Mini-GmbH boomt in Bonn/Rhein-Sieg

(pressebox) Bonn, 08.04.2011 – Die Mini-GmbH ist im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr registrierte die IHK einen Zuwachs von 86 Prozent, um 252 Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) auf jetzt 545. „Die Zahlen zeigen, dass die Mini-GmbH / UG als Alternative zur englischen Limited und zur herkömmlichen GmbH geschätzt wird“, sagt Detlev Langer, Bereichsleiter Recht und Steuern der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Dass diese Sonderform der GmbH stetig an Bedeutung gewinnt, liegt laut Langer an ihren vielseitigen Vorteilen. Als GmbH-Form gilt die UG als juristische Person und hat damit eine eigenständige Rechtspersönlichkeit. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass ähnlich wie bei der Ltd. kein Mindestkapital erforderlich ist, was eine Gründung leichter ermöglicht. Zwar haben Unternehmen mit einer relativ hohen Stammkapitaleinlage bessere Chancen bei der Kreditvergabe, jedoch ist selbst mit einer geringen Einlage das Ansehen größer als bei einer Ltd. Mit dieser Einstiegsvariante der GmbH verpflichten sich die Gesellschafter aber auch zugleich Kapital „anzusparen“. Das Unternehmen muss jährlich ein Viertel des Gewinns zurücklegen, um schließlich das Stammkapital von 25.000 Euro zu erreichen. „Vor allem für Start-Up Unternehmen kann dies ein Problem darstellen, denn die Aufstockung des Stammkapitals durch Rücklagen aus dem Gewinn darf trotz wirtschaftlicher Probleme nicht ausgesetzt werden“, so Langer. Ansonsten gelten viele Vorgaben der GmbH auch für ihre kleine Schwester. So steht auch im Rahmen der Haftung nur das Gesellschaftsvermögen der UG zur Verfügung. „Zu beachten gilt es dabei auch, dass Sacheinlagen bei der UG ausgeschlossen sind. Erst wenn die Kapitaleinlage vollständig eingezahlt wurde, kann die UG zum Handelsregister angemeldet werden“, sagt Langer: „Insgesamt wird die Mini-GmbH sowohl von Gesellschaftern als auch von Bankinstituten als positiv eingestuft.“