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Kunst/Kultur

Der verzauberte Felsen am Lago Maggiore

Die Burg Rocca di Angera bringt mit seiner Ausstellung „Quaestio de aqua et terra (Another) Question of the Water and of the Land“ noch bis zum 30. September wegweisende moderne Kunst an den Lago Maggiore.

Blick von Rocca di Angera auf den Lago Maggiore © Roberto Maggioni

Malerische Orte gibt es viele am Lago Maggiore in Norditalien, wo die Alpen auf den Süden treffen, und einer davon ist sicherlich die Burg Rocca di Angera. Vor der majestätischen Kulisse der Berge thront sie auf einem Felsen über dem Westufer und beherrscht seit alters her die südliche Hälfte des Sees. Die imposante Festungsanlage aus dem frühen Mittelalter ist schon von weitem ein echter Hingucker. Und es lohnt sich unbedingt, genauer hinzusehen und der romantischen Burg einen Besuch abzustatten. Seit 1449 durchgängig im Besitz der eng mit den Geschicken dieser Region verbundenen Familie Borromeo, reiht sie sich ein in die vielen faszinierenden Kleinode am Lago Maggiore.

Seit jeher bekannt für ihre kunstvollen Fresken aus dem 13. Jh., die den historischen Gerichtssaal der Burg zieren, hat die Burg mit der Umgestaltung des Wappensaals, der Ala Scaligera, eine faszinierende Sehenswürdigkeit hinzubekommen. Dieser repräsentative Teil des alten Gebäudes wurde zwischen 2015 und 2017 so restauriert und umgestaltet, dass er seine würdevolle Vergangenheit zeigt und zugleich Raum schafft, um modernen Künstlern und ihren Werken einen Rahmen zu geben.

Burg Rocca di Angera © Roberto Maggioni

Zum zweiten Mal in Folge präsentiert die Familie Borromeo mit einer Sonderausstellung, „Quaestio de aqua et terra (Another) Question of the Water an d of the Land“, vom 8. April bis zum 30. September auch in diesem Jahr Meisterwerke der modernen Kunst und setzt sie in einen Dialog mit der Vergangenheit. Der Titel nimmt Bezug auf einen Disput, lateinisch quaestio, den Dante Alighieri 1320 im nahen Verona über das Verhältnis von Wasser und Land hielt. Zwölf zeitgenössische Meister setzen diese Frage nun hoch über dem See ins Verhältnis zur Aktualität. Marina Abramovic, Gino de Dominicis, William Kentridge, Anselm Kiefer, Joseph, Kosuth, Hendrik Krawen, Domenico Antonio Mancini, Marzia Migliora, Wael Shawky, Haim Steinbach, Gian Maria Tosatti, Gilberto Zorio – 12 große Namen von Künstlern, die mit ihren Bildern, Skulpturen und Installationen herausfordern, die Widersprüche und das Potenzial zu betrachten, welches im Zusammenspiel von Wasser und Land steckt. Auch Herausforderungen von Migration und Ressourcenknappheit spart diese quaestio nicht aus.

Doch der Rocca di Angera wohnt noch mehr Zauber inne. So beherbergen ihre Säle ein Puppen- und Spielzeugmuseum, das die Besucher in Staunen versetzt, und zwar kleine wie große. Die liebevoll zusammengestellte Sammlung von über 1000 seltenster Puppen aus der Zeit seit dem 18. Jh. haucht den filigranen Geschöpfen in den prunkvollen Räumen Leben ein. Darunter sind auch asiatische Puppen, und sogar eine exquisite Sammlung historischer Roboter-Figuren zieht den Betrachter in ihren Bann.

Ausstelllung Ala Scaligera © Andrea Rossetti

Und auch der mittelalterliche Garten der Burg von Angera ist einen Besuch wert. Unter den vielen üppigen Parks, für die der Lago Maggiore so beliebt ist, ragt er heraus, weil er eindrucksvoll auf über 2000 qm den Gartenbau einer längst vergangenen Epoche darstellt. Ein Wäldchen, ein Kräuter-, ein Fürsten- und ein Gemüsegarten, über kleine Pfade miteinander verbunden, sind eine wahre Freude für das Auge und für den Geruchssinn. Dabei achtet man hier darauf, die alten Sorten der Pflanzen anzubauen und zum Erblühen zu bringen. Und das mit vollem Erfolg: von der Apfel- und Mandelblüte im April über die zartblaue Wegwarte im August bis hin zu den tieforangen Kürbissen im September kann der Besucher hier die gesamte Saison über lustwandeln und sich von der Gartenbaukunst alter Zeiten begeistern lassen. Und das mit einem unvergleichlichen Blick über den traumhaften Lago Maggiore.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.isoleborromee.it

Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Am Lago Maggiore erklingen die Steinbrüche

Vom 20. bis zum 28. Juli wird das XIII. Festival Tones on the Stones gefeiert, das spektakuläres Klangerlebnis im Steinbruch Cava La Beola di Monte, im Herzen der Ossola-Täler. Die Konzerte fügen sich nahtlos ein in die Veranstaltungsreihe „La pietra racconta“, der Stein erzählt, denn in dieser Region hat der Stein eine lange Geschichte

Bühne Tones on the Stones Foto Martina Ferrara

Wer an den malerischen Lago Maggiore fährt und mit wachem Blick durch seine Berglandschaft mit den schönen Ossola-Tälern wandert, dem mag die Vielzahl an größeren und kleineren Steinbrüchen auffallen – und das hat seinen Grund. Das Hinterland des Lago Maggiore hat die norditalienischen Städte seit vielen Jahrhunderten mit dem wohl wichtigsten Baumaterial versorgt – dem Stein. Die Gesteinsarten sind hier vielfältig und waren wegen ihrer Qualität und Färbung schon immer sehr beliebt. Und nicht nur für den kleinen Hausbau – selbst Marmor für den Mailänder Doms kam von hier, und bis auf den heutigen Tag sind einige Steinbrüche exklusiv für den Bedarf dieses Bauwerks reserviert.

