Handlungsempfehlungen zum Ausbau der Elektroenergiespeicherung in Deutschland – Fraunhofer ISE koordinierte BMWi -Studie

Freiburg (pressrelations) –

Handlungsempfehlungen zum Ausbau der Elektroenergiespeicherung in Deutschland – Fraunhofer ISE koordinierte BMWi -Studie

Speichertechniken für elektrische Energie werden bei der Netzintegration erneuerbarer Energien und der Elektromobilität immer wichtiger. Im Rahmen einer Studie für das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) haben das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Systemtechnik AST mit dem Beratungsunternehmen VKPartner den Stand und das Entwicklungspotenzial der Speichertechniken in Deutschland untersucht. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Technologieentwicklung, die Veränderungen der Wertschöpfungsketten sowie die Anforderungen an die Investitionsgüterindustrie. An der Studie haben Experten der betroffenen Branchen mitgewirkt. Sie gibt Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Ausbildung und ist kostenlos erhältlich unter www.bmwi.de/Navigation/Service/publikationen,did=320676.html.

Portable, mobile und stationäre Anwendungen brauchen Elektroenergiespeicher. In praktisch jeder Leistungsklasse stehen verschiedene Speichersysteme in Konkurrenz zueinander, so die Studie.

Den portablen Sektor, etwa Akkus für Mobiltelefone und Laptops, dominieren derzeit asiatische Firmen. Mobile Energiespeicher werden vor allem von der Fahrzeugindustrie benötigt. »Speziell Lithium-Ionen-Akkumulatoren erfahren derzeit einen intensiven Entwicklungsschub«, erklärt Dr. Tom Smolinka vom Fraunhofer ISE. Sind Kostenfrage, Sicherheitsaspekte, Tieftemperaturverhalten, Schnellladefähigkeit und die Frage der Lebensdauer erst einmal gelöst, würden sie sich gegenüber Konkurrenz-Batterien auf Basis von NaNiCl oder NiMH durchsetzen.

Da reine Elektrofahrzeuge absehbar nicht die Reichweite heutiger Fahrzeuge erzielen werden, spielen Hybridkonzepte aus Batterien in Kombination mit kleinen Verbrennungsmotoren oder zukünftig Brennstoffzellen eine wichtige Rolle. »Wasserstoff wird langfristig als Speichermedium für die elektrischen Netze sowie als künftiger Kraftstoff in der Elektromobilität eine bedeutsame Rolle spielen« ist sich Dr. Christopher Hebling, Abteilungsleiter am Fraunhofer ISE sicher.

Im stationären Sektor werden neben elektrochemischen vor allem mechanische Speicher eingesetzt. Pumpspeicherkraftwerke bleiben auf lange Sicht weltweit dominant zur Bereitstellung von Reserve- und Regelleistung. Das Potenzial ist in Deutschland jedoch nahezu ausgeschöpft. Der Bedarf an Regelenergie wird bis 2025 kräftig steigen, prognostiziert die Studie. Zusätzliche Kapazitäten würden so notwendig. »Mittelfristig könnten sich adiabate Druckluftspeicherkraftwerke bewähren«, sagt Steffen Nicolai vom Fraunhofer AST. Hier sei jedoch noch erheblicher Forschungsaufwand nötig.

Ein weiteres Beispiel sind Wasserstoff-Speicherkraftwerke. Sie können relevante Mengen an Energie länger als ein bis zwei Tage speichern, befinden sich aber ebenso wie Redox-Flow-Batterien noch in der Entwicklung. Dr. Tom Smolinka: »Es bleibt aus technischer Sicht die Wasserstoffspeicherung in Kavernen als einzige großmaßstäbliche und saisonale Möglichkeit der Energiespeicherung mit über 100 Gigawattstunden Kapazität pro Jahr. Sie könnte den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenautos beschleunigen.« Zu berücksichtigen ist aber auch: Elektroenergiespeicher konkurrieren mit einem möglichen internationalen Netzausbau und der intelligenten Anbindung von Verbrauchern.

Das zu erwartende Wachstum im Bereich der Elektroenergiespeicher führt zu Verschiebungs- und Substitutionseffekten in den existierenden Wertschöpfungsketten, so die Studie. Für die Investitionsgüterindustrie bestehen sowohl Chancen neue Märkte und Produkte zu etablieren, als auch das Risiko des Verlustes an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen.

