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Innenminister Joachim Herrmann: „Lkw-Maut muss zu 100 Prozent dem Straßenbau zu Gute kommen“
„Die auf deutschen Autobahnen erhobene Lkw-Maut muss vollständig in den Straßenbau investiert werden“, forderte Innenminister Joachim Herrmann. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass fast die Hälfte der Netto-Mauteinnahmen in das Schienennetz und die Wasserstraßen fließt. Dies gilt umso mehr, als wir gerade in Westdeutschland einen erheblichen Nachholbedarf im Straßenbau haben.“ Der Schwerverkehr trage wesentlich zur Abnutzung des Straßennetzes bei. Ein einziger Lkw beanspruche die Straße so stark wie etwa 160.000 Pkw. Insofern sei es durchaus gerechtfertigt, den Schwerverkehr an den Kosten für die Erhaltung des deutschen Autobahnnetzes zu beteiligen. „Dass die deutschen Spediteure aber ganz maßgeblich auch das Schienennetz mitfinanzieren, halte ich für nicht vermittelbar.“
Im Autobahnmautgesetz ist festgelegt, dass die Einnahmen aus der Lkw-Maut zweckgebunden für die Verkehrsinfrastruktur verwendet werden. Der überwiegende Teil davon soll für die Fernstraßen eingesetzt werden. Von den erwarteten 3,7 Milliarden Euro Nettoeinnahmen aus der Lkw-Maut fließen lediglich 2,2 Milliarden in den Straßenbau. Der Rest ist für das Schienennetz und die Wasserstraßen vorgesehen.
„Sonnenernte“ ? krisensicheres Nebengewerbe für moderne Landwirtschaft
Photovoltaik: Großes Potenzial für Diversifikation
Osnabrück / Hilter aTW. Landwirtschaftliche Betriebe müssen sich heutzutage mehr denn je für neue Ideen öffnen, um langfristig ein gutes Auskommen zu sichern. Eine bewährte Strategie lautet Diversifikation ? die gezielte Verbreiterung der Angebotspalette um Produkte, die bisher nicht zum Kerngeschäft gehörten. Jürgen Schulte-Uffelage und sein Sohn Henning setzen dabei auf ihrem Hof in Hilter am Teutoburger Wald auf die Sonnenenergie. Seit diesem Herbst produzieren sie auf den Dächern der Schweineställe Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. So wird das Kerngeschäft aus Ackerbau und Viehzucht sinnvoll, lukrativ und umweltfreundlich ergänzt.
Photovoltaik war für Jürgen und Henning Schulte-Uffelage zwar schon 2005 ein Thema, allerdings hatte sich das Konzept damals noch nicht gerechnet. Doch die Bedingungen haben sich seither deutlich verändert: „Der Ertrag der PV-Anlagen ist heute deutlich höher, die Investitionskosten für die Module sind inzwischen stark gesunken, und die garantierte Einspeisevergütung trägt zu einer schnellen Amortisation bei. Wir rechnen damit, dass die wir die Kosten innerhalb von zehn bis spätestens zwölf Jahren wieder reingeholt haben“, rechnet Jürgen Schulte-Uffelage vor.
Sichere Prognosen zur künftigen Ausbeute aus Solarenergie
Die Familie Schulte-Uffelage beriet mit ihrem Energieversorger, der Teutoburger Energie Netzwerk (TEN) eG über die verschiedenen Möglichkeiten und Potenziale, ließ von mehreren Anbietern Schätzungen über die „Sonnenausbeute“ anfertigen. „Alle Wirtschaftlichkeitsberechnungen kamen zu sehr ähnlichen Ergebnissen, so dass wir die Perspektiven doch als sehr realistisch annehmen konnten. Wir gehen jetzt davon aus, dass die PV-Anlagen auf den drei Dächern der Schweineställe mit 166 kWp pro Jahr insgesamt 180.000 kWh erzeugen werden“, so Schulte-Uffelage.
Die klassischen Felder am Fuße des Teutoburger Waldes werfen mit Raps, Weizen, Gerste und Mais auf 250 ha Anbaufläche bereits seit unzähligen Generationen eine auskömmliche Ernte ab ? erste Erwähnungen des Hofes von Jürgen Schulte-Uffelage gehen sogar auf das 15. Jahrhundert zurück. Jetzt bildet das neue Geschäftsfeld Energieerzeugung mit rund 1.200 qm Modulfläche eine ideale Ergänzung für das „Kerngeschäft Landbau“. Denn die landwirtschaftlichen Anlagen benötigen viel Energie ? allein schon für das Mahlen und Mischen der Ernteerträge.
Hoher Strom-Eigenbedarf aus Ackerbau und Schweinezucht
Auch das zweite Standbein des Familienbetriebs, die Schweinezucht, braucht viel Strom. Etwa 700 Sauen und rund 3.000 Jungsauen sollen es stets behaglich haben. Dafür sorgen Infrarot-Strahler als Wärmequelle. Zudem fließt ein großer Teil des Stroms für die Be- und Entlüftung der Ställe. So summiert sich der Verbrauch auf rund 250.000 kWh pro Jahr.
Das beste „Gesamtpaket“ lieferte ihnen ihrer Meinung nach die Osnabrücker SUNOS Solarpower GmbH, meint der Senior. Dass die Firma bereits den Nachbarn mit PV-Anlagen beliefert hatte, stärkte die Vertrauensbasis zusätzlich. Außerdem vertreibt SUNOS nur Module mit deutschen Zertifizierungen, was nicht zuletzt für die Absicherung der Finanzierung entscheidend ist.
Das Osnabrücker Unternehmen ist in dieser Region der größte Anbieter von Photovoltaik und stattet sowohl private Eigenheime als auch Gewerbe-Immobilien mit Solartechnik aus. Dazu gehört, wie auch bei den Hilteranern, die Ermittlung der Potenziale, die Planung der Anlagen, das Errichten der Untergestelle und der Solarmodule sowie letztendlich auch die Anlagenüberwachung.
Für Hilter ist das Solarkraftwerk im Grünen Weg ein relativ großes Projekt; „wahrscheinlich das größte in der Gemeinde. Aber trotz des insgesamt recht hohen Aufwands ? durch die Vertragsgestaltung mit SUNOS ist das Risiko absolut überschaubar“, meint der Betreiber. Die Gesamt-Investitionen belaufen sich für die Landwirte auf rund 500.000 ?.
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