höhepunkt ist die Parade am Samstagnachmittag, die vom Bürgermeister und dem Stadtausrufer angeführt wird. Ihnen folgen zunächst die Straßenfeger, die mit Besen und Wassereimern den Weg für den anschließenden bunten Zug aus Trachtengruppen, Kapellen und Umzugswagen bereiten.

Original-Windmühle aus den Niederlanden

Fultons 30 Meter große Windmühle auf dem Deich erinnert ebenfalls an die Vergangenheit der Stadtgründer. Sie ist nach wie vor in Betrieb und wird als „de Immigrant Windmill“ weiterhin zum Mahlen von frischem Mehl genutzt, das hier erworben werden kann. Das nebenan gelegene Windmill Cultural Center beherbergt zudem eine sehenswerte Sammlung von bis zu zwei Meter großen naturgetreuen Windmühlenmodellen. Sowohl die Windmühle als auch das Kulturzentrum können während des Dutch Days Festivals besucht werden.

Ebenfalls spannende Einblicke in das Leben vor 200 Jahren bietet der nahegelegene Heritage Canyon. In dem Freilichtmuseum findet sich der authentische Nachbau einer US-Siedlung des 19. Jahrhunderts. An beiden Festivaltagen gibt es einen kostenfreien Shuttle-Service zu dem nahegelegenen Gelände.

Weitere Informationen zu Fulton, den Sehenswürdigkeiten dort und dem Dutch Days Festival gibt es auf der offiziellen Website der Stadt unter www.cityoffulton.us.

Die Great River Road in Illinois präsentiert auf rund 800 Kilometern entlang des Mississippi von East Dubuque bis Cairo faszinierende alte Städte mit viel Charme und eine großartige Natur. Die Strecke gehört zu den großartigen „Scenic Byways“ Amerikas.

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Kulturdenkmal: Mühlen- und Müllereiwesen in Deutschland

Die ältesten Maschinen der Menschheit stehen für einen Tag im Mittelpunkt

Kulturdenkmal: Mühlen- und Müllereiwesen in Deutschland

Die Meyer-Mühle in Papenburg (Ems) am Hauptkanal – Gedanken zu der Idylle

Pfingstmontag ist anerkannter Mühlentag und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung ins Leben gerufen. Ziel des Deutschen Mühlentages ist es, zusammen mit dem Denkmalschutz die alte Kulturtechnik des Müllern wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückzubringen und die Mühlen als technisches Denkmal zu begreifen und zu erhalten. Der Stuttgarter Immobilienexperte und begeisterter Denkmalschützer Eric Mozanowski führt regelmäßig Seminar- und Weiterbildungsveranstaltungen in Stuttgart, Berlin, Leipzig und München durch. Veröffentlichungen der Diskussionsbeiträge durch Immobilienexperten Eric Mozanowski rundet die Tätigkeit zu aktuellen und geschichtlichen Themen rund um Immobilien, Denkmal und Kulturgüter ab. Um die Mühlenkultur in Deutschland ranken sich zahlreiche Geschichten, Lieder und bilden eine feste Verankerung und Prägung, die Geschicke ganzer Regionen und Zeitepochen entstanden rund um das Müllereiwesen. „Damit nichts verloren geht fand 1990 auf Initiative von Ansgar Vennemann, Sprecher des Arbeitskreises Mühlen im Osnabrücker Land (Niedersachsen), der Niedersächsische Mühlentag statt. 1994 wuchs die Aktion über die Landesgrenzen hinaus und der erste Deutsche Mühlentag war geboren. Bundesweit nehmen mittlerweile über 1000 Wind- und Wassermühlen für Besichtigungen und Führungen teil. Damit setzt das Müllereiwesen ein aktives Zeichen als funktionierendes technisches Denkmal“, so Eric Mozanowski einführend.