Die zunehmende Marktdurchdringung dezentraler und zentraler regenerativer Energieerzeuger führt zu einem großen Handlungsbedarf zur Sicherung der Netzstabilität. Elektroenergiespeicher werden ihren Anteil dazu leisten. In Abhängigkeit politischer Weichenstellungen könnten hier einige Zehntausend Arbeitsplätze in der Batterieherstellung sowie im Kraftwerks- und Anlagenbau entstehen.

»Drastischere Auswirkungen gibt es in der Automobilindustrie«, warnt Sven Krüger von VKPartner. Hybrid- und Elektrofahrzeuge bedingen neue Fahrzeugkonzepte und angepasste Lieferantenstrukturen. Mittel- und langfristig sind daher deutliche Verschiebungen in den Wertschöpfungsketten zu erwarten. Aktuell wird in Deutschland eine Fertigung für Lithium-Ionen-Batteriesysteme aufgebaut. Hierdurch können Arbeitsplatzverluste bei Zulieferern nur teilweise kompensiert werden. Die positiven Effekte liegen insbesondere im Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie.

Die BMWi-Studie kommt zu folgenden Handlungsempfehlungen: Weiter voranzutreiben ist die Entwicklung und der Aufbau einer nationalen Wertschöpfung für Lithium-Ionen-Akkumulatoren, aber auch die Suche und Förderung von Folgetechnologien, die Schaffung von Marktanreizen zur Integration von Speichern sowie Investitionsunterstützungen für Elektroenergiespeicher. Hinzu kommt der Aufbau unternehmerischer und institutioneller Netzwerke sowie die Erhöhung der Transparenz vorhandener Initiativen. Wichtig sind hierbei ebenfalls die Bildung bzw. Stärkung von Lehrstühlen der Elektrochemie sowie die Definition und Einführung korrelierender Lehrberufe und Berufsbilder.

Karin Schneider M.A.
Head of Press and Public Relations
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Heidenhofstr. 2, 79110 Freiburg, Germany
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www.ise.fraunhofer.de

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Studie: Banken setzen auf Kundenpflege im Web 2.0 – ersetzen Facebook-Filialen und automatisierte Kundendialoge bald den Berater am Schalter?

Kaarst (pressrelations) –

Studie: Banken setzen auf Kundenpflege im Web 2.0 – ersetzen Facebook-Filialen und automatisierte Kundendialoge bald den Berater am Schalter?

Laut des aktuellen „Branchenkompass 2009 Kreditinstitute“ von Steria Mummert wollen deutsche Banken ihre Vertriebsbudgets in 2009 um durchschnittlich 10 Prozent kürzen. Zugleich sollen die Budgets für das Kundenbeziehungsmanagement um 20 Prozent steigen – Automatisierungs- und Standardisierungsstrategien stehen im Vordergrund der Budgetallokationen. Ein anderer Schwerpunkt liegt auf dem Web 2.0: Etwa zwei Drittel der Institute wollen ihren Kunden in die Social Media folgen und dort mit eigenen „Facebook-Filialen“ Präsenz zeigen, aber auch ihre Services anbieten.

Düsseldorf, den 11.12.2009, von Sebastian Paulke ? Deutsche Bankdienstleister wollen nach einer aktuellen Studie von Steria Mummert ihren Kundendienst weiter verbessern durch höhere Automatisierung und komfortablere Prozesse, aktives Engagement auch in den neuen Social Medien und systematische Standardisierung von Vertriebsprozessen.

Experten wie Florian Haarhaus, Deutschlandchef von Alterian, einem international tätigen Anbieter von Marketing Software, attestieren den Banken daher die aktuelle Innovationsführerschaft in Sachen Kundenpflege und Self Service: Ob Web 2.0-Aktivitäten, Prozessstandardisierung oder Service-Automatisierung, so Haarhaus, am Ende profitiere der Kunde von bessere,, breiter verfügbarem Service, billigeren Produkte und passgenauerer Betreuung aufgrund besserem Verständnis seiner Kundenwünsche seitens der Bank.

