Die Branche des akademischen Ghostwritings ist übersichtlich. Seit Ende der 1980er-1990er Jahre sind die großen Anbieter Dr. Franke und Acad Write aktiv. Sie prägten den Übergang dieses Geschäftsfeldes vom „Schwarzen Brett“ und der „Gerüchteküche“ zum reinen Internetgeschäft. Aus kleinen Unternehmen mit 1-3 Wissenschaftlern wurden größere Agenturen, die fachliche Teams bilden, die sich auf alle Fachrichtungen spezialisieren haben. Die professionellen Internetseiten der Agenturen sind seit dem Übergang ins Netz das wichtigste Marketingmittel der Firmen geworden.
Als sich das akademische Ghostwriting im WWW etabliert hatte, stießen kurz nach dem Millenium mittelständische Unternehmer wie Hausarbeiten24, Writeservice, Wissenschaftliches Ghostwriting, Göllner Ghostwriting und Helpmania dazu. Je nach fachlicher Spezialisierung beschäftigen die führenden Unternehmen freie Mitarbeiter, die sich aus dem Kreis junger Absolventen rekrutieren. Für viele akademische Ghostwriter ist dieser Job ein Sprungbrett zur Promotion und einer weiteren akademischen Karriere.
Vor zwei Jahren entdeckte der ukrainische Unternehmer Oleksii Vitchenko dieses Geschäftsfeld für sich und investierte in ein neues System, das aus bis zu 20 parallel funktionieren Domains besteht. Die deutschen Domains, wie ghostwritergesucht24, ghostwriteragentur oder auch akadem-ghostwriter werden von den SEO-Spezialisten des ebenfalls zu Vitchenko gehörenden Unternehmens Digital Future positioniert und betreut. Die aus Deutschland kommenden Anfragen laufen in internationalen Call Centern und weltweiten Autorenpools zusammen. Die Preise, die das Unternehmen an seine Autoren zahlt liefen zwischen 4 – 12 Dollar je Textseite.
Seit dem Eintritt Vitchenkos in die deutsche Ghostwriterszene gerät die Qualität der angebotenen Dienstleistungen in die Kritik.