Steine zu hauen und abzubauen war – und ist noch immer – ein wichtiger Broterwerb in dieser Bergwelt. So entstand die Idee zu einem Sommerfestival der ganz besonderen Art: Freiluftkonzerte in den Steinbruch zu bringen, in spektakulärer Kulisse. Das Festival wuchs rasch an und brachte bereits über 35.000 Zuschauer und 1000 Künstler in 10 verschiedene Steinbrüche. Dabei sind sämtliche Steinbrüche noch in Betrieb und verändern sich, was jede Aufführung in ihrer ganz eigenen Szenerie zu einem Unikat macht.

In der Cava la Beola di Monte erklingt vom 20. bis zum 28. Juli das XIII. Festivals Tones on the Stones, und zwar in jeder Hinsicht kolossal. Am 20. Juli wird unter Mitwirkung des Teatro Coccia in Novara eine große Inszenierung von Verdis „Aida“ gegeben: über 270°-Projektionen auf drei bis zu 30 Meter hohe Felswände geben den unvergesslichen Rahmen für über 200 Mitwirkende. Ca. 50 Meter lang wird die Bühne sein.

Baveno vor dem Steinbruch © Roberto Maggioni

Gleich am 24. folgt die atemberaubende No Gravity ShowAls Leonardo auf dem Mond landete“: Anlässlich des 500. Jubiläums von Leonardo da Vinci und des 50. Jahrestages der ersten Mondlandung wird eine rasante Mischung aus Projektionen und „schwebenden“ Pianisten, Tänzern und Sängern die Ideen des Genius da Vinci mit allerfeinster Akustik unter den Nachthimmel dieser Bergwelt zaubern. Große, emotionale Shows, die sich auch vom 26. bis zum 28. in der Reihe Nextones fortsetzen. Diese Abende sind avantgardistischen Performances junger digitaler und elektronischer Musik vorbehalten. Die Cava la Beola di Monte bietet Platz für 1000 Zuschauer. Insgesamt werden über 4000 Besucher erwartet.

Doch auch die Veranstaltungsreihe La pietra racconta lässt den Besucher diese Steinlandschaft den ganzen Sommer intensiv erfahren. Die drei Museen Ecomuseo del Granito di Montofano, Civico Museo Archeologico Mergozzo und das Museo Granum in Baveno laden schon in ihren Dauerausstellungen dazu ein, sich von den Zusammenhängen zwischen Stein, Landschaft und dem Lebensrhythmus der Menschen verzaubern zu lassen und lohnen immer einen Besuch. Mit La pietra racconta, „Der Stein erzählt“, geht es auf zahlreichen geführten Exkursionen raus, ran an den Stein, wobei alle Wanderungen und Ausflüge auch auf Englisch angeboten werden. Unbedingt empfehlenswert ist eine Führung durch Mergozzo am 4.7.: hier kann man entdecken, wie sich frühere Steinmetzen die Zeit vertrieben, indem sie Spiele in den Stein ritzten, der später verbaut wurde. Noch heute kann man die Spuren davon an manchen Häusern sehen. Oder man macht sich am 13.7. oder 31.8. in Baveno auf eine Wanderung über den Picasass, den alten Arbeitsweg zum Steinbruch, über den auch der Granit abtransportiert wurde – herrlicher Seeblick inklusive. Wer noch tiefer in die Wildnis eintauchen möchte, der kann sich am 11. und 18.7. auf Wanderungen in den phantastischen Nationalpark Val Grande einlassen, ganz nah am Lago Maggiore und doch extrem wild und abgeschieden. Auch eine Minikreuzfahrt auf die Borromäischen Inseln, um in den dortigen Archiven Einblick über die historische Bedeutung des Steinabbaus zu gewinnen, ist für den 20.7. vorgesehen. Eine ganz besondere Art, um dem See näher zu kommen.

Mergozzo © Roberto Maggioni

Die Veranstaltungen sind kostenfrei (nur für die Minikreuzfahrt werden 10 € erhoben). Außerdem bereichern zahlreiche Performances und Ausstellungen rund um den Stein die Veranstaltungskalender von Baveno und Mergozzo. Und wer die geführten Exkursionen verpasst, der kann sich jederzeit auf eigene Faust oder mit einem Führer auf die Spuren der Steine am Lago Maggiore begeben.

Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Der Lago Maggiore blüht auf

Zwei Blumenausstellungen verwandeln die Gärten, Parks und Villen am Lago Maggiore in eine traumhafte Kulisse aus floralem Zauber. Am 30. und 31. März lockt die Kamelienschau „Mostra della Camelia“ in Verbania Pallanza und vom 7. bis zum 28 April öffnet das Tulpenfest in der Villa Taranto seine Pforten

Villa Giulia, Verbania © ph. Susy Mezzanotte

Wenn der Frühling am norditalienischen Lago Maggiore Einzug hält, dann tut er das mit majestätischer Pracht und verwandelt den See am Südhang der Alpen in ein wahres Blütenmeer. Star des Blütenzaubers ist in den nächsten Wochen der bezaubernde Ort Verbania am Westufer des Lago Maggiore, wo Freunde und Liebhaber der Kamelien auf der 53. Kamelienausstellung „Mostra della Camelia“ am 30. und 31. März eine der weltweit schönsten Präsentationen dieser feinen Blumen bewundern können.

Die Kamelie gelangte 1760 aus dem östlichen Asien nach Italien. In der Sprache der Blumen gilt sie als Synonym für makellose Schönheit, und eine Kamelie zu verschenken wurde bald zum Ausdruck allerhöchster Wertschätzung. Sie findet am Westufer des Lago Maggiore optimale klimatische Bedingungen und vor allem den passenden natürlichen Säuregehalt des Bodens. So ist es nicht verwunderlich, dass in den zahlreichen botanischen Gärten in und um Verbania seit über 150 Jahren gut 200 verschiedene Sorten dieser edlen Blume gezüchtet werden, darunter sehr seltene und ungewöhnliche. Die Vielfalt der Kamelien am Lago Maggiore, ist einmalig und lockt alle Jahre wieder viele tausend Besucher an.

Korb und Kamelien, Villa Giulia © ph. Susy Mezzanotte

Zentrum der zahlreichen Aktivitäten ist wieder die Villa Giulia, direkt am romantischen Seeufer gelegen. Auf zahlreichen Führungen u.a. in die historischen und botanischen Gärten der Villa Taranto, der Villa Anelli und der Isola Madre kann der Besucher in die Welt dieser Blume eintauchen, die übrigens auch als Tee getrunken wird. Als Neuigkeit in diesem Jahr wirft die „Mostra della Camelia“ in Kooperation mit dem benachbarten Nationalpark Val Grande ein Schlaglicht auf eine alte, fast vergessene und doch eng mit der Natur verbundene Tradition: das Korbflechten. In Fotoausstellungen und Workshops kann sich der Besucher nicht nur mit den Flechttechniken vertraut machen, sondern auch erfahren, wie und wo er geeignete Zweige für dieses uralte Handwerk finden kann.

Zu einer weiteren prächtigen Farbenexplosion kommt es vom 7. bis zum 28. April, wenn sich die Pforten der botanischen Gärten der Villa Taranto zur traditionellen Festa dei Tulipani, dem Tulpenfest, öffnen. Die Gärten der Villa Taranto wurden in den 1930er Jahren von dem schottischen Gartenliebhaber Captain Neil McEacharn eingerichtet, der hier bereits 1956 das erste Tulpenfest beging.

Tulpenfest, Villa Taranto © Roberto Maggioni

Über 80.000 Blumenzwiebeln werden hier gesetzt, allesamt in Blüte, aus denen über 20.000 Tulpen farbenfroh emporragen. Im Inneren des Gartens der Villa Taranto verlockt das „Tulpenlabyrinth“ dazu, sich geradezu lustwandelnd von Tulpen mit klangvollen Namen wie Carnival de Nice, Micky Mouse, Flaming Baltic oder von der begehrten schwarzen Queen of Night verzaubern zu lassen.
Zusammen mit den zahlreichen Magnolien, Rhododendren, Forsythien und Narzissen leiten sie den Frühling am Lago Maggiore ein.

Weitere Informationen unter www.distrettolaghi.it www.derlagomaggiore.de

Reisen/Tourismus

Schneeschuhrennen im Hinterland des Lago Maggiore

Im beliebten Naturpark Alpe Veglia und Alpe Devero, gleich am Lago Maggiore, findet am 24. Februar das 14. Schneeschuhrennen „La Traccia Bianca“ statt und begeistert Sportler sowie Liebhaber einer weißen Wunderwelt – im Einklang mit der Natur

 

Nur einen Katzensprung in nordöstlicher Richtung vom Lago Maggiore gelegen, erstrecken sich die landschaftlich reizvollen Ossola-Täler. Obwohl leicht mit dem Auto zu erreichen, liegen sie doch abseits der üblichen Touristenströme und haben sich einen Charme erhalten. Hier finden sich typische kleine Dörfer und sozusagen die Hausberge des Sees. Hier glänzt ein besonderes Schmuckstück des Piemont, der Naturpark Alpe Veglia und Alpe Devero, am Rande der Hochalpen. Über 8500 ha wunderschöne Alpenlandschaft erwarten den Besucher und laden dazu ein, weitgehend unberührte Bergwelt zu genießen.

 

Im Gebiet der Alpe Devero, im oberen Antigoriotal, wird am 24. Februar des 14. Schneeschuhrennen „La Traccia Bianca“ veranstaltet. Diese abgelegene Gegend kann man ohne zu übertreiben als Bilderbuchlandschaft bezeichnen, reich an Lärchen, Kiefern, Tannen, Gebirgsbächen und klaren Alpenseen. Wer im Sommer die Ohren spitzt, kann das Pfeifen von Murmeltieren hören; und mit etwas Glück erblickt man einen Königsadler, der über der Landschaft seine Kreise zieht. Auch Steinböcke, Gämsen, Schneehasen und Hermeline sind hier heimisch. In dieser Idylle veranstaltete eine Gruppe von vier Freunden 2005 das erste Rennen auf Schneeschuhen, und die Idee traf sofort auf viel Begeisterung: ein nicht-kommerzieller Wettlauf a uf Schneeschuhen war geboren, um einen sportlichen Tag in diesem Winterwunderland zu verbringen.

 

Natürlich gibt es in dieser Region, die ca. sieben Monate im Jahr schneebedeckt ist, Abfahrtsski mitten durch die Wälder hindurch, und Loipen in romantischem Tal, im Mittelpunkt steht jedoch vor allem das Wintererlebnis. Und dafür eignen sich eben die Schneeschuhe ganz besonders. Über 8 km schlängelt sich der Parcours durch die zauberhafte Landschaft, 250 m Höhenunterschied sind zu überwinden. Das Rennen ist offen für jedermann, in den Kategorien Herren, Damen und Kinder starten alle gemeinsam. Den Siegern winken Sachpreise, die freundlicherweise von Örtlichen Sporthäusern und der Gastronomie zur Verfügung gestellt werden. Die Einschreibung erfolgt online noch bis zum 23. Februar gegen eine Gebühr von bis zu 20 €, inkl. Schneeschuhverleih.

 

Das Gehen auf den breiten, flachen Schneeschuhen ist anfangs vielleicht ungewohnt und darin zu laufen braucht etwas Übung. In den letzten Jahren wird dieser Sport immer populärer. Die Teilnehmerzahl der „Traccia Bianca“ ist auf 1000 beschränkt, denn es ist kein Massenerlebnis in dieser Märchenlandschaft sondern eines der Gefühle: Spaß und der Genuss an der beeindruckenden Naturschönheit stehen im Vordergrund. Atemberaubend ist auch der Streckenabschnitt, der über den zugefrorenen See Codelago führt und ein einmaliges Panorama auf das Ufer bietet. Um 10.30 Uhr geht es los, am Campingplatz Riio Buscagna, und ca. 70 freiwillige Helfer stellen den reibungslosen Ablauf des Rennens sicher, das Begeisterte dieser Sportart aus ganz Norditalien, aber auch immer mehr Ausländer, anlockt.

 

„La Traccia Bianca“ bedeutet übrigens „weiße Spur“. Die ist nicht von Dauer, und somit passt der Name des Events gut zur Idee der Naturverbundenheit, die die Initiatoren alle Jahre wieder voller Enthusiasmus auf den Plan ruft. Das Bewusstsein für das empfindliche Ökosystem drückt sich auch im Reglement des Schneeschuhrennens aus. Die Teilnehmer verpflichten sich ausdrücklich zu einem „respektvollen Verhalten gegenüber der Umwelt“.

 

Weitere Informationen unter www.distrettolaghi.it www.derlagomaggiore.de

 

Reisen/Tourismus Veranstaltungen/Events

Laternen am Lago Maggiore – Marcia dei Lanternitt

Ein Geheimtipp am Lago Maggiore? Das gibt es noch. Am 26. Januar findet in Cannobio der 51. Marcia dei Lanternitt statt. Ein bezaubernder Spaziergang durch die Nacht – mit gutem Essen

Abend in Cannobio © Distretto Turistico dei Laghi

Die Idee, so will es die Erzählung, stammt von einer Gruppe junger Männer des Kulturvereins Zabò, der es sich, grob gesagt, zum Ziel gesetzt hat, die Strukturen des ländlichen Hinterlandes um Cannobio zu pflegen. Nach der Prozession zu Ehren der Santissima Pietà di Cannobio am 8. Januar saßen sie bei einer Portion traditioneller Würste, den luganeghe, beisammen und beschlossen aus einer Laune heraus, einen stimmungsvollen Aufstieg mit Laternen nach Trarego zu unternehmen. Gesagt, getan. Das war im Januar 1969 und die begeisterten Nachtschwärmer ahnten wohl nicht, dass sie eine beeindruckende Tradition begründet hatten.

Laternenschein in Cannobio © Cannobio4You

Seitdem findet der Marcia dei Lanternitt stets am letzten Samstag im Januar statt, nun bereits zum 51. Male. Und auch wenn sie vielleicht eine der einfacheren Veranstaltungen rund um den renommierten Lago Maggiore ist, gehört sie doch zu den gefühlvollsten und liegt den Anwohnern besonders am Herzen. Der Treffpunkt ist ab 17.30 Uhr auf der Piazza Angelo Custode in dem bilderbuchmäßig schönen, mittelalterlichen Örtchen Cannobio. Örtliche Musikvereine spielen auf, und die Teilnehmer zünden ihre mitgebrachten Öllampen an. Dann zieht die Karawane gegen 18 Uhr los, immer bergauf Richtung Trarego.

Lanternitt © Cannobio4You

Jahr für Jahr sind es mehrere hundert Menschen, Jung und Alt, die den Abend auf dieser stillen Wanderung miteinander verbringen und ihr Licht hinauftragen. Es geht über einen alten Maultierpfad bergan, der Höhenunterschied beträgt ca. 560 m, und für die Wanderung benötigt man durchaus 2,5 Stunden. Das Schauspiel, das es dabei zu erleben gilt, sind in Wahrheit zwei: da ist zum einen das Erlebnis, in der heiteren Stille unter hunderten von Menschen im romantisch fackelnden Licht der Öllampen unterwegs zu sein. Und dann ist da die lange „Lichterkette“, die die Wanderer durch die Nacht ziehen, ein sich spektakulär dahinschlängelndes Feuerband, das weit über den See hinweg zu sehen ist. Das macht dem romantischen Lago Maggiore alle Ehre.
Oben angekommen wird der Wanderer von Musik und zahlreichen Ständen mit stärkenden Gerichten der italienischen Alpen begrüßt, meist delikate Polenta- oder Risottospezialitäten.

Laternenschein © Cannobio4You


Wer Trarego bei Nacht kennenlernt, dem sei empfohlen, auch bei Tag einen Abstecher hierher zu machen. Da ist zum Beispiel die im Ortsteil Viggiona gelegene romanische Kirche, die mit der barocken Pfarrkirche über einen Kreuzweg verbinden ist, der von Studenten der Kunstakademie Stuttgart entworfen wurde; ein sehenswertes Ensemble. Und in Cheglio kann man in die für die Bergdörfer dieser Gegend typischen Atmosphäre mit hohen Häusern und engen Gassen eintauchen. Und wer zu Ostern einen Besuch an den Lago macht, der sollte sich den sentiero d’arte nicht entgehen lassen, den Kunstpfad von Trarego: zahlreiche Künstler, viele aus Deutschland, haben in den alten piemontesischen Natursteinhäusern ein Domizil gefunden und organisieren hier seit 2008 zu Ostern kostenlose Ausstellungen ihrer eigenen Werke sowie der Werke weiterer internationaler Künstler. Dabei lassen sich Kunst und Landschaft und natürlich immer wieder das traumhafte Panorama auf den See genießen.

Laternenschein in Cannobio © Cannobio4You

Doch zurück zum Ursprung des Laternenmarsches: die herzhaften luganeghe. Nach Cannobio mit seiner malerischen Uferpromenade zieht es während der Karnevalszeit viele Besucher wegen dieser Schweinswürste. Die luganeghe werden in langen Ketten aufgereiht und gebrüht oder, besonders während der winterlichen Saison, als würzige Zutat zu Risotto oder Polenta genossen. Ursprünglich ein lombardisches Gericht, ist die luganega schon lange im piemontesischen Cannobio zu Hause. Eine leckere Grundlage für einen gelungenen Ausflug am Lago Maggiore.
Weitere Informationen sind zu finden unter www.distrettolaghi.it www.derlagomaggiore.de

Pressemitteilungen Veranstaltungen/Events

Verhext am Lago Maggiore

Am 6. Januar wird am Lago Maggiore das Fest der Befana gefeiert, der Hexe, die den Weihnachtsfeierlichkeiten ein Ende bereitet. Und das tut sie zu Wasser, zu Lande und in der Luft

Befana, Santa Maria Maggiore © Luigi Pellegrino

Wenn bei uns am 6. Januar der Dreikönigstag begangen wird, wird um diesen Tag herum am Lago Maggiore die Ankunft der folkloristischen Sagengestalt Befana auf vielfältige Art gefeiert. Ein stimmungsvolles Fest für Groß und Klein, das öffentlich begangen wird. Wie vielerorts in Italien wird die Befana als hässliche, meist gute alte Hexe dargestellt, die laut Legende in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf ihrem Besen von Haus zu Haus reitet und die Strümpfe der Kinder mit Geschenken füllt. Ihr Name leitet sich von Epiphanie her, wie der Feiertag offiziell heißt, und traditionell bringt sie den braven Kindern Süßes, den bösen jedoch ein Stück Kohle.

Selbstverständlich gibt es zahlreiche traditionelle und verführerische Weihnachtsmärkte rund um den Lago, so in Santa Maria Maggiore oder in Domodossola, um nur einige zu nennen. Die Panoramazüge der Vigezzina-Centovalli Bahn verkehren hier während der Weihnachtszeit mit geradezu romantischen Extratarifen. Und auch während des übrigen Jahres sind die blauen und grünen Züge der legendären Schmalspurbahn ein besonders beeindruckendes Transportmittel, um das Hinterland des Lago zu erleben. Lonely Planet kürte die italienisch-schweizerische Bahn erst kürzlich zur schönsten Bahn weltweit.

Centovalli Bahn © Vigezzina Centovalli

Ein besonderer Anziehungspunkt für Groß und Klein ist die Weihnachtmanngrotte in Ornavasso. In dem mittelalterlichen Städtchen unweit des Lago di Mergozzo hat sich der Babbo Natale, wie der Weihnachtsmann hier heißt, ein besonderes Zuhause geschaffen: im Stollen eines alten Steinbruchs, aus dem Baumaterial sogar für den Mailänder Dom gehauen wurde. Die Grotta di Babbo Natale hat sich mit einer Größe von 20.000 qm zum bedeutendsten Weihnachts-Erlebnispark Italiens entwickelt. In einer Höhlenatmosphäre, die Kinderherzen höher schlagen lässt, können die Werkstätten von Zwergen und die verwunschenen Renntierställe des Weihnachtsmanns auf kleinen Bummelbahnen bewundert werden, alles ganz authentisch. Und da Krippen in Italien eine besondere Tradition haben, sind hierfür allein 600 qm reserviert.

Weihnachtsmarkt, Santa Maria Maggiore © Santa Maria Maggiore

Doch noch einmal zurück zur Befana. Eine echte, traditionelle Befana ist nicht mit einer neumodischen Halloween-Gestalt zu verwechseln. Die Befana, die etwas auf sich hält, trägt das Haar nie offen sondern stets ein Kopftuch und sie reitet auch nicht unbedingt auf dem Besen sondern trägt ihn vor sich her. Dass sie alt ist, liegt der Überlieferung zufolge daran, dass sie das alte Jahr repräsentiert. In Cannobio, in Baveno und in Omegna kommt die Befana nachmittags malerisch vom See auf einem kleinen Boot angefahren und bringt Glühwein, heiße Schokolade und jede Menge mit Süßigkeiten prall gefüllte Strümpfe mit an Land. In Baceno, weiter nördlich in den Ossola-Tälern, beginnt es bereits am Abend des 5. Mit Fackelumzügen und der Segnung der Kinder auf dem Kirchplatz; die Befana trifft erst danach gegen Mitternacht ein. In Stresa trifft man sich an Gastroständen, um sich an Polenta, Käse und Tapelucco, einer Soße mit Eselhackfleisch, zu stärken. Anschließend werden von Laiendarstellern Szenen um die Geburt Jesu, Herodes und die Ankunft der drei heiligen Könige dargestellt, bevor die Befana ihre Süßigkeiten verteilt. In Santa Maria Maggiore kommt sie in manchen Jahren sogar an Seilkonstruktionen vom Kirchturm geflogen; hier kann man es sich bei stinchéet, einer leckeren Crêpes-Art gutgehen lassen.

 

Fliegende Befana, Baceno © Pro Loco Baceno

Wer nicht ganz so lange warten will, kann in der romantischen Bergwelt von Crodo vom 7. Dezember bis zum 6. Januar die presepi sull’acqua bestaunen: auf einem 15 km langen Parcours entlang von Wasserläufen sind 50 Krippen in die Landschaft eingefügt und warten darauf, vom Wanderer entdeckt zu werden, bevor die Befana es tut. Wie oft in Italien, sind Feiertage eine Gelegenheit, in der Gemeinschaft zusammenzukommen. So auch in Massino Visconti. Durch den mittelalterlichen Ortskern werden an drei Abenden, vom 3. bis zum 5. Januar die heiligen drei Könige feierlich hoch zu Pferde reiten, bevor am 5., gegen Mitternacht, die Befana hinterherzieht, und das alte Jahr endgültig zum Abschluss bringt.

Weitere Informationen sind zu finden unter

www.vigezzinacentovalli.com www.derlagomaggiore.de

Freizeit/Hobby Reisen/Tourismus

25 Jahre Nationalpark Val Grande am Lago Maggiore

Der italienische Nationalpark Val Grande in der Nähe des Lago Maggiore feiert sein 25. Jubiläum

Blick ins Val Grande © Roberto Maddalena

Nur einen Katzensprung westlich des Lago Maggiore erstreckt sich eine besondere Naturschönheit, der Nationalpark Val Grande. Immer noch abseits der Touristenströme eröffnet der Parco Nazionale della Val Grande dem Besucher auf ca. 15000 ha fast menschenleere Wildnis. Erste Bemühungen, hier einen Park einzurichten, gehen bereits auf die 50er Jahre zurück, und am 23. November 1993 wurde schließlich der Nationalpark gegründet.

Königsadler, Wanderfalken, Gämsen, Füchse, Marder haben hier in echter Wildnis ein Paradies gefunden: Immer schon war diese gebirgige Gegend nur dünn besiedelt. Die wenige Alm- und Waldwirtschaft wurde wegen der schweren Bedingungen Mitte des 20. Jh. fast vollständig aufgegeben. Seither hat sich die Natur ihren angestammten Raum zurückerobert und bietet dem Wanderer ein besonderes Naturerlebnis. Es locken in den niederen Lagen dichte Laubmischwälder mit einem beeindruckenden, teils jahrhundertealtem Kastanienbestand, und etwas höher wild-romantische Fichtenwälder.

alte Alm Scaredi, Val Grande © Roberto Maggioni

Bergquell © Roberto Maggioni

Der Park stellt eine Welt für sich dar. Er ist von einem ausdifferenzierten Wanderwegenetz in diversen Schwierigkeitsgraden durchzogen. Für den ungeübten Touristen wie für den fitteren Wanderfan, hier ist jedem Natur pur garantiert, und man kann die Seele baumeln lassen. Wer möchte, kann sich einem der offiziellen Parkführer anvertrauen. Am Jubiläumstag des Parks werden 19 neue Parkführer mit Fremdsprachenkompetenz lizensiert, auch für Deutsch. Diverse Veranstaltungen und Konferenzen finden sich im diesjährigen Programm. Den wohl größten Aufmerksamkeitsschub hat dem Park zum Jubiläum der Spielfilm „La Terra Buona“ des Regisseurs Emanuele Caruso beschert. Der Film, der ab nächstem Jahr auch in die deutschen Kinos kommt, erzählt von einem naturverbundenen Leben und wurde ausschließlich im Park Val Grande gedreht.

Wer das Naturabenteuer vervollkommnen möchte, dem sei eine Übernachtung mitten in der Abgeschiedenheit empfohlen, sei es in einem der vier Berghütten oder in einem bivacco, einer unbewachten Hütte; hier hat man ein Dach über dem Kopf, bringt seinen Schlafsack und sein Essen mit. Es gibt einen Herd, um auf einem Holzfeuer zu kochen. Außerdem ist das Parkinnere frei von Mobilfunknetzen, abschalten ist also garantiert.

Wanderweg Val Grande © Roberto Maggioni

Auch in geologischer Hinsicht hat der Nationalpark einige Besonderheiten zu bieten. Seine Berge wie der Pedum, Proman, Corni di Nibbio, Cima Sasso und Cima della Laurasca liegen allesamt auf der unter Geologen als „Ivrea-Verbano-Zone“ bekannten kontinentalen Erdkruste. Das Verhältnis der Menschen zum Gestein war hier immer sehr intensiv. Unter anderem befindet sich hier der Steinbruch des Mailänder Doms, die Cave di Candoglia, aus dem bis heute rosa Marmor ausschließlich für den Dom gewonnen wird. Die Cave di Candoglia ist streng gesichert, kann aber von außen besichtigt werden. Seit September 2018 ist der Nationalpark folgerichtig Teil des Sesia Val Grande UNESCO Global Geopark, der sich über 2202 qkm, ganz grob, vom Lago Maggiore bis an den Monte Rosa erstreckt.

Und wie es Italien üblich ist, kommen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Seit 2001 organisiert die Parkverwaltung zusammen mit dem Kulturverein „Le Donne del Parco“ alljährlich die Genussroute „I sentieri del gusto“. Die Gastronomiebetriebe der Gemeinden im Park bieten kulinarische Genüsse der hiesigen Bergküche zu einem Fixpreis an. Eine deftige Küche, angereichert durch hochwertige Spezereien, zu denen Schinken, Salami, Ziegenkäse und unbedingt hauchdünn geschnittene Bresaola gehören.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.parcovalgrande.it

Sport/Fitness Veranstaltungen/Events

Laufen am Lago Maggiore

Die beliebte Ferienregion am norditalienischen Lago Maggiore glänzt im Herbst gleich mit zwei bedeutenden Sportereignisse, die ein großes Publikum begeistern:  Am romantischen Lago d’Orta findet vom 19. bis zum 21. Oktober der 8. Lago d’Orta Ultra Trail UTLO statt. Und am 4. November startet der 8. Lago Maggiore Marathon LMM

Der Lago Maggiore ist vor allem für seine traumhaften Parks und Gartenanlagen bekannt und für die wundervolle, romantische Landschaft, die das Herz der Besucher höher schlagen lässt. Doch Italien ist mittlerweile eine bedeutende Läufernation und so wird der Herzschlag in diesem Herbst durch einige Laufevents in Schwung gebracht. Laufen am Wasser!

LagoMaggioreMarathon©LMM SportProMotion

Omegna steht vom 19. bis zum 21. Oktober im Mittelpunkt des 8. Lago d’Orta Ultra Trail UTLO. Der Ortasee ist sozusagen die kleine Schwester des Lago Maggiore, der nur einen Steinwurf entfernt liegt. Ein romantischer, überschaubarer und von wilden Bergen umstandener See. Das malerische Städtchen Omegna mit seiner zauberhaften Promenade verwandelt sich während des vorletzten Oktoberwochenendes ins quirlige UTLO-Village. 2000 Teilnehmer aus über 40 Nationen werden erwartet und finden hier alles, was sie brauchen, von der Ausstattung und Infomaterial über Verpflegung, sanitäre Anlagen bis hin zu sportärztlicher Betreuung.

UltraTrail Lago d’Orta © CANO Fotosport

Trail Running ist eine in Europa und USA immer beliebter werdende Sportart, bei der es um das Erleben einer Landschaft auf faszinierenden Anhöhen geht. Und die hat der Ortasee auf jeden Fall zu bieten. Die Läufer werden auf fünf Parcours, über 17 km, 34 km, 58 km, 82 km und stattliche 120 km drei Tage lang von der wilden Bergwelt aus das Panorama bewundern können. Dabei sind extreme Höhenunterschiede von bis zu über 5700 m zu überwinden. Die Anstrengung wird durch das atemberaubende Panorama belohnt, den die Teilnehmer haben, immer den See im Blick. Und wer es gemütlicher angehen lassen und dem geschäftigen Treiben nur zugucken möchte, kann bei einem Rundgang durch das Städtchen kulinarisch auf seine Kosten kommen, denn zahlreiche Restaurants nutzen dieses Herbstevent, um noch einmal richtig gute Menüs mit regionalen Spezialitäten auf die Speisekarte zu setzen.

Wasser bietet auch die Kulisse für den 8. Lago Maggiore Marathon LMM am 4. November, immer entlang an einem der vielleicht schönsten Abschnitte des Sees: an der großen Bucht, auch Golfo Borromeo genannt, von Verbania, durch Baveno nach Stresa, die drei Gastgeberstädte des LMM. Die Laufrichtung wechselt übrigens jährlich. Um 9 Uhr fällt hier der Startschuss für den klassischen Marathon und den Halbmarathon. Gestartet werden an diesem Tag auch Wettbewerbe über 33 km und 10 km, sowie zahlreiche Läufe außerhalb des Wettbewerbs.

LagoMaggioreMarathon©LMM SportProMotion

Nicht zuletzt diese Vielfalt der Laufmöglichkeiten hat mit dazu beigetragen, dass der LMM sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat, der nicht nur zahlreiche Sportler und Laufbegeisterte sondern auch interessierte Zuschauer anlockt. Und das ist nicht verwunderlich, denn selten kann man einen Lauf am Wasser mit Blick auf die weltberühmten Borromäischen Inseln genießen.

Der Halbmarathon, der seitens der Veranstalter des LMM offiziell zur Vorbereitung als LMM Warm-Up empfohlen wird, ist übrigens der 23. Mezza Maratona del VCO am 30. September. Der Halbmarathon der Provinz, zu der ein großer Teil des Lago Maggiore gehört, führt ebenfalls am Wasser entlang, diesmal am wunderschönen, kleinen Mergozzo-See. Der See mit seinem einladenden Badestrand ist als Campingparadies bekannt und der Lauf führt am malerischen Ufer entlang und durch das mittelalterliche Kleinod Mergozzo, dass schon wegen der engen Gassen und seiner prächtigen kleinen Kirchen einen Besuch wert ist.

Insgesamt präsentiert sich diese oberitalienische Seenlandschaft in diesem als eine Wasserwelt, die man laufend entdecken kann.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.ultratraillo.com und www.lagomaggioremarathon.it

 

Essen/Trinken Veranstaltungen/Events

In den Ossola-Tälern zergeht der Oktober auf der Zunge

Von Kartoffeln bis zu Äpfeln und Honig, in den Ossola-Tälern nordwestlich des Lago Maggiore ist der Oktober der Monat der kulinarischen Volksfeste und lädt zum Feiern und Schlemmen ein

Kühe unterwegs © Marco Benedetto Cerini

Die Ossola-Täler, das ist eine überwältigende Landschaft im äußersten Norden des italienischen Piemont, eingebettet zwischen dem malerischen Lago Maggiore und dem Viertausender Monte Rosa. Dem Bergurlauber wird hier eine besonders abwechslungsreiche Fülle an Naturschönheiten geboten. Das eigentliche Ossola-Tal erstreckt sich zwischen dem bei Italienreisenden beliebten See und der Ortschaft Crevoladossola und ist das zentralste des gesamten Ossola-Gebiets: ähnlich einem Ahornblatt gehen von ihm die übrigen Täler ab. Hier fließt der Fluss Toce, der auf einer Höhe von 1720 m entspringt nach 80 km in den Lago Maggiore mündet.

Hier befindet sich auch der Zugang zum Nationalpark Val Grande. Wer das Wandern liebt, der findet hier ein dramatisch-schönes Gebiet, in dem die Wege angesichts der Gletscher durch jahrhundertealte Alpdörfer führen. Und hier versteht man es zu feiern. Bereits im Sommer beginnen die Volksfeste, die „Sagre“. Und im goldenen Oktober gibt es ganz besonders viele Sagre, bei denen der Gaumenkitzel im Mittelpunkt steht.

Fast schon intim fängt es mit dem Walser Häpfla Fest vom 28. – 30. September in Formazza an, dem Kartoffelfest. In dem kleinen Dorf öffnen die Bewohner, die sich der hier seit dem Mittelalter heimischen Walserkultur verbunden fühlen,  ihre alten Häuser und laden zum Essen ein. Kartoffeln, Gnocchi, Käse und Wild sind die Stars, und die typische Pratahapfla, eine leckere Frittata aus Kartoffeln, Käse und Zwiebeln. Unterstützt werden die Veranstalter vom international tätigen Oikos Institut im Bemühen um den Erhalt lokaler alpiner Biodiversität.

Lago di Morasco, Valle Formazza © Roberto Maggioni

Ein fröhlicher Tag rund um die Polenta lässt sich am 7. Oktober in Cuzzego di Beura erleben. Auf der Sagra della Polenta ist das goldene Maismehl König des Tages. Bei folkloristischer Musik und in gemütlicher Atmosphäre lassen sich neben köstlichen Süßspeisen auch die herzhaften Variationen kosten, bei denen die Polenta zu Eselragout oder Rehbraten gereicht wird.

In Valle Antrona geht es auf der Sagra delle Castagne ebenfalls am 7.10. rund um die Kastanie. Hier lassen klassische Röstkastanien, aber auch gekochte Kastanien oder Kastaniengnocchi mit einem passenden dazu Wein lassen Kulinkarikerherzen höher schlagen. Wer einen Abstecher nach Varzo macht, erlebt dort am 6. und 7. Oktober ein besonderes Schauspiel: den Eselabtrieb, La discesa degli anelli. Traditionsgemäß sind die Esel die letzten, die die Almen im Divedro-Tal räumen, und sie werden mit Gesang und Musik und natürlich mit Polenta empfangen.

Toce Wasserfall, Valle Formazza © Roberto Maggioni

Ganz in Weiß geht es im Örtchen Crodo im Antigorio-Tal am 13. und 14. Oktober rund um Milch und Käse bei der Sagra Bianco Latte. Die Milchwirtschaft ist traditionell wichtig in den Bergen, und die Region ist Heimat des Bettelmatt, eines seit dem 13. Jh. bekannten charakteristischen Rohmilchkäse. Die Sagra bietet sowohl einen Überblick über neue Produktionstechniken der Milchwirtschaft, umfangreiche Verkaufsstände als auch ausgesprochen familienfreundliche Möglichkeiten, die kulinarischen Köstlichkeiten zu genießen: Von umfangreichen Aperitif-Menüs, den im Piemont traditionellen merenda sinoira, bei denen vielfältige Kleinigkeiten gereicht werden, bis hin zur Animation für die Kleinsten, inkl. Zubereitung leichter Süßspeisen ist dies ein idealer Ausflug für die ganze Familie.

Bettelmatt, Crodo BiancoLatte © Marco Benedetto Cerini

So sind die Sagre in den Ossola-Tälern auch in diesem Herbst ein Erlebnis für jeden, der diese wundervolle Landschaft auch kulinarisch genießen möchte.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.sagreossola.it

 

Kunst/Kultur Reisen/Tourismus

Gartenbuch-Salon am Lago Maggiore

Vom 1. bis zum 9. September findet in Verbania am Lago Maggiore der 14. Buch- und Gartensalon „Editoria & Giardini“ statt, und das inmitten wunderschöner Gärten

 

Der norditalienische See ist aus einer ganzen Reihe von guten Gründen schon lange ein beliebtes Reiseziel. Eingebettet in eine reizvolle Landschaft, steckt der langgestreckte See voller romantischer Motive, besonders wegen der zahlreichen Gärten, denn die Gartenbaukunst hat hier eine lange Tradition.

So ist nicht erstaunlich, dass ausgerechnet die Gemeinde Verbania am Lago Maggiore seit 2001 den Salon für Gartenbücher, der sich mittlerweile unter dem Namen „Editoria & Giardini“ etabliert hat.

 

Die Idee dahinter ist, am See nicht nur exzellente Bücher und Verlage zum Thema Garten auszustellen, sondern die Gartenbaukunst in ihrer Schönheit voller Farbenpracht und Duft sinnlich erlebbar zu machen. Und das funktioniert kaum besser als in den vielen Gärten selbst, die gerade Verbania zu bieten hat.

Veranstaltungsort ist die Villa Giulia in Verbania-Pallanza. Der Salon ist geöffnet vom 1. bis zum 9. September, montags bis donnerstags von 15 bis 20 Uhr, freitags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

Dabei ist allein schon die Villa Giulia einen Besuch wert: Das ursprüngliche, im Jahre 1847 von Bernardino Branca, dem Erfinder des Likörs Fernet, erbaute Gebäude erhielt zusammen mit der Uferbefestigung gegen Ende des 19. Jh. seine heutige Form; außerdem wurden schon damals die beeindruckenden, teils englisch inspirierten Parkanlagen des Anwesens gestaltet.

So bietet die Villa Giulia einen würdigen Rahmen für den mittlerweile alle zwei Jahre veranstalteten Salon, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle, die eine Leidenschaft für Gartenbaukunst haben mit Experten und Professionals auf dem Gebiet zusammenzubringen.

 

Über 3000 Publikationen aus ca. 450 Verlagen werden auf dem Salon in der Villa Giulia präsentiert. Das diesjährige Motto lautet Il giardino dell’acqua, der Wassergarten. Konferenzen, Vorträge und Workshops rund um dieses Thema gibt es mannigfaltig und sie sind stets frei zugänglich. Und das nicht nur in der Villa Giulia sondern auch an anderen Veranstaltungsorten der Region.

Überhaupt ist es das reichhaltige Rahmenprogramm wert, sich an ihm entlang auf eine Entdeckungstour schöner Orte am Lago zu begeben. Führungen finden außer durch den Park der Villa Giulia auch im Garten De Giorgis in Arona statt, und sogar die weltberühmte Villa Taranto, die man bei einem Chorkonzert bewundern kann, und die Villa Rusconi-Clerici sind in die lange Liste der Veranstaltungsorte aufgenommen.

 

Auch die Slow Food-Sektion Lago Maggiore e Verbano lässt sich vom Wasserthema inspirieren und veranstaltet eine Verkostung der in der Provinz vorkommenden Trinkwasser.

Eine Hauptattraktion wird die Installation der Künstlerin Michela Pasquali „Giardino galleggiante e di ispirazione barrocca“, ein schwimmender Barockgarten, sein. Die Künstlerin fand bereits große Anerkennung mit der Installation eines schwimmenden Gartens auf der Chelsea Fringe 2015 im Londoner Regent’s Park. Das Kunstwerk wird am 1. September auf dem Wasser vor der Terrasse der Villa Giulia eingeweiht und wird sicherlich ein lohnender Blickfang der Woche rund um Buch und Garten am Lago Maggiore.