Geschichte und Kultur: Müllereiwesen – Das Getreide war das Hauptnahrungsmittel

Die Kartoffel als Nahrungsmittel kam erst viele Hundert Jahre später nach der Entdeckung Amerikas in die deutsche Küche. Die Leute ernährten sich hauptsächlich von Brot und Getreidebrei, und Mehl und Schrot dafür mahlte der Müller. Unbekannt war damals, das Mehl zu denaturieren, das heißt, vor dem Mahlen die Randschichten des Korns zu entfernen. „Diese Methode, nur den Mehlkörper zu mahlen, hat den Vorteil, dass das Mahlprodukt lange haltbar ist, aber den Nachteil, dass im Weißmehl wertvolle Inhaltsstoffe fehlen. Die waren im Vollkornmehl unserer Vorfahren enthalten. Dafür mussten sie Beschwernisse in Kauf nehmen: Die hoch ungesättigten Fettsäuren des vermahlenen Keimlings reagieren mit dem Sauerstoff, und das Mehl wird schnell ranzig. Man ließ also immer nur den Mehlvorrat für ein paar Tage mahlen. Das hieß: viele Mahlgänge – und viele Müller“, so der Stuttgarter Immobilienexperte.

Für die Versorgung der Bevölkerung war der Müller unersetzlich – Müllersein bedeutete unehrlich sein

Der Müller war so unersetzlich, dass er nicht in den Krieg ziehen musste. Genauer: Er durfte nicht, wie auch die Schäfer und Hirten nicht, die ihre Herden nicht allein lassen konnten. Die alte germanische Standeseinteilung war aber durch Waffenrecht und Waffenpflicht bedingt. Wer weder berechtigt noch verpflichtet war, im Heer zu kämpfen, der gehörte zu keinem anerkannten Stand, er war standeslos. Und weil es außer der Waffenehre keine andeutungsweise so wichtige Ehre gab, so war der Müller – nach altem Sprachgebrauch – unehrlich.

Die gesellschaftliche Niedrigstellung der „Ehrlosigkeit“ ging aber nicht so weit, dass etwa der Schwur des Müllers vor Gericht nichts galt. Aber er konnte nicht in die Ehrenämter der Gemeinde gewählt werden, keine achtbare Zunft oder Gilde nahm ihn auf. Und das Schlimmste: Er durfte keine „ehrbare Dirne“ ehelichen. Noch im Jahre 1686 drohten in Hamburg die Reepschläger (Seiler) einem ihrer Meister, der eine Müllerstochter zur Frau nehmen wollte, den Ausschluss aus ihrer Zunft an. Der Meister rief den Rat der Stadt an. Und der erkannte – ganz fortschrittlich – diesen Teil der Zunftsatzung als nicht rechtsverbindlich und ordnete die „Zulassung“ der Müllerstochter an.

Noch 1652 gab es im Herzogtum Braunschweig die Anweisung, den neu geborenen Müllerskindern die „Unehrlichkeit“ in den Taufschein einzutragen. Und nach wie vor galt in allen deutschen Landen die Bestimmung, dass die Müller den Unehrlichsten von allen behilflich sein mussten. Sie hatten dem Henker bei einer Hinrichtung die Galgenleitern zu stellen.

„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ – immer und zu jeder Zeit!

Auch ein weiteres „Privileg“ stellte den Müller außerhalb der gesellschaftlichen Ordnung: Für ihn galt weder das Feierabend- noch das Feiertagsgebot, denn seine Arbeit war wie keine andere abhängig von den Launen der Natur: „Der Müller ist ein adelig Kind. Es arbeiten für ihn Wasser und Wind.“ Nur wenn seine Mühle einer Kirche benachbart war, musste er während des Gottesdienstes die klappernde Mühle anhalten.

Wie kein anderer Beruf saß der Müller also in vielen Zwickmühlen. So war auch der „Mühlenfriede“ ein für ihn zweifelhaftes Privileg. Mühlenfriede bedeutete: Ein Übeltäter, der sich in eine Mühle geflüchtet hatte, durfte nicht mit Gewalt herausgeholt werden. Diese Bestimmung hatte einen ganz praktischen Grund: die Furcht, die Mühle könnte durch die Gewalthandlung Schaden nehmen. Wie der Müller aber mit dem Galgenvogel in seinem Haus zurechtkam, war seine Sache.

Zwickmühle: Mahlzwang – Mühlenzwang

Damit es auch vor der Mühle friedlich zuging, hatte schon der „Sachsenspiegel“ um 1230 bestimmt, dass alle Mahlgäste (die Müllerkunden) strikt nach der Reihenfolge des Ankommens bedient werden mussten: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ist eine der wenigen mittelalterlichen Rechtsbestimmungen, die noch heute sprichwörtlich sind.

