Bosbach wandelt auf Sarrazins Spuren

Berlin (pressrelations) –

Bosbach wandelt auf Sarrazins Spuren

„Wolfgang Bosbach begibt sich auf Thilo Sarrazins unheilige Spuren, wenn er auf derart populistische Weise rassistische Ressentiments schürt“, kritisiert Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Forderung des stellvertretenden Unions-Fraktionsvorsitzenden nach schärferen Sanktionen für hier lebende Migrantinnen und Migranten, die angeblich Integrationskurse verweigern würden. „Solche pauschale Verunglimpfungen, die geeignet sind, das gesellschaftliche Klima nachhaltig zu vergiften, darf sich eine in der Öffentlichkeit stehende Person einfach nicht erlauben.“ Bosbachs Äußerungen seien zudem „ein Zeugnis völliger Unkenntnis der realen Verhältnisse“. Dagdelen weiter:

„Bosbachs Behauptung, etwa 40 Prozent aller zur Teilnahme an Integrationskursen verpflichteten Menschen würden dieser Aufforderung nicht nachkommen, ist durch nichts belegt. Die Bundesregierung konnte mir auf Anfrage keine entsprechenden Auskünfte geben (vgl. BT-Drs 16/12979, Frage 12). Auch seine Forderung nach Sanktionsmöglichkeiten bei einer Integrationskurs-Verweigerung ist billigster Populismus. Bereits jetzt kann die Sozialhilfe komplett gestrichen werden, wenn der Verpflichtung zur Teilnahme Integrationskursen im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung nicht nachgekommen wird.

Bosbach suggeriert zudem, Migrantinnen und Migranten wollten häufig kein Deutsch lernen und lägen dem Staat deshalb auf der Tasche und bekräftigt damit in unverantwortlicher Weise das Zerrbild vom ‚integrationsunwilligen Ausländer‘. Die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache. Von 2005 bis 2007 nahmen 94 Prozent aller zur Teilnahme an Integrationskursen verpflichteten türkischen Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderer auch tatsächlich an den entsprechenden Sprachkursen teil. Und damit ist noch nichts zu den Gründen für die Nicht-Teilnahme der übrigen sechs Prozent gesagt – etwa Schwangerschaft, Erkrankung, verzögerter Kursbeginn oder ähnliches (vgl. BT-Drs. 16/9137, Anlage 3).

Es kommt auch nur selten vor, dass ein Integrationskurs abgebrochen wird. Laut dem von der Bundesregierung beauftragten Ramboll-Gutachten müssen nur 2,4 Prozent aller Teilnehmenden den Kurs abbrechen, und zwar aus Gründen, die nicht gerade von ‚Integrationsunwilligkeit‘ zeugen, etwa wegen der Geburt von Kindern, wegen der Aufnahme einer Beschäftigung, wegen gesundheitlicher Probleme oder fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten.“

F.d.R. Christian Posselt
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
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Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
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Krise auf dem Ausbildungsmarkt angekommen

Berlin (pressrelations) –

Krise auf dem Ausbildungsmarkt angekommen

„Die Unternehmen haben mehr als fünf Prozent der Ausbildungsplätze gestrichen. Damit ist die Krise auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. Wer aus der Situation auf dem Ausbildungsmarkt jetzt eine positive Bilanz zieht, betreibt Schönfärberei“, so Petra Sitte, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, zur Veröffentlichung der Ausbildungsbilanz 2009 durch die Bundesagentur für Arbeit. Sitte weiter:

„Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um 14 Prozent eingebrochen. Im Osten ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber sogar um mehr als 25 Prozent zurück. Der Ausbildungsmarkt hatte damit eine einmalige Chance zur Erholung. Doch die Bundesregierung hat sie nicht genutzt. Auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz kommen im bundesweiten Durchschnitt 1,3 Bewerber, in den neuen Bundesländern sind es sogar 1,5. Notprogramme mit außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen können diese Situation nicht abfangen. Sie können den Jugendlichen nur einen eingeschränkten Einblick ins Berufsleben bieten und eröffnen oft wenige Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Zahlen dürfen außerdem nicht darüber hinweg täuschen, das pro Jahr mehrere Hunderttausende Jugendliche statt in eine Berufsausbildung in das sogenannte Übergangssystem einmünden. Sie tauchen in der offiziellen Statistik gar nicht erst auf oder gelten als versorgt, befinden sich aber in Maßnahmen, die ihnen keinen anerkannten Berufsabschluss vermitteln und drängen nach Abschluss der Maßnahme wieder auf den Ausbildungsmarkt. In Deutschland haben inzwischen 1,5 Millionen der 20-29-Jährigen keine abgeschlossene Berufsausbildung.

