(pressebox) Hamburg / London, 12.04.2011 – The Attic Room gibt die weltweite Premiere von First Orbit bekannt. Der xy minütige Langfilm verbindet in einem bildgewaltigen Werk historische Tonaufnahmen des ersten Kosmonauten Juri Gagarin mit neuem Filmmaterial seiner Erdumrundung vor 50 Jahren. Mit Sonnenaufgang am 12. April, zum 50. Jahrestag der ersten Reise des Menschen ins All, wird die Filmpremiere weltweit auf YouTube erlebbar. Internetnutzer aus Deutschland können ab 12.00 Uhr hiesiger Zeit live dabei sein.
In Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA und den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS zeichnet Filmemacher Chris Riley die Erdumrundung Gagarins auf faszinierende Art und Weise nach. Unter der Kameraführung des Astronauten Paolo Nespoli zeigt First Orbit atemberaubende Ansichten der Erde – digital und hochauflösend aus dem All. Das Filmmaterial gleicht die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS der ersten Erdumrundung Gagarins möglichst originalgetreu an. Es bietet den Zuschauern auf diese Weise faszinierende Ansichten der Erde durch die riesige neue Beobachtungskuppel Cupola der Weltraumstation.
Regisseur Chris Riley erklärt: „Wir haben historische Aufnahmen der Station Wostok I von Gagarin mit den neuen Aufnahmen von Paolo Nespoli verbunden und diese mit Untertiteln und der eigens komponierten Filmmusik von Philip Sheppard unterlegt. Auf diese Weise ist ein fesselnder Film entstanden, und ich freue mich sehr, ihn anlässlich dieses historischen Jahrestags Menschen auf der ganzen Welt kostenlos zugänglich zu machen.“
Zusätzlich zu der Filmpremiere von First Orbit auf youtube.com/firstorbit und firstorbit.org organisiert das Netzwerk Yuri’s Night Hunderte Premiere-Partys für den 12. April auf der ganzen Welt. Den Film anzusehen und in einem feierlichen Rahmen die historische Leistung Gagarins zu würdigen, als erster Mensch ins All gereist zu sein.
Christopher Riley
Regisseur und Produzent von First Orbit. Riley arbeitete für seine Doktorarbeit am Imperial College in London mit Daten des Projektes Spacelab 1 der NASA aus einer früheren Shuttle-Mission, bevor er sich dazu entschloss, einer Karriere als Produzent wissenschaftlicher Dokumentarfilme für die BBC nachzugehen. Er arbeitet seit fünfzehn Jahren gemeinsam mit dem Filmarchiv der NASA an Projekten, die von hochrangigen Formaten der BBC wie „The Planets“ bis zu dem von der Kritik hoch gelobten Dokumentarfilm „Im Schatten des Mondes“ reichen. Seine erste Videoinstallation entstand im Sommer 2009 aus dem Material für den 40. Jahrestag der ersten Mondlandung. „Apollo Raw and Uncut“ wurde in Galerien in Europa und Nordamerika gezeigt – dabei wurden erstmals die gesamten 23 Stunden des Filmarchivs der Apollo-Mission der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „First Orbit“ ist Rileys zweiter bedeutender Installationsfilm und folgt der Tradition experimenteller Dokumentarfilme wie „Baraka“ oder „Koyaanisqatsi“.
Paolo Nespoli
Kameramann von First Orbit ist Paolo Nespoli. Nespoli ist bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA als Astronaut tätig. Er wurde 1957 geboren – dem Jahr, in dem der Satellit Sputnik ins All geschickt wurde – und studierte Luft- und Raumfahrttechnik in Mailand und New York. Paolo Nespoli wurde 1998 als Astronaut ausgewählt und unternahm im Oktober 2007 seinen ersten Weltraumflug an Bord des Space Shuttles Discovery (STS-120) im Rahmen einer 15-tägigen Mission, die der Konstruktion der Internationalen Raumstation ISS gewidmet war. Im Dezember 2010 kehrte er als Teilnehmer der Expedition 26 für einen sechs Monate langen Aufenthalt im All auf die Raumstation zurück. Dort führte er Experimente zu Strömungsphysik, Strahlung und biologischen und technologischen Demonstrationen durch sowie Aktionen, die für die breite Öffentlichkeit bestimmt waren, wie etwa der Film „First Orbit“.
