Intelligenz für Metallbauteile

München (pressrelations) –

Intelligenz für Metallbauteile

Hohe Produktionstemperaturen erlaubten es bislang nicht, metallische Bauteile in einem Arbeitsprozess mit RFID-Chips auszustatten. Fraunhofer-Forscher stellen auf der Euromold in Frankfurt (2. bis 5. Dezember) eine Verfahrensvariante vor, mit der sich die Funkchips zerstörungsfrei integrieren lassen (Halle 8, M114).

Ob CD-Verpackungen, Behälter oder Ausweise ? RFID-Etiketten (Radio Frequency Identification) erobern zunehmend den Alltag. Damit lassen sich Objekte oder Waren kennzeichnen und automatisch per Funk identifizieren. Die Informationen können von einem entsprechenden Lesegerät ausgelesen und verarbeitet werden. Die smarten Label lassen sich bei Produktionsbedingungen bis zu 100 Grad Celsius aufbringen. Bei höheren Temperaturen, wie das etwa beim Laserschmelzen der Fall ist, gehen sie kaputt: Hier werden metallische Bauteile bei über 1400 Grad Celsius mit Hilfe eines Lasers aus Edelstahlpulver gefertigt. Das schloss ihre Kennzeichnung auf Funkbasis bislang aus.

Nun haben die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen ein neues zerstörungsfreies Verfahren entwickelt. Sie nutzen dabei die Methode des »Rapid Manufacturing«: Dabei wird das dreidimensionale CAD-Modell aus dem Computer direkt von einer Maschine Schicht für Schicht als Prototyp aufgebaut. Der Laser verschmilzt dann die Bereiche der Schicht, die später als festes Material vorliegen sollen. Im Anschluss wird die Bauplattform abgesenkt und der Ablauf beginnt erneut, bis das Bauteil fertig gestellt ist. Diesen Prozess können die Fraunhofer-Wissenschaftler so steuern, dass der RFID-Chip eingebaut werden kann und völlig vom Material umschlossen ist.

»Das neue Verfahren bringt endlich Intelligenz in die Metallbauteile. In den Funketiketten kann man wichtige Informationen hinterlegen, etwa die Seriennummer oder das Herstellungsdatum. Die Unternehmen können damit beispielsweise hochpreisige Ersatzteile fälschungssicher machen«, erläutert Projektleiter Claus Aumund- Kopp. Denn wer den Chip entfernen will, muss ihn zwangsweise zerstören. Künftig ist aber nicht nur das Auslesen des Identifizierungscodes möglich. Auch das Speichern von Informationen während der Nutzungsphase ist denkbar. Potenzial sehen die Fachleuteauch in Verbindung mit Sensoren oder Aktoren: So lassen sich mit Hilfe von Temperatur- oder Dehnungssensoren thermische oder mechanische Belastungen der Bauteile erfassen.

Außerdem präsentiert die neue Fraunhofer-Allianz »Generative Fertigung « Technologien und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von den generativen Fertigungstechnologien und der Werkzeugherstellung über den Werkzeugeinsatz bis hin zur Reparatur. In der Allianz haben sich zehn Institute zusammengeschlossen (www.generativ.fraunhofer.de ).

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Bundesministerium für Gesundheit stellt Fortbildungsprogramm im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) vor

Mainz (pressrelations) –

Europäischer Antibiotikatag ? Bundesministerium für Gesundheit stellt Fortbildungsprogramm im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) vor

Berlin – Ein übermäßiger und unsachgemäßer Einsatz von Antibiotika erhöht die Gefahr, dass wichtige Antibiotika wirkungslos werden. Am heutigen Europäischen Antibiotikatag wird erneut europaweit auf die Problematik der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen hingewiesen. Das Europäische Parlament und das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben im letzten Jahr der Europäische Antibiotikatag ins Leben gerufen.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit wird in diesem Jahr am Europäischen Antibiotikatag auf einem Workshop am Robert Koch-Institut mit Expertinnen und Experten über die Verbesserung der Aus-, Weiter- und Fortbildung diskutiert und nach Wegen gesucht, den Stellenwert der Antibiotika-Resistenzproblematik in den Ausbildungs-Curricula zu stärken.

„Unsere Gesundheit ist von wirksamen Antibiotika abhängig. In Bereichen wie der Intensivmedizin sind Antibiotika heutzutage nicht mehr wegzudenken. Ein übermäßiger und unsachgemäßer Einsatz von Antibiotika erhöht jedoch die Gefahr, dass Antibiotika wirkungslos werden, und in lebensbedrohlichen Situationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Informationsdefizite über einen sachgerechten Einsatz von Antibiotika oder nicht ausreichend umgesetztes Wissen zur Infektionsprävention können dazu beitragen, dass Resistenzen entstehen und sich ausbreiten können,“ so Karin Knufmann-Happe, Abteilungsleiterin im Bundesministeriums für Gesundheit

Als Startpunkt und um das Wissen in diesem Bereich sofort zu verbessern, haben die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie für medizinisches Personal sowie Apothekerinnen und Apotheker im Krankenhaus ein Fortbildungsprogramm entwickelt, das durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Das Programm wird auf dem Workshop vorgestellt und ist eine wichtige Maßnahme zur Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART).

Die DART wurde vor einem Jahr von der Bundesregierung der Öffentlichkeit vorgestellt. Für den Gesundheitsektor formuliert sie 10 Ziele und 42 Aktionen mit vielfältig ineinandergreifenden Maßnahmen, die in den Jahren 2008 bis 2013 umgesetzt werden sollen.

Zentrale Handlungsfelder sind:
– Ausbau der Überwachungssysteme zur Beurteilung der Antibiotika-Resistenz- und Verbrauchssituation in Deutschland.
– Förderung der rationalen Antibiotika-Therapie.
– Stärkung der Zusammenarbeit von Beteiligtem im Gesundheitsversorgung und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst.
– Identifizierung und Beseitigung von Forschungslücken.

Weitere Informationen unter http://www.bmg.bund.de

Kontakt
Bundesministerium für Gesundheit
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10117 Berlin (Mitte)
Tel +49 (0)1888 441-2225
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