In den kommenden Jahren werden durch die doppelten Abiturjahrgänge deutlich mehr Schulabgänger auf den Ausbildungsmarkt drängen. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht umsteuert, kann sie diesen Jugendlichen kaum Perspektiven bieten. DIE LINKE fordert die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage: Wer nicht ausbildet, soll in einen Fonds einzahlen – wer ausbildet, wird unterstützt. Die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen dürfen nicht länger von der Konjunkturlage abhängen.“

F.d.R. Beate Figgener
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
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Parlamentarische Staatssekretärin Wöhrl: Ausbilden ist Ehrensache – gerade in der Krise!

Berlin (pressrelations) –

Parlamentarische Staatssekretärin Wöhrl: Ausbilden ist Ehrensache – gerade in der Krise!

Die Lehrstellenbilanz der Bundesagentur für Arbeit zum Ende des Berufsberatungsjahres 2008/2009, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde, ist trotz der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2009 sehr positiv ausgefallen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als Mitinitiator und Federführer des Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs innerhalb der Bundesregierung freut sich besonders, dass die Paktpartner es wieder geschafft haben, allen ausbildungsfähigen und -willigen Jugendlichen ein qualifiziertes Ausbildungsangebot zu machen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dagmar G. Wöhrl: „Unsere Unternehmen haben mal wieder bewiesen, dass sie ihrer Ausbildungsverantwortung gerecht werden. Für ihr Engagement in puncto Nachwuchsqualifizierung. danke ich ihnen. Ausbilden ist Ehrensache – gerade in der Krise! Ich appelliere an alle Jugendlichen, ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu nutzen. Wer sich engagiert, kann jetzt noch einen Ausbildungsplatz finden. Es müssen nicht immer die beliebtesten Modeberufe sein. Jede Ausbildung hat ihren Reiz.“

Bundesweit gibt es fast doppelt so viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie unversorgte Bewerber. Die Nachvermittlung durch Kammern und Arbeitsagenturen läuft auf Hochtouren.

Staatssekretärin Wöhrl: „Auch Hauptschulabsolventen und Migranten haben echte Chancen. Menschen mit Migrationshintergrund, die mehrere Sprachen sprechen und vielfältiges kulturelles Wissen haben, bieten große Vorteile für die Unternehmen – gerade auch auf dem internationalen Markt braucht man eine multikulturelle Belegschaft. Deswegen appelliere ich an die Betriebe, mehr Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Ausbildungschance zu geben!“

Für Rückfragen zu Pressemitteilungen, Tagesnachrichten, Reden und Statements wenden Sie sich bitte an:
Pressestelle des BMWi
Telefon: 03018-615-6121 oder -6131
E-Mail: buero-L2@bmwi.bund.de

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Meyer-Krahmer: ‚Erfinder mit Ausdauer und Kreativität‘

Berlin (pressrelations) –

Meyer-Krahmer: „Erfinder mit Ausdauer und Kreativität“

Staatssekretär und VDE-Präsident verleihen Schüler-Preis „Invent a chip“

Das Ungewöhnliche wagen und den eigenen Ideen freien Lauf lassen – der weltweit einmalige Nachwuchswettbewerb „Invent a Chip“ ist für technische Innovationen und Erfindungen von Schülerinnen und Schülern bekannt. Bereits zum achten Mal in Folge organisieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Branchenverband VDE den praxisnahen Wettbewerb für junge Talente. „Wir wollen begabte Schülerinnen und Schüler auf die Natur- und Technikwissenschaften neugierig machen und sie zu sehr guten Leistungen auf diesen Gebieten anspornen“, sagte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im BMBF. „Es ist bewundernswert, mit welcher Ausdauer und Kreativität die jungen Menschen an der Lösung von Problemen arbeiten. Um Innovationen auch künftig umsetzen zu können, müssen wir uns früh um den Fachkräftenachwuchs kümmern. Der Wettbewerb leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“

Im Februar war der Wettbewerb gestartet, mehr als 1.600 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 haben daran teilgenommen. „Jetzt stehen die Sieger fest! Ihre Vorschläge wurden aus über 250 Projektideen ausgewählt“, sagte Dr.-Ing. Joachim Schneider, VDE-Präsident. „Zwölf Teams hatten die Chance, über mehrere Monate ihre eigenen Mikrochips mit Hilfe von Experten der Universität Hannover zu entwickeln; die besten Entwürfe stellen wir jetzt der Öffentlichkeit vor.“

Den ersten Platz belegt das „Soft-Sleep-System-X3“ von Felix Breucha und Gerd Lindner (beide 18) des Faust-Gymnasiums in Staufen. Zunächst war eine effektive Ein- und Durchschlafhilfe für Tinnitus-Patienten das Ziel des Teams der Hardware AG, doch es wurde im Rahmen des dreitägigen Workshops am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Universität Hannover viel mehr daraus. Felix Breucha: „Während des gesamten Schlafverlaufs erfasst der Mikrochip über kabellose analoge und digitale Sensoren den Herzpuls sowie Bewegungs-Tendenzen, die dann in einem entsprechenden Speicher gesichert werden. Dies ermöglicht neben sofortiger Kontrolle und Überwachungsfunktion zusätzlich die Datenabfrage über eine Schnittstelle. So ist beispielsweise eine Analyse durch den Facharzt möglich und damit auch eine Frühdiagnose und Prävention potenzieller Herz-Anomalien.“ Zusätzlich kann das Gerät Töne im Hörbereich erzeugen, womit sich die subjektiv empfundenen Tinnitus-Geräusche eingrenzen und besser für den Arzt beschreiben lassen.

