Michael Gielen spielt mit dem NDR Sinfonieorchester Mahlers Zehnte

(BSOZD.com-NEWS) Hamburg. Konzerte: Freitag, 15. Mai, 20.00 Uhr; Laeiszhalle Hamburg – Sonnabend, 16. Mai, 19.00 Uhr, Kieler Schloss – Sonntag, 17. Mai, 20.00 Uhr, Glocke Bremen – Einführung: Freitag, 15. Mai, 19.00 Uhr, Kleiner Saal, Laeiszhalle – Er ist einer der bedeutendsten Mahler-Spezialisten unserer Zeit: Michael Gielen ist dafür bekannt, Gustav Mahlers großangelegte sinfonische Weltentwürfe in äußerst organischer Gliederung klingende Realität werden zu lassen – mit viel Gespür für feinste Nuancierungen. Bei seinen Konzerten mit dem NDR Sinfonieorchester in der Laeiszhalle Hamburg (Freitag, 15. Mai, 20.00 Uhr), dem Kieler Schloss (Sonnabend, 16. Mai, 19.00 Uhr) und der Glocke Bremen (Sonntag, 17. Mai, 20.00 Uhr) hat Gielen Mahlers Zehnte Sinfonie auf das Programm gesetzt. Diese nimmt eine absolute Sonderstellung im Schaffen Mahlers ein. Er arbeitete daran zwar schon 1909, noch vor der Neunten – aber trotzdem hinterließ er vier Sätze der Zehnten nur als Fragment. Einzig das einleitende Adagio ist als fast vollständige Partiturskizze erhalten.

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Lange Zeit hat sich niemand so recht herangetraut an Gustav Mahlers fragmentarisch erhaltene Zehnte. Weder Schönberg noch Schostakowitsch wollten das Werk vervollständigen, trotz inständiger Bitten der Witwe Alma Mahler, und als der britische Musikwissenschaftler Deryck Cooke schließlich eine „praktische Konzertfassung“ der Skizzen erstellt hatte, wurde auch diese zunächst nur selten vollständig aufgeführt. Inzwischen hat sich die Version von Cooke jedoch bei etlichen Dirigenten als Aufführungsalternative zum Fragment durchgesetzt, wobei Michael Gielen von Beginn an zu den Befürwortern dieser Vervollständigung zählte.

Weihevolle Abgeklärtheit, Reife und Erleuchtung, aber auch eine innere Zerrissenheit und Suche prägen dieses sinfonische Werk, das zugleich kammermusikalisch durchsichtig und vielschichtig ist. Die Harmonik stößt an die Grenzen der Tonalität und macht dieses Fragment damit zu einem Dokument einer neuen musikalischen Zeit – für Michael Gielen ist das Werk ein „Edvard Munch der Musik“.“
Die Künstler:

Das NDR Sinfonieorchester, zukünftig „Orchestra in Residence“ der Elbphilharmonie, wurde 1945 als eines der ersten großen deutschen Rundfunkorchester gegründet. Über ein Vierteljahrhundert lang prägte Hans Schmidt-Isserstedt, der erste Chefdirigent, das künstlerische Profil des Orchesters. Neben der Pflege des klassisch-romantischen Repertoires liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auch auf der Präsentation zeitgenössischer Werke. Dirigenten wie Bruno Maderna, Pierre Boulez oder Krzysztof Penderecki leiteten wichtige Uraufführungen. Ab Anfang der 80er-Jahre erreichte die 20-jährige intensive Zusammenarbeit des Orchesters mit Günter Wand eine ähnliche Bedeutung wie die Ära Schmidt-Isserstedt. Wand hat bis zu seinem Tod im Jahr 2002 die künstlerische Arbeit des NDR Sinfonieorchesters besonders geprägt. Die Reihe der Chefdirigenten wurde in den 90er-Jahren zunächst mit Sir John Eliot Gardiner und Herbert Blomstedt fortgesetzt. 1998 wurde Christoph Eschenbach in diese Position berufen. Seit Beginn der Saison 2004/05 setzt Christoph von Dohnányi die Tradition bedeutender Dirigentenpersönlichkeiten in der Chefposition des Orchesters fort. Neben ihm nimmt Alan Gilbert, designierter Music Director des New York Philharmonic, die Position des ersten Gastdirigenten ein. Ab September 2011 wird Thomas Hengelbrock die Nachfolge von Christoph von Dohnányi als Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters übernehmen.

