Wege zur Optimierung des Working Capitals

Unter dem Begriff des Working Capital Management versteht man die Optimierung des operativ gebundenen Vermögens: Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, kurzfristige Verbindlichkeiten. Das Management des Working Capital gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Managements. Im internationalen Vergleich haben deutsche Unternehmen, insbesondere mittelständische Unternehmen, noch erhebliche Potenziale zur Liquiditätsfreisetzung, die wiederum dafür sorgt, dass weitere Unternehmenskennzahlen verbessert werden:

  • Anhebung der Eigenkapitalquote und eine erhöhte Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität
  • Besseres Rating für leichteren Zugang zu Fremdfinanzierung
  • Reduzierung der Fremdkapitalkosten
  • Reduzierung der Prozesskosten
  • Steigerung des Unternehmenswerts durch geringere Kapitalbindung

Im Rahmen von Unternehmenstransaktionen kann ein verbessertes Working Capital Management zur teilweisen Amortisation des Kaufpreises beitragen. Schon die oben angesprochenen enormen Wertsteigerungshebel erfordern vom Management eine vollständige Herangehensweise an die Thematik. Nur so kann die interne Finanzierungskraft gesteigert und anhand einer Benchmark-Analyse mit der Konkurrenz verglichen werden.

Die folgenden Erläuterungen befassen sich mit den einzelnen Working Capital Komponenten, die die Kapitalbindungsdauer darlegen. Die jeweilige Ausprägung der einzelnen Komponenten hängt stark von der Unternehmensgröße, der Industrie, der Profitabilität, dem Verschuldungsgrad, der aktuellen Bonität und der Zahlungsmoral ab.

Beim sogenannten Order-to-Cash Prozess wird die Position der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen optimiert und anhand der „Days Sales Outstanding“ (DSO) Kennzahl gemessen. Der nächste relevante Prozess betrifft das Total Supply Chain Management, welches den Vorratsbestand entsprechend optimiert. Die Vorratsumschlagshäufigkeit  wird anhand der „Days Inventory Outstanding“ (DIO) messbar gemacht. Der dritte Prozess wird als Purchase-to-Pay Prozess bezeichnet und befasst sich mit der Optimierung der Verbindlichkeiten. Die Bewertung wird anhand der „Days Payables Outstanding“ (DPO) ermittelt. Sind die genannten Maßgrößen ermittelt, so lässt sich auch die „Cash Conversion Cycle“ (CCC) Kennzahl ermitteln, welche für eine operative Steuerung des „Net Working Capitals“ (NWC) auf tagesaktueller Basis geeignet ist. Somit kann der Vorfinanzierungsbedarf des Umsatzes in Tagen ermittelt werden. Die entsprechende Formel ist in der Abbildung dargestellt.

Working-Capital-Management_CCC-300x107 Wege zur Optimierung des Working Capitals

Folgende exemplarische Fragestellungen sollten neben der notwendigen quantitativen Analyse auch zwingend gestellt werden:

  • Werden die aktuellen Lagerbestände im ERP-System erfasst?
  • Wie wird die Lieferantenauswahl getroffen?
  • Wie erfolgt die Überprüfung der Lieferfähigkeit des Lieferanten?
  • Werden Abweichungen zwischen der Lieferung und der Bestellung dokumentiert, analysiert und entsprechend auch beim Kunden reklamiert?
  • Erfolgt eine Kreditüberprüfung des Kunden und werden entsprechende Sicherheiten bei kritischen Kunden verlangt?
  • Werden bei längerfristigen Aufträgen Teilzahlungen mit den Kunden vereinbart?
  • Wie werden Auftragsänderungen behandelt?
  • Wer ist für den einwandfreien Forderungseinzug verantwortlich?
  • Was führt zum Zahlungsverzug des Kunden?
  • Warum sind die Forderungsausfälle genau aufgetreten?
  • Wie erfolgt die Überwachung bei Kundenreklamationen und wie schnell werden die Gründe für jene Reklamationen nachhaltig gelöst?

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