Der diesjährige Sonderpreis für das Projekt mit der größten Industrierelevanz geht an Kai-Uwe Demasius (18) von der Domschule Schleswig in Schleswig. Der Schüler entwickelte einen Elektrofeldmeter-Chip, der die Messung von elektrostatischen Feldern in vielen Fällen vereinfachen soll. Die Messvorrichtung wurde zusätzlich miniaturisiert, um genauer messen zu können. „Elektrostatische Entladungen können moderne Elektronikschaltkreise zerstören, daher ist es unverzichtbar, ein Messgerät zu haben, welches berührungslos elektrische Felder messen kann. Ich denke, dass ich an einem einzigartigen Wettbewerb teilgenommen habe, bei dem ich auch viele neue fachliche und organisatorische Kenntnisse gewonnen habe“, sagte Demasius.

Die Zweitplazierten Patrick Saal (17) und Peter Sterzer (16) vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium aus Schweinfurt gewannen mit ihrem Chipentwurf „Cardan-Shift-Control“. Ihr Chip dient dem einfacheren und sichereren Betrieb von Geräten, die zur Feldarbeit an einen Traktor angekoppelt sind. „Der Chip sorgt für mehrere Sicherheitsfunktionen. Er kontrolliert den Aushub, der den Traktor mit dem Anbaugerät (z.B. Egge, Pflug) verbindet, durch einen Vergleich des aktuellen Verkippungswinkels mit einem Vorgabewert. Bei zu großer Verkippung besteht die Gefahr, dass das Anbaugerät beschädigt wird. Erkennt der Chip einen sicherheitskritischen Zustand, wird die Zapfwelle unmittelbar abgeschaltet und somit auch das Anbaugerät“, sagte Patrick Saal. Der Nutzen des neuartigen Mikrochips liegt im Personenschutz, vermeidet unnötige Motorbelastungen und sorgt für geringeren Energieverbrauch.

Gleich zwei Mal vergab die Jury in diesem Jahr Platz Drei. Regina Hartfiel (15) von der Justus-Liebig-Schule aus Darmstadt gewann mit ihrem Projekt des „Anti-Anbrenn-Chip“, der schon bald in modernster Silizium-Technologie produziert wird. „Meine Idee ist es, frühzeitig ein mögliches Anbrennen von Speisen zu registrieren und den Benutzer sofort durch ein akustisches und optisches Alarmsignal zu warnen. Parallel dazu wird ebenfalls die Heizquelle ausgeschaltet“, sagte die Schülerin.

Mit seinem Akku-Chip, dem „Lithium-Equalizer“, entschied der 17-jährige Leo Probst vom Benedikt-Stattler-Gymnasium aus Bad Kötzting ebenfalls das Rennen um die vorderen Plätze für sich: „Angesicht der zur Neige gehenden fossilen Energieträger wird es in Zukunft immer wichtiger werden, effiziente und kostengünstige Alternativen zu finden. Im Mobilitätssektor ist eine starke Zunahme an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zu erwarten, jedoch mit gänzlich neuem Innenleben – den Akkus auf Lithiumbasis. Der Lithium-Equalizer kann in Kombination mit einem Ladegerät als Lade- und Überwachungssystem eingesetzt werden.“

Die Sieger erhalten zum einen Geldpreise: Platz Eins ist mit 3.000 Euro dotiert, der zweite Platz mit 2.000 Euro und der dritte Platz sowie der BMBF-Sonderpreis mit jeweils 1.000 Euro. Zum anderen werden die Gewinner ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Die Robert Bosch GmbH lädt die Prämierten zu mehrtägigen Praktika nach Reutlingen ein.

Der Schülerwettbewerb „Invent a Chip“ wird unterstützt von Bosch, EADS, Globalfoundries, Infineon, Mentor Graphics, Siemens, Sun und X-Fab sowie von der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) und dem VDE-Institut.

Mehr Informationen bekommen Sie außer in der BMBF-Pressestelle auch beim VDE (Melanie Mora, Tel. 069/6308461, melanie.mora@vde.com ). Informieren können Sie sich auch im Internet unter www.invent-a-chip.de .

BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung
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Blaues Sofa, ‚aspekte‘-Literaturpreis und drei Sendungen: Das ZDF-Kulturmagazin auf der Frankfurter Buchmesse

Mainz (pressrelations) –

Blaues Sofa, „aspekte“-Literaturpreis und drei Sendungen: Das ZDF-Kulturmagazin auf der Frankfurter Buchmesse

Das ZDF-Kulturmagazin „aspekte“ berichtet in drei Sendungen von und über die Frankfurter Buchmesse 2009 und ist auch in diesem Jahr wieder mit dem Blauen Sofa auf der weltweit größten Bücherschau präsent. Zudem wird im Rahmen der Buchmesse auch der 31. „aspekte“-Literaturpreis vergeben, Preisträger ist Stephan Thome mit seinem Roman „Grenzland“.

Zum Auftakt stellt Moderatorin Luzia Braun am Donnerstag, 15. Oktober 2009, 0.35 Uhr in einer „aspekte extra“-Sendung aus Frankfurt die Highlights der diesjährigen Buchmesse vor. Am Freitag, 16. Oktober 2009, 22.35 Uhr zeigt das Kulturmagazin „aspekte“ mit Moderator Wolfgang Herles unter anderem einen aktuellen Frankfurter Messereport und stellt das Gastland China vor. Zudem präsentiert die Sendung Stephan Thome, den Gewinner des „aspekte“-Literaturpreises 2009.

Auf dem Blauen Sofa nehmen vom 14. bis 18. Oktober über 80 Autoren Platz, wie in den Vorjahren geben sich hier die Größen der Literaturszene die Ehre. Erwartet werden unter anderem Margaret Atwood, Pavel Kohout, Claudio Magris, Harry Rowohlt, Frank Schätzing, Richard von Weizsäcker, Dieter Wellershoff und Leon de Winter sowie zahlreiche Prominente, darunter der Musiker Peter Maffay, der österreichische Künstler Erwin Wurm sowie die Schauspieler Sebastian Koch und Armin Rohde. Mit den prominenten Gästen sprechen unter anderen Luzia Braun und Wolfgang Herles.

Seit 1999 hat sich das Blaue Sofa von „Der Club Bertelsmann“, der Süddeutschen Zeitung (seit 2007), dem Deutschlandradio Kultur und „aspekte“ als der Autoren-Treffpunkt auf den Buchmessen in Frankfurt und in Leipzig etabliert. Im Halbstundentakt präsentieren sich dort namhafte Autorinnen und Autoren dem Publikum und stellen sich den Fragen von Journalisten.

Wer nicht live beim Blauen Sofa dabei sein kann, hat die Möglichkeit, unter www.zdf.de http://www.zdf.de/ , www.dradio.de, www.derclub.de oder auch www.sueddeutsche.de die Gespräche und Lesungen als Real Video am heimischen PC zu verfolgen. Unter diesen Adressen finden sich auch alle Gespräche per Klick abrufbar – sowie das detaillierte Programm. Außerdem überträgt auch in diesem Herbst wieder der ZDFdokukanal: Fünf Tage lang können seine Zuschauer alle Veranstaltungen des Blauen Sofas live verfolgen. Eine dreistündige Zusammenfassung der Gespräche sendet das ZDF am Dienstag, 20. Oktober 2009, in der Nacht ab 1.10 Uhr.

Auch das ZDF-„Forum am Freitag“ berichtet am 16. Oktober 2009 von der Frankfurter Buchmesse: Thema der von Abdul-Ahmad Rashid und Kamran Safiarian moderierten Sendung: „Morgenland auf der Messe – Der Islam auf der Frankfurter Bücherschau“. Zu Gast sind unter anderen der türkischstämmige Schriftsteller Feridun Zaimoglu mit seinem neuesten Roman „Hinterland“ und Juristin und Autorin Seyran Ates; sie fordert: Der Islam braucht eine sexuelle Revolution. Weitere Informationen unter www.forumamfreitag.zdf.de

Fotos sind erhältlich über den ZDF-Bilderdienst, Telefon 06131-706100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/aspekte

ZDF-Pressestelle
Fon: (06131) 70 2120, -2121
e-mail: presse@zdf.de

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NDR Das Alte Werk: Pergolesis ?La serva padrona? gespielt von Jos van Immerseel und Anima Eterna

Hamburg (pressrelations) –

NDR Das Alte Werk: Pergolesis „La serva padrona“ gespielt von Jos van Immerseel und Anima Eterna

Konzert: Donnerstag, 26. November, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg
Sendetermin: Freitag, 29. Januar, 20.00 Uhr, NDR Kultur

Am Vorabend des Pergolesi-Jahres 2010, mit dem der 300. Geburtstag des italienischen Komponisten gefeiert wird, bringt die Reihe NDR Das Alte Werk unter anderem „La serva padrona“ auf die Bühne. Der Berliner Regisseur Hinrich Horstkotte inszenierte die musikalische Komödie von Giovanni Battista Pergolesi, die am Donnerstag, 26. November, ab 20.00 Uhr in der Hamburger Laeiszhalle aufgeführt wird. Zu hören sind der Jos van Immerseel mit seinem Ensemble Anima Eterna und als Gesangssolisten Roberta Invernizzi (Sopran) und Thomas Bauer (Bass). NDR Kultur sendet eine Aufzeichnung des Konzerts am 29. Januar ab 20.00 Uhr.

