Landesregierung setzt bei Wiesenvogelschutz im Kreis Kleve auf kooperativen Naturschutz

Düsseldorf (pressrelations) –

Landesregierung setzt bei Wiesenvogelschutz im Kreis Kleve auf kooperativen Naturschutz

Erfolg des Runden Tisches: Betroffene einigen sich auf gemeinsamen Weg

Das seit vielen Jahren bewährte und anerkannte Prinzip des kooperativen Naturschutzes hat sich auch bei der Frage des Wiesenvogelschutzes im Naturschutzgebiet Düffel (Kreis Kleve) als tragfähige Grundlage für einen Interessenausgleich erwiesen. „Alle Beteiligten haben sich in meinem Hause an einen Tisch gesetzt, um eine schnelle und unkomplizierte Regelung vor Ort zu finden. Neben den Interessen der Landwirtschaft müssen wir auch die europarechtlichen Vorgaben zum Artenschutz berücksichtigen. Beides ist nun durch die Stärkung des kooperativen Naturschutzes geschehen“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel. „In den vier wichtigsten Punkten haben wir gemeinsam einen Schritt nach vorne gemacht. Dafür bin ich den Beteiligten dankbar“, betonte der Minister nach der Klärung letzter fachlicher Fragen.

Die Ergebnisse des Runden Tisches sind im Einzelnen:

1. Bis zum 20.4. prüft der Kartierer des Kreises Kleve alle derzeit noch nicht freigegebenen Ackerflächen. Nur auf Flächen mit Brutgeschehen besteht auch nach diesem Datum noch Bewirtschaftungsruhe.

2. Das Ausbringen von Mineraldüngung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln fallen nicht unter diesen Begriff und können auf allen Ackerflächen unter Schonung der vorhandenen Gelege der Watvögel durchgeführt werden.

3. Bis zum 18.4. teilt die Biostation, der Kreis Kleve und der von ihm beauftragte Kartierer dem LANUV mit, für welche Grünlandflächen aktuell keine Wiesenvogelvorkommen festgestellt wurden („unproblematische Flächen“). Das Landesumweltamt (LANUV) erstellt eine Karte über diese Flächen. Die unproblematischen Grünlandflächen werden ab dem 25.4. für eine Bewirtschaftung freigegeben. Nur im Fall von Brutvorkommen verlängert sich die Bewirtschaftungsruhe bis zum Ende der Brutzeit, maximal bis zum 15. Juni.

4. Im Mai soll ein erster Gesprächstermin mit den Beteiligten aus Landwirtschaft und Naturschutz stattfinden, in denen konstruktive und kooperative Vorgehensweisen für das nächste und die kommenden Jahre entwickelt werden und die Einsatzmodalitäten für die jetzt bereitgestellten Ausgleichszahlungen konkretisiert werden.

Mit den nach teils schwierigen Verhandlungen gemeinsam erarbeiteten Ergebnissen werden die bestehenden Regelungen erläutert und zeitlich modifiziert. Minister Johannes Remmel und der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, begrüßten die nach hartem Ringen erzielte Einigung. „Erfolgreicher Naturschutz in der Düffel kann nur gelingen, wenn man gemeinsam an einer Lösung arbeitet.“ Die Belange der Landwirtschaft wurden genauso berücksichtigt wie die des Natur- und Artenschutzes.

Minister Remmel betonte: „Wir brauchen einen starken Artenschutz. Wir wollen aber gleichzeitig die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigen und ernst nehmen. Der kooperative Naturschutz bietet hier die Möglichkeiten des Ausgleiches und mit den erzielten Punkten haben wir einen wichtigen ersten Schritt erreicht. Und ich bin zuversichtlich, dass die weiteren Runden Tische in den nächsten Monaten, in denen auf der Grundlage der bis dahin ausgewerteten Erfahrungen eine möglichst tragfähige, langfristige Lösung erarbeitet werden soll, zu verträglichen Ergebnissen führen werden.“

Weitere Informationen:

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Pressesprecher
Frank Seidlitz
Telefon: 02 11 / 45 66 – 294
Telefax: 02 11 / 45 66 – 706
frank.seidlitz@mkulnv.nrw.de