Diese gerechte Behandlung war vor allem deshalb wichtig, weil der „Mahlzwang“ den Bauern meist lange Wege aufnötigte. Im Zwang- und Bannrecht des Feudalismus konnte nicht jeder Müller nach Lust und Laune eine Mühle aufmachen. Der Lehnsherr vergab die Mühle als Privileg, und der „Mühlenzwang“ bestimmte, dass alle seine Untertanen ausschließlich in der landesherrlich privilegierten Mühle mahlen lassen mussten. Von jedem Scheffel Mehl forderte der Lehnsherr seinen Anteil. Für das Mahlen wurde entweder der Mahlgroschen bezahlt, in der Regel aber behielt der Müller eine bestimmte Menge Mehl ein, Molter, Malte oder auch Metze genannt. Davon lieferte er den größten Teil an den Landesherrn ab, einen Teil behielt er als Mahllohn für sich.

Eric Mozanwowski gibt zu bedenken, dass diese Regel, so einfach sie auch scheint, so verhängnisvoll war sie für den Ruf des Müllers. Jahrhundertelang galt der Müller als „der größte Dieb im ganzen Land“, weit vor den Webern und Schneidern, die auch im Verdacht standen, mit dem ihnen anvertrauten Garn und Tuch nicht ehrlich umzugehen. Denn Groll und Wut des Bauern, der mit seinem Korn zur Mühle ging und nach seiner Meinung immer mit zu wenig Mehl nach Hause kam, richteten sich nicht gegen den Landesherrn, der ihn eigentlich schröpfte, sondern gegen den Müller, von dem er sich übervorteilt fühlte.

Reputationsschaden des Müllers durch Misstrauen und Neid?

„Was nun schwerer wog, das Misstrauen der Bauern oder die Neigung des Müllers, zu ernten, wo er nicht gesät hatte, der Leumund des Müllers war unwiderruflich dahin. Das machte es ihm vollends unmöglich, den Makel seines Standes loszuwerden. Den schlechten Ruf, ein Dieb zu sein, teilte er mit Berufsgenossen in anderen Ländern“, erläutert Eric Mozanowski die geschichtliche Vergangenheit.

„Auch die Tatsache, dass Störche nicht auf Mühlen nisten – wer kann es den klugen Vögeln verdenken, dass sie Gebäude meiden, die noch lauter klappern als sie, und das Tag und Nacht -, wurde den Müllern angelastet: „Die Störche haben Angst, dass der Müller ihnen die Eier stiehlt.“ Aufschlussreich ist ein Dialog zwischen Bauer und Müller im „Ambraser Liederbuch“ aus dem Jahr 1582: Bauer: „Müller, hast mir das Mehl bereit? Du hast mirs halb gestohlen, gestohlen.“ Müller: „Du lügst, du lügst, du grober Bauer! Es ist in der Mühlen verstoben, verstoben!“, so Eric Mozanowski.

Reputationsmanagement zum Eigenschutz der Müller

Das natürliche Phänomen, das man heute „Schwund“ nennt, machte auch den ehrlichen Müllern zu schaffen, und für den Bauern, der Korn und Mehl eins zu eins umrechnete, war es vollends unerklärlich, da er den für ihn komplexen Mühlbetrieb nicht durchschaute. Dass der Müller aber den Schwund zu seinen Gunsten vermehren konnte, den Verdacht hatten alle Bauern – manchmal wohl auch zu Recht.

Um den Müller vor sich selbst zu schützen und den Unmut der Bauern zu sänftigen, war den Müllern an vielen Orten verboten, Hühner zu halten oder Schweine zu mästen, oder die Anzahl der Tiere wurde begrenzt. Denn davon waren alle überzeugt: „Der Müller hat die fettesten Schwein, die im ganzen Lande sein.“

Sagen rund um „Teufelsmühlen“ und bürgerlich-romantischer Poesie

Doch der heillos schlechte Ruf des Müllers ließ sich noch steigern: Es gab Mühlen, die zusätzlich ein Schankprivileg bekamen. Eric Mozanowski führt dazu aus, dass das vielen Müllern von ihren Lehnsherren wohl eher aufgedrängt worden ist, der sicheren Einnahmen für den Herrn wegen. Im Gefolge des Alkoholausschanks gab es, teils gemunkelt, teils verbürgt, in den oft abgelegenen Mühlen auch eine Mühlenprostitution. So konnte es wohl geschehen, dass ein Bauer nicht nur mit zu wenig, sondern gänzlich ohne Mehl nach Hause kam, weil er es auf die eine oder andere Weise verlustiert hatte.