„La serva padrona“, Pergolesis Intermezzo, wurde 1733 zwischen den Akten einer „Opera seria“ in Neapel uraufgeführt ? und eroberte alsbald Europa wie im Sturm. 1743 war die subversive Komödie von der „Magd als Herrin“ erstmals in Hamburg zu sehen und zu hören. Für eine musikhistorische Sensation und politische Unruhe aber sorgte das Stück 1752 beim Gastspiel einer italienischen Operntruppe in Paris, als Pergolesis Musik den berühmten „Buffonistenstreit“ auslöste: eine erbittert geführte publizistische Schlacht zwischen den Verfechtern der neuen, „natürlichen“, zukunftsweisenden Tonkunst aus Italien und den Bewahrern der geheiligten französischen Tradition, der „Tragédie lyrique“ aus der Epoche des Sonnenkönigs. Giovanni Battista Pergolesi allerdings sollte den beispiellosen Erfolg seiner „Commedia musicale“ nicht mehr erleben: Er starb bereits 1736, im Alter von 26 Jahren, an Tuberkulose ? und ging als eine Legende, als eine zum Mythos verherrlichte Gestalt in die Musikgeschichte ein.

Der 1945 in Antwerpen geborene Dirigent, Cembalist und Pianist Jos van Immerseel wird mit seinem Ensemble Anima Eterna zu Ehren des Jubilars nicht nur „La serva padrona“ aufführen. Schon vor der Pause steht Pergolesi auf dem Programm, sein Konzert in C-Dur für zwei Cembali und Streicher, gespielt von Anne Galowich und Jos van Immerseel. Diese beiden Solisten interpretieren zuvor auch das Concierto in G-Dur des katalanischen Komponisten Antonio Soler (1729?1783), ein Konzert ohne Orchester, eine Zwiesprache von Cembalo zu Cembalo. Dafür kommt das Concerto a quattro f-Moll, das Pergolesis Lehrer Francesco Durante (1684?1755) für Streicher und Basso continuo schrieb, ganz ohne Solisten aus. Ein Konzert für Orchester ? wobei freilich auch das „Orchester“ im Barockzeitalter aus lauter Solisten bestand.

Karten gibt es für 8,- bis 32,- Euro (zuzüglich 10% Vorverkaufsgebühr) im NDR Ticketshop, Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg, Tel.: 0180/178 79 80 (bundesweit zum Ortstarif; Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen), online unter www.ndrticketshop.de,E-Mail: ticketshop@ndr.de, sowie an bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

NDR Presse und Information
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
www.ndr.de
presse@ndr.de

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Ferienwohnen auf Yachten ,Elba Portoferraio Toskana

(pressrelations) –

Ferienwohnen auf Yachten ,Elba Portoferraio Toskana

Ferienwohnen im Winterhalbjahr auf Yachten,Elba Portoferraio Toskana

Aviosail, Yachtcharter auf der Insel Elba, bietet in diesem Jahr ab dem 1.November ‚Ferienwohnungen‘ direkt im romantischen alten Hafen in Portoferraio an.
Die Yachten haben bis zu 4 Zimmern und 8 Betten, sind ausgestattet mit Küche, 2 Toiletten und Heizung/Warmwasser. Die Yachten liegen direkt im Zentrum der alten Festungsstadt und werden professionell betreut.
Buchbar von einer Übernachtung bis zu Wochenpauschalen bietet sich so nicht nur eine preiswerte Alternative zu Hotelzimmern, sondern auch das einmalige Erlebnis als quasi Yachtbesitzer in einer der schönsten Marinas direkt am Kay zu liegen.

Link zur Webcam und Liegeplatz:
http://www.elbalink.it/webcam/view.php?n=6 t=Darsena%20di%20Portoferraio

Kontakt:
AVIOSAIL Yachtcharter
Ansprechpartner: Siegrid Ahrens
Tel 0761 1522233
Fax 07611522244
Mobil 01727162995
www.aviosail.com
info@aviosail.com

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Pfarrer Führer gegen Verklärung der DDR – ‚Bildungsauftrag ernster nehmen‘

Berlin (pressrelations) –

Pfarrer Führer gegen Verklärung der DDR – „Bildungsauftrag ernster nehmen“

Interview mit „Das Parlament“

Vorabmeldung zu einem Interview in der nächsten Ausgabe der Wochenzeitung
„Das Parlament“ (Erscheinungstag: 12. Oktober 2009),
Themenausgabe „Nachhaltiges Wirtschaften“
? bei Nennung der Quelle frei zur sofortigen Veröffentlichung ?

