Jedermann-BU keine Lösung für Versicherte

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Appell der Verbraucherschützer an die Versicherungswirtschaft für Aufruhr gesorgt: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Jedermann sei notwendig, damit auch Berufstätige in ungewöhnlichen Berufen oder mit Vorerkrankungen eine bezahlbare Versicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft abschließen können. Jetzt wehrt sich die Versicherungswirtschaft. Das wichtigste Argument: Niemand könne von den Versicherern verlangen, unwirtschaftlich zu agieren. Genau das allerdings würde man tun, wenn man eine Jedermann-BU anbieten würde.

 

Differenzierung und Risikoprüfung als Herausforderung

Selbst erfahrene Makler sehen das größte Problem der Berufsunfähigkeitsversicherung mit gemischten Gefühlen: Durch die starke Differenzierung nach Berufsgruppen und die strenge Risikoprüfung wird der Abschluss einer BU-Versicherung zunehmend schwierig, sie scheint zum Luxusprodukt zu avancieren. Immer häufiger sind riskante Berufsgruppen nicht zu versichern, die Versicherungsprämien sind unbezahlbar hoch. Hinzu kommt die strikte Risikoprüfung, sobald ein Versicherter irgendwelche Vorerkrankungen hat, ist der Abschluss einer BU-Versicherung fast unmöglich. Trotzdem gehen etablierte Versicherungsmakler davon aus, dass eine Jedermann-BU nicht die Lösung für diese Probleme ist.

 

Keine Lösung aus Politik zu erwarten

Der Bund der Versicherten hatte erst vor wenigen Tagen eine politische Lösung für biometrische Risiken gefordert. Versicherungsexperten beobachten seit einigen Jahren eine zunehmende Individualisierung im Premiumsegment der Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch die Verbraucher stellen diese Auswirkungen fest. Auffallend sind vor allem zwei Trends. Zum einen werden die Berufsgruppen immer stärker differenziert, zum anderen wird die Risikoprüfung zunehmend härter. Beide Maßnahmen verfolgen das gleiche Ziel, denn die Versicherer wollen letztlich nur die Versicherten mit dem geringsten Risiko unter Vertrag nehmen. Die Absicherung der Arbeitskraft wird so zu einem unbezahlbaren Gut, das sich vor allem Berufsgruppen, die diese Absicherung besonders nötig haben, nicht zuverlässig leisten können. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft ist das sicher logisch, doch für die betroffenen Menschen ist dieser scheinbar einfache Zusammenhang eine Katastrophe, die an massive soziale Ungerechtigkeit erinnert. So verständlich also der Ruf nach einer staatlichen Lösung ist, so sehr ist klar, dass die Politik das Dilemma nicht lösen kann.

 

Berufsunfähigkeit ist kein Risiko des Staates

Die Gefahr, berufsunfähig zu werden, kann nicht durch den Staat getragen werden, denn dazu sind die nötigen Mittel nicht vorahnden. Es wären vielmehr neue Einnahmequellen zu erschließen, diese müssen natürlich gleichmäßig verteilt werden. Außerdem wäre es nötig, jedem Versicherten unabhängig von seinem Beruf und seiner Freizeitgestaltung die gleiche Absicherung zukommen zu lassen. Auch das ist nicht realistisch. Weitaus sinnvoller wäre es nach Ansicht der Maklerschaft, passendere Versicherungslösungen zu entwickeln. Das könnten temporäre Lösungen sein, die sich nach bestimmten Lebensphasen richten. Niemals aber darf ein Versicherer gezwungen werden, sich unwirtschaftlich zu verhalten. Selbst Kompromisslösungen darf es hier nicht geben. Eine höhere Flexibilität bei der Absicherung biometrischer Risiken wäre dagegen denkbar, obwohl daraus am Ende zwar eine Versicherung für die breite Mehrheit, aber niemals für alle Versicherten resultieren könnte.

 

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