Zuwendungsbescheid für die First-in-Patient-Unit über 6 Millionen Euro
Mit dem Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) entsteht in Jena ein Translationszentrum, um lichtbasierte Innovationen aus der Forschung in die medizinische Anwendung zu überführen. Eine gemeinsame Delegation des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK), unter Leitung der Staatssekretäre Dr. Rolf-Dieter Jungk und Prof. Dr. Steffen Teichert, besuchte das LPI am 16. Februar 2026 in Jena am Standort des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie. Neben den neuesten Entwicklungen und Strategien des LPI beschäftigte sich das Treffen mit den Perspektiven des LPI und der Hightech Agenda Deutschland.
Der weltweite Anstieg von antimikrobiellen Resistenzen erschwert zunehmend die effektive Behandlung von Infektionskrankheiten. Das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) adressiert den starken Bedarf nach zügiger Diagnostik sowie personalisierter Therapie in diesem Kontext: Der Transfer innovativer Technologien aus der Forschung in die klinische Praxis soll hier beschleunigt und unterstützt werden. Das LPI zeichnet sich, mit der Einheit für klinische Studien (First-in-Patient-Unit) auf einer Intensivstation im Universitätsklinikum Jena (UKJ), durch seine einzigartige Infrastruktur aus.
Eine gemeinsame Delegation des BMFTR und des TMBWK erhielt nun vor Ort einen greifbaren Einblick in das LPI. Im Fokus des Besuchs stand das LPI als neuartige Translationsinfrastruktur. Vorgestellt wurden das Gesamtkonzept des Zentrums sowie die weiteren Schritte zu dessen struktureller Umsetzung. Staatssekretär Dr. Jungk würdigte das LPI: „Mit dem LPI wird ein Ansatz gestärkt, der Forschung, Technologieentwicklung und klinische Erprobung konsequent zusammenführt. Das schafft verlässliche Strukturen für den Transfer innovativer Lösungen in die medizinische Praxis. Ganz im Sinne der Hightech Agenda Deutschland schlagen wir so die Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft und machen Deutschland so zum Top-Technologieland.“ Mit den vorhandenen Technologien und Strategien des LPI zeigte das Treffen auf, wo sich die Themen der Hightech Agenda Deutschland mit der Ausrichtung des LPI überschneiden.
Die LPI-Geschäftsführung erläuterte neben der strategischen Ausrichtung des Zentrums auch dessen Bedeutung für Thüringen, Deutschland und Europa. Staatssekretär Prof. Dr. Teichert betonte die Relevanz des Vorhabens für den Wissenschaftsstandort Thüringen: „Das LPI verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit klarer Umsetzungsorientierung. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Profilierung Thüringens im Bereich der Gesundheitsforschung.“ Die Vertreter des BMFTR und des TMBWK unterstützen das Zentrum auf dem Weg der weiteren Etablierung, der auch den Neubau eines Laborgebäudes auf dem Gelände des UKJ vorsieht.
Unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie (Leibniz-IPHT), präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-IPHT und des UKJ eine Auswahl bereits verfügbarer Technologien mit hohem Potenzial für translationale Forschung und klinische Anwendung. Deutlich wurde dabei, welche Möglichkeiten sich eröffnen, um innovative photonische Ansätze künftig effektiver in die klinische Praxis zu überführen.
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits Anfang Februar erreicht: Das UKJ erhielt einen Zuwendungsbescheid des BMFTR für die First-in-Patient-Unit (FiPU). Die FiPU ist ein speziell konzipierter Abschnitt der Intensivstation am UKJ, der Patientenzimmer und Laboreinheiten räumlich verbindet und somit ermöglicht, innovative diagnostische und therapeutische Verfahren kontrolliert und patientennah zu erproben. Mit einer Förderung von über 6 Millionen Euro kann der Umbau am UKJ nun beginnen. „Wir freuen uns mit dem FiPU-Baustart das LPI weiter voranzutreiben. Die neue Station ist essenziell für die translationale und klinische Forschung.“, unterstreicht Prof. Dr. Thomas Kamradt, wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Medizinischen Fakultät am UKJ. Die FiPU bildet den ersten Abschnitt der LPI-Infrastruktur und schafft die Voraussetzungen, neue diagnostische Verfahren und innovative Therapien gegen Infektionskrankheiten zu etablieren. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundes im Rahmen des Projekts „Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI)“.
Der konstruktive Austausch zwischen Bund und Land und den Akteuren in Jena bildet eine wichtige Grundlage für die weitere gemeinsame Entwicklung des LPI-Zentrums.
Das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung Jena (LPI)
Das LPI ist eine nutzeroffene Translationsinfrastruktur, in der innovative photonische Technologien vom Forschungskonzept beschleunigt in die medizinische Anwendung überführt werden sollen. Dabei begleitet das LPI den gesamten Weg der Translation, von technischer Entwicklung und Validierung bis zu klinischen Studien und Vorbereitung zu marktfähigen Produkten und Services. Photonik-basierte Ansätze bilden eine leistungsfähige Alternative im Kampf gegen Infektionskrankheiten und antimikrobielle Resistenzen. Sie ermöglichen schnelle und zuverlässige Diagnostik und neue Therapiemöglichkeiten. Die Infrastruktur bietet zukünftig eine First-in-Patient-Unit im Klinikum sowie eine Laborinfrastruktur im eigenen Neubau. Das LPI ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Nationalen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen gefördertes Vorhaben. Als Gesellschafter wird das LPI von dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Leibniz-Institut für Naturstoffe und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (Leibniz-HKI), der Friedrich-Schiller-Universität sowie dem Universitätsklinikum Jena getragen.
Kontakt
LPI – Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung gGmbH
Sarah Krautwurst
Mälzerstr. 3
07745 Jena
0173-2658738

http://www.lpi-jena.de
Bildquelle: Andrea Borowsky/Leibniz-IPHT