Ob Schutzbehauptung der Mahlgäste oder erfunden von doppelt betrogenen Bauersfrauen, immer öfter war die Rede von „Teufelsmühlen“, die in Sagen fortleben. Dass immer mal wieder eine Mühle durch damals unerklärliche Mehlstaubexplosionen in Schutt und Asche gelegt wurde, trug dazu bei, solche Unglücke entweder als Werk Beelzebubs oder als Zorn des Gerechten zu deuten.

Im Licht der Aufklärung tritt endlich auch der Müller aus seiner in der Regel unverschuldeten Unehrlichkeit. Der „Müller Arnold“ von Sanssouci darf sich in einer Anekdote sogar mit dem Alten Fritz anlegen. Vor allen in den Städten entstehen dann auch hoch achtbare Müllerzünfte. In der Romantik schließlich wandelt sich das Müllerleben zur Idylle. Joseph von Eichendorff macht den Müllerburschen zum Sinnbild unbeschwerten Wanderlebens („Aus dem Leben eines Taugenichts“). Und im Gedichtzyklus „Die schöne Müllerin“ von Wilhelm Müller, vertont von Franz Schubert, ist die doppelte Unehrlichkeit, die dem Müller anhing, in weite Ferne gerückt. Eichendorffs Verse „In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad“ sind die Verdichtung bürgerlich-romantischer Poesie schlechthin. Sein Mühlenlied wurde 27 Mal vertont.

„Der politische Kampf des Bürgertums und der technologische Fortschritt bringen dann endgültig das Ende der so genannten „Müllerfreiheit“. Mit der Verfassung des Deutschen Reiches 1871 fallen die letzten Bann- und Zwangsrechte. Die großen Dampfmühlen brauchen keine rauschenden Bäche mehr und keinen launischen Wind. Die Müller suchen sich andere Berufe, nur die Namen bleiben“, so Eric Mozanowski abschließend zum Geschichtsausflug des Müllereiwesens.

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

Eric Mozanowski führte in Berlin / Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Themengebiet Denkmalschutz in Deutschland fort. Wichtige Wissensmodule werden auf Wunsch auch im Internet veröffentlicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Geschichte von Denkmalimmobilien und der Wandel in die heutige Zeit mit den gegebenen Veränderungen und Ansprüchen, die Modernisierung und Sanierung von Denkmalimmobilien mit sich bringen. Weitere Informationen unter: www.immobilien-news-24.org

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Windmühlen und Holzschuhtanz am Mississippi

In Fulton/Illinois ist bis heute das Erbe niederländischer Einwanderer lebendig

Windmühlen und Holzschuhtanz am Mississippi

„de Immigrant Windmill“ in Fulton/Illinois

Das Städtchen Fulton am Ufer des Mississippi ist stolz auf seine europäische Geschichte. Denn nachdem der Trapper John Baker im Jahr 1835 auf dem heutigen Stadtgebiet die erste Holzhütte errichtet hatte, entstand dort schnell ein agiler Handelsposten mit einer Poststation und ab 1865 einer ersten Eisenbahnbrücke über den Mississippi. Insbesondere Einwanderer aus den Niederlanden ließen sich hier, rund 230 Kilometer von Chicago entfernt, nieder. Deren kulturelles Erbe ist bis heute in Fulton lebendig geblieben. Augenfälligstes Beispiel dafür ist die rund 30 Meter große, original holländische Windmühle auf dem Deich, der den Ort vor Flutwasser schützt. „de Immigrant Windmill“ ist voll funktionsfähig, und die Müller mahlen Mehl aus verschiedenen Getreidesorten.

In direkter Nachbarschaft zu der großen Windmühle befindet sich das Windmill Cultural Center. Dieses beherbergt eine sehenswerte Sammlung von bis zu zwei Meter großen Windmühlenmodellen. Dabei handelt es sich um naturgetreue Miniaturen echter Windmühlen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Portugal. In dem Center gibt es auch einen kleinen Laden, der das frisch gemahlene Mehl von „de Immigrant Windmill“ verkauft. Die Windmühle und das Windmill Cultural Center können täglich ab 10 Uhr besichtigt werden (im Monat Mai nur an Wochenenden); der Eintritt ist frei.

