(lifepr) Bad Windsheim, 30.03.2011 – Der Bustourismus generiert in Deutschland einen jährlichen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro – ein Viertel davon sind weitere Ausgaben der Reisenden in den Zielgebieten, die zusätzlich zum Pauschalpreis anfallen. Darunter sind gastronomische Leistungen, Einkäufe oder die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Busreisen sichern allein in Deutschland über 200 000 Arbeitsplätze. Auf jeden Arbeitsplatz in deutschen Busunternehmen im Gelegenheitsverkehr kommen 4,7 weitere Beschäftigungsver-hältnisse bei Zulieferern und Anbietern von ergänzenden touristischen Leistungen. Diese Zahlen nannte Günter Mörl, Hauptgeschäftsführer des Busverbandes bdo, bei der Präsentation der Studie „Wirtschaftsfaktor Bustourismus“ in Berlin. Demnach dauert die durchschnittliche Busreise rund 3,4 Tage. Die Kunden zahlen bei Übernachtungsreisen im Inland pro Reisetag im Mittelwert rund 100 Euro, hinzukommen im Schnitt pro Tag Zusatzausgaben in Höhe von 28,30 Euro. Fast doppelt so viel geben Bustouristen bei Kultur- und Städtereisen aus. Von den Ausgaben für eine Bustour verbleibt dem Busunternehmen laut Studie nur etwa ein Viertel. Jährlich kann das Beherbergungsgewerbe in Deutschland rund 30 Millionen Übernachtungen durch den Bustourismus verbuchen.
Ernst Hinsken, Bundestagsabgeordneter und früherer Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, nannte bei der Vorstellung der Studie weitere Zahlen: Im Omnibusverkehr sind derzeit rund 4660 Unternehmen mit 95 074 Mitarbeitern tätig. Fast zwei Drittel der Bustouristen sind 60 Jahre und älter, das Durchschnittsalter beträgt 57,6 Jahre. Männliche Reisende sind mit 61 Prozent Anteil deutlich stärker vertreten als weibliche (39 Prozent). Der Flottenverbrauch eines Reisebusses liegt bei einer Auslastung von 60 Prozent bei nur 1,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer und Fahrgast. Bei voll ausgelasteten Bussen reiche ein Liter Treibstoff aus, die Bahn benötige hingegen umgerechnet 2,5 Liter, Pkw und Flugzeug sogar sechs Liter Treibstoff für die gleiche Beförderungsleistung, so Hinsken. Für die Studie befragte das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) über 3000 Busreisende sowie Unternehmer.
