Optimierte Prozesskette von Offshore-Windenergieanlagen

Bonn (pressrelations) –

Optimierte Prozesskette von Offshore-Windenergieanlagen

Sichere Logistik durch Simulation

Jeder neue Offshore-Windpark steht oder fällt mit der Zuverlässigkeit der Planungen. Eine Schlüsselrolle hat hier die Logistik. Forscher analysierten in einem Verbundprojekt das logistische Netzwerk – von der Herstellung bis zur Montage auf See. Nach einem einjährigen Echtzeit-Monitoring wurde die Logistikkette optimiert und ein Planungsmodell entwickelt. Das Vorhaben wird vom Bundesumweltministerium mit rund 860.000 Euro gefördert.

Ob Betreiber, Errichter oder Hersteller – sie alle benötigen mehr Planungssicherheit und Zuverlässigkeit beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen (OWEA). Die Lieferkette ist komplex und nicht selten von Unwägbarkeiten begleitet. Im Verbundprojekt „Mon2Sea“ betrachteten Forscher in einem einjährigen Echtzeitmonitoring die ganze Prozesskette; angefangen von Transport, über Umschlag von Komponenten und Zulieferung bis hin zur Offshore-Montage.

Eine Simulation von Abläufen soll künftig für mehr Sicherheit sorgen. Daran forschen das Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA) an der Universität Bremen, die BLG Logistics Group und Hochtief Solutions. „In dem Projekt entwickeln wir Instrumente, mit deren Hilfe sich die komplizierte und sehr störanfällige Lieferkette bei der Errichtung von Windparks in Zukunft besser beherrschen lässt“, erklärt Thies Beinke, Projektleiter im BIBA-Bereich Intelligente Produktions- und Logistiksysteme. Damit die Prozesse verlässlicher ablaufen könnten, müssten die komplexen Lieferketten teilweise neu organisiert werden. Dazu seien dynamische logistische Konzepte, Steuerungen und neue Planungshilfsmittel notwendig, so Beinke weiter. Voraussetzung dafür sei darüber hinaus die Standardisierung der Prozesse, damit die Serienfertigung und Errichtung von Offshore-WEA reibungslos laufe.

Wegen enormer Investitionskosten unterliegen Planung und Realisierung von Offshore-Windparks starken Zwängen. Durch Simulation könnten Störungen, wie Ausfälle in der Lieferkette oder der Wettereinfluss, identifiziert und gegebenenfalls behoben werden.

Internationale Konferenz

Vom 8. bis 10. Mai 2012 werden auf der „International Conference RAVE 2012“ in Bremerhaven innovative Ergebnisse und aktuelle Ergebnisse der deutschen Forschungsinitiative RAVE vorgestellt und künftige Herausforderungen diskutiert. RAVE steht für „research at alpha ventus“ und ist die Forschungsinitiative zur Optimierung der Offshore-Windenergienutzung beim deutschen Testfeld alpha ventus in der Nordsee. Die dreitägige Konferenz beinhaltet viele Fachvorträge, eine Podiumsdiskussion sowie mehrere Exkursionen.

RAVE – Forschung am Offshore-Testfeld

Unter diesem Titel wird in Kürze ein neues BINE-Themeninfo erscheinen. Drei zentrale Forschungsthemen stehen im Mittelpunkt: die Optimierung der Anlagentechnik, die naturwissenschaftliche Grundlagen inklusive der ökologischen Begleitforschung sowie die verbesserte Netzintegration. Das BINE-Themeninfo kann ab Ende April kostenfrei bezogen werden.

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