„Wie so oft in der Vergangenheit sind die Banken auch heute wieder mit die ersten, die die neuen Technologien, Medien und Kanäle gezielt einsetzen, um ihre Marketing Performance auch in die immer wichtigeren Social Media und das Web 2.0 zu verlängern,“ urteilt Haarhaus: „Wenn die Kreditinstitute nun auch auf Facebook, YouTube, Twitter Co. in den Dialog mit ihren Kunden eintreten, profitiert der Verbraucher neben der ?Convenience?, auch beim ?facebooken? mal eben eine Überweisung tätigen zu können, vor allem von Leistungsverbesserungen, die die Institute dank der Analyse ihrer Web 2.0-Interaktionen mit den Nutzern und den resultierenden Erkenntnissen über die Kundenwünsche realisieren können.“

Möglich werde dies vor allen durch den enormen technologischen Fortschritt bei der Integration von Kundendaten, Unternehmensprozessen und neuen Medien und Kanäle, erläutert Haarhaus: „Moderne Database Marketing Software gibt Unternehmen, und das gilt für alle anderen Unternehmen mit großen und sehr großen Kundenbeständen ganz genauso, eine Fülle von Möglichkeiten, Werkzeugen, und Einsichten: Von dem 360-Grad-Blick auf die Kundeninteraktionshistorie jedes einzelnen Kunden über die dynamische Auslieferung aller Inhalte in allen Kanälen bis hin zur Erfassung, Analyse und Evaluation der Interaktionen bieten solche Plattformen Unternehmen jede Menge Ansätze, ihre Services gezielt zu verbessern, die Dialogqualität und ?quantität mit ihren Kunden systematisch zu verbessern.“ Dabei löse die Software auch das von vielen in der Studie befragten Unternehmen genannte Problem von IT-Einzellösungen, die nicht mit anderen Datenbanken kompatibel sind, meint Haarhaus: „Das sonst oft so schwierige Aufbrechen von Silos und die Konsolidierung der Kundendaten in einer einfach zu bedienenden Anwendung lässt sich mittels einer Integrierten Marketing Plattform zu vergleichsweise niedrigen Kosten und mit vertretbarem Aufwand realisieren.“

Dass die neuen Facebook-Filialen jedoch dazu führen, dass analog der Einführung des Bankomats und des Telefonbankings nun das große Filialensterben beginne, glaubt Haarhaus nicht: „Die Banken werden den persönlichen Kontakt zum Kunden zunächst nicht aufgeben, weil ja nach wie vor die Mehrheit der Kunden gar nicht im Social Web aktiv ist: 25 Millionen Social Web-Aktivisten in Deutschland stehen eben auch 55 Millionen Verbraucher entgegen, die diesen Kanal noch gar nicht für sich entdeckt haben.“ Dennoch sei es richtig, wenn die Banken ihre Prioritäten schon heute auf das Social Web ausrichteten, so Haarhaus: „Neben engeren, besseren Bindungen zu ihren bereits im Web 2.0 aktiven Kunden gewinnen die Vorreiter jetzt natürlich tiefe Einblicke in die Prozesse, Technologien und Applikationen von morgen: Spätestens mit der Realisierung des Ubiquitous Web, des allgegenwärtigen, mobilen und breitbandigen Webs in einigen Jahren werden sich die weitaus meisten Interaktionen zwischen Banken und Kunden virtuell abspielen. Wer heute schon lernt, wie die sozialen Communities funktionieren, wird morgen umso mehr Erfolg bei seinen Kunden haben.“

Sources:

Facebook Filialen:

http://www.steria-mummert.de/presse/presseinformationen/banken-eroeffnen-facebook-filialen

Automatisierung Standardisierung:

http://www.steria-mummert.de/presse/presseinformationen/banken-senken-vertriebsinvestitionen-mehr-standardisierung-geplant

Kontakt:
Wort+Welt
Sebastian Paulke
office@wortundwelt.de

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Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn – VCD fordert bessere Angebote statt Fahrpreiserhöhungen

Berlin (pressrelations) –

Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn – VCD fordert bessere Angebote statt Fahrpreiserhöhungen

Berlin, 11.12.09: Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Fahrpreiserhöhung der DB AG zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag. Zwar falle der Preisanstieg von durchschnittlich 1,8 Prozent im Nah- und Fernverkehr diesmal moderat aus. Es sei für die Fahrgäste dennoch nicht nachvollziehbar, wenn die Bahnpreise alljährlich zum Fahrplanwechsel ohne Verbesserungen von Qualität und Angebot angehoben würden. Auf diese Weise werde die gegenüber anderen Verkehrsträgern umweltfreundlichere Bahn zunehmend unattraktiv. Die Preise für die vor allem bei Stammkunden beliebte Bahncard 50 steigen um gut zwei Prozent auf 230 Euro, die Bahncard 100 wird rund vier Prozent teurer. Zudem wird das Nachtzug-Angebot weiter ausgedünnt.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: *Gerade all jene, die regelmäßig mit der Bahn unterwegs sind, treffen die Preiserhöhungen überdurchschnittlich stark: Zwar steigt der Preis für die Bahncard 25 nicht an. Die treuesten Stammkunden der DB, die Inhaber der Bahncard 50 und der Bahncard 100, werden jedoch wie Stiefkinder behandelt und müssen ab Dezember erneut tiefer in die Tasche greifen.“ Unverhältnismäßig sei aus Sicht des VCD auch der Preisanstieg bei den Sitzplatzreservierungen um bis zu 25 Prozent. Am Automaten kosten die Reservierungen dann 2,50 Euro, am Schalter 4,50 Euro pro Person und Fahrt.