20 Jahre nach dem Mauerfall vom 9. November 1989 wendet sich der Mitinitiator der Leipziger Montagsdemonstrationen, Christian Führer, entschieden gegen eine Verklärung der DDR. „Das kann eigentlich nur tun, wer diese Diktatur nicht selbst erlebt hat“, sagte der damalige Pfarrer an der Leipziger Nicolaikirche in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ (Erscheinungstag: 12. Oktober). Je weiter die DDR zurück liege, desto mehr wachse die Zahl ihrer Bewunderer, beklagte er. Dagegen helfe nur Aufklärung, fügte Führer hinzu und forderte, „den Bildungsauftrag gegenüber jungen Menschen“ ernster zu nehmen.

Man könne „nicht darauf verzichten, das Geschehen vor 20 Jahren möglichst breit und vielfältig ins Gedächtnis der Menschen zu rufen und die Erinnerung lebendig zu halten“, mahnte Führer. Es gebe „in der deutschen Unheilsgeschichte sehr viele Negativdaten, die Scham und Entsetzen auslösen“. Umso größer sei die Freude über die gelungene friedliche Revolution in der DDR von 1989. Dieses „wunderbare Ereignis“ biete „vielfältigen Anlass“, sich mit den damaligen Vorgängen zu beschäftigen und nachzufragen.

Nachdrücklich würdigte Führer die Montagsdemonstration in Leipzig vom 9. Oktober 1989, der als ein Schlüsseldatum beim Zusammenbruch des SED-Regimes gilt. Sicher stehe dieser Tag, an dem die Machthaber nicht gewagt hatten, auf die 70.000 Demonstrationsteilnehmer zu schießen, „im Schatten des 9. November“, doch „ohne den 9. Oktober hätte es einen Monat später keinen Mauerfall gegeben“, argumentierte der Theologe. Deshalb stehe für ihn und viele andere „der 9. Oktober am Anfang der deutschen Einheit“. An diesem Tag habe man sich „von dieser Weltanschauungsdiktatur selbst befreit“, fügte Führer hinzu und betonte, es hätte „das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen gewaltig gestärkt“, diesen Tag zum Nationalfeiertag zu erklären.

Das Interview im Wortlaut:

Herr Führer, nachdem die friedliche Revolution und der Mauerfall in den Medien jahrelang selten vorkamen, hat die öffentliche Erinnerung an die Ereignisse im Herbst 1989 derzeit Hochkonjunktur. Freuen Sie sich über diesen Boom?

Ja natürlich. Wir haben in unserer deutschen Unheilsgeschichte sehr viele Negativdaten, die Scham und Entsetzen auslösen. Umso größer ist die Freude über die gelungene friedliche Revolution. Dieses wunderbare Ereignis, das jetzt so stark ins öffentliche Bewusstsein rückt, bietet vielfältigen Anlass, uns mit den damaligen Vorgängen zu beschäftigen und nachzufragen.

Haben Sie keine Sorge, dass die Menschen bei diesem medialen Überangebot des Themas überdrüssig werden könnten?

Damit muss man rechnen. Dennoch kann man nicht darauf verzichten, das Geschehen vor 20 Jahren möglichst breit und vielfältig ins Gedächtnis der Menschen zu rufen und die Erinnerung lebendig zu halten. Im Übrigen kann jeder Bürger selbst entscheiden, zu welcher Veranstaltung er geht und welche Sendung er sich ansieht.

Für Sie und die meisten Leipziger ist der 9. Oktober 1989, an dem die Machthaber nicht wagten, auf die 70.000 Teilnehmer der Montagsdemonstration zu schießen, ein Schlüsseldatum beim Zusammenbruch des SED-Regimes. Wird dieser Tag im öffentlichen Bewusstsein ausreichend gewürdigt?

Bisher überhaupt nicht. Sicher steht dieses Datum im Schatten des 9. November. Aber ohne den 9. Oktober hätte es einen Monat später keinen Mauerfall gegeben. Deshalb steht für mich und viele andere der 9. Oktober am Anfang der deutschen Einheit: der Tag, an dem wir uns von dieser Weltanschauungsdiktatur selbst befreit haben. Diesen Tag zum Nationalfeiertag zu erklären, hätte das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen gewaltig gestärkt.

Wie erklären Sie, dass damals Menschen, die sich in ihrer großen Mehrheit der Diktatur gebeugt hatten, plötzlich Mut bewiesen und in Massen auf die Straße gingen?

So plötzlich war das gar nicht. Der Mut der Demonstranten ist die Frucht der jahrelangen Friedensgebete in der Nikolaikirche. Von 1982 an jede Woche, immer an derselben Stelle im Herzen der Großstadt. Da haben die Menschen ? Christen und Nichtchristen ? Kraft geschöpft, haben gelernt, ihre Meinung zu sagen und Gesicht zu zeigen. Gelegenheit dazu war am „Mikrofon der Betroffenheit“. Wenn man da vorging zum Pult, heraus aus der schützenden Menge, und sagte, was einem auf der Seele brannte, wissend, dass auch Stasi-Leute in der Kirche sitzen ? das erforderte Courage. Die Nikolaikirche war ein Ort der Hoffnung, an dem Selbstvertrauen zurück gewonnen wurde.

