ComVac: Augen auf beim Kompressorkauf – Tipps für Auswahl und Finanzierung

(pressebox) Hannover, 14.03.2011 – Auf der ComVac, internationale Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik, präsentieren im Rahmen der HANNOVER MESSE 2011 (4. bis 8. April) über 180 Aussteller ihre Druckluftlösungen. Doch was zählt eigentlich bei der Auswahl des richtigen Kompressors? Und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Wer vor der Entscheidung steht, einen neuen Kompressor anzuschaffen, hat heute die Qual der Wahl. Auf dem Markt drängen sich viele Anbieter, die scheinbar alle die technisch perfekte Lösung anbieten. Doch unter welchen Aspekten kann der Anwender selbst die Angebote vergleichbar machen? Nur den Anschaffungspreis zu Grunde zu legen, ist keine Lösung, findet Matthias Eichler, Marketingleiter bei Boge Kompressoren in Biele­feld: „Das A und O bei der Beurteilung eines Angebots sind die Lebens­zykluskosten. Sie setzen sich aus den Energiekosten, den In­vestitionskosten und den Servicekosten zusammen.“ Dabei stellten die Energiekosten mit gut drei Viertel der Gesamtkosten den Löwenanteil; die Anschaffung selbst falle nur mit etwa 20 Prozent ins Gewicht. „Wenn bei Vergleichs­angeboten ein Kompressor 20 Prozent teurer ist, macht das nur vier Pro­zent der Lebenszykluskosten aus“, rechnet Eichler vor. „Wenn man davon ausgeht, dass der Energieverbrauch von verschiedenen Kompressoren­modellen durchaus um zehn Prozent und mehr variieren kann, wird deut­lich, dass ein höherer Anschaffungspreis sehr schnell durch geringeren Energieverbrauch kompensiert werden kann.“ Entsprechend sollten Be­sucher der ComVac die Aussteller auf das Thema Energieeffizienz an­sprechen. Denn mit effizienteren Lösungen können Unternehmen nach­haltig ihre Betriebskosten senken und ihren CO2-Ausstoß reduzieren.

Gute Planung ist die halbe Arbeit

Vor der Anschaffung stehen noch weitere Überlegungen an: Rahmenda­ten wie Druck, Volumenstrom und Qualität der Druckluft müssen festge­legt werden. Wer eine neue Produktion aufbaut, wird im Vorfeld viel Ar­beit in die Planung stecken und sich beraten lassen. Wer dagegen ein be­stehendes System ergänzt oder einen Kompressor austauscht, weiß meist genau, wie diese Daten aussehen müssen. Doch auch in diesem Fall kann es lohnen, einen Spezialisten hinzuzuziehen, weiß Matthias Eichler: „Nach dem Motto ‚Gute Planung ist die halbe Arbeit‘ sollte man auch etwas Zeit und Gedankenarbeit in die Ausschreibung oder Anfrage investieren – und sich eventuell schon im Vorfeld durch Spezialisten beraten lassen.“ Ein Beispiel: Statt in der Anfrage vorzugeben, dass die Druckluft für ein Acht-bar-Netz benötigt wird, sollte man prüfen: Müssen es wirklich acht bar sein? Reichen bei guter Planung und entsprechend geringem Druckband vielleicht sieben bar? Wer diese Frage bejahe, senke die Lifetime-Energie­kosten um sieben bis elf Prozent. „So viel Geld kann man selbst durch ge­schickteste Preisverhandlung mit den Kompressorherstellern kaum spa­ren“, betont Eichler.

Leasing, Finanzkauf oder Contracting

Die Art der Finanzierung ihrer Druckluftanlage können Anwender heute bei vielen Unternehmen frei wählen. „Die meisten unserer Kunden ent­scheiden sich immer noch für den Direktkauf“, sagt Horst Gerhold, Ver­triebsleiter Inland der Almig-Kompressoren GmbH in Köngen. Darauf folg­ten Leasing und Miete in der Beliebtheitsskala. Fast immer buchten An­wender Instandhaltungs- und Wartungsdienstleistungen dazu. „Von der Wartung auf Anforderung bis hin zum Full-Service, bei dem sich der Kunde um nichts mehr kümmern muss.“ Die wenigsten nutzten das so genannte Contracting, weil es noch wenig bekannt sei. „Meist setzen sich nur größere Unternehmen mit der Idee auseinander“, sagt Gerhold, dabei habe Contracting viele Vorteile. Der Kunde zahle nur die abgenommenen Kubikmeter Druckluft; die Kosten für den Verbrauch seien damit ganz ein­fach zu berechnen. Wartungs- und Instandhaltungskosten fielen gar nicht mehr an. „Der Kubikmeterpreis richtet sich nach der vereinbarten Lauf­zeit, den Investitionskosten für die Anlage sowie Serviceleistungen“, er­klärt Gerhold. „Störungsbehebung, Material, Austausch von Verschleiß­teilen, Anfahrt, Arbeitsstunden und feste Wartungsintervalle sind im Ku­bikmeterpreis enthalten.“

Auch Matthias Eichler hält Contracting für eine gute Alternative: „Neben verschiedenen Leasing-Varianten mit Voll- und Teilamortisation sowie Mietkauf sollte man bei größeren Anlagen das Contracting prüfen.“ Dies böten zum Beispiel auch einige regionale Stadtwerke an. Das Modell habe auch deshalb Charme, weil beide Partner – Contractor und Druckluft-An­wender – daran interessiert seien, dass die Druckluft möglichst effizient erzeugt wird.

Besucher der ComVac können sich im Eco-Park umfassend zum Thema Kompressoreinkauf informieren. Der Eco-Park ist ein Pilotprojekt der Deutschen Messe AG als Veranstalterin sowie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA).