Treibhausgase mindern, Kohlenstoff binden, ? Potenzial des Biolandbaus nutzen!

Frankfurt am Main (pressrelations) –

Treibhausgase mindern, Kohlenstoff binden, ? Potenzial des Biolandbaus nutzen!

Klimagipfel in Kopenhagen: FiBL fordert die weltweite Förderung des Biolandbaus
Vom 7. bis 18. Dezember findet die 15. Klimakonferenz der UNO in Kopenhagen statt, an der über ein neues globales Klimaabkommen entschieden werden soll, welches das Kyoto-Protokoll nach 2012 ablösen würde. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL ist dort vertreten und kooperiert eng mit anderen Institutionen der nachhaltigen Landwirtschaft, um für das grosse Potenzial des Biolandbaus als Minderungs- und Anpassungsstrategie an den Klimawandel einzustehen.

(Frick, 9. Dezember 2009) Die Landwirtschaft ist für 10 bis 12 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei es sich um die direkten, landwirtschaftlichen Emissionen handelt. Zusammen mit den Emissionen aus der Zulieferindustrie (Dünger, Pestizide) und den Emissionen aufgrund veränderter Landnutzung (z.B. Urbarmachung von Böden durch Abholzung) sind es 17 bis 32 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Um das gesetzte Ziel einer maximalen Klimaerwärmung um 2 °C erreichen zu können, sind auch für die Landwirtschaft ehrgeizige Emissionsreduktionsziele festzulegen.
Richtig bewirtschaftete landwirtschaftliche Böden haben ein riesiges Potenzial, Kohlenstoff zu binden und damit zur Minderung des Klimawandels beizutragen. Diesem grossen Minderungspotenzial muss in einem neuen Klimaabkommen Rechnung getragen werden.
Der Biolandbau beachtet und nutzt die natürlichen Regelkreisläufe in den Ökosystemen. Über den Aufbau einer gesunden Bodenstruktur mit hohem Humusgehalt bindet der Biolandbau dauerhaft sehr viel Kohlendioxid im Boden. Der Verzicht auf chemische Düngemittel, die Tatsache, dass Ernteabfälle nicht verbrannt, sondern rezykliert werden, und der optimale Einsatz organischer Dünger reduzieren die Treibhausgasemissionen.
Die gute Bodenstruktur im Biolandbau führt zu erhöhter Wasserhaltefähigkeit und Stabilität und macht die Böden widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels, wie zunehmende Trockenheit, extreme Wetterereignisse und Erosion. Die hohe Diversität im Biolandbau und die tieferen Betriebsmittelkosten (keine chemischen Dünger, Pestizide und Herbizide) reduzieren das Risiko von Verlusten und Verschuldung, was vor allem für die Kleinbauern in Entwicklungsländern überlebenswichtig ist. Der Biolandbau ist also in hohem Masse anpassungsfähig an den Klimawandel.
Der Biolandbau ist das einzige Landbausystem, das zugleich die Kriterien des Weltklimarats IPCC für eine klimafreundliche Landwirtschaft und die Kriterien verschiedener Institutionen, wie z.B. des UN-Umweltprogramms UNEP, für optimale Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft erfüllt. Der Biolandbau ist also ein System, das als kombinierte Minderungs- und Anpassungsstrategie funktioniert.
Das FiBL fordert deshalb, dass dieses grosse Potenzial des Biolandbaus für Minderungs- und Anpassungsleistungen anerkannt und genutzt wird. Dies beinhaltet eine weltweite Förderung des Biolandbaus im Rahmen der Programme für Klimawandelsminderungs- und Anpassungsstrategien. «Der Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen muss über die nächsten Jahre massiv steigen, und die Mittel für Forschung, Ausbildung und Beratung im biologischen Landbau müssen massiv erhöht werden», fordert FiBL-Direktor Urs Niggli.
Die Leistung des Biolandbaus in der Rückbindung von Kohlenstoff sollte auch über Kohlenstoffzertifikate honoriert werden können. Ein Handel mit Emissionszertifikaten findet bereits statt, allerdings bislang nicht für Projekte im Bereich der Kohlenstoffbindung in landwirtschaftlichen Böden. Unabhängig davon, wie man den Zertifikatehandel bewertet, wird er weiter an Bedeutung gewinnen. Es ist deshalb äusserst wichtig, dass auf dem Markt Zertifikate angeboten werden, die für Projekte mit wirklich nachhaltigen Reduktionsleistungen stehen. Ziel solcher Projekte sollte auch sein, einen Zusatznutzen jenseits der Emissionsreduktionen zu erzeugen, zum Beispiel über verbesserte Möglichkeiten einer Gemeinschaft, sich an den Klimawandel anpassen zu können. Da der Biolandbau Minderungs- und Anpassungsleistungen optimal kombiniert, kann er dies leisten.
Um die obigen Ziele zu erreichen, engagiert sich das FiBL bei der Erarbeitung und Konsolidierung der notwendigen wissenschaftlichen Basis und bei der Vermittlung dieser Informationen an der Klimakonferenz in Kopenhagen.