– „First Orbit“ entstand in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA und den Crews der Expeditionen 26 und 27 der Internationalen Raumstation ISS.
– Der Film „First Orbit“ entstand durch eine möglichst originalgetreue Angleichung der Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS an die von Gagarins Raumschiff Wostok 1.
– Der Film kann am 12. April auf YouTube angesehen werden sowie im Rahmen von mehr als 200 „Yuri’s Night“-Partys, die weltweit stattfinden, um den 50. Jahrestag der Raumfahrt des Menschen zu zelebrieren. Weitere
Informationen finden Sie unter www.firstorbit.org.
Juri Gagarin und Wostok 1
– Juri Alexejewitsch Gagarin war sowjetischer Kosmonaut. Am 12. April 1961 reiste er als erster Mensch ins All und umkreiste an Bord des Raumschiffs Wostok 1 die Erde. Sein Rufzeichen für den Flug war „Zeder“ (womit die sibirische Zirbelkiefer gemeint ist). Die Bodenstation bezeichnete sich selbst als „Morgendämmerung“.
– Juri Gagarins Pionierfahrt um die Welt dauerte nur 108 Minuten.
– Da man sich nicht sicher war, wie sich ein Weltraumflug auf den Menschen auswirken würde, wurde das Raumschiff durch ein automatisches System gesteuert, in welches Gagarin nur im Notfall eingreifen durfte.
– Der Flug der Wostok 1 begann um 06:07 UT (oder GMT), als sie mit Hilfe einer Rakete der Serie Wostok-K ins All geschossen wurde.
– Nachdem er den Globus einmal umrundet hatte, kehrte Juri Gagarin um 07:55 UT wieder auf die Erde zurück.
So entstand „First Orbit“
– Während das Filmarchiv über umfangreiche Aufnahmen von Gagarins Training, Vorbereitungen und anschließender Welttournee verfügt, liegt kaum Filmmaterial über den Flug ins All an sich vor.
– Chris Riley hatte sich stets gefragt, wie Gagarins Blick auf die Erde wohl ausgesehen haben mag. Und als die Internationale Raumstation ISS Anfang 2010 eine riesige neue Beobachtungskuppel erhielt, kam ihm der Gedanke, einen Film mit einer neuen Sicht auf das zu schaffen, was Gagarin fünfzig Jahre zuvor gesehen haben mochte.
– Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in ungefähr 90 Minuten, folgt dabei jedoch nicht immer derselben Route wie damals Gagarin. Um herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt es sich anbieten würde, zu filmen, machte die Europäische Weltraumbehörde ESA Riley mit dem deutschen Experten für Raumflugmechanik Gerald Ziegler bekannt.
– Ziegler stellte fest, dass die Internationale Raumstation ISS etwa einmal pro Woche eine ähnliche Umlaufbahn verfolgte wie das Raumschiff Wostok 1 von Gagarin. Noch komplizierter gestaltete sich die Sache dadurch, dass die Filmemacher zur exakt selben Tageszeit drehen mussten, zu der Gagarin seinen Flug unternommen hatte. Sie mussten also um 06:07 UT Gagarins Startpunkt in der Nähe des Aralsees passieren und die Nachtseite der Erde über dem Pazifik um 06:37, bevor sie über dem Südatlantik um 07:10 UT wieder ins Sonnenlicht flogen und den gesamten afrikanischen Kontinent sowie den Nahen Osten überquerten, um dann um 07:55 UT nördlich des Kaspischen Meeres auf die Erde zurückzukehren.
– Weitere Berechnungen ergaben, dass sich die Möglichkeit, diese Flugbahn aus den korrekten Winkeln zu filmen, von der Internationalen Raumstation ISS zu diesem genauen Zeitpunkt nur alle sechs Wochen ergeben würde.
– Die zweite Herausforderung bestand darin, diese Filmmöglichkeiten mit der Zeit der Crew auf der Raumstation in Einklang zu bringen. Die Astronauten sind sehr beschäftigt und führen umfangreiche Programme durch, die Experimente, Beobachtungen der Erde und Tätigkeiten wie Schlafen, Sport und Nahrungsaufnahme beinhalten. Dies bedeutete, dass die Dreharbeiten für „First Orbit“ eine zusätzliche Herausforderung für die ESA-Missionsdirektoren darstellten.