Aber nicht nur in der Liebe zu Windmühlen spiegelt sich in Fulton niederländische Kultur wider. Während des Dutch Days Festival, jeweils am ersten Wochenende im Mai, verwandeln die heute knapp 3.500 Bewohner ihre Heimatstadt in ein holländisches Dorf. Zu erleben gibt es dann kulinarische Leckereien, viel Musik, einen Markt, auf dem Händler holländisches Kunsthandwerk verkaufen, und eine farbenprächtige Trachtenparade. Auch Vorführungen des Holzschuhtanzes mit echten Klompen werden geboten.

Besucher, die sich darüber hinaus für die Geschichte Fultons interessieren, sollten das Fulton (Martin House) Museum sowie den Heritage Canyon besuchen, einen ehemaligen Steinbruch, der heute als Freilichtmuseum dient und zahlreiche gut erhaltene Häuser aus dem Mittleren Westen des 19. und 20. Jahrhunderts präsentiert.

Weitere Informationen zu Fulton, den Sehenswürdigkeiten dort und dem Dutch Days Festival gibt es auf der offiziellen Website der Stadt unter cityoffulton.us .

Fulton ist eine sehenswerte Station auf der Great River Road in Illinois, die rund 800 Kilometer entlang des Ufers des Mississippi führt. Weitere Informationen gibt es bei Wiechmann Tourism Service, Frankfurt am Main, Telefon 069 – 25 53 80, info@wiechmann.de. Dort ist auch eine kostenlose deutschsprachige Broschüre mit vielen Reisetipps zur Great River Road in Illinois erhältlich. Infos sind außerdem verfügbar unter GreatRiverRoad-Illinois.de (deutsch) und GreatRiverRoad-Illinois.org (englisch).

Quelle: Claasen Communication, www.claasen.de

Die Great River Road in Illinois präsentiert auf rund 800 Kilometern entlang des Mississippi von East Dubuque bis Cairo faszinierende alte Städte mit viel Charme und eine großartige Natur. Die Strecke gehört zu den großartigen „Scenic Byways“ Amerikas.

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Holzdekoladen

Im Gartencenter Holzdekoladen finden Liebhaber schöner Accessoires Vogelhäuser, Windmühlen und vieles mehr zur Dekoration der Wohnung und des Gartens. Es macht einfach Spaß, im umfangreichen Angebot zu stöbern und sich von den zahlreichen hübschen Sachen inspirieren zu lassen. Wer sich für eine Windmühle oder ein Vogelhaus aus Kiefern-, Fichten- oder Erlenholz entscheidet, kann aus verschiedenen Farben, Größen und Designs seinen persönlichen Favoriten wählen. Die im Gartencenter angebotenen Dekorationsgegenstände eignen sich sowohl für den Sommer als auch für den Frühling, den Herbst und den Winter. Denn auch im Sommer freuen sich die Vögel über eine kleine Zwischenmahlzeit. Damit Sie dabei nicht von herumstreunenden Katzen gestört werden, lassen sich die meisten Vogelhäuser an einem Gestell befestigen. Wer beim Gartencenter ein Vogelhaus erwirbt, wird schnell feststellen, dass es sich um ein sehr naturgetreu nachgebildetes Häuschen handelt. Die vier- oder mehreckigen Vogelhäuser verfügen über ein gedecktes Dach und zahlreiche filigrane Details.
Mindestens ebenso detailreich sind die Holzwindmühlen gefertigt. Die Windmühle kann mit Schindeln oder Holzlamellen gedeckt sein und ist ein Hingucker in jedem Garten. Auch die Windmühlen gibt es in unterschiedlichen Farben, Größen und Ausfertigungen. Des Weiteren ist im Gartencenter neben der Windmühle und dem Vogelhaus eine attraktive Weihnachtsdekoration für den Innenbereich erhältlich, zum Beispiel Schwibbögen, Pyramiden, Fensterbilder, Räuchermännchen und Nussknacker. Gartenbrunnen und Pflanzkästen runden das Angebot ab. Die Pflanzkübel aus Erlenholz sind eine Zierde für jeden Hof und jeden Garten. Aber auch der Pflanzschubkarren und der bunte Flamingo aus Holz tragen dazu bei, den Garten auf eine effektive Weise zu verschönern.

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