Zudem kritisiert der VCD die verwirrende Angebotsvielfalt des DB-Preissystems. Sie würde Menschen eher abschrecken, als sie für das umweltfreundliche Bahnfahren zu gewinnen. Der VCD regt an, stattdessen einen einheitlichen, unternehmensübergreifenden Tarif für alle Fahrten mit der Bahn anzubieten, den sogenannten Deutschland-Tarif.
Heidi Tischmann, VCD-Bahnexpertin: *Um das Bahnfahren konkurrenzfähiger und damit attraktiver zu machen, ist es notwendig, alle Verkehrsträger steuerlich gleichzustellen. Die Bahnen in Deutschland zahlen Mineralöl- und Ökosteuer, die Fluglinien nicht. Auf Flugverkehrstickets ins Ausland wird keine Mehrwertsteuer fällig, auf Bahntickets wird der volle Mehrwertsteuersatz aufgeschlagen. Hier ist die Bundesregierung gefordert, für gleiche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.“

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird europaweit das Angebot im Nachtzugverkehr weiter eingeschränkt. Unter anderem stellt das polnische Bahnunternehmen PKP den Nachtzug von Berlin nach Warschau ein, mit ihm verschwinden die Wagen nach Krakau, Gdynia und Kaliningrad. Der City Night Line zwischen Wien und Amsterdam wird ebenso gestrichen, wie der Nachtzug zwischen Mailand und Amsterdam. Begründet wird die Reduzierung im Nachtzugverkehr mit der mangelnden Nachfrage. Tischmann: *Wenn die Bundesregierung den Mehrwertsteuersatz für Hotels reduzieren will, dann muss sie ihn auch für Übernachtungen in Zügen senken. So würden Fahrten mit dem Nachtzug preiswerter und damit wieder attraktiver.“ Der VCD kritisiert aber auch das Unvermögen der europäischen Bahngesellschaften, einen attraktiven Nachtzugverkehr als Alternative zum Flugverkehr anzubieten. Gerade europaweite Verbindungen seien wegen ihren großen Entfernungen lohnend.

Aktuelle Hintergrundinformationen zum Fahrpreissystem der Deutschen Bahn AG sowie den VCD-Service »Wege zum Fahrschein« finden Sie unter www.vcd.org/bahnpreise.html.

Bei Rückfragen:
Anna Fehmel,
VCD-Pressesprecherin,
Fon 030/280351-12,
Fax 030/280351-10,
Mobil 0171/6052409,
E-Mail presse@vcd.org,
Internet www.vcd.org

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Per Knopfdruck zum Rhönschaf – Rheinholz eröffnet interaktives Infozentrum in Zella

Erfurt (pressrelations) –

Per Knopfdruck zum Rhönschaf – Rheinholz eröffnet interaktives Infozentrum in Zella

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz hat heute das neue Informationszentrum des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in der Propstei Zella eröffnet. „Entstanden ist eine Ausstellung, die Schülern, Touristen und Einwohnern altersgruppengerecht Wissen vermittelt“, so Rheinholz.

Mit modernen Mitteln (u.a. 3-D-Fotos, Multivisionsschau und Hörstation) bringt die neue Ausstellung die alte Kulturlandschaft auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze samt ihrem Artenreichtum anschaulich und auch greifbar nahe. Charakteristische Tierarten sind die Wildkatze, der Schwarzstorch, das Birkhuhn, der Rotmilan oder der Uhu. Das Rhönschaf mit dem schwarzen Kopf steht als Sympathieträger für die Region und ist überdies ein hervorragender Landschaftspfleger.

Die Ausstellung kostet insgesamt 230.000 Euro und wird komplett aus Landes- und EU-Mitteln finanziert. Mit der Eröffnung des Informationszentrums findet das Jahr der Biosphärenreservate 2009 seinen gelungenen Abschluss.