Michael Gielen, 1927 in eine bedeutende Dresdener Schauspieler- und Musikerfamilie hineingeboren und 1940 mit seiner Familie nach Argentinien emigriert, studierte in Buenos Aires Philosophie, Klavier, Musiktheorie und Komposition. Nach einer Assistenz am dortigen Teatro Colon sowie der Aufführung aller Klavierwerke Arnold Schönbergs kehrte er 1950 nach Europa zurück, um als Korrepetitor und Dirigent an der Wiener Staatsoper zu arbeiten. Zehn Jahre später, von 1960 bis 1965, übernahm er das Amt des musikalischen Leiters der Königlichen Oper in Stockholm. 1969 wurde er zum Chefdirigenten des Belgischen Nationalorchesters in Brüssel ernannt. Seit dieser Zeit gastiert Gielen bei allen großen Orchestern und Opernhäusern Europas und den USA, u. a. beim New York Philharmonic, dem Chicago Symphony Orchestra, an der Berliner Staatsoper Unter den Linden und an der Opéra National de Paris. Zentraler Abschnitt seiner Dirigentenkarriere waren die zehn Jahre als Direktor und Chefdirigent der Frankfurter Oper (1977-1987). Drei Jahre war Gielen Principal Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra (1978-1981); weitere wichtige Stationen seiner künstlerischen Tätigkeit waren die Ernennung zum Music Director des Cincinnati Symphony Orchestra (1980-1986) sowie die Berufung zum Chefdirigenten des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg (1986-1999), bei dem er seit 1999 ständiger Gast ist. Gielen wurde regelmäßig zu den Salzburger Festspielen eingeladen, wo er Opern wie „Lulu“, „Fidelio“ und „Idomeneo“ leitete.
In jüngster Vergangenheit dirigierte er u. a. das London Symphony Orchestra, die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker und das Orchestre de Paris. Gielen, der im Jahr 2002 für sein Lebenswerk mit dem Cannes Classical Lifetime Achievement Award ausgezeichnet wurde, war in den vergangenen Spielzeiten wiederholt beim NDR Sinfonieorchester zu Gast. Seine langjährige musikalische Tätigkeit ist auf zahlreichen CDs dokumentiert, so entstanden mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden u. a. Gesamtaufnahmen der Sinfonien Ludwig van Beethovens und Gustav Mahlers. Im Januar 2008 erschien Michael Gielens Autobiografie „Unbedingt Musik“.

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Karten für Hamburg gibt es zu 9 Euro bis 41 Euro (zzgl. 10 % Vorverkaufsgebühr) im
NDR Ticketshop im Levantehaus, Mönckebergstr. 7, 20095 Hamburg, Tel.: 0180/178 79 80 (bundesweit zum Ortstarif; Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen), E-Mail: ticketshop@ndr.de. Karten für Kiel gibt es zu 23,90 Euro bis 43,80 Euro bei der Konzertkasse Streiber, Tel.: 0431/91416, an angeschlossenen Ticket-Online-VVK-Stellen sowie im Internet unter www.streiber-kiel.de. Karten für Bremen gibt es zu 19 Euro bis 42 Euro beim Eventim-Ticketshop im Hause Karstadt, Tel.: 0421/170232, bei Eventim, Tel.: 0421/353637, online unter www.eventim.de sowie im Ticket-Service-Center in der Glocke unter 0421/336699.

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