FiBL-Kontakt
Dr. Adrian Müller, Tel. +41(0)76 461 03 98, E-Mail adrian.mueller@fibl.org(ggf. auf die combox sprechen)
Dr. Urs Niggli, Direktor FiBL, Tel. +41 (0)62 865 72 72 und +41 (0)79 218 80 30,
E-Mail urs.niggli@fibl.org
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Thema Klimaschutz und Biolandbau finden Sie unter http://klima.fibl.org. Während der Klimakonferenz in Kopenhagen wird das FiBL laufend auf seiner Internetseite www.fibl.orgberichten.

Diese Medienmitteilung im Internet
Sie finden diese Medienmitteilung im Internet unter http://www.fibl.org/de/medien.html

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Outsourcing: Energieversorger haben Nachholbedarf

Hamburg (pressrelations) –

Outsourcing: Energieversorger haben Nachholbedarf

Sechs von zehn Energieversorgern wollen ihre Outsourcing-Potenziale besser ausschöpfen. Der Trend zur Auslagerung von Leistungen und Prozessen nimmt damit in der Branche weiter zu. Dafür sorgen vor allem gesetzliche Auflagen, beispielsweise im Bereich Unbundling, zur Liberalisierung des Zähl- und Messwesens sowie zum Smart Metering. Um die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen, sind die Energieversorger auf die Hilfe von Partnern angewiesen. So stellt insbesondere die Einführung der digitalen Zähler die Unternehmen vor eine Vielzahl von Herausforderungen: Sie müssen nicht nur neue Tarif- und Abrechnungsmodelle entwickeln, sondern auch ihre technischen und organisatorischen Abläufe auf den Prüfstand stellen. Das sind Ergebnisse der Studie „Erfolgsmodelle im Outsourcing 2009“ von Steria Mummert Consulting, die in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung erstellt wurde.

Vor allem kleineren Energieversorgern bereiten die gesetzlichen Vorgaben beispielsweise zum Smart Metering enorme Schwierigkeiten. Denn sie sind mit hohen Investitionskosten für Systeme, Geräte und Datenkommunikation verbunden. Mit Hilfe externer Partner können diese Kosten begrenzt werden. Auslagerungen bieten sich dabei besonders im Zähl- und Messwesen an, um Kostenvorteile, Gesetzeskonformität sowie positive Qualitätseffekte zu erzielen.

Potenzial zum Outsourcing bieten aber auch Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Hier haben sich die Energieversorger im Gegensatz zu anderen Branchen in den vergangenen Jahren eher antizyklisch verhalten und auf Auslagerungen weitgehend verzichtet. Dies ist dadurch erklärbar, dass Versorgungsunternehmen zunächst die Prozesse mit den größten Hebeln zur Effizienzsteigerung optimiert haben. So wurden verstärkt Massenprozesse wie Abrechnung, Kundenkontaktmanagement oder auch die Ablesung an Partner übertragen. Aufgaben im Finanz- und Rechnungswesen, in der Logistik oder im Personalwesen werden dagegen bisher überwiegend eigenständig erledigt.

Diese Zurückhaltung und die damit verbundenen ungenutzten Potenziale sind dadurch entstanden, dass die Energieversorger in den letzten Jahren vor allem mit der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben beschäftigt waren, die sie eher reaktiv, also mit dem Oberziel der Gesetzeskonformität umgesetzt haben. Effizienz- und Effektivitätsüberlegungen blieben dabei auf der Strecke. „Es ist zu erwarten, das nach den jetzt erzwungenen Investitionen und dem verstärkten Wettbewerb in der Branche die Kapitaldecke der meisten kleineren und mittelgroßen Energieversorger ausgedünnt ist“, sagt Hagen Förster, Senior Manager bei Steria Mummert Consulting. „Daher sind diese Unternehmen gezwungen, mit allen Mitteln ihre Effizienz zu steigern und dadurch Kosten zu senken, um zu überleben. Das Outsourcing gilt dabei als eine erfolgversprechende Option.“

Hintergrundinformationen
Im August 2009 befragte das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag von Steria Mummert Consulting 200 IT-Entscheider verschiedener Branchen. Die Untersuchung wurde methodisch als Online-Panel-Befragung durchgeführt.

Kontakt:
Jörg Forthmann
Faktenkontor
Tel.: +49 (0) 40 22703-7787
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

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