– Nach einer kurzen Reihe von Testaufnahmen im November 2010, die von dem Astronauten Doug Wheelock der NASA-Expedition 25 durchgeführt wurden, filmte der Astronaut Paolo Nespoli der Europäischen Weltraumbehörde ESA das meiste Filmmaterial des Projekts Anfang Januar 2011. Dieses neue Filmmaterial zeigt die Erde, wie Gagarin sie vor genau fünfzig Jahren gesehen hätte.
– Die Missionsdirektoren Roland Luettgens und Giovanni Gravili arbeiteten eng mit dem Team zusammen, um die Filmmöglichkeiten, die Gerald Ziegler festgestellt hatte, für präzise technische Aufzeichnungen zu nutzen, die Rileys Kameraanweisungen in Anweisungen für die Crew umsetzten.
– Die Aufzeichnungen von Paolo Nespoli für First Orbit sind Augenzeugenansichten der Erde aus dem All. „Man kann sogar Kratzer und Dellen an den Fenstern sehen“, so Riley, „und wir haben bewusst einige der Momente behalten, in denen Paolo die Kamera im Film bewegt, um uns daran zu erinnern, dass das Filmmaterial von menschlicher Hand entstanden ist und nicht mit Hilfe von Roboter-Satelliten.“
– Paolo Nespoli erscheint nicht persönlich im Film, aber als die Raumstation in die Nachtseite der Erde über den nördlichen Pazifik fliegt, können die Zuschauer einen Blick auf ihn erhaschen, wenn im Fenster sein Spiegelbild erscheint und er auf die Kamera zuschwebt, um sie richtig einzustellen.
– „Gagarin flog während seiner Mission über viele Meere“, so erinnert uns Riley, „und an den Tagen, an denen Paolo filmte, hingen einige außergewöhnliche Wolken über diesen tiefblauen Ansichten. Aber meine Lieblingsansicht aus ‚First Orbit‘ ist die, als wir die Sahara überqueren und in Richtung Naher Osten fliegen. Man sieht ganz Nordafrika und die leuchtend rote Sahara sowie den dunklen, sich windenden Nil direkt unter uns – wie Gagarin es gesehen hätte, als er sich der Landestelle näherte.“ Völlig zufällig, als Paolo Nespoli das Ende des Flugs filmte, verlor die Kamera ihren Fokus auf die Erde und die Sicht verschwamm. Dadurch entstand die Illusion, dass wir zurück in die Atmosphäre eintauchten, wie es die Wostok 1 getan hatte. „Es war das perfekte Ende für den Film“, so Riley.
– „Auf diesem letzten Flug zurück zur Landestelle liegen die Szenen, die wir für ‚First Orbit‘ drehten, leicht östlich der Originalflugbahn der Wostok 1“, gibt Riley zu. „Aber da wir uns in einer solchen Höhe befanden, ähnelt der Blick sehr der Perspektive Gagarins.“
– Ein letzter Unterschied, den die Filmemacher hinzufügten, ist der Mond. „Als Gagarin am 12. April 1961 auf die Nachtseite der Erde flog, war Halbmond“, so Riley. „Nach seiner Autobiografie ‚Der Weg in den Kosmos‘ versuchte Gagarin aus Neugierde nach dem Mond Ausschau zu halten, um zu sehen, wie er aus dem All aussah. Aber unglücklicherweise befand er sich nicht in seinem Blickfeld. Deshalb fügten wir dieses Mal den Mond für ihn hinzu.“
– Der fertige Film ist kostenlos auf der Webseite www.firstorbit.org zu sehen und wird am 12. April in einer weltweiten Premiere auf YouTube per Streaming bereitgestellt. „Wir hoffen, dass er am 12. April zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten auf der ganzen Welt sein wird“, so Riley.
Die Musik
Die Musik wurde vollständig von Philip Sheppard komponiert und stammt von seinem Album Cloud Song. Chris Riley, der Produzent von „First Orbit“, arbeitete mit Sheppard erstmals 2006 beim Dokumentarfilm „Im Schatten des Mondes“ zusammen, der beim Sundance-Festival mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Seitdem arbeitete Sheppard an einer neuen, durch die Raumfahrt inspirierten Kollektion von Musik. Das Ergebnis ist eine faszinierende Kombination aus Bildern und Musik, die die Emotionen Gagarins nachempfinden soll.
Die Tonaufnahmen der Station Wostok 1
– Die Tonaufnahmen von Gagarins Erdumrundung entstanden an Bord des Raumschiffs Wostok 1 sowie durch den intermittierenden Funkverkehr auf der Erde während seines Flugs im All.
– Dank der Unterstützung durch Dr. Iya Whiteley von der Human Performance Company IACE, den British Council, die Russische Weltraumbehörde Roskosmos sowie das Russische Staatsarchiv für wissenschaftlich-technische Dokumentation gelang es uns, die Original-Tonaufnahmen der Station Wostok 1 ausfindig zu machen, die wir anschließend digital aufbereiteten, übersetzten und in den Film einarbeiteten. Wir vermuten, dass das Tonmaterial von Gagarins Mission nun erstmals außerhalb von Russland zu hören sein wird.
Danksagungen und Partner
– Ohne die großzügige Unterstützung der Europäischen Weltraumbehörde ESA wäre es nicht möglich gewesen, „First Orbit“ zu realisieren. Die Wissenschaftler, Ingenieure sowie die Mitarbeiter für öffentliche Angelegenheiten erwiesen sich von Anfang bis Ende des Projektes als Partner von unschätzbarem Wert.
– Zu unseren Partnern zählen außerdem YuriGagarin50 (YG50) in Großbritannien und das Netzwerk Yuri’s Night.
– Ohne die fesselnde Musik des Komponisten Philip Sheppard hätte der Film nicht diese emotionale Wirkung. Wir sind sehr dankbar für seine enthusiastische Unterstützung.
– Iya Whiteley von der Human Performance Company IACE schenkte uns großzügig ihre Zeit, um uns dabei zu unterstützen, die Original-Tonaufnahmen der Mission der Wostok 1 im Archiv ausfindig zu machen und zu übersetzen.
– Die weitere Recherche im Audioarchiv wurde unterstützt durch Andrea Rose und Alexandra Smirnova vom British Council, Vitaly Davydov und Tatiana Fomicheva von Roskosmos sowie Alexander Shaposhnikov und Vladimir Smirnov vom Russischen Staatsarchiv für wissenschaftlich-technische Dokumentation.
– Die Cutterin Tabitha Moore erstellte die einleitenden Titel unseres Films in ihrer Freizeit und schaffte es immer wieder, ihre umfangreiche eigene Arbeit und unser Projekt unter einen Hut zu bringen.
– Stephen Slater, der Cutter des Films, übernahm die mühsame Aufgabe, sich mit Formaten, Auflösungen, Bildfrequenzen und sämtlichen Atlanten der Welt auseinanderzusetzen und die unzähligen Ordner mit Mediendaten zu entwirren, die wir von der Raumstation erhalten hatten, und diese in einen kohärenten Film zu verwandeln, der den Flug der Wostok 1 auf präzise und wundervolle Art und Weise nachempfindet.
– Zusätzliche Ansichten der Erde aus dem All wurden von der NASA zur Verfügung gestellt. Unser besonderer Dank gilt dabei Jody Russell, Gayle Frere, Mike Gentry, Silvia Gederberg, Sheva Moore, James Hartsfield und Kylie Clem.
– John Bradley von IT Centa stellte uns großzügigerweise seine Zeit für die Erstellung von firstorbit.org. zur Verfügung.
– Das Führungsteam für Yuri’s Night 2011 unterstützte uns dabei, in seinem Netzwerk für den Film zu werben. Und bei der digitalen Distribution des Films unterstützen uns das Department of Humanities des Imperial College in London, Radio Zero in Portugal, der Sender d::gen CHECK, das collectSPACE, die Redstation Limited, die KiwiSpace Foundation in Neuseeland und das Victorian Space Science Education Centre in Australien, das Mullard Space Science Laboratory, die Foundation for Space Development in Südafrika sowie die South African Space Association.