Im Oktober 1989 waren aber mehr Menschen auf den Straßen als in den Kirchen. Waren die auch angesteckt vom Geist, der aus der Kirche kam?

Offenbar hat der Geist Jesu auch Menschen ergriffen, die atheistisch geprägt waren und nichts von der Bibel wussten. Die Worte aus der Bergpredigt „Keine Gewalt“ ? das haben alle gerufen. Sie haben sich im Geist der Gewaltlosigkeit verhalten und damit die Staatsmacht beeindruckt. Wenn ein Vorgang das Wort Wunder verdient, dann war es der 9. Oktober.

Das Wunder wäre ohne Michail Gorbatschow und seine Entscheidung, die russischen Truppen in der DDR in den Kasernen zu lassen, nicht möglich gewesen. Kommt dieser Beitrag im Selbstverständnis der Ostdeutschen, besonders der Leipziger, nicht zu kurz?

Bei mir nicht. Ich habe Gorbatschows Rolle immer hoch geachtet und das auch öffentlich gesagt. Gleiches gilt für die Beiträge von Ländern wie Polen oder Ungarn. Ich möchte noch weiter zurückgehen: Willy Brandt und die Ostverträge, die KSZE-Konferenz 1975 in Helsinki ? all diese Mosaiksteinchen müssen mit genannt werden. Ohne die bis 1989 geschaffenen Rahmenbedingungen wären friedliche Revolution und Mauerfall nicht möglich gewesen.

Welchen Anteil hatten die westlichen Medien am Verlauf der Revolution?

Nach der Sommerpause haben wir, wie immer, Anfang September die Friedensgebete wieder aufgenommen. Da war gerade Messewoche und die westlichen Journalisten hatten eine pauschale Drehgenehmigung. Als wir aus der Kirche kamen, standen da viele Kamerateams. Die haben aufgenommen, wie das Spruchband „Für ein offenes Land mit freien Menschen“ entrollt und dann von Stasi-Leuten heruntergerissen wurde. Am Abend wurden diese Bilder im West-Fernsehen gezeigt. Damit waren die Vorgänge auch in der DDR bekannt. Und wir in Leipzig hatten einen Bekanntheitsgrad erreicht, den wir mit unseren damaligen Mitteln der Kommunikation nicht geschafft hätten.

Der Schriftsteller Erich Loest hat mal gesagt: „Die stärkste Kraft waren die, die abhauten.“ Bei allem Respekt vor den Leipziger Demonstranten: Hat die Massenflucht besonders von jungen Leuten nicht genauso zur Grenzöffnung und zum Zerfall der SED-Diktatur beigetragen?

Die Ausreiseleute haben durch ihr erzwungenes Weggehen dafür gesorgt, dass vielen Menschen klar wurde: So geht es nicht weiter. Die Massenflucht und Erich Honeckers menschenverachtende Worte „Wir weinen denen keine Träne nach“ haben auch SED-Genossen nachdenklich gemacht.

Für die meisten DDR-Bürger, die mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ gegen das Regime protestierten, ging es um Demokratie, Meinungsfreiheit und um eine bessere DDR. Warum haben die Menschen wenig später „Wir sind ein Volk“ gerufen?

Dass die Einheit Deutschlands von der Mehrheit der DDR-Bürger gewollt wurde, kann man nicht leugnen. Sie wollten den Wohlstand des Westens, wussten aber nicht, wie hart er erarbeitet worden ist. Und der Westen hatte keine Ahnung, wie der realsozialistische Alltag war. Statt der Landschaften blühten die Illusionen.

Die Volkskammer hat mit ihrem Beschluss über den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland dem Willen der großen Mehrheit der Bürger entsprochen. Sie sprechen gleichwohl von Anschluss?

„Anschluss“ ist das Gefühlte ? so wie man beim Wetter von „gefühlter Temperatur“ redet. Ich finde das Grundgesetz großartig. Trotzdem hätte ich mir eine neue Verfassung gewünscht. Damit wäre klar geworden: Das ist nicht die erweiterte BRD, sondern ein neues Gebilde.

Bedrückt Sie der Gedanke, dass es Mode geworden ist, die DDR zu verklären?

Das kann eigentlich nur tun, wer diese Diktatur nicht selbst erlebt hat. Je weiter die DDR zurück liegt, desto mehr wächst die Zahl ihrer Bewunderer. Da hilft nur Aufklärung. Wir müssen den Bildungsauftrag gegenüber jungen Menschen ernster nehmen. In die Nikolaikirche kommen viele Besucher. Die wollen mit Zeitzeugen reden und wissen, wie das 1989 war, wie die Demonstranten mit ihrer Angst umgegangen sind. So lernt man verstehen, wie die DDR war.

Für Sie ist die friedliche Revolution unvollendet. Was müsste in Politik und Gesellschaft passieren, um sie erfolgreich abzuschließen?

Den Begriff abschließen würde ich nicht verwenden. Wir haben in der Theologie ein gutes Wort: Die Kirche muss ständig erneuert werden. Wir leben in einer Demokratie, der besten Staatsform, die Menschen hervorgebracht haben. Aber der Globalkapitalismus passt nicht dazu. Die Wirtschafts- und Bankenkrise hat gezeigt, dass dieses auf Egoismus aufgebaute System nicht zukunftsfähig ist. Wir brauchen eine ethische Neuorientierung, eine solidarische Ökonomie, eine Jesus-Mentalität des Teilens. Der Staat muss dafür sorgen, dass Politik und Wirtschaft sich am Menschen orientieren ? und nicht gnadenlos am Profit.

URL: www.bundestag.de

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‚Mit der Klimaanpassung schon jetzt beginnen‘

Berlin (pressrelations) –

„Mit der Klimaanpassung schon jetzt beginnen“

Staatssekretär eröffnet in Potsdam Konferenz zum Wasserhaushalt

Der globale Klimawandel hat in den vergangenen zehn Jahren zunehmend regionale Auswirkungen, besonders betroffen davon ist die Schlüsselressource Wasser. Die Folgen für den Wasserhaushalt werden die ökologischen und sozio-ökonomischen Entwicklungsaussichten in vielen Regionen entscheidend prägen. Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen diskutieren von Montag bis Mittwoch in Potsdam zusammen mit Akteuren in Politik und Gesellschaft die Perspektiven für Donau und Elbe. „Wenige Wochen vor den entscheidenden Verhandlungen für ein Klimafolgenabkommen in Kopenhagen im Dezember liefern die Wissenschaftler zentrale Resultate und Instrumentarien für die immer wichtiger werdende Diskussion über geeignete regionale Anpassungsmaßnahmen“, sagte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf GLOWA – kurz für: Globaler Wandel des Wasserkreislaufs, ein Förderschwerpunkt innerhalb des BMBF. Ziel dieses Forschungsprogramms ist es, in direkter Zusammenarbeit mit den Nutzern und Anwendern Instrumentarien und integrative Strategien für die nachhaltige und vorausschauende Bewirtschaftung von Wasserressourcen unter Berücksichtigung des Klimawandels zu entwickeln. Fünf exemplarische Flusseinzugsgebiete in Europa, Nahost und Afrika wurden für die Untersuchungen ausgewählt. In Europa sind dies Elbe und Donau. Der Förderschwerpunkt GLOWA wird über einen Zeitraum von 2000 bis 2012 mit insgesamt etwa 75 Millionen Euro vom BMBF gefördert, wobei rund 27 Millionen Euro für die Forschungen an Elbe und Donau investiert wurden.

Auf der Konferenz in Potsdam werden die Ergebnisse der beiden europäischen GLOWA-Projekte Donau und Elbe einer breiten Öffentlichkeit, Spezialisten und Entscheidungsträgern aus der Region vorgestellt und diskutiert. Die Konferenz spannt einen weiten Bogen vom Klimawandel über demographischen und strukturellen Wandel bis zum Landnutzungswandel. Die Konferenz wird vom BMBF ausgerichtet und federführend durch die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vorbereitet. Sie wendet sich an Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, an Wissenschaftler und an die interessierte Öffentlichkeit.

Die von Wissenschaftlern verschiedenster deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelten integrierten Betrachtungsweisen großer Flusseinzugsgebiete erschließen der Wissenschaft eine neue Qualität in der Unterstützung von Entscheidungsprozessen für Politik, Wirtschaft und wasserwirtschaftlicher Praxis. „GLOWA verfolgt dabei das Ziel, die Resultate von Forschungsarbeiten frühzeitig gemeinsam mit regionalen Handlungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu diskutieren und daraus geeignete Anpassungsmaßnahmen abzuleiten“, so Meyer-Krahmer.

Im Rahmen von GLOWA Donau lassen die Simulationsergebnisse für den Zeitraum 2011-2060 erwarten, dass das Wasser an der Oberen Donau zwar knapper, nicht aber zu wenig werden wird. Die jahreszeitliche Umverteilung wird jedoch unter anderem zu Einschränkungen für die Schifffahrt führen. Szenarien-Studien des GLOWA Elbe Projektes zeigen, dass ein fortgesetzter Temperaturanstieg bis zur Mitte des Jahrhunderts zu einer nochmalig deutlichen Minderung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet der Elbe führen wird. Die Analysen und Studien aus GLOWA Elbe bestätigen die Warnungen zum Klimawandel und seiner Folgen nachdrücklich. Aus Szenarien wird damit absehbare Realität.

Weitere Informationen finden Sie unter www.glowa.org.

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