IuK-Wirtschaft in München hat die Krise hinter sich

(pressebox) München, 24.02.2011 – Die Unternehmen der Medien-, Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) in der Region München haben die Krise überstanden. Zwar mussten sie in den vergangenen Jahren leichte Rückschläge einstecken, doch ist die Branche wieder auf Wachstumskurs und rechnet auch in den kommenden fünf Jahren mit einem Aufwärtstrend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der IHK für München und Oberbayern sowie der Landeshauptstadt München, die zum vierten Mal nach 1999 die Entwicklungen und Trends der Branche und ihrer Teilsegmente in den Jahren 2007 bis 2010 untersucht hat.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Medien- und IuK-Wirtschaft eine Schlüsselbranche und ein Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in München bleibt, denn sie liefert Impulse für die Industrie und andere Dienstleister“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen bei der Präsentation der Studie. „Die hohe Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Standort, die sogar den Spitzenwert des Boom-Jahres 1999 übertrifft, belegt darüber hinaus, dass München Topadresse der Branche bleibt“, betonte Dieter Reiter, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.

Die Anzahl der Unternehmen ist seit 2007, dem Zeitpunkt der letzten Untersuchung, um sechs Prozent auf über 29.000 gewachsen. Mit 371.000 Mitarbeitern, das sind sechs Prozent weniger als 2007, erwirtschafteten sie 2009 rund 71 Milliarden Euro. Der Umsatz ging dabei um 3,7 Prozent zurück. Ihre Investitionen haben die Unternehmen leicht um fünf Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zurückgefahren. „Damit ist die IuK- und Medienwirtschaft weit glimpflicher davongekommen als etwa die exportorientierte Industrie oder die Finanzdienstleister“, so Driessen. Der Abschwung wirkte sich nicht auf alle Teilbranchen gleich aus. Während die Kabel- und Netzwerkbetreiber entgegen dem Trend um 5,5 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro zulegen konnten, traf es die Werbebranche mit einem Umsatzminus von 16,7 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro weitaus härter. „Das war zu erwarten, denn Kürzungen der Werbeetats sind in Krisenzeiten eine beliebte Maßnahme, um Kosten zu senken“, sagte Reiter.

Für die kommenden zwei Jahre ist die gesamte Branche sehr zuversichtlich. Rund die Hälfte der Unternehmen glaubt an einen weiteren Aufwärtstrend. „Die Studie bestätigt damit die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage“, so Driessen. Danach ist gerade noch ein Prozent der IT-Dienstleister mit der Geschäftslage unzufrieden. In den kommenden 12 Monaten wollen 45 Prozent neue Jobs schaffen. Auch in der stark gebeutelten Werbebranche zieht es kräftig an und über 40 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.

Die gesamte IuK- und Medienwirtschaft stellt der Region München ein gutes Zeugnis aus. „Fast 95 Prozent aller Befragten sind mit dem Standort zufrieden oder gar sehr zufrieden“, so Reiter. An der Spitze der Standortfaktoren rangiert das Kultur- und Freizeitangebot. Darüber hinaus schätzen die Unternehmen die hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Möglichkeit, von Netzwerken und Kooperationen zu profitieren sowie die Verfügbarkeit von unternehmensnahen Dienstleistungen. Kritischer bewerten die Unternehmen dagegen das Personalkostenniveau, die hohen Büro- und Gewerbemieten sowie die Gewerbesteuer- und Abgabenlast. Als Schwäche des Standorts bezeichneten die Unternehmen darüber hinaus die noch nicht ausreichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten in München. „Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels werden wir unser hohes Engagement beim Ausbau der Kinderbetreuung fortsetzen“, betonten die beiden Wirtschaftsexperten.