Infos zu Öffnungszeiten, Führungen sowie zum Biosphärenreservat:
Tel. 036964 93510 oder www.biosphaerenreservat-rhoen.de

Allgemeine Information zum Biosphärenreservat Rhön:
Das länderübergreifende (Bayern, Hessen und Thüringen) Biosphärenreservat Rhön ist seit 1991 anerkanntes UNESCO Biosphärenreservat. Von den insgesamt 185.276 Hektar Fläche sind 48.910 Hektar in Thüringen. Charakteristisch für die Vorderrhön sind rund 2.000 Hektar Kalkmagerrasen und Basaltkuppen mit naturnahem Buchenwald. Für die Hohe Rhön typisch sind waldfreie, mit Borstgrasrasen bedeckte flachwellige Hochflächen, bewaldete Hangbereiche, Blockmeere, artenreiche Basalt- und Kalkbuchenwälder, Moore, Erdfallseen sowie der älteste Eibenbestand Deutschlands. Rund 60 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 33 Prozent sind bewaldet und sieben Prozent sind Gewässer, Siedlungen und Verkehrsflächen. Neben dem Informationszentrum in Zella gibt noch mit dem Haus auf der Grenze das Infozentrum am Point Alpha. In Thüringen gibt es außerdem das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. In Deutschland gibt es 13 der weltweit insgesamt 553 Biosphärenreservate.

Andreas Maruschke
Pressesprecher
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Naturschutz und Umwelt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt
Tel.: 0361/3799 922
Fax: 0361/3799 939
e-mail: poststelle@tmlfun.thueringen.de

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NABU kritisiert hasenfüßige Klima-Beratungen beim EU-Gipfel

Bonn (pressrelations) –

NABU kritisiert hasenfüßige Klima-Beratungen beim EU-Gipfel

Tschimpke: Europa darf sich in Kopenhagen nicht länger wegducken

Kopenhagen/Berlin – Der NABU hat die laufenden Klima-Beratungen auf dem EU-Gipfel in Brüssel als völlig unangemessenes Taktieren kritisiert.
„Die europäischen Staats- und Regierungschefs versuchen immer noch, sich um die längst überfällige Entscheidung für die Senkung ihres eigenen Kohlendioxid-Ausstoßes um mindestens 30 Prozent bis 2020 zu drücken“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Es reiche nicht aus, wenn die EU-Mitgliedsstaaten als Trostpflaster Schecks für ohnehin zugesagte Hilfen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit verteilen.

Die wichtigsten Schwellenländer haben mittlerweile eigenständige Anstrengungen angekündigt, um ihre Treibhausgasemissionen entsprechend den Anforderungen des Weltklimarates zu begrenzen. Gleichzeitig ist durch die Wirtschaftskrise der Ausstoß an Kohlendioxid deutlich stärker als bisher prognostiziert gesunken. „Ein Festhalten Europas an seinem überholten Reduktionsziel von 20 Prozent ist hasenfüßig“, kritisierte Tschimpke. Außerdem fehlten Aussagen zur langfristigen Klimafinanzierung. Die EU müsse jetzt die schleppenden UN-Klimaverhandlungen dynamisieren, damit auch andere Industrieländer bis Ende nächster Woche ihre Ziele nach oben schrauben. Gestützt auf jüngste Studien sieht der NABU ausreichend Spielraum für die EU-Staaten, gemeinsam bis zum Jahr 2020 den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um bis zu 40 Prozent zu verringern.

Aus NABU-Sicht besteht nach wie vor die Gefahr, dass sich bei den UN-Verhandlungen in Kopenhagen viele Staaten vor wirksamen Klimaschutzanstrengungen drücken. Beispielsweise drohten unverantwortliche Tricksereien und Schlupflöcher bei der Anrechnung von Emissionen aus der Landnutzung, beim Walderhalt in Entwicklungsländern und bei dem Umgang mit überschüssigen Zertifikaten aus dem Kyoto-Protokoll. „Die Öffentlichkeit lässt sich möglicherweise durch schöne Zahlen täuschen, das Klima jedoch nicht. Wir brauchen weniger Emissionen – und zwar in der Atmosphäre und nicht bloß auf dem Papier“, sagte NABU-Klimaexperte Carsten Wachholz, der die UN-Konferenz vor Ort in Kopenhagen verfolgt.

Für Rückfragen:

Carsten Wachholz, NABU- Experte für Energiepolitik und Klimaschutz, in Kopenhagen zu erreichen unter mobil (+49)172-4179727, E-Mail:
Carsten.Wachholz@NABU.de

Im Internet zu finden unter www.NABU.de